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Jüdische Wochenschau · 1964-04-17 · 2060 (17.4.1964) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2060 (17.4.1964)
Date
1964-04-17
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viertle«, 17 d« Abril de 1964 LA SEMANA ISRAELITA Ade XXV. — Me. 2969 — 3 Israel und Lateinamerika Die lateinamerikanischen Staaten und unter ihnen die ABC-Länder sind mit Israel in traditioneller Freundschaft verbunden. Diese Freundschaft datiert seit der Gründung des Staates Israel, bei der die Vertreter dieser Länder in Kommissionen und bei der historischen UN- Abstimmung eine wichtige Rolle spielten und die ausschlaggebenden Stimmen abgaben. So war es kein Wunder, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen diesen Staaten und Israel schnell aufgenommen wurden. In den letzten Jahren nun hat sich Israel ernstlich bemüht es nicht nur bei dieser Freundschaft zu belassen, sondern diese auch durch enge Zusammenarbeit auf vie. len Gebieten zu stärken. Eine ansehnliche Zahl von Kulturabkommen und Verträgen für gegenseitige Entwicklungshilfe konnten un- VH Dr. KORT OTTENSOOSER (Israel) terzeichnet und zum Teil bereits in die Tat umgesetzt werden. Besuche von Staatsmännern und Pereönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus diesen Ländern in Israel sind keine Seltenheit mehr. In wachsender Zahl treffen Studentengruppen hier ein, die aus den Erfahrungen, die der junge Staat Israel bei seiner Aufbau- und Entwick lungsarbeit gemacht hatte lernen wollen und hierfür gern angebotene Gastfreundschaft ausnützen. Aber auch praktische Pläne zur Entwicklung der Wasserkräfte der südamerikanischen Staaten, zur Intensivierung der Landwirtschaft und der Entwicklung auf kooperativer Basis wur j -den bereits zusammen aus- \ gearbeitet, und Experten .aus Israel helfen bei der | praktischen Durchführung; solcher Pläne. Insgesamt sind heute 900 israelische Fachleute bei Entwicklungsarbeiten und Studien eingesetzt. Aber auch der Handei zwischen Israel und seinen Freunden in Süd- und Zentralamerika soll weiter aus. gebaut werden. Israel hat ste*ü in diesen Staatei mehr gekauft als dorthin abgesetzt. Es ist daher nur natürlich, dass man nun versucht. diese Pac-r.ivität des israelischen Handels zum Ausgleich zu bringen. Tatsächlich ist der Export Israels nach Süd- und Zentralamerika im letzten Jahr nicht unbeträchtlich gestiegen und betrug die doppelte Höhe der Ausfuhr des Vorjahres. Aber man ist hier in Israel der Meinung, dass auf Einmal ganz klar gesprochen Dr. W.: — Alle Versprechungen der deutschen Regierungsstellen, der Mitgfie. der Regierung und des Parlaments, durch Schlussgesetze die Wiedergutmachung. Rückerstattung und Entschädigung zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen, und endlich, endlich, beinahe 20 Jahre nach dem NS-Zusammenbruch der Gerechtigkeit zum Siege zu verhel. fen, haben eich bisher nur als leeres Gerede heraußgestellt. Man kann sich mitunter nicht des Eindrucks erwehren, dass die Opfer des Nationalsozialismus durch die Feilschereien des Bundesfinanzministeriums und anderen Finanziellen sowie durch die mitunter pathetischen, «eiten aber ernst gemeinten Phrasen und Beteuerungen de« guten Willens getäuscht, hingehalten und vielleicht verhöhnt werden sollen. Die Tatsache, dass dieser Gesetzeskomplex immer noch unter der Führung und Kontrolle do? Finanzminister« steht, beweist zur Genüge, dass entweder die Deutschen nicht verstehen wollen oder verstehen können, worum es sich bei der sogenannten Wiedergutmachung eigentlich handelt. Für das jüdische Volk geht es jedenfalls nicht um ein finanzielles Problem, sondern um die Frage der Wiederberst llung des von Deutschen geschändeten Rechts. Dieise Frage müsste demzufolge entweder vom Justizministerium oder vom Auswärtigen Amt geregelt werden. Eiet nach der Feststellung der materiellen Schuld könnte das Finanzministerium um Stundung bitten, falte Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Dies ist aber jetzt durchaus nicht der Fall, da Millionen DM für Aufrüstungszwecke und imperialistische Ziele wie Hilfe an arabische Länder a liege geben werden. Wie lange dieser Zustand eigentlich noch anhalten soll, ist ungewiss. Von jüdischer Seite geechieht ausser den gelegentlichen Beteuerungen Dr. Goldmanns nichts. Das ermuntert natürlich die Reaktionäre in Bonn, die über die Schlussge. setze beschließen isollen, auch fürr.erhin nichts zu tun. Der Wiedergutmachungsausschuss deis Bundentages kämpft, aber auf schwierigem, wenn nicht auf verlorenem Posten, mit einem bewundernswerten Mut und mit Ausdauer. Mehr aber geschieht nicht. Die Fristen, die für Lastsnausgleich galten, wurden aufgehoben, weil die Mehrzahl der Anspruehsberechtigten ehemalige Nazis sind. Die Fristen, die man für die Entschädigungsgesetzc gesetzt hat, werden nicht verlängert. Als ob diese Rechte jemals verjähren könnten. JBei dem augenblicklichen Tempo kann man damit rechnen, dass auch in diesem Jahr das Entechädigungts-Schluss-Gesetz nicht erlassen wird, dass weitere Kürzungen und Streichungen vorgenommen und anstelle der Sachleistungen tröstende Worte kommen werden, weil es wieder einmal so weit ißt, dass es ,,anstelle von Butter Kanonen“ anstelle von Recht Ausflüchte und anstelle von Wiedergutmachung neues Unrecht gibt. Diese Verschleppungstaktik wird auf der ganzen Linie, bewusst — oder mitun ter vielleicht auch unbewusst — geübt. An- . träge liegen mehr als 6 und 8 Jahre, bis dann durch Anforderung sinnloser Dokumentationen der Versuch gemacht wird, den Antrag abzudrehen, oder, beoser ge sagt, abzuwürgen. Ein KZ-Häftling soll heute Zeugen beibringeu, dass er misshandelt worden ist. Derartige Anforderungen werden täglich gestellt. Wer hat ihm über seine Auspeitschung oder über die Prügel, die er empfing, eine Bescheinigung ausgestellt? Kann man auf solche und andere .Rückfragen1 anders reagieren, als die Haltung derjenigen, die wiedergutmacben sollen, als eine Herausforderung anztse. hen? Oder was soll man sagen^ wenn die Gerichte „wegen Ueberlastung“ Termine für 1965 ansetzen oder mitteilen, sie könnten noch nicht sagen, wann im Jahre 1965 der Termin stettfinden würde! Ict das nicht Verschleppung, auch wenn es wahr sein mag, dass die Gerichte überlastet sind. Dann soll man hierfür mehr Richter einsetzen. Oder aber man soll endlich dafür sorgen, dass die Vertrauensärzte der Botschaft nicht ihre Mission darin erblicken, die Anträge abzulehnen und dadurch die Geschädigten zu zwingen, den Klageweg zu beschreiten, auf dem sie häufig dann — wenn auch reichlich spät — ihr Recht finden. Wann wird mit diesen Misständen aufgeräumt? Es ist an der Zeit. Ahorre $ UNA PINTADA... ¡Y OLVIDESE!. diesem Gebiet, sowohl im Import, ate auch im Export, im Interesse aller Partner noch viel geschehen kann. Der Handel Israels war bisher sehr weitgehend auf die Länder Europas abgestellt, sowohl in der Einfuhr von dort, a's a^ch in der Ausfuhr nach dorthin. Die Schwierigkeiten. die nun bei Exporten nach den Ländern der Europäischen Wirtsehafts - Gemeinschaft (EWG) enstanden sind, haben Israel erkennen hassen, dass man die Handelsbasis des Landes verbreitern müsse, und man tot daher heute an einer Erschliessung neuer Märkte sehr interessiert. Eine Goodwill-Delegation. die im vorigen Jahr eine Reihe von güd- und mit_ telamerikanischen Ländern besuchte, konnte fesistellen, dass man auch dort interessiert ist. den Handel mit Israel auf einer gegenßeitigen Basis zu verbreitern und auszubauen. So konnte erneut ein grosserer Abschluss auf Lieferung von Kaffee nach Israel gegen hier produzierte Autos und besonders Jeeps und andere Modelle getätigt werden. Weitere entsprechende Abkommen sind in Vorbereitung. Man tot, wie sich zeigte, auch interessiert, mit Hilfe und durch Beteiligung israelischer Firmen industrielle Betriebe dort aufzuzieben. Gerade die Tatsache, dass es sich bei solchen Industrieobjekten nicht um Mammut - Unternehmungen LA SKMANA ISRAELITA 3ÜSRMANAKJO INLMfiPRNuUfcMTB S*. - PUEYfUUEDON ZAM. I* - T E. N-Hi 17. April 1964 5. lyar 5724 sondern um mittlere Betriebe handelt, von denen es in Israel so viele der verschiede».sten Arten gibt, ist für Südamerika von besonderem Interesse. Es zeigt sich eben auch dort, wie in Afrika und Asien, dar» man gerade an der Art und Weise der Entwicklung in Israel interessiert ist, weil diese Vorbilder häufig besser in den gegebenen Rahmen passen, und auch keine Besorgnis besteht, dass man sich dem übermächtigen Einfluss eines Dritten zu weit ausliefern werde. Israel hat sich mit seiner Tätigkeit auf dem Gebiet technischer Zusammenarbeit exie guten Namen zu machen gewusst. So wurden jetzt auch von den westlichen Mächten Israel Entwicklungsarbeiten auf der Insel Kreta übertragen, die von den betreffenden LTn. c’ern selbst finanziert werden. Der Generalsekretär der Histadrut, Aharon Becker, erklärte unlängst beim Abschluss eines Kursus des Instituts für Arbeit und Kooperation für lateinamerikanische Gewerkschaftler, an dem Vertreter von 7 lateinamerikanischen Staaten teilgenommen hatten dass auch die Gewerkschaften Israels dazu beitragen wollen, die Beziehungen zu Lateinam«- rika durch gegenseitige technische Hilfe auszubauen und zu lördern. Auch der Ausbau einer direkten Schiffslinie Haüa- Sndamerika durch die ZIM wird helfen, den Handel zwischen Israel und seinen Freunden in Süd- und Mittelamerika reger zu gestalten, denn noch immer folgte der Handel der Flagge. Die wachsende Einwanderungswelle aus Südamerika wird hier in Israel lebhaft begrüsst. Es handelt «ich dabei vielfach um Elemente. die in die israelische Wirtschaft gut einzuoröien sind und mit ihrem Wissen una Können schnell ihren Platz finden. Europa-Reisen MIT EURAIL-PASS Wählen Sie selbst Ihre Reiseroute in Express. Zügen mR Aussichtswagen. NEUESTE KURS. BUECHER und von uns ausgearbeitete leichtverständliche aktuellste FAHRPLAENE stehen zu Ihrer Verfügung. Viajes Globus Atsiua 1418 — Bs. Aires Tel. 38-5860/1447 und 37-2660 POOH PBANK08» 1 i r t V— su agente de viajes lo confirmará... & LINEAS AEREAS DE ISRAEL es la compañía aérea que ofrece al viajero sudamericana), 24 CONEXIONES SEMANALES CON ISRAEL el mismo dia de su vuelo o y de FnmfM» Casi CADA OIA, VUELOS ENTRE ISRAEL Y EE3UU: para incluir a Nueva York en su itineraria. “ Consulte a su agente de viajes; él te aconsejará sobre la arhplia gama de posibilidades de combinación que le ofrece el horario de EL AL para viajes triangulares^ i1 OFICINAtita SMDÄJCA: ¡7N ^arptirnrRöcrürRFii^ T£_m¡i7IW9^ BUENOS AIRES,

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