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Jüdische Wochenschau · 1964-04-17 · 2060 (17.4.1964) · p. [Seite 4]

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4 — Viera«., 17 de Abril de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Año XXV. — No. 2«6t Musik in Buenos Aires1 Begegnung mit einem Genie PABLO CASALS IM COLON Der Name Pai>lo Casale ist bereits zum Mythos geworden. Der bescheidene, joviale, untersetzte Katala ne. trotz seiner 87 Jahre von einer jünglichhaften Beweglichkeit, ist der Welt nicht nur a)ß hervorragender Violoncellist, sondern auch als eine der wenigen menschlichen Hoffnungen bekannt, als deren Maxime er selbst Dr. Albert Schweitzer be zeichnet. Wie jener, so arbeitet auch er verzweifelt an der '.'ermensehlichung unserer mechanisierten, im grausamen Atomzeitalter etehendeir Welt. Casais »st zum Inbegriff des unbeugsamen. aufrechten Charakters geworden. Freiwilliger Emigrant des spanischen Bürgerkrieges, hat er die Sache aller Réfugiés zu der seinen gemacht; immer wieder hat er ßeine Stimme warnend erhoben, und nicht selten hat die Welt auf ihn gehört. Stets haben seine Aufrufe Resonanz gehabt. Er lehnt ee ab, in den on Diktatoren beherrschten oder auch nur mit ihnen sympathisierenden Ländern zu konzertieren. Daß Programm des Oratoriums ,.E1 Pesebre“, wel ches Pablo Casais auf den katalanischen Text von Joan Alavedra komponiert hat. enthält eino Präambel, in welcher er sich an die Musiker aller Welt wendet und sie auffordert, in dieser wundervollen, von aller Welt verstandenen Universalsprache die Reinheit ihrer Kunst in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen. Und Casalß drückt darin weiter dem Neuen Testament behandelt und in frenetischen ,,Gloria“ und „Paz“ Chören gipfelt, schlicht eine Friedensbotschaft. Er unternimmt a’ß Krönung seiner menschlichen und künstlerischen Laufbahn — für Casais ist dies ein- und dasselbe — einen Kreuzzeug in aller Welt, trotz seines hohen Alters, um diese Botschaft in ihre entferntesten Winke] zu tragen: er verzichtet auf alle seine Honorare die er der Casais Stiftung zufliessen lässt, eine von ihm ins Leben gerufene Institution für wohltätige Zwecke. Dae ..Mozarteum Argentino“ machte zusammen mit I der „Dirección General de Cultura“ die Aufführung des | Oratoriums möglich. Die | enormen hiermit verbünde- | nen Opfer wurden vielfältig ¡ belohnt durch den Enthui siasmus, welchen das Natio- , nale Symphonie-Orchester, | der ständige Chor von Rosario (Dirigent: Christian Hernández Larguia) und verstärkt durch den Kammerchor aus Cordoba (Lei tung: César Ferreyra) zeigten. Die durchwegs gut singenden Solisten dieser sich in der geistigen Welt Wagnere Mahlers und Francks bewegenden und leicht eingänglichen Friedens-Komposition waren Olga Iglesias (Sopran), Tota De Igarzabal (Alt), Carlos Coseutta (Tenor) .Angel Mattiello (Bari ton) und „niño“ Carlos Mauricio Slivskin. Sie alle verausgabten sich dank der grossen, künstleri. echen Foiderungen des grossen Casals und machten <us, dass die Tatsache, daes er heute zu uns gekommen ist, in keiner Weiße einen Wechsel seiner moralischen Prinzipien oder der Beschränkung bedeutet, die er seiner künstlerischen Karriere freiwillig auferlegi hat; diese Betrachtungen sind in Anbetracht der tödlichen Ge. fahren, welche die gesamte Menschheit bedrohen, sekundär geworden. So nennt er ,,E1 Pesebre“ (Die Krippe; welcher eine Episode auß nicht nur eich, sondern auch Pablo Casals und seinem Friedeneopus alle Ehre. Die frenetische Sympathiekundgebung, welche die Bonaerenser ihrem nach 27 Jahren wieder zurückgekehrten Idol spendeten, wich nach dem ersten Teil und am Schlues des Oratoriums orkanartigen Applaussalven welche die Anerkennung deß Komponisten und Interprej ten darstellten. Schade, dass nicht genü- ¡ gend Programmhefte zur; Verteilung in den „hohen“ 1 von JACOBO KAUFMANN Pablo Casals ist in Buenos Aires. Ein colches Ereignis verblaßst zwar in der Zeit der Weltraumflüge und des Kalten Krieges, aber trotzdem spürt man irgendwie, dase etwas Ausserge wöhnlicheß geschieht. Es gibt tatsächlich noch Kämpfer für den Frieden. Casals, 87 Jahre alt, reist durch die Welt, um der Menschheit eine Friedene _ Botschaft zu übermitteln. Welch' eine Lehre für uns junge Genei ation! Welch’ ein Beispiel für die Machthaber der Erde! Ich gehe ihn vor mir. wie er mit fester Stimme und schwerem Seufzen über die Missverständnisse der Politik spricht. Er. Jer beriinm. te Cellißt, zu Hause bei den Grössten unsereß Jahrhunderts. ist als unverbesserli eher Idealißt immer noch überzeugt, daiss die Musik ein Weg zur Brüderlichkeit sein kann. Seine Worte sind wohltuend. Er ✓ diskutiert die Gründe sozialer Probleme. „Wie kann ein Mensch für Höheres etwaß übrig haben, wenn er keine praktische Gelegenheit hat, gute Musik zu hören? Ec müssen Kon. zerte für Arbeiter veranstaltet werden. Jeder sollte in der Lage sein, Geistiges zu geniessen. Die Musik ist ei ne Welteprache. Man würde sie* überall sprechen. Danach strebe ich. Die Tatsache, dase ich mii meinem Oratorium ..El Pesebre“ die Welt bereise, bedeutet keineewegs, dass meine Musik unbedingt bekannt gegeben werden muse. Das kann vielleicht nach meinem Tode geschehen; es ist mir ziemlich gleichgültig. „El Pesebre“ ist vor allem ein Kreuzzug des Frieden«.“ Pablo Casalß hat gespro- Regionen ties Colón zur Ver- , fügung standen, und dase | das Licht im Saal erlcech. ¡ So konnte wieder einmal I das Auditorium dem (in spanischer Uebersetzung : vorliegenden) Text nicht fol- I gen. Curt B. M. Weissstein | chen. —r zieht sich in sich selbst zurück, ais wolle er außruhen. 87 Jahre aktiven Lebens liegen hinter ihm. Es iist seit 1877 allerhand ge schehen, und er war immer dabei. Irgendwie kam er mir verwandt vor. Jetzt weiss ich warum. Seine Biographie ähnelt der jüdischen Geschichte! Auch er ißt hart näckig und langlebig und musste ins Exil, als ein Tyrann sich seines Landes bemächtigte. Auch er wandert unermüdlich, wer weißs wie lange noch, durch die Welt Sogar seine Augen gleichen den unseren. Er hat den halb melancholisch, halb neugierigen Blick so vieler Glaubensgenossen. Dieser Blick prägt sich mir für im mer ein; ei ißt unvergeselich. Wenn ich Pablo Casals nur beschreiben könnte! Es gibt aber keine Worte. Wenn man ein Genie sieht, werden W'orte überflüssig. UNSERE SOLIDARiTAET mit ISRAEL beweisen wir durch unsere Beisteuerung zur Einheitskampagne a Gebt mit Herz und... Verstand! COMITE CENTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL Sarmiento 2376, 3er. p. — T. E. 47-3820 Verlag „Olamenu“ in Tel Aviv Univ. Prof. Dt. Harry Zehn: Wiener Juden in der deutschen Literatur. 106 S. mif vielen Illustrationen. Halbleinen U$S 3.50. — Aus dem Inhalt: Arthur Schnitzler und das Judentum. — Stefan Zweig: Bericht und Erkenntnis — Richard Beer. Hofmann — Theodor Herzl — Raoul Auernheimer — Peter Altenberg — Alfred Polgar — Egon Frieden — Karl Kraus — Theodor Kramer — Ernst Lothar — Robert Neurr.ann — Ernnt Waldinger — Friedrich Torberg. Festschrift für den Historiker Dr. N. M. Gelber. (Jerusalem), aus Anlass seines 70. Geburtstage«. In hebräischer, englischer und deutscher Sprache. Herausgegeben von Hugo Gold. Redaktion: Israel Klausner, Rafael Mahler, Dov Sadan. Beiträge von Moshe Atlas — Y. L. Bato — Alexander Bein — Nachman Blumenthal — Abraham Duker — Natan Eck — Meir Faerber — Hugo Gold — Philipp Grünwald — Israel leilperin — Michael Hendl — Daniel Karpi — Jcoef Kermisch — Israel Klausner — Efraim Küpper — Rafael Mahler — Arie Menczer — .Jakob Nataneli- Rotmann — Abraham Parness — Jeshajahu Siegfried Plaschkes — Immanuel Ols. vanger — Jizchak Rafaeli — Dov Sadan — Schlomo Simonsohn — A. M. Tennenblatt — Israel Trunk — Abraham Weiss — Rahe) Wlßchnitzer. — Leinenband mit vielen Illuctrationen. — U$S 10.—. Zeitschrift für die Geschichte der Juden. Heraus, gegeben und redigiert von Hugo Gold. — Aus dem Inhalt: Dr. O. Karbach: Die politischen Grundlagen des deutsch-österreichischen An- JOM HAAZMAUT Viele Wünsche blieben zwar noch offen Manch‘ Verlangen ist noch nicht gestillt, Aber unsre Sehnsucht, unser Hoffen, Hat dxxrch Gottes Beistand sich erfüllt. Unser Land, das wir mit Blut erworben, Wo sich unsre Fahne stolz erhebt, Viele unsrer Besten sind gestorben — Aber unser ISRAEL — es lebt! Darum dürfen niemals wie erbost sein Ob der Opfer, die wir einst gebracht, Soll es doch für uns ein schoener Trost stox, Was a-us diesem Lande wir gemacht. — Dass am Kampfgeist unsrer tapferen Jugend, Aller Feinde Angriff jach zerschell’ Gott erhalte unsrem Volk die Tugend Segne unsre Heimat: ISRAEL! MARTIN GUTHMANN Buenos Aires tVsemitiemus — Univ. Prof. Dr. Harry Zohn: Richard Beer-Hofmann — Dr. T Lavi — Löwenstein: Rumänische Dokumente zur Geschichte der Juden in der Bukowina — Reg. Rat. I. Oehler: Geschichte des Leopoldstädter Tempels in Wien — Oberrabbiner Elijahu Katz: Das Leben in der Naiur und die Monatsnamen — Dr. Eugen Gerctenmeier: Monumenta Judaica — Dr B. Brilling: Ein Interventiorebrief der Hamburger Gemeinde für die Prager Juden vom Jahre 1745 — Dr. Josef Ebnei: Historiseh'-r Betrachtungen zur Hitlerära in Rumänien — Dr. Chaim Schieber: Die Lage der Juden in den böhmischen Ländern unt-.r der Regierung der Kaiserin Mana Theresia — Buchbesprechungen Biicherschau. — Abonnement nur ganzjähärig U$S 8.50. IN VORBEREITUNG j Geschichte der Juden in i Wien, herauegegeben und redigiert von Hugo Gold ‘Hietory of the Jews of Vienna). — Gedenkbuch der untergegangenen Judengemeinden der Tschechoslowakei in 2 Bänden, herausgegeben von Hugo Gold (I. Band : Böhmen-Mähren . Schlesien. II. Band Slowakei und Karpatorus) — Jahrbuch für jüdische Geschichte (History of the Jewis in Austria», heraußgegeben von Hugo Gold. -:o: — Alle Zuschriften und Anfragen sind ausschliesslich zu richten an: Publishing House „Olamenu“ Tel Aviv POB 3002 Israel. jugendfahrt Saargemünd. — Da«s Evangelische Jugendwerk an der Saar organisierte eine knapp dreiwöchige Gruppenfahrt nach Israel, die Hin- und Rückfahrt per Schiff zwischen Neapel und Haifa eine 14tägige Studienreise durch das ganze Land und einen Flug nach Elat am Roten Meer umfasste. In einer Mitteilung des Jugendpfarrens der drei rheinischen Kirchenkreise im Saarland, Rolf Heue, zu dieser Fahrt hiess es: „Vor 25 Jahren haben in unserem Land die Synagogen gebrannt. Unsere Generation ist nun dabei, den ersten Brückenschlag über einen Abgrund von Verbrechen und Schuld an Israel zu vollziehen. (AWZ) TEATRO COLON Sábado 18, a las 21.30 he.: Concierto sinfón. Orq. Tea tro Colón. Dir. Witold Rowicki. Sol.: Witold Malcu. zynski. Domingo 19, a las 18 hs.: El Lago de los Cisne«, Ballet de Tschaikowisky. Dir.: J. Erquicia. Teatro San Telmo Se ha producido un cambio en el elenco de “;Ah soledad!” de O’Neill, que prepara el Grupo del Sur en el Teatro San Telmo. La actriz Jceefina Ríos ha debido, por superposición de horarios con su trabajo en radio y televisión, renunciar al importante papel de la madre. Esjte será interpretado por Angela Ferrer Jaimes. — MARGOT und EGON DAVID BR0ST0 laden alle Freunde und Bekannten zur BAR MIZWA ihre« Sohneß MARIO T0MAS herznehst ein, die am Sonnabend, den 25. April, in der Synagoge Lamroth Hakol, Caseros 1450, Florida, um 9 Uhr stattfindet. Anschließsend Kidusch in den Räumen der Gemeinde. Arenakß 1250, Vicente L6p< 250 Representaciones del Exito 1962-1963* EL DECIMO HOMBRE de PADDY CHAYEFSKY TEATRO SAN CHACABUCO 966 Dirección: OSCAR FE-CCLER; TELMO T.E.: 33 2804 y 30*7648 ¡ Todos los días a las 22 hs. (excepto Lunes). Sábados, Domingos y íerja*; dos a las 18 hs. y 22 hs. Localidad, en venta con 5 días de anticipación, j ULTIMAS 2 SEMANAS

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