Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2029 (13.9.1963)
- Date
- 1963-09-13
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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as o O £ 4/ t 2 S FRANQUEO PAGADO Concesión 908 2 c tí W V b TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 AÑO XXIV BUENOS AIRES. VIERNES, 13 DE SEPTIEMBRE DE 1963 No. 2029 EL EJEMPLAR Ifl en toda la República PUEVRREDON 2190 19 ízq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Nasser fürchtet Russland Aegyptens Gamal Abdel I Nasser hatte kaum vom Zustandekommen des Testbann-Vertrages in Moskau gehört, als er schon seine ' Bereitschaft erklärte, den Vertrag im Namen der Vereinigten (im Augenblick soll- ' te er> besser heissen: der Au6einandergefallenen) Arai bischen Republik zu unterzeichnen. Israel folgte einige , Tage später, da in einer,! nicht von einem einzelnen Mann regierten Demokratie , erst das Kabinett nach ent-; sprechender Prüfung eine Entscheidung treffen kann, i (Israels Ausseuminister. Gol-; da Meir. befragt, wieso Israel erst nach Nasser seine , Bereitschaft zur Unterzeich-; nung erklärt habe, erwiderte: „Ich wünschte, Aegypten | wäre noch in anderen Dingen Erster — zum Beispiel in dem Wunsch nach einem Abrüstungs-Abkommen mit Israel.“) i Israe’c wie Aegyptens Un terzeichnung eines Testbann- Vertrages ist, noch auf lange Jahre hinaus, eine rein theorelische Geste, da keines der beiden Länder in der; näheren Zukunft über Atom- Waffen verfügen wird. Dagegen bedeutet jede Art von Entspannung im Ost-West- Konflikt einen wichtigen , Faktor inbezug» auf eine i mögliche Entspannung im Mittleren Osten und eine i schlies.sliche Verständigung zwischen Israel und den Arabern. Nassers Geste kommt kurz nach einer höchst kr:?gerischen Feier des ägyptischen Unabhängigkeitstages mit einer Zurschaustellung mod.errn'.er Instrumente der Kriegsführung — kurz nach d?m se’ne Truppen durch Giftgas oder Napalbomben (der Unterschied ist nicht gross) harmlose jemenitische Dorfbewohner in grauenhalter Weise verstümmelt und vernichtet haben — kurz nach einer, vom Informations-Bulletin Kairo veröffentlichten ägyptischen Regierurigs - Erklärmg, der neue, von deutelten Wissenschaftlern in Aegypten konstruierte Raketentyp sei ,.für die Zerstörung des besetzten Palästina bestimmt“ — und kurz nachdem Nasser in seitum Balance - Akt zwischen Ost und Weist wieder einmal eitle entschiedene; Wendung in Richtung Sowjet russland gemacht hat oder, wie man es vielleicht ausdrücken sollte, macnen - musste. | von FREDERICK R. LACHMANN Was die Waffen-Parade am ägyptischen Unabhängigkeitstage anlangt, eo wurden neue Raketen und Flugzeuge gezeigt, angeblich in Aegypten gebaut, und ein neues (das zwölfte) Unterseeboot angekündigt, das ebenfalls angeblich in Aegypten hergestellt ist. Gegenüber all diesen Angaben ist grösste Vorsicht am Platze: erstens, weil die in Aegypten „hergestellten“ Waffen fast ausnahmslos aus, aus dem Ausland eini Drängen der deutschen Re- | gierung zurückzog, und der i durch Wolfgang Pilz und! Paul Görcke ersetzte wurde. Diese beiden Männer sind Raketen-Spezialiisten, die seii nerzent an der Nazi-Station ' in Penemtinde tätig gevve- , sen sind. j In diesem Zusammenhang ist es interessant, drei Briefe zu lesen, die einer der . deutschen Forscher, Dr. , Hans Kleinwächter, an Bun-! deskanzler Adenauer, den kommenden Bundeskanzler Tadel für Transjordanien Jerusalem. — Die gemischte transjord&uisch-israelische Waffenstillstands - Kommission verurteilte Transjordanien ,.in den stärksten Ausdrücken“ für den kürzlichen Zwischenfall, bei dem ein israelischer Arbeiter den Tod fand, als die Transjordanier Schüsse auf einen Lastwagen abgaben. auf dem Arbeiter nach der Kolonie Ora befördert wurden. Die Kommission bezeichnete das Feuer als „flagrante Verletzung“ dm Waffenstillstandes und forderte Transjordanfen auf, „geeignete Massnahmen“ zu treffen, damit seine Wiederholung verhindert werde. Die Kommission tadelte auch Israel, weil es, wahrscheinlich nachdem die Schüsse der Transjordanier gefallen waren, das Feuer über die Grenzlinie erwi dert hatte. (ITA) geführten Teilen bestehen, und zweitens, weil zum Beispiel beim vorjährigen Unabhängigkeitstage ein neuartiges Jet-Flugzeug ate „das erste arabische Flugzeug“ bejub?lt wurde, an dem das einzige „arabische“ die unter den Flügeln aufgemaltcn arabischen Hoheitszeichen waren. Im übrigen handelj Erhard und — an Präsident ' Kennedy geschrieben hat. In! den Briefen, deren Inhalt zu! den indessen allgemein bekannt gewordenen Tatsa-; chen in erheblichem Widerspruch steht, macht sich Dr. Klein Wächter in einer Weise zum Sprecher der arabischen anti Israel Argumente, die beweist, dass er nicht : BLICK IN DIE WELT von HAROLD SCHWARCZ Die Unsicherheit in einigen lateinamerikanischen Republiken hält an. In Kolumbien kam es erneut zu Zwischenfällen und Verhaftungen; in Venezuela nahmen die terroristischen Anschläge schwerere Formen an; der dominikanische Präsident sah sich zu Kabinettsveränderungen veranlasst; der Präsident von Haiti droht mit dem Austritt aus der Organisation der Amerikanischen Staaten und in Kuba traten die Küstenbatterien erneut in Aktion... — Der Nachfolger Adenauers, der bisherige Wirtschaftsmnister Prof. Dr. Ludwig Erhard, bereitet das neue Kabinett vor. das nach Adenauers Rücktritt die Regierung Westdeutschlands bilden wird. — Papst Paul VI. trat für eine stärkere Einigung Europas ein. Die Kirchen in Alabama forderten alle ihre Angehörigen auf, die Anweisungen der Regierungen zu beachten und keine Opposition gegen die Massnahmen zur Einordnung der Schwarzen zu ergreifen. — Gouverneur George C. Wallace setzte in Birmingham (Staat Alabama, USA) Truppen ein, um Negerkinder daran zu hindern, in sogenannte „weisse Schulen“ zu gehen. — In Hannover begann ein Prozess gegen zwei frühere Gestapo-Offiziere, denen die Beteiligung an der Ermordung tausender Juden vorgeworfen wird. — Der algerische Diktator Ben Bella beteuerte, dass gegen politische Gegner in keinem Fall die Todesstrafe verhängt werden würde. — Der Chef der portugiesischen Rebellen, Amilcar Cabral, gab eine scharfe Erklärung ab, in welcher er Rache denen schwört, die sich gegen die Unabhängigkeit der bisherigen portugiesischen Besitzungen in Afrika wen- . den würden. — Aus Vietnam werden furchtbare Racheakte und Greueltaten gemeldet, die von den feindlichen Parteien begangen worden sind. Ein Mahnruf des Papstes zur Verständigung wurde bisher überhört. — Der Präsident Frankreichs, Charles de Gaulle, erklärte einmal mehr, dass er sich durch keine Proteste und Erklärungen von der bisherigen Linie seiner Atom- Politik abbringen lassen werde. — Gegen den beabsichtigten Besuch des jugoslawischen Präsidenten Tito in Brasilien wurden heftige Proteste laut. — Rotchina protestierte offiziell vor der sowjetischen Regierung wegen verschiedener Demonstrationen vor der chinesischen Botschaft in Moskau. — te es sich um ein in Spanien! nur den Aegyptern etwas hergestelltes Flugzeug, das; beigebracht, sondern auch von dort nach Aegypten hin- | viel von ihnen geiej nt hat. übergeflogen worden war, und das nach einer Lizenz des deuVchen Flugzeugkonstrukteurs Willy Messerschmidt gebaut worden war, der dieselbe Lizenz auch an Aegypten verkauft hat. Was die Raketen anlangt, so hat Nasser einmal behauptet, Israel habe ihn durch Abschieden einer Wetterrakete in die Raketen-Foschung hine'ngezwungen. Diese Behauptung, wie so viele andere, entsprich* nicht den Tatsachen: Israels Wetterrakete wurde im Frühjahr 1961 abgeschossen — Nassen; Raketen-Programm dagegen hatte bereits 1960 begonnen, als er den deutschen Professor Eugen Sänger anstellte, der sich später auf NORDAFRIKANER GEGEN ISRAEL Paris. — Die Beziehungen zwischen Israel und den drei grossen nordafrikanischen Staaten, Tunis, Marok, ko und Algerien, haben sich in letzter Zeit erheblich verschlechtert, wie die Zeitung „Le Monde“ behauptet. Nie zuvor habe der tunesische Präsident Bourguiba den Kampf gegen Israel als „die wichtigste und vordringlichste Aufgabe aller Araber“ Dezeichnet, wie er dies kürzlich getan hat. Nach einer Analyse der ausgesprochen antimraenschen Haltuig Marokkos bei den Debatten im Sicherheitsrat über den syrisch-israelischen Konflikt gelangt „Le Monde“ zu der Feststelling, dass trotz allem Algerien a-i; der „schärfste Gegner Israels“ angesehen werden müsse. Die Zeitung weist auf die Bemühungen des Regimes Ben Beda hin, die Unterschiede zwischen Israel und den ausländischen und algerischen Juden zum Verschwinden zu bringen. Zu einer gewissen Zeit habe man erwartet, so heisst es. dass die nordafrikaniseben Staaten als Vermittler zwischen den arabischen Ländern u: d Israel dienen könnten, doch heute scheine eine solche Hoffnung zweifelhaft. (ITA) So heisst es z. B. in dem 1 Brief an Präsident Kennedy, j 1 die „wirklichen Ursachen der Spannung zwischen Israel und den sich vereini-1 genden arabischen Völkern“ lägen „in der gewaltsamen Vertreibung von ca. 2 Mil- I Honen Arabern, bei der Gründung des israelitischen Staai tes 1948 und in dem Ueberfall auf Aegypten bei der Suez-Krise 1956“. Es ist auch wiederholt von „israej litischen Verbrechen“, angeblich begangen an den deutschen Forschern in Aegypten, die Rede. Selbstverständlich wird festge-stellt, : dass die Tätigkeit der deutschen Wissenschaftler ausschliesslich „Forschungs und Ausbildungsaufgaben auf dem Gebiet der Raumfahrt“ 1 gilt. ■ Was nun Nassers neue i Wendung in Richtung Russland anlangt, so hat .;ie ver- I schiedene Ursachen: die ■ enorme Anstrengung, die j Nasser immer weiter (und entgegen einer, den USA gegenüber eingegangenen Verpflichtung) in Jemen macht, urn mit Hilfe der fast 30 000 Mann seiner Armee, die dort kämpfen, der revolutioi nären Regierung zum Siege I zu verhelfen — den dadurch! eingetretenen Mangel " an Waffen und Ersatzteilen für, aus Russland stammende Waffen — den Zusammenbruch der arabischen Föderation, der unter anderem dazu führt, dass Aegypten und Russland jetzt einen ge; meinsamen Feind haben, ■nämlich das radikal Kommunisten feindliche Irak — und die sehr mögliche Notwendigkeit, die in Aegypten arbeitenden deutschen Wissenschaftler und Techniker allmählich durch russische zu ersetzen; eine Möglichkeit. die ven-Washington mit grosser Besorgnis gesehen wirb, und die zum guten Teil erklärt, warum Ben Gurion seinerzeit immer wieder versucht hat, den Sturm der öffentlichen Meinung gegen die Tätigkeit der deutschen Wissenschaftler abzudämpfen. Nassers Wendung in Richtung Russland hat bereits eine Reihe von Konsequenzen. Im eigenen Lande die, dass er anlässlich des Unabhängigkeitstages viele Tausende von Kommunisten, die verhaftet gewesen waren, freigelassen hat. In Jemen die, dass eine Zahl russischer ,.Techniker“ das Land überflutet haben (man spricht von weit über tausend), die unter anderem derzeit einen Jet-Flughafen dort anlegen. der für Jemen selbst keinerlei Bedeutung hat, wohl aber für Russland, das damit ein Sprungbrett nach Afrika und dem Rest der Welt besitzen wird. Nasser dürfte seine Beziehungen mit der Sowjetunion nicht leichten Herzens intensivieren: weiss er doch nur zu gut, dass, vor allem in der geschwächten Position, .n der er sich zur Zeit befindet, seine Abhängigkeit 1 von der Sowjetunion das En-; de seiner eigenen Freiheit j bedeuten kann. Und dass er ' sich seiner derzeitigen j Schwäche wohl bewu;.;t ist,! darüber kann kein Zweifel ... „ . . T j herrschen. Seine eigene Auf-; ^heinlich das ständig von nach wie vor ihre Landrttstuiig und seine „Expedi- 1 *.asser bedrohte Transjorda- Wirtschaft mit Geraten betions-Armee“ in Jemen benlen anschliessen, was zu eitreiben, wie .« vor 4 000 ner tiefgehenden Spaltung Jahren verwendet worden der arabischen Welt führen j sind, darf man feststellen, würde, mit Isral als der | dass die Paraden, die gewinnenden Partei, da es auf solche Weise einer drohenden Umzingelung entgedeuten eine immer kritij scher werdende Lage seiner! Finanzen. Der Zusammen-; bruch seiner Föderation j scheint, über den Bruch von Syrien und Irak mit Aegypten hinaus, zu einer starken; Annäherung der beiden Län- : der zu führen, in denen beij den die Baath-Partei regiert. Sollte es zu.einem en- , geren Zusammenschluss von | Syrien und Irak kommen. ' würde sich dem höchstwahr- _ Austausch von von Gefangenen Jerusalem.’— Im Sitz der Organisation für die UN - Waffenstillstände wartet man auf eine syrische Antwort über den Austausch von Gefangenen zwischen Israel und Syrien. Die Verhandlungen wurden nach einem vom Präsidenten des Sicherheitsrates ergangenen Eruschen wiederaufgenommen und führten zur Fühlungnahme mit dem UN-Generalsekretär U Thant. Vor zwei Jahren hatte Israel den UN eine Liste mit 19 Namen von Israelis unterbreitet, die von den Syrern gefangen gehalten werden. Syrien behauptet, ausser den drei im vergangenen Juli auf dem Tiberias See entführten Israelis nur 8 israelische Gefangene zu haben, während in Israel 10 Syrer im Gefängnis sitzen. (ITA) hen würde. Nimmt man zu dieser Situation die innere Lage Aegyptens hinzu, wo immer noch 70 Prozent der Bevölkerung Analphabeten sind — wo 80 Prozent der Männer physisch für Militärdienst ungeeignet sind — : und wo die Fellachen, die 20 Millionen armer Bauern Noten an Jugoslawien j Bcnn. — Die deutsche | Bundesregierung' hat über ' die Schutzmächte Schweden und Frankreich der jugoslawischen Regierung drei Noj ten übermitteln lassen, die : sich mit Fragen der Wie- \ dergutmachung, des Hanj dels und jugoslawischer Emigration befassen. Der jugoslawische Wunsch,; globale Wiedergütmachungs- , Verhandlungen mit der Bun-; desrepublik zu führen, so wie sie mit den westlichen . Nachbarn Deutschlands er-1 folgt seien, wurde darin abj gelehnt, aber die Bereitj Schaft erklärt, die im j deutsch - jugoslawischen Fij nanzabkommen von 1961 | eingeräumteu Globalzahlun-; gen für die Opfer von Menj ochenversuchen während i des Krieges zu erhöhen. — j (AWZ) 1 Kriegsdrohungen und die für das Ausland bestimmten eiligen Gesten Nassers niemanden mehr darüber hinwegtäuschen können, dres er auf einem Tiefpunkt in seiner und seines Landes Entwicklung angelangt ist. Koenigiicher Besuch Tel Aviv. — König Mahendra von Nepal traf zu einem einwöchigen Staatsbesuch in Israel ein. In meiner Begleitung befinden sich die Königin. Premierminister Talsi Giri und vier hohe Offiziere. Die königlichen Gäste wurden im Flughafen von Staatspräsident Shazar, Ministerpräsident Eyhkol, Deputierien, dem Diplomatischen Korps und einer Abordnung der 60 nepalesischen Studenten begrübst, die in Israel Ausbildungskurse besuchen. Als der König israelischen Boden betrat, überflogen vier Supsr Mystere-Flugzeug der israelischen Luftflotte den Flugplatz, und 21 Kanonenschüsse wurden aS; Salut abgefeuert. Die Besucher fuhren sofort nach der Hauptstadt Jerusalem, in deren Strassen Schulkinder Spalier bildeten. — (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831