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Jüdische Wochenschau · 1964-02-21 · 2052 (21.2.1964) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
25 (1964)
Issue
2052 (21.2.1964)
Date
1964-02-21
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 21 de Febrero ¿e 1964 LA SEMANA ISRAELITA AAo XXV. — No. 2SK — 4 Appell an Nikita Krutschew London. — Ein gemeinsamer Appell, den russischen Juden „volle kulturelle und religiöse Freiheit sowie die Rechte der anderen nationalen Gruppen zu gewähren“, wurde von verschiedenen weltberühmten Persönlichkeiten'an die sowjetische Regierung gerichtet. Dieser Aufruf, der, wie jetzt enthüllt wurde, im vergangenen Dezember Nikita Krutschew übergeben worden ist, trägt die Unterschriften des englischen Philosophen Bertrand Rüssel, der Königin Elisabeth von Belgien, de.s Atomphysikers Max Born, des israelischen Philosophen Martin Buber, der Katholiken Ricardo Lombari und Francois Mau. riac, von Otto Nathan, Lord Boyd, des dopelten Nobelreisträgers Prof. Linus Pau- ' ling, von Dr. Albert Schweit. zer und de.s Professors Guisee Ungaretti. In dem Appell heisst ee: „Wir sprechen als Freunde, ddeh als Freunde, deren Freundschaft Aufrichtigkeit erheischt. Obwohl wir die Besserung kennen und schätzen, die sich in der Lage djer Juden in der Sowjetunion dpreh die Abschaffung der gesetzlichen Beschränkungen aus Tagen der Zarenherrschaft vollzogen hat, so sind wir doch zutiefst über die offensichtlichen Schwierigkeiten besorgt, denen die Juden a!« Nationalität in der Sowjetunion unterliegen.“ Mit dem Hinweis, dass die Juden im Laufe der Geschichte Europas zu allen (Zeiten ständig verfolgt wor. den sind, wird hervorgehoben, dass „der Höhepunkt dieser Greuel die Massenausrottung der Juden in unseren Zeiten gewesen ist, eines der furchtbarsten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte, der die tragische Trennung der Familien der Ueberlebenden während der chaotischen Zustände folgte, die nach Beendigung des Weltkrieges herrschten. Wenn jemalts ein Volk nach grausamen Verfolgungen Ani recht auf Verständnis und gütige Behandlung verdient , hat. so sind e,3 die Juden in : Europa. — Aus diesem! Grunde hoffen wir von gan-; zem Herzen, dass es den Juden gestattet wird, ihre Kultur voll zu entfalten, eich uneingeschränkt religiöser Freiheit zu erfreuen und die Rechte einer nationalen Gruppe sowohl in der Praxiß wie auch durch das Gesetz zu geniessen, und dass diejenigen von ihnen, die durch Jahre hindurch von ihren nächsten Angehörigen, welche eich seither in Israel oder anderen Ländern niedergelassen haben, getrennt waren, die Erlaubnis erhalten, sich endlich mit ihren Verwandten zu vereinigen.“ An anderer Stelle heisst es: „Obwohl viele von uns nicht religiös sind, so glauben wir doch, daes ee den Juden in der Sowjetunion i gestattet sein sollte, nach; den Geboten ihrer Religion ] zu leben, so wie diese Frei- ' heit Nationalitäten anderer religiöser Bekenntnisse zu. gestanden wird.“ In dem Appell kommt die Becorgnis zum Arßdruck, dass „der Prozess der Wiederherstellung des jüdischen kulturellen Leben$ ein langsamer war. Die Zeitungen und Theater viel kleinerer Gruppen sind zahlreicher.Die Schließung der Synagogen und der Mangel an Möglichkeiten der religiösen Betätigung haben die Juden an der Ausübung ihres Glaubens behindert. Wir sind zutiefst besorgt, weil in der Presse zahlreicher Sowjetrepubliken Artikel publiziert werden, in denen eich die feindselige Einstellung zu den Juden widerspiegelt und Worte wie Blutsauger, Parasiten, dreckiges Geschmeiss gebraucht werden und Karikaturen von Juden erscheinen. Die Unterzeichner heben hervor, sie könnten verstehen, dass Krutschew gegen die Wirtschaftsverbrechen einschreiten müse, doch, so betonen sie, „wir glauben, dass die Todesstrafe für dieser Verbrechen angeklagte Bürger der Sowjetunion schadet und jenen, die der USSR feindlich gesinnt sind, eine Handhabe liefert, um schlecht von ihr zu sprechen. Wie betrachten die Tatsache als höchst bedenklich, dasis 60 Prozent derer, an denen die Todesstrafe vollstreckt wird, Juden sind. W’ir sind ferner über die Gefängnisstrafen beunruhigt, die gegen Menschen ausgesprochen werden, welche ungtGüuertes Brot heretellen“. „Während der letzten Lebensjahre Stalins“, so heisst es weiter, -„sahen sich die sowjetischen Juden ihrer nationalen Kultur und der Mit. tel. diese außzudrücken. völlig beraubt. Ihre geistigen Führer wurden eingekerkert und hingerichtet, was durch ungesetzliche Praktiken geschah, welche seither! verurteilt worden ylnd. Wir j hoffen von ganzem Herzen, | dass keine Massnahmen ge. j troffen werden, die uns glau-! ben machen könnten, dass I die Juden im Widerspruch | zum Gesetz eine ungerechte! Behandlung erfahren, und i dass jene, die die sowjeti-! sehen Gesetze zum Schutz Deutsche Opposition Bonn. — Ar« jüdischen i Kreisen verlautete, dass! vonseiten 'der deutschen Regierung gegen die Entschä- 1 digung von ungarischen und polnischen Juden Widerstand : zu verzeichnen Ict. Die Op.! Position wendet eich gegen 1 den Vorschlag, einen Fonds von 150 Millionen Dollar für I Wiedergutmachungs - Zah- I lungen an rund 75.000 bis : 100.000 polnische und ungai rische Juden zu schaffen. Die Vorschläge, die zur erstj maligen D'ekiesion im Bun-; destag gelangten, werden von einer parlamentarischen Kommission geprüft. Ein! Entscheid ist vor dem Monat April nicht zu erwarten. Das ist Isra el der Wirtschaft brechen, statt zum Tode verurteilt zu werden, ihre gerechte Strafe ohne ungebührliche Strenge erhalten. Wir können nicht inständig genug um Verständnis für die Schwierig, keit bitten, auf die jene Menschen im Westen stossen, die dafür eintreten, da«3s die Spannungen gelokkert, die friedliche Koexi- : stenz gefördert und dem | Kalten Krieg ein Ende beseitet werde. Diese Ziele werden von der Reaktion gestört. die den Kalten Krieg wünscht und uns, die wir den Frieden und die guten Beziehungen erstreben, die Arbeit erschwert.“ Hatten die Unterzeichner dieser Erklärung eingangs ihre freundschaftlichen Gefühle für die Sowjetunion betont, so geben eie am Schluss der Hoffnung Ausdruck, dass „kein Sowjetbürger es uns verübeln möge, wenn wir offene Worte sprechen, und aus diesen nicht schließen solle, dass wir der Sowjetunion schaden oder' mit jenen Zusammenarbeiten wollen, die den Kalten Krieg schüren“, son-! dern dass der Geist, in dem i dieser Aufruf ergeht, „nichts i a’ts Besorgn',3 und keine Verdammung“ beinhaltet. — 1 (ITA) Zum Ableben von Dr. Alfred Wiener T H F. M E D i T r. RANEjS.EA rOLEM |7^I0M>V f t fßj* 0 ALTE LANDKARTE DES HEiLtOKK LANDES (1576) i CATECAS. A.; J .! ¡5 Directorio 5555 Btieiios Aire» j T. E. 68.1W7/18 y 1264 \ t SLAV AM) AR | ei calzado legítimo de espuma de goma; Bei Ihren Reisen überall hin IST IHNEN BEHILFLICH BETTI DRESEL CONSULICH PASAJES Y TURISMO SRL Avda. Córdoba 379 32-8461-65 Bitte um vorherige Anmeldung 54.3175 HOTEL LAGO TO3 Inhaber: Leo Kahn RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Auskunft in Buenos Aires: 70-2360 v. 8—10 Uhr JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-I148 BLANCO ENCALADA 1646 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Avda. CONSTITUYENTES 4902 (Ecke Monroe) T. E. 51 - 2205 * & i Am 4. Februar verschied | zu London im 79. Lebensjahr j ein Mann, » der jahrzehnte- | lang eine sehr wichtige Rol- | le im jüdischen Leben I Deutschlands ausgeübt hatte | und nach der Emigration seine Lebensarbeit durch ein großartiges Werk zu krö. j nen wusste: Dr. Alfred Wiei ner. langjähriger Genera’ße- | kretär des „CentralVereins j deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“. Alfred Wiener, am 11. März 1885 zu Potsdam ge. boren, aber in der Provinz Posen aufgewachsen, hatte in Berlin Orientalistik etudiert und sich viel mit der Geschichte der arabischen Literatur befasst. Studium und erste Orientrelßen in jungen Jahren brachten ihn in Verbindung mit Dr. Paul Nathan, dem Mitbegründer und Generalsekretär des „Hilfsverein« der deutschen Juden“, dessen Privatsekretär Wiener vor 1914 durch einige Jahre gewesen ist. Dieee Beziehung führte da. zu, dass der junge Wiener tieferes Verständnis für die damalige Palästinaentwicklung empfing, die einen gewissen Höhepunkt in dem seinerzeit vom „Hilfsverein" mitgeschaffenen „Technikum“ zu Haifa fand. Wie. nero Interesse an Erez Israel war erwacht, und er, der ganz bewusst auf dem Boden der Centralverelns- Ideologie stand, fühlte sich der zionistischen Bewegung keineswegs weniger verbunden. Wiederholte Reisen nach Palästina, wenn er auch mit kritischen Einwendungen zurüekkam, bestärkten ihn in seiner volljüdischen Hai. tung. die keinen- Widerspruch duldete. Alfred Wiener blieb an leitender Stelle im „C.V.“ tätig auch noch, als diese Vereinigung, nach 1920 etwa, mehr und mehr eine Kampforganiisation gegen die zionistische Bewegung geworden war. Sein jüdisches Weltbild war ein so einheitliches, dass seine Aktivität hierunter nicht zu leiden hatte. Das Schicksal hat Alfred Wiener, der ein religiöser Jude blie'b, Furchtbare^ erdulden lassen: Gatt.'n und Kinder gerieten in Holland! in die Hände der Nazihä- | scher und wurden nach Ber- | gen.Belsen deportiert; doch : sie überlebten die Hölle je- | nes Lagers. Frau Wiener j starb allerdings nach ihrer j Befreiung auf der Reise zum ] Gatten in die Schweiz, wo | dieser sofort nach 1933 den j Kampf gegen den Feind aufgenommen hatte. Und die- , ser Kampf wurde für Alfred \ Wiener durch drei Jahrzehnj te zum neuen Lebensinhalt. Er begründete das als „Wiener Library“ bekannte Institut, das eine ungeheuer j wichtige Aufklärungsarbeit über Nazis und Nazismus leistete und weiter vollbringt, eine Informationsstätte erster Ordnung darstellt,- eine Sammelstelle für Dokumentarisches, für Abwehrschriften und alle hiermit in Verbindung-stehende Litera, tur, kurz, eine der bedeutungsvollsten Quellen zur Erforschung der von den Naz:s und ihren Anhängern verbreiteten Lüg;n und Verleumdungen über Juden und Judentum. Heute gilt diese Stätte als einzigartig, weil sie uner. setzlich geworden ist für jede jüdische und allgemein menschliche Aufklärungsarbeit über die von ür.seren Feinden angewandten Mittel und Methoden, die zur Vernichtung von Millionen unserer Brüder geführt haben. Bei seinem offiziellen Staatsbesuch in Ldhdon ini Jahre 1958 hatte der damalige westdeutsche Bundespräsi. dent, Prof. Heuss s. A„ der „Wiener Library“ einen Besuch abgestattet und dieses grossartige Werk sehr gelobt, das länget von den englischen Behörden als gemeinnütziges Unternehmen mit erzieherischem Charakter anerkannt worden ist. Dr. Alfred Wiener, Jude, Europäer, Menschenfreund, wird von denen, die ihn kannten, nicht vergessen werden. Die Juden unseres Sprachkreieese im besonderen haben die Pflicht, das Andenken dieses stolzen Juden immer in Ehren zu haL len. CURT W1LK ALFRED0 STERN MALERARBEITEN ALLER ART Depariamentos — Büros — Haeussr — Fabriken Unverbindliche Kost*» Voranschläge für jede Arbeit T.E. 76-7281 y 76-8088 Virrey d«E Pin» 2639 'DEPOSITO: V. de la Plaza 1779 BEVORSTEHENDER ABLAUF DER ANMELDEFRIST AM 28, FEBRUAR DIESES JAHRES für die SCHWEIZER KONTEN Safes, Guthaben usw. von Personen, die durch Krieg oder Verfolgung ums Leben kamen, deren Kontonummer nicht bekannt und für die Bevollmaechtigte nicht vorhanden sind. Nach neuem schweizerischen Gesetz ist Sonder- Regelung vorgesehen. Erben oder sonstige (vermeintliche) Berechtigte müssen sich jetzt melden. Die SOFORTIGE Mitteilung der genauen Personalien des oder der umgekommenen Personen wie ihrer Erben sind unbedingt erforderlich, damit die Frist gewahrt wird. — Büro Dr. Hardi Swarsensky PUEYRREDON 2190, 1. Stock links (Dienstag, Mittwoch, Freitag von 16 bis 18 Uhr) Telefonisch werden keine Auskünfte erteilt. Anrufe zwecklos.

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