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Jüdische Wochenschau · 1964-04-10 · 2059 (10.4.1964) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2059 (10.4.1964)
Date
1964-04-10
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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o as p 3 _ 4 s r HÍ FRANQUEO PAGADO Concesión 908 rR i* a \J tm Qi < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Aäo XXV. BUENOS AIRES. VIERNES 10 DE ABRIL DE 1064 N». 2050 EL EJEMPLAR 1H . «• toda 1« Repábiics ,w* PUEYRREDON 2190 19 te«. T. E. 88 2612 Buen» Aires De Gaulle und die Levante General de Gaulle behält sieh vor. in einem späteren Zeitpunkt in Zypern als Vermittler zu intervenieren. Das ist der Sinn der Erklärun;{«n die Informationsmini- .ïter Peyrefitte unlängst abgab. Die französische Regierung stimmte den Versuchen zu die Zyprioten davon abzuhalten, sich gegenseitig zu erschlagen; sie glaube aber nicht, dass eine Lösung unter dem gegenwärtigen Status gefunden werden könne. Die Abkommen von Zürich und London er. scheinen de Gaulle als nicht tragfähig. Sie zu kritisieren ist nicht schwer, wenn man nur das Paragraphengestrüpp betrachtet und sich daran erinnert, unter welchen schwierigen Umständen die Verträge zustande, gebracht wurden, um dem Blutvergiessen auf Zypern ein Ende zu bereiten, dac am 1. April vor zehn Jahren durch die Terrorbewegung ausgelöst worden w-ar. j Wie ein französischer Lö- ' sungs - Vorschlag aussehen würde, erklärte Peyrefitte nicht; er versicherte aber, dass von Paris ..in den allernächsten Wochen“ keine Initiative ausgehen werde. ’ Frankreich will also zuerst das Ergebnis der Schlich tungsbemühungen der Vereinten Nationen abwarten, denen die offiziellen Stellen in Paris keine besonderen : Erfolgschancen einräumen. Durch die Betonung des französischen Interesses' an der Zypernfrage hält aber de Gaulle seinen Einfluss . im Nahen Osten lebendig, i den er durch seine Reise nach Griechenland und Premierminister Pompidous Visite in der Türkei zu fördern trachtete. KONTAKTE MIT KAIRO Steigendes Interesse zeigt Paris auch an den Vorgängen in der arabischen Welt, obwohl es nach wie vor enge freundschaftliche Beziehungen zu Israel unterhält. Kürzlich ist eine parlamentarische Delegation aus Aegypten zurückgekehrt, mit den üblichen Lobsprüchen über den Empfang, mit denen die Volksvertreter in Frankreich die Bedeutung ihrer Auslandsreisen he". vorzuheben pflegen. Vor einigen Wochen hielt sich der ägyptische Finanzminister Kaissouni in Pars auf, unmittelbar nachdem er von Washington eine Absage auf sein Gesuch um neue Kredite erhalten hatte. Die Antwort Abdel Nas. sers auf die Weigerung der Vereinigten Staaten, ihn im früheren Umfang zu unterstützen. /solange er seine Zusagen. die ägyptischen Truppen aus Jemen zurüekzuzie. hen, nicht hält, beantwortete der Diktator am Nil sogleich mit der Aufforderung an Libyen auf eine Liquidation der Militärabkommen mit Grossbritannien und Amerika zu drängen. Dass einer der wichtigsten ägyp. tischen Minister in Frankreich auftauchte, gehörte zu den gegenwärtigen Regeln des diplomatischen Spiels: Will man sich über Washington verschnupft zeigen, so geht man nach Paris; Ist man ernstlich verstimmt, so fährt man nach Moskau oder Peking. ZWISCHEN MOSKAU UND PEKING Die Sc höh weiter per iode im Verhältnis zwischen Paris und Moskau, die sich vor kurzem anbahnte, hat mit dem Empfang Podgornys durch Präsident de Gaulle einen ersten Höhepunkt erreicht. Eine Annahme der vier Jahre alten Einladung Krutschews an de Gaulle ist zwar noch nicht erfolgt; auch in diesem Fall bahält der französische Staa'.schef noch eine Trumpfkarte in der Hand. Nach der Einla. 1 düng Podgornys ins Elisée . hat Edgar Faure erklärt, I er sei nicht mit einer diplomatischen Mission beauftragt worden, und er werde! seine Reise nach der Sowjet-1; Union verschieben. Die At.! traktion einer Visite hat sich > also verringert. De Gaulle | muss es aber Spass berei- ■ ten zu beobachten, wie ■ Moskau und Peking gute 1 Miene machen, während er | seine Beziehungen zum anderen der streitenden kom-! munistischen Vettern ver. j bessert.! Die ursprünglich eingenommene Petition Frankreichs gegenüber Peking j war allerdings nicht zu hali ten; ein deutliches Abgleiten in der Richtung auf den von Mao Tse-tung gewünschten Standort ist festzustellen. Der Bruch mit Taipeh erwies sich als unvermeidlich. Dann legte Frankreich sein Veto gegen die von der Mehrheit der Mitgliedstaaten gutgehefesene Akkreditierung eines diplomatischen Vertreters Tschiang Kai-sheks bei der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ein. und schliesslich unterstützte es den Versuch. einen Repräsentanten Pekings in die Weltgesundheitsorganisation hineinzu, bringen. Damit war ein Präzedenzfall für andere Internationale Organisationen geschaffen, und schon taucht im Hintergrund das Problem der Zulassung der chinesischen Kommunisten zur Generalversammlung und zum Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf. Von amtlicher französischer Seite wurde schon angedeutet, dass Frankreichs Befürwortung einer Aufnahme der Volksrepublik China in die Vereinten Nationen iu der Natur der Dinge läge. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass es sich bei der Anpassung Frankreichs an Wünsche Pekings nicht um einen irreversiblen Vorgang handelt, sondern dass de Gaulle das Steuer wiederum schwenken kann, was er auch zweifellos tun würde, wenn er ihm nützlich erschiene. - $ î* , « ‘"pî „In stolzer Trauer um unseren Kameraden Heyde, dem ein böses Geschick den Mund auf ewig; schloss — em kräftiges: Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil! Abendzeitung (München! Unruhe im Schwarzen Afrika Ein Ueberlebender klagt an Frankfurt am Main. — Ein Ueberlebender aus dem Todeclager Auschwitz beschrieb als Zeuge. wi.° den ungarischer. Juden Postkarten mit vorgedrucktem Text ausgchändigt wurden, die sie unterschreiben mussten, bevor tnan sie in die Gaskammern trieb. Diese Karten, auf denen stand ..Wir sine hier gut eingetroffen'-, und die den Poststempel ..Waldsee“ trugen, wurden an ihre Verwandten abgesandt. Das Gericht, vor dem 22 ehemalige Angestellte aus Auschwitz abgeurteilt werden, vernahm den 70jährigen Maximilian Sternei aus Paderborn, der damals ein poli tischer Häftling war Sternei erzählte, dass die Nazis eich C.ese Idee mit den Postkarten ausgedacht hatten, um die Gerüchte über^das Schicksal der ungarischen Juden zum Schweigen zu bringen, die von der Existenz des Lagers Auschwitz und seinem Ausrottungsprogramm zu ihnen gedrungen waren. Der Zeuge, der im Jahre 1942 nach Auschwitz deportiert worden war, weil er antinazistische F’ugblätter verteilt hatte, berichtete, dass der Angeklagte Wilhelm Boger, aer die Lager-Abteilung fiir politische Verhöre leitete, als „Teufel von Birkenau“ bekannt war. Sternei beschrieb wie in Birkenau, das bekanntlich die Eisenbahnstation der Tode>3fabrik Auschwitz“ war, eine- Rebellion der im Krematorium beschäftigten Häftlinge ausbrach, denen es gelungen war, Handgranaten zu f: brizierer. Eines Tage* griffen sie die Wächter an und töteten mehrere SS-Leute. Aber sämtliche Rebellen wurden e-ßchcesen. Sternei sagt aus, dass Böget bei der t xekution zugegen war und einem der SS-Männer ein Mdsch.nengewehi aus der Hand riss und selbst auf die Unglücklichen eine Salve nach der anderen abfeuerte. (ITA' Streit zwischen den Parteien und in den Parteien, Druck der jungen Generation und der Gewerkschaften — diese Erscheinungen bestimmen in Nigeria und noch viel mehr in fast allen anderen, weit weniger im westlichen Sinne demokratisch regierten Staaten West- und Zentralafrikas das politische Bild. Etwa seit Jahresfrist mehren sich die Berichte über Umsturzversuche, Verschwörungen und auch geglückte Putsche. Es zeigt sich, dass mit der Erreichung der Unabhängigkeit das vordergründig bindende Element — dem Kampf gegen die Kolonialmacht — fortgefallen ist. | In fast allen unabhängigen Staaten Schwarzafrikaß ist die Auseinandersetzung um die Macht in vollem Gange. Die „erste Generation“ afrikanischer Politiker sieht sich unter ständigem Beschuss. Er kommt vorwiegend noch aus ihren eigenen Reihen — denn jeder strebt nach der Futtergrippe der Staatsführung. Aber er kommt in zunehmendem Masse auch aus den Gewerkschaften, den Armeen und von den jungen, auf westlichen Universitäten erzogenen und nun in grösserer Zahl heimkehrenden Leuten. Komplex wird das Bild durch die Auseinandersetzung zwischen den Stämmen, zwischen Traditionalisten und Reformern, besonders aber durch persönliche Eifersüchteleien und Rivalitäten. STAATSSTREICH r UKBERALL Die vergangenen Monate brachten einen Staatsstreich im Senegal, wo Staatspräsident Songhor seinen Ministerpräsidenten und einstigen Kampfgefährten Mamadou Dia entmachtete, eine gescheiterte Verschwörung liberianischer Offizier gegen Präsident Tubman, zwei Komplotte an der Elfenbeinküste gegen Präsident Houphouet-Boigny in den Reihen seiner eigenen Parteifreunde, Verhaftungen in Ober, volta, Putschversuche im Tschad, Regierungskrisen in Gabin, die überraschende Amtsübernahme de» Aussenminißters von Kamerun, die Ermordung des togolesischen Staatspräsidenten Sylvaa*3 Olympio durch meu. ternde Soldaten, die Macht-; ergreifung der von den Gej werkschaften unterstützten : Armee in Dahomey unter ■ Oberst Soglo, den Sturz des; Präsidenten von Kongo- : Brazzaville, Fulbert Youlou, | durch eine Aktionsgemeinschaft von Gewerkschaften; und Armee, eine ganze Kette von Krisen und Ver- I schwörungen in Kongo-Leo. poldville und schliesslich den unter Druck erzwungenen Rjjojrtritt des Ministerpräsidenten Burundi. In Nigeria Tst die Opposition der Action Group, angeblich einer Verschwörung schuldig, praktisch zerschlagen, in Ghana hat sich Kwame Nkruma gegen langwierigen Widerstand oppositioneller Gruppen trotz aller Attentatsversuche im Augenblick durchgesetzt. Auf den ersen Blick scheint sich dieser Teil des Kontinents in voller Gärung zu befinden. Tatsächlich aber ist es bisher im wesentlichen bei Konflikten an der Oberfläche, innerhalb der ei-! gentlichen Fiihrungsgruppe, geblieben. Ausländische Beobachter haben schon ab-! schätzig von Palastrevolu-! tionen gesprochen und sehen! sich darin bestärkt durch die , Tatsache, dass sich selbst nabh vollzogenem Regime- ) Wechsel äusserlich nicht viel geändert hat. Das Verhält- ' nis der betroffenen Staaten zur Umwelt wie gegenüber ihren eigenen Problemen ist unverändert geblieben. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass tiefere Umschichtungen in dem Ma. ' sse immer wahrscheinlicher; werden, in dem neue Kräfte ' auf dem Pian erscheinen 1 mit zum Teil durchaus eige-; nen, anders gearteten Vor.! Stellungen von Politik und Wirtschaftspolitik in Afrika, Zunächst aber hat sich er-1 wiesen, dass die in fast alj len Staaten amtierenden Einheitsparteien die parlaj ment arische Opposition ausgeschaltet haben, so dass ■ den ebenfalls zur Macht | strebenden Kräften nur der Weg über den gewaltsamen! Umsturz bleibt. j Eine Verschwörung gegen die herrschenden Machthaber lässt sieh im allgemeinen leicht begründen. Korruption und Unfähigkeit werden dabei, oft zu Recht, zuerst genannt. Weltanschauliche Differenzen sind (vorerst noch) an letzter Stelle anzuführen, oft auch sind sie — wenn es beispielsweise um die Auslegung so schillernder Begriffe wie des „afrikanischen Sozialismus“ oder die vergebliche Unterstützung eines wirtschaftlichen „Neokolonialismus“ durch die Regierenden geht — einfach vorgegeben, um näherliegende Ziele zu verdecken. Eine gewichtige Rolle spielen Stammesgegensätze. Die jungen Länder sind zwar mit den Attributen von Staaten ausgestattet, jedoch noch keine Nationen geworden. DREI GRUPPEN Ueber diese Momente hinaus aber verdienen fiir die Zukunft drei Gruppen stärkste Beachtung: die Gewerkschaften. die Armeen, die junge Generation. Die „gloi. re“ der Unabhängigkeitskämpfer und ersten Machthaber ist angesichts der zutage getretenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten erheblich abgebröckelt. Die jungen Studenten, die aus dem Ausland zuriiekkehren, verlangen sofort ihren Teil an der Macht. Die Tatsache, 1 dass die oft überstürzte Afrikanisierung der Kader i nach der Unabhängigkeit j vielfach unfähige Leute in Spitzenstellungen gebracht j hat. verleiht ihren Forde- J rungen Nachdruck. Zugleich' ist die Zahl von Führungs- Posten aifgesiehts einer tbei aller zahlenmässigen Bescheidenheit) grösser werdende« Bildungselite sehr gering. Die Beeinflussung der Jungen durch politische Kräfte im Ausland, vorwie. gend im Sinne stärkerer sozialistischer Tendenzen, spielt ebenfalls mit hinein. Aehnlich verhält es sieh mit den Gewerkschaften, Sie, die in der Zeit der Uoabliängigkeits- Bestrebungen meistens die entscheidenden Sammelbecken der nationalen Elite waren, sind durch die zunehmende Beeinflussung von aussen zu stärkerer weltanschaulicher Stellungnahme getrieben worden. Als Zünglein an der Waage schliesslich haben sich vielfach dii nach Mannschaftszahlen geringen Armeen erwiesen, in denen nach europäischem Reglement erzogene, nach der Unabhängigkeit schnell aufgeriiekte Offiziere oft andere Vorstellungen von Einheit und staatlicher Sauber, keit, aber auch der Machtausübung haben als die Regierenden. Die Freiheit hat Afrika eine Periode grösster Unruhe gebracht. Noch besteht die Opposition aus ei. ner Sammlung sehr heterogener Kräfte. Ihr Erstarken wie die geschickte Taktik der Regierenden wird auf das politische Schicksal des Kontinents vielleicht mehr Einfluss ausüben als der grosse Ost-West-Gegensatz. (Aus FAZ> Denkmal fiir di« Ermordeten Wien. — In der slowakischen Hauptstadt Pressburg ist ein Denkmal für die 10-000 ermordeteten jüdischen Ein. wohner der Stadt emhiillt worden. Der Feierstunde wohnten auch Vertreter der tschechoslowakischen Regierung bei. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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