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Jüdische Wochenschau · 1963-09-17 · 2030 (17.9.1963) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2030 (17.9.1963)
Date
1963-09-17
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Martes, 17 de Septiembre de 1963 LA SEMANA ISRAELITA Alio XXIV. — No. 203« — 7 Die Ungefähr 50 Prozent der arabischen Mindertet in Israel besteht aus Jugendlichen unter 20 Jahren, die ihre Erziehung in Israel er hielten und erhalten. Und trotzdem, wann immer ven anti-israelischer Stellung der israelischen Arabor die Rede ist, handelt es sich meistere um Leute, die höchstens 30 Jahre sind. Was sind die Ursachen? Bis vor einigen Jahren war die arabische Familie die gesellschaftliche Zelle, in der ein jeder seinen Platz, fand. Alle Angehörigen lebten in ihrer Familie und arbeiteten nur für sie. Die Familie bildete die Zelle des arabischen Dorfes, das vielleicht von früheren No madenstämmen gegründet worden war. Der Buden wurde nicht an einzelne, sondern an die Familien als solche verteilt. Aehnlich wie das Stammesoberhaupt bei den Nomadenstämmen, war der Familienälteste im arabischen Dorf die höchste Autorität in allen finanziellen und sozialen Angelegenheiten. Er bestimmte, wer von den Söhr.en auf Aussenarbeit gehen, und wer da*i eigene Grundstück bearbeiten solle. Er erhielt die Eir.nah men der Familienmüglieder; er verteilte unter Umständen „Taschengeld“ an die arbeitenden Männer des Hauses; die Kinder und Kindeskinder führten zusammen mit dem Familienvater ihren Haushalt. Sie wohnten im selben Haus oder in der Nachbarschaft. Der Familienvater hatte zu bestim men, weiche Frau einer der Söhne de« Hauses heiraten solle, und setzte den Kaufpreis für die heiratsfähigen Mädchen fest. Der Erlös einer heiratsfähigen Tochter ging selbstverständlich an den Familienvater. Dass er ein etwas leichteres und angenehmerem Leben als die anderen Mitglieder seiner Familie führte, stand ausserhalb jeder Diskussion, da seine Autorität von jedermann anerkannt wurde Bei der Staatsgründung stützte sich die neue israelische Regierung aus dieeem Grund auf die Familienhäupte der Araber. Wie weit das ging, erhellt z. B. aus folgendem: wenn diese Aeltesten vor den Wahlen einen Vertrag mit einer Partei abschlossen, kennten sie ge nau wissen, wieviel Wähler sie der Partei bieten konnten, und nach der Zählung der Stimmen stellte eich dann auch stets heraus, dass sie sich nicht im mindesten geirrt hatten. Niemandem ven den Angehörigen wäre es eingefallen, sich der Anweisung de> Patriarchen zu widerse’zen, dieme und keine andere Partei zu wählen. Die Familienoberhäupter sahen im neuen israelischen Staat einen „gewöhnlichen Regierungswechsel“. Erst waren es die Türken, dann waren es die Engländer und nun sind es die Juden. Jede Regierung brachte einige Unannehmlichkeiten, wie Steuern usw. mit sich, doch im allgemeinen waren die Juden noch die angenehmsten. Sie brachten Trakto ren und Aerzte in das arabische Dorf, ohne sich in die internen Angelegenheiten einzumischen. Gegen die Militärverwaltung waren die Häupter der arabischen Familien prinzipiell durchaus nicht. Denn, obwohl dies System dem arabischen Nationab-tolz entgegenstand, half es, das patriarchalische Verhältnis zu wahren. Doch mit der Staatsgründung änderte sich die geeellschaftliche und wirtschaftliche Struktur der arabischen Gesellschaft. Ihr-a dominierende Kraft, eben jene Familienoberhäupter, wurde mehr und mehr vervon SCHRAGA HAR-GIL drängt. Die arabische Ju- | gend lernte von ihren jüdischen Nachbarn. Sie erhielt eine verhälnismässig moderne Erziehung, und da es im arabischen Sektor selbst nicht genug Arbeitsmögüchkeiten gab, suchte und fand sie vielfach ihren Broterwerb im jüdischen Sektor. Wann immer sich Israelis weigerten, eine bestimmte Arbeit anzunehmen, etwa weil sie ihren zu schwer war, waren die Araber weniger wählerisch. Nehmen wir beispielshalber die Stadt Tel Aviv: In Tel Aviv und Umgebung sind etwa 20.000 arabische Arbeiter beschäftigt. Sieeind gesuchte Bauarbeiter, arbeiten in Tischlereien, in den grossen Restaurants, sind als Gärtner beschäftigt, waschen Autos, reparieren Autopannen, und viele Arbeitgeber behaupten, dass eie die fleissigsten von allen seien. Auch die private Landwirtschaft in der Nähe Tel Avivs beschäftigt fast ausschliesslich arabiech-e Arbeiter. Bei ihnen handelt es sich meistens um junge, unverheiratete oder jung verheiratete Männer. Meistens erhalten sie denselben Arbeitslohn wie die Juden. vTele von ihnen verdienen als erstklassige Bauarbeiter bis zu 40 IL pro Tag, und bei Akkordarbeiten brachten es einige von ihnen sogar auf 100 IL pro Tag. Doch in ihrer Freizeit blieben sie ausserhalb des gesellschaftlichen Rahmens ihrer jüdischen Arbeitskollegen. Gerade in den Vierteln der orientalischen Juden, denen die Araber verhältnismässig doch am nächsten stehen — kommen sie doch beide aus demselben Kulturkreis und sprechen dieselbe Sprache —, geling es den Arabern nicht, von ihrer jüdischen Umwelt aufgeuommen zu werden. Die Unterdrückung, unter der die arabischen Juden generationenlang litten, war nicht vergessen. Nun konnten eie Gleiches mit Gleichem vergelten. Doch auch im Norden Tel Avivs, in dem sich hauptsächlich die europäischen Juden konzentrierten, konnte die arabische Jugend keinen Kontakt finden. Die europäischen Juden waren vielleicht bereit, Menschen mit gleichem kulturellem und gesellschaftlichem Niveau zu akzeptieren. Da beides nicht zutraf, verhielten auch sie eich ablehrend. Und so sind diese arabischen Jugendlichen sich selbst überlassen. Verbitterung ist die unausbleibliche Folge. Zugleich wurde ihr Kontakt mit den patriarchalisch gesinnten Familien durch ihren materiellen Erfolg und den Einfluss der Umgebung gelockert. Der arabisclie Arbeiter, der viel Geld verdient, kommt alle ein bis zwei Wochen in sein Dorf zurück. Oft hat er mehr Geld zur Verfügung als das Familienoberhaupt, so ist er finanziell von seiner Familie völlig unabhängig. Er verdi nt selber genug, um sich nach einigen Drei Monate Gefaengnis Düsseldorf. — Der 48jäärige Walter W. wurde vom Düsseldorfer Amtsgericht wegen öffentlicher Beleidigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung unter Zubilligung des Paragraphen 51.2 wegen Trun kenheit zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte im August vergangenen Jahres in einer Gastwirtschaft zwei andere Gäste, die er für Juden hielt, mit antisemitischen Aeusserungen beschimpft und einen von ihnen sogar getreten. (AWZ) Jahren eine Frau nach seinem Geschmack zu kaufen; er kann sich ein Ilaus aus eigenen Mitteln bauen. Nur noch Sentimentalität bindet ihn an das Familienoberhaupt. Deshalb also wurde der Einfluss dieser Patriarchen immer geringer. Heute kann keiner von ihnen seinen Sühnen mehr vorschreibcn, welche Partei sie wählen sollen. Sie wählen, wen sie wollen. Obwohl die alte GeseFnchaftsform in ziemlich kurzer Zeit ihr Fundament verloren hat, entstand kein neues, und die arabische Jugend fühlt sich entsprechend diskrimii-iert. Sie und nicht die Familienväter empfinden die Gesetze der Militärverwaltung jetzt als ungerechte Zurücksetzung und Beleidigung. Die Israelischen Parteien erinnern sich der Araber meisten« erst kurz vor den Wahlen. Araber sind ln diesen Parteien zweitrangige Mitglieder. Nur die Kommunistische Partei gab ihren arabischen Mitgliedern nicht nur nominelle, sondern wirkliche Gleichberechtigung und ermöglichte es ihren, auch führende Stellungen einzunehmen. Das ist einer der Gründe, weshalb arabi- I sehe Jugendliche diese Parj tei den anderen vorzieben. TEL AVIV: Ui\ser Bild zeigt ein neues und modernes Wohnviertel in der Naehe Tel Avivs. s ' 9? '' 7? v? " Coca-Cola refresca mejor m BIEN HELADA V La misma e inimitable calidad, eil tres tamaños diferentes. CHICO MEDIANO FAMILIAR

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