Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2029 (13.9.1963)
- Date
- 1963-09-13
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 13 dt Septiembre de l.-»63 LA SEMANA ISRAELITA A»c XXIV. No. 2029 m NE UE BUE CHER Eine gelungene Büchner.-Feier J. H. Par.y: Zeitalter der ' Entdeckungen (von 1450 bis 160), erschienen bei Kindler, Zürich. 1963. — Dieser glänzend ausgestatlete, umfangreiche Band bringt im Rahmen v.n Kindlers Kulturgeschichte eine gründliche und spannende Darstellung dec Zeitalters der Entdeckungen das im- _ mer wieder und wieder neue ~ Gestalten findet* Trotz einer beinahe kaum übersehbaren Literatur über dieses Thema: Entdeckungen, darf dieses Buch, soeben von Kindler herausgegeben. besondere Aufmerksamkeit für sich aus meh'facher Begründung in Anspruch nehmen. Wesentlich ist bereits da =>3 der englische Historiker Parry sich nicht auf eine (übliche) Schilderung d?r kühnen Seefahrten und ihren Helden beschränkt. Ihm liegt daran, dem Leser einen Einblick in die Arbeiten zu geb ti. durch welch? überhaupt erst der Vorstoss in unbekannte Meere Länder und Kontinente ermöglicht worden ißt. Wir haben also kein Buch über Abenteuer oder abonteuerliliche Entdeckungsfahren vor vons, — viellaicht ist dieses Werk auch ein solches Buch —, aber weit darüber hinausgehend erha ten wir einen tiefen Einblick in kulturhistorische Zusammenhängen, in die Werkstätten der Kartographen, der Schiffsbauer, der Seemannskunst ußw. Erst dann wendet sich der Autor den atembraubenden Entdeckungen und den kühnen Seefahrern zu, die unsere Erde erschlossen haben. — Das Buch ist technisch hervorragend. Die Reproduk, tioneri*der alten Stiche, Landkarten und sonstigen Abbildungen. die das Werk in einer angenehm grossen Anzahl illustrieren, den Text veranschaulichen und die Lektüre lebendiger machen, können nur als künstlerisch bezeichnet werden. Das Werk ist ein würdiger Beitrag und vielleicht selbst ein Bestandi t îil der Kulturgeschichte der Menschheit. — (h. s.) -:o: — JUEDISCHE BUCHHANDLUNG TaLESSIM, MACHSO¬ RIM (span. Ueberserzg.) LUACH 5724. Neujahrs- Glückwunschkarten G. KAPLANSKY Pueyrredón 451 T. E. 89-3431 Dietrich Bonh jeffer: Ethik, Eir.cbienen im Chr. Kaiser- Verlag, München, herausgegeben von Eberhard Belhge. — ® Das Werk des evangelischen Theologen konnte von ihm nicht vollendet werden. Bonhoeifer wurde von den Nazis ermordet, nachdem er ins Gefängnis Tegel im Zusammenhang mit dem Aufstand vom 20. Juli 1944 eingeliefert worden war. Seine Briefe lind Aufzeichnungen aus der Haft wurden vom gleichen Verlag 1952 herausgegeben, di? Ethik erschien bereits 1949. Wer die Me'hoden und die Unmenschiichkeit de« Dritten Reiches verstehen will, lese den Bericht Bonhoeffers. Er war Pfarrer. Seine „Ethik“ strahlt die Lauterkeit seiner 1 Gesinnung wider. Bonhoeffer wurde im Lager F'össenburg kurz vor der deutschen Kapitulation ermordet. Aucli sein Bruder Klaus, I einst Chefsyndikus der Lufthar.ßa, fand das gleiche Schicksal. — Bonhoeffers Denken verliert sich nicht im Abstrakten? Es ist zeitgebunden, beschäftigt sich mit der Lieber Windung der schrecklichen Welt des Nazismus und einer Erlösung der Menschen auß der Sklaverei des Machtgedankens, dem er seine Ethik entgegenstellt. Sehr zeitnah und gegenwärtig ist z. B. das Kapitel „Schuld, Rechtfertigung, Erneuerung“. Von seinem theologischen Standpunkt spricht er von der Umkehr „auf dem Wege der Erkenntnis der Schuld an Christus“. Er fordert die Kirche zum Schuldbekenntnis auf, .daß den Menschen nicht vom Bekenntnis seiner eigenen Schuld befreien kann. Dort heisst es: „Die Kirche bekennt, die willkürliche Anwendung brutaler Gewalt, das leibliche und seelische Leiden unzähliger Unschuldiger. Unterdrükkung, Hass und Mord gesehen zu haben, ohne ihre Stimme für sie zu erheben, ohne Wege gefunden zu haben, ihnen zu Hilfe zu eben.! Sie ißt schuldig geworden...“ Sicher werd?n wir uns als Juden nicht mit vielen Gedanken, die in dieser .Ethik* ausgesprochen werden, äden- , tifizieren, aber jeder Mensch wird die grosse Menschlichkeit und das Suchen schätzen. das diesen Mann aus- Hugo von Hofmannsthal hatte schon sehr jung herrliche Gedichte sowie „Der I Tor und der Tod“ geschrieben, unvergängliche Meisterwerk?. Ein witziger Kopf sagte später: „Was für ein Genie wäre aus ihm geworden, wenn er mit 18 Jahren | ge.storben wäre!“ Georg Büchner „wäre“ kein Genie geworden; denn 1 er war bereits ein Genie, als er mit nur 23 Jahren am Typhus starb. Das Deutsche Theater feierte würdig seinen 150. Geburtstag. Prof. Werner Hoffmann beschrieb Büchners Flucht ins Ausland und endete mit dem Wiegenlied auf das schlafende Deutechland. Charmant und geistreich! ' Es folgten drei Reden aus j „Dantons Tod“. Frank Nelson und Gerhard Soor, obwohl kein Robespierre, lasen sie gut vor. Kurt Julius Schwärz überragte sie weit. Ihm gelang eine plastische Darstellung der Dämonie zeichnete, der den Tod aie 1 Sühne begriff. — (B.B.S.) i KINDLERS TASCHENBUECHER Band 20/21: Max Brod: 1 Streitbares Leben, München 1963. — , Diese Auto-Biographie des : grossen Erzählers und Denkern, Max Brod, wurde von I u«s bereits besprochen. Das Buch, erstmalig 1960 bei Kindler erschienen, liegt! nun in handlicher Form eines Taschenbuches vor. — Charles Morgan: Der Rei- , her. Kindler Taschenbuch 1963, Band 15. — Dieses Buch des englischen Erzählers behandelt ein aktuelles Thema: die Verantwortlichkeit des Individuums unter dem Druck der Gewaltherrschaft, Einige Menschen waren auf einem Dachboden während der Be-’ Setzung Frankreichs veri steckt, unter ihnen der seltsame Mann, den sie den „Reiher“ nannten, der einen! tragischen Tod fand. Nach Jahren treffen sich die ( Dachbodenbewohner in England wieder. Aus ihren Gesprächen entsteht des Reij hers Gestalt und zwingt eie, die Schicksalsfrage nach eigener Schuld und Verantj wortung zu stellen. Dieses Thema — immer wieder behandelt — begleitet unsere Generation. DL? Fragen, die hier aufgeworfen, werdendürften noch lange das Ge- | wissen der Menschen beschäftigen. — j des blutdürstigen Geistes I der Revolution. Gehaltvoll und künstlerisch vollendet.; Aufgeführt wurde das Lust- | spiel „Leonce und Leona“, das Hedy Crilla-Schlichter als lustiges tänzerische,3 I Märchenspiel gestaltete, in dem kein Wortspiel und kein Gedanke Büchners zu kurz , kam. Ausgezeichnet wie die Umbauten auf offener Szene von zwei tanzenden Harlekinen durchgeführt wurden. Die fliehenden bunten Vorhänge (von Jorge Lacarra) betonten den irrealen Märchencharakter. Frank Nelson gab die schwere Rolle des Leonce. Er war wirklich der ver- I wohnte blasierte Prinz, der 1 nichts schafft und kein Ziel hat und deshalb an Weltschmerz und Lebensüber druss leidet. Sehr beachtlich. i Gerhard Soor war der Begleiter des Prinzen, der al- ■ le Genüsse des Lebens iiebt ' und Abscheu selbßt vor der geringsten Arbeit hat. Soor I schuf einen viel belachten derben Philosophen des Miissiggangs, mit Abstand sei- | ne bisher beste Gestaltung. Max Wächter, der geborene Komiker, liese als alter Taperktuig keine Möglichkeit aus, um Lacher hervorzurufen. Kramer war sein würdiger Staatsrat. Verena Hallau als Lena war die rechte Märchenprinzessin. Sie sah bildßchön aus und sprach mit warmer Empfindsamkeit. Irene Ree war als spitznäsige Gouvernante lustig. Lilly Wiehert tänzelte als Prinzenliebchen. Kurt Julius Schwarz bewies, das« ein guter Schauspieler selbst aus einer winzigen Rolle viel herausholen kann. Sein tänzerisch karrikierter Schulmeister war grossartig und errang wohlverdienten Beifall auf offener Szene. Dr. Karl Kost Musik in Buenos Aires VERDIS „FALSTAFF“ IM COLON Falstaff... Botschaft des Lachens, Vermächtnis eines 80-Jährigen, der sich damit von Welt and Oper zurück zog, d:e für ihn ein unteilbares Ganzes bedeuteten; des grossen Humanisten, Philanthropen und ehrbchsten Romantikers der lryrischen Bühne, der Giuseppe Verdi hiess. Falstaff ist Apotheose, Anthologie und Enzyklopädi? des Lachens, des unverwüstlichen Hu mors, den wir heute nötiger denn je brauchen. In der genialen Partitur nutzt Verdi die Palette der Heiterkeit, der Abgeklärtheit des wißsenden Alters, dem die wichtigsten Probleme der Welt nicht mehr ganz ernst und unlösbar erscheinen. Ihre sämtlichen Facetten leuchten auf. Vom Säuseln, beigerufener Koloratursopran, war eine liebreizendneckische, ausgezeichnet singende Nanette, und ihr Liebhaber Fentcn, vom Tenor Luis Alva entzückend juvenil verkörpert, stand ihr in nichts nach. Oralio Domínguez und Noemi Souza: untadelige Quickly und Meg. Italo Passini, Nino Falzetti und Jorge Algorta: ebensolche Cajus, Bardolfo und Pistola. In dieser Oper gibt es keine Nebenrollen. In dieser Aufführung gab es keine Nieten. Fernando Previtali am Pult, sorgte für einen erstklassigen, durchweg leichtflüssigen und transparenten musikalischen Ablauf. Die Regie des sich hiermit vorstehenden münchner Oberspielleiters Hans Hartleb, der bewusst allzu modernen Inszenierungs - Problemen aus dem Wege geht, war ei- ’ charmanten Lächeln, behäbi- \ ne Leistung grossen Kcn- Numusmatische Konferenz in Israel Gratulieren Sie Ihren Verwandten und Freunden in Amerika, Israel und Europa zu Rosch Haschonoh mit einer rrnto nw Glückwunsch - Anzeige in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU LA SEMANA ISRAELITA Die SONDERNUMMER erscheint am DIENSTAG, DEN 17. SEPTEMBER 1963. Annahme taeglich ausser Sonnabend und Sonntag in unserem Büro in der Pueyrredón 2190, I. St. links (esq. Las Heras) T. E. 83-2613 Deutlthes Thentot n IN BUENOS AIRES „TEATRO ASTRAL“ CORRIENTES 1639 — T. E. 46-1316 ' GEORG BUECIINER-FESTVORSTELLUNG „Büchner auf der Flucht nach Strassburg“ verfasst und gelesen von Prof. Dr. Werner Hoffmann Darbietung der 3 historischen Reden vor dem Tri bunal aus „Dantons Töd“ gesprochen von Kurt Julius Schwarz, Frank Nelson, Gerhard Soor. „LEONCE und LENA“ Lustißpiel in 10 Bildern —Regie: Iledie Crilla-Schlichter Mitwirkende: Verena Hallau — Irene Ree — Lilli Wiehert — Heinz Hellemann — Helmut vom Hofe — Helmut Kramer — Frank Nelson — Kurt Julius Schwarz — Gerhard Soor — Max Wächter. —WIEDERHOLUNGSVORSTELLUNGEN: HEUTE, Freitag, 13. September, um 19 Uhr; Sonnabend, 14. September, 17 Uhr; Sonntag. 15. September, 15 Uhr. Die Theaterkaßse ist werktäglich von 10—12 und 15 bis 19 Uhr. sonnabends von 10—12 geöffnet. Vorverkauf für Nordstrecke: CUCARE, Av. Libertador Gral. San Martin 15.335, Acassuso, T. E. 713 7663.;en Schmunzeln, bis zum lauten befreienden Lachen aller Register in allen Stimmen und allen Instrumenten. Der kennende, an Shakespeare, Verdi und Boito geschulte Opernbesucher „erwartet sich ein Fest“; der nicht reflexiv veranlagte „Habitue“ freut eich an den unsterblich gewordenen Spässen mit und von Sir John. Aber niemand kann ßich dem homerischen Genens, unbestreitbarer Hierarchie und guten Geschmacks, eines wissenden Shakeßpearianers, der intelligent den Spuren folgte, welche die gottvolle Partitur dem Regisseur vorzeichnet, und die Hartleb bis zur Neige erschöpfte. Das Gelächter Verdis pflanzte sich in den von ihm geführten Figuren fort. Tullio Bonis Chor sang wieder glanzvoll, und das Colön-Orcheßter erschien in lächter entziehen, mit dem! Wohlklang getaucht. Interes- Im Namen der Internatio nalen Numismatißchen Kom mission wird vom 27. De- , zember 1963 bis 6. Januar j 1964 die Internationale Numismatische Konvention in; Israel stattfinden. Israel! richtet an die Münzensamm- ' ler aus allen Ländern die j Einlaaung, an dieser Ta gung teilzunehmen. Das The- : ma der Konvention lautet;! „Die Vorbilder der Währungsentwicklung in Phönizien und Palästina im Altertum“. Giuseppe Verdi alle Anwesenden ansteckt, sei es auf und hinter den Brettern, sei es im Orchester, sei es im Saal. Die Aufführung gehört zu den denkwürdigsten, die ich in einem Vierteljahrhundert im Teatro Colön sah und fiel mit dem Debüt mehrerer Künstler zusammen. Der englische Geraint Evans war und lebte in Maske, Spiel und Gesang einen unvergleichlichen Protagonisten, ohne auch nur einen Augenblick in Plattheit oder sante Dekorationen, betont stilisiert, und reizende Kostüme von Ekkehard Grübler. Wahrhaft eine denkwürdige Aufführung. Curt B. M. Weissstein Max Cohen-Reuss gestorben Paris. — Im Alter von 87 Jahren ist vor einigen Wochen der Doyen der deutailzuderbe Spässe zu verfal-1 tlC^en Journalisten in Paris li.n-'TTir, .TM.n! ü«d ehemalige sozialdemomokratische Reichstagsablen: Ein idealer Sir John Falstaff. Eberhard Wächter, ' . ,, „ . _ uns als grossartiger Sänger i gf°fdl,*te Cohen-R*uss und Bühnenerscheinung bei gestorben. Der \ erstorbene - . _ . ö . sehorte stenß in Erinnerung, war ein „first dass“ Ford, und IIva Ligabue, Debütantin im Colön, wenn auch nicht in Buenos Aires, bot stimm-1 lieh und darstellerisch als seine Gattin Alice, eine hervorragende Leistung. Jeanette Seovotti, ein junger, charmanter, im letzten Augenblick von der Met hervon 1912 bis 1919 dem Reichstag an, war Mitglied des ersten Soldatenrates beim Zusammenbruch dee Kaiserreiches und später Mitglied des Reichswirtschaftsrates. 1933 emigrierte Cohen-Reuss und lebte seither in Frankreich. Während der Zeit der deutschen Besetzung hielt er sich versteckt. (AWZ) Die BARMIZWAH unseres Sohnes RAUL DANIEL findet s.G.w. am Samstag, den 21. September, in der Synagoge J.K.G. Mataderos. Larrazábal 1528 statt: Empfang J.K.G.-Heim Larrazabál 1258 am Samstag von 18—20 Uhr, BENNO SILBERBERG und Frau MARGA geb. GERSON Carhqö 2213 Buenos Aires LUACH - (KALENDER) Freitag, den 13. September 24. Elul Sonnabend den 14. September 25. Elul P. NITZAWIM VAYELECH 5. B.M. XXIX9 - XXXI 30 Haftara Yeschayahu LXI 10 — LXIII 9 Sonntag den 15. September 26. Elul - 1. Tag Slichot Montag, den 16. September 27. Elul 2. Tag Slichot Dienstag, den 17. September 28. Elul 3 Tag Slichot Mittwoch, den 18. September 29. Elul 4. Tag Slichot "Saehor Brit“ Donnerstag, den 19. September 1. Tischri 5724 1. Tag Roseh Haschana Freitag, den 20. September ♦ 2. Tischri 2. Tag Rosch Haschana Sonnabend den 21. September 3. Tischri Schabbat SCHUVA Parschat HAASINU 5. B. M. XXXII, 1—52 YO’EL II 15 — 27 Haftaia Hoschea XIV 2—10 Sonntag, den 22. September 4. Tischri Fasten Gedalia Montag, den 23. September 5. Tischri Dienstag, den 24. September 6 . Tischri V