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Jüdische Wochenschau · 1963-09-06 · 2028 (6.9.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2028 (6.9.1963)
Date
1963-09-06
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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. fV\ * * FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Conces'ón 1629 ISRAELITA ASrO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 6 DE SEPTIEMBRE DE 1963 No. 2028. EL EJEMPLAR 1Q _ en toda la República ■w' PUEÏRREDON 2190 1» Izq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Der Marsch nach Washington New York. — Der MaVsch nach Washington, der die Forderung nach Verkündung des Kennedy-Gesetzes für Bürgerrechte und das Ende der Diskrimination gegen die Neger in den Vereinigten Staaten zum Ausdruck bringen soll, ißt eine zutiefst jüdische wie menschliche Sache, e'n im wahrsten Sinne moralischer sowie politischer Anspruch. So äusserte sich Dr. Joachim Prinz, der Präsident des Amerikanischen Jüdischen Kongresses, der di3 aktiven Mitglieder dieser Institution eimud, an dem Marsch teilzunehmen und den Kampf der Neger zu unterstützen. Dr. Prinz gehurt ' gleichfalls zu den Führern des Jüdischen Weltkongresses und ist Präsident seines nordamerikatiischen Sektors. Er nannte es ein« „Mizwa“, sich an diesem Marsch zu Rabbi Prinz zur Neger-Demonstration beteiligen, da dieser mit den edelsten Grundsätzen des Judentums in Einklang stehe. Rabbiner Dr. Prinz, der früher in Berlin amtierte und nach Hitlers Machtergreifung Deutschland verliess, lebt seit viel2n Jahren in Newark, N. J. Er erinnerte daran, dass „sei; dem er sten Buche Mose bis zu den Propheten das Alte Testament auf den göttlichen Ursprung des Menschen und sein göttliches Recht auf Gleichheit“ verweist. Er fügte hinzu: „Der Wert uid die Würde des Menschen, der im Ebenbilde Gottes geschaffen wurde, ist die eigentliche Seele der Tradition und Lehre des Judentums... und derjenige, der eine moralische Tat vollbringt, schliesst sich Gott in der Schöpfung der Welt [ an, wie der Talmud versi- | chert. Eine moralische Tat ' ist das „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, wie befohlen wird, und der Wei- : se Hiilel lehrte: „Tue dei- I nem Nächsten gicht, was du nicht willst, daßs man dir < tue“.; Der Sprecher des Jüdisehen Weltkongresses betonj te, dass dieser als einer der * ersten den Gedanken hatte, . einen „Marsch nach Wa | shington“ zu veranstalten,! „um völlige Gleichheit in ei- ' ner freien Gesellschaft“ zu j verlangen. Sonderautobasse; des Amerikanischen Jüdij sehen Kongresses beförder-1 ten aus New York, Philadel-! phia, Boston und anderen grossen Städten am 28. August die Delegierten des JWK nach Wcßhington. An . dem Marsch nahmen praktisch alle liberalen Organisationen der Vereinigten Staaten teil. „Als nordamerikanische Juden“, erklärte Dr. Prinz, „solidarisieren wir uns mit einer Protestbewegung, deren Ziel es ist, die Demokratie des Landes sowohl in den Augen einer wachsamen Welt sowie innerhalb unserer eigenen Herzen zu stärken “ Zu dem politischen Aspekt der jüdischen Beteiligung an dem Marsch nahm Dr. Prinz mit folgenden Worten Stellung: ,,Wenn wir uns der Gemeinschaft der Neger bei ihrer historischen Manifestation anschliessen, so schützen wir unsere eigenen Freiheiten, denn wir wissen seit j langem, dass keine Gruppe , sich sicher fühlen kann, so-; lange nicht die Rechte aller gewährleistet sind.“ Vor der UN-Generalversammlung Vereinte Nationen. — Israel ist direkt von zwei Punkten der Tagesordnung der nächsten UN-Generalversammluig betroffen, die am 17. September eröffnet werden soll. Von den insgesamt 77 Themen, die zur Diskussion gelangen sollen, sind auch einige von Intereose für die Juden im allgemeinen. Die für Is-ael wichtigen Fragen beziehen sich auf die im Gaza-Strei fen und am Golf von Akaba stationierten UN-Truppsn und das UN-Büro für Hilfe und Rehabilitierung für die palästinensischen Flüchtlinge, die in ihrer Mehrzahl in Lagern in Gaza, Libanon, Transjordanien und Syrien leben. Eine andere Debatte ist über den Vorschlag zur Schaffung einer atomfreien Zone in Lateinamerika vorgesehen, den vier südamerikanische Nationen gemacht haben. Sollte er angenommen werden, so könnte ein Antrag gestellt werden, auch den Mittelosten als atomfrei zu erklären. Allerdings haben die USA und Sowjetrussland das aus Südamerika kommende Ersu eben recht kalt aufgenommen. Ferner ist die Wiederaufnahme der im Jahre 1954 begonnenen Debatte über die Menschenrechte angesagt. Es besteht Hoffnung dass die vorliegenden Abkommen über kulturelle und soziale sowie über politische und Bürger-Rechte auf internationaler Basis zum Abschluss gebracht werden könnten. (ITA) Russisches Veto vor den UN Die Zukunft der Juden in US UN. — Der israelische Degebrachten Auffassungen der legierte vor den UN, Micha- . Mitglieder des Sicherheitsra el Coma’’ dankte den 8 Mit-, tes in diesem Fall — mit Ausnahme der Meinung von Marokko und der Sowjetuian — auslc'ßchen. Bei Beginn der’ Sitzung hatten sowohl die Vereinigten Staaten wie Grossbritannien klargestellt, dass trotz des starkes Druckes aller arabischen’ Länder an der Haltung Amerikas und Englands nieh*« geändert werden könne. Der marokkanische Vertreter im Sicnerheitsrat meinte, dass sein : Vorschlag die Situation verbessern würde und führte im übrigen eine scharfe Rede gliedern das Sicherheitsräte« dafür, dass sie zu Gunsten der englisch-amerikanischen Resolution gestimmt haben. Er sagte, die Abstimmung mit" einer überwältigenden Mehrheit des Sicherheitsra ten beweist, dass Israel im Recht ist, und dass. Syrien moralisch verurteilt worden ist. Die acht Mitglieder des Sicherheitsrates, die ihre Stimme für den Antrag abgegeben haben sind: Frankreich. China, Ghana, Norwegen, die Philippinen, USA, England und Brasilien. — Venezuela enthielt sich der Stimme. — Marokko stimmte dagegen und die Sowjetunion legte ihr Veto ein. Botschafter Comay brachte sein Bedauern über das sowjetische Veto zum Ausdruck. Die russische Haltung sei umso bedauerlicher, weil man in diesem politischen Augenblick gehofft habe, Russland werde alles tun, um den Frieden zu unter- ] stützen, aber kein Veto Könne, so führte der Botscnafter aus, die Tatsachen beseitigen, und kein Veto könrat Ausdruck. Er sagte in einer Pressekonferenz, dass zwar das russische Veto bedauerlich ß-ei, Israel aber damit zufrieden sein könne, dass acht Mitgliedstaaten ihre .Stimme zugunsten von Israel gegeben haben. Damit sei Syrien verurteilt worden und man dürfe damit rechnen. dass die Spannungen an der syrisch-israelischen Grenze abnehmen werden. Auch der Generalstafcßchef Zwi Tsur erklärte, er erwarte, dass nunmehr Ru he an der Nordgrenze herrschen werde, damit Israel nicht gezwungen wäre, sein Heer einzusetzen. Jedenfalls sei die Armee verpflichtet, schwerde über Truppenkonzentrationen Israels an der Nordgrenze jeder Grundlage entbehrt. Israel bedauert, so sagte Vor einige« Jahrzehnten sprach man vom „American Jewish Committee“ als von einer Organisation von similanten licher wünsche, als die Ju den im amerikanischen Schmelztiegel aufgehen zu laßsen. Das hat sich derart geändert, dass das Committee heute in der vordersten Reihe der jüdischen Verbän- 1 Frau Meir dass die Sowjet j de steht, die das jüdische Union von 'ihrem Vetorecht Lebens entwickeln. In der i Gebrauch gemacht hat. Da- ■ Hauptsache wendet es sich mit seien die für die Menschan die in den Vereinigten heit eröffneten Hoffnungen.! Staaten geborene Geriera- Frage, ob sie wieder als Juden auf die Welt kommen wollten, antworteten 82 Pro- „As- | zent der Eltern und 88 Prodie nichts sehnzent der Kinder bejahend. In einer Stadt ¿es Mittleren Westens, in der hauptsächlich Juden aus Deutschland leben, die schon in der dritten Generation in Amerika sind, erklärten sich 90 Prozent für eine intensiv« jüdische Erziehung. Es zeigt sich, dass Eltern vorhanden sind, die den Kindern eine jüdische Erziezu einem sicheren Frieden! tion, die wissen sollte was |jun8 §€‘be.n wollen und Kinzu gelangen, gestört worden. | Judentum ist und die’jüdii dff’FrL^Ls^oh^en’ü vohrn w»rf» 1 ist ob genügend; jüdische Erzieher vorhanden | sind. Diese Frage muss ne- I gativ beantwortet werden, . weil jüdische Lehrer gerinfeSfn die Wesimächte. Der! Leben und die Sicherheit Schlichter der UN. General Odd Bull, würde aufgefor-! dert werden, einen neuen exakten Bericht vorzulegen, j der den Anforderungen des J Sicherheitsrates entßpricht. I Dies wurde auch vom Gene ralsekretär U Thant angeordnet. Obwohl der amerikanische Botschafter Charles W. Jost meinte, dass hierzu Bull nicht verpflichtet sei. j ISRAEL ZUFRIEDEN Tel Aviv. — Ministerpräsident Levi Eshkol gab seiner Zufriedenheit über die ' der Bürger zu schützen, die an der Grenze wohnten, und dabei alle ihr verfügbaren Mittel einzusetzen. Der Außenminister; Frau Golda Meir, meinte, die Abstimmung hätte den Wunsch der acht Länder, die für die Resolution votierten, deutlich ausgedrückt, dass der Sicherheitsrat seine Autorität für den Frieden einsetzt. Jedenfalls habe sich klar ergeben, dass die syrische Be-' Nordamerikaner eingenom _ _ . _i_L __I men haben. (ITA) Nach Meinung den israelischen Aussenministers sei aber das Veto von keiner grösseren Bedeutung, da die Abstimmung im übrigen klar war. Es ist interessant, dass auch Sprecher des nordamerikanischen State Department die Auffassung vertreten, dass die Abstimmung im Sicherheitsrat trotz des russischen Vetos Israel zufriedenstellen müsste. Die freie Welt habe schon sehr häufig erlebt, dass die Russen von ihrem Vetorecht Gebrauch machen. Hierdurch würde aber die Aktion der UN nicht beeinflusst werschen Werte schätzen lernen soll. Das Committee will keine jüdische Absonderung, sondern eine Integration in das amerikanische Leben.! Die amerikanische Kultur j ist nach seiner Auffassung ' eine ,,pluralistische“; jede 1 Gruppe hat die Möglichkeit, 1 ihre eigene Kultur zu entwickeln, und die Juden sind 1 ein wichtiger Teil dieser I Gesamtkultur. Insbesondere hat man be-! merkt, dass die jüdischen I Intellektuellen sich vom Ju- ' dentum entfernen, darunter \ auch die Schriftsteller, die j in der englischen Literatur einen hohen Rang einnehne die klar zum Ausdruck i Abstimmung im Sicherheits Verhaftungen in Lemberg Prozess gegen Judenmoerder Hannover. — Vor einigen Tagen begann hier der Prozess gegen die der Ermordung ven 85.700 Juden im Ghetto von Lodz Angeklagten. Vor Gericht stehen der einstige Gestapochef und Leiter des SS-Emsatzkom mandos 8, der heute 70jährige Dr. Otto Bradfisch, und sein Adjutant für Judenfragen, der ehemalige SS- Hauptsturmführer Guenther Fuchs, der jetzt 52 Jahre alt ist Der Prozess zu dem hunderte Zeugen von der Staatsanwaltschaft aus Israel und den USA geladen wurden, wird vorausscihtlich sechs Wochen dauern. Di’’ Anklage wirft Fuchs vor, an der Ausrottung von 70JHX) Juden des Ghetto von Lodz, die im KZ Chelmno interniert waren, beteiligt gewesen zu sein Bradtisch steht unter der Anklage, im gleich?n Lager 15.700 Juden ermordet zu habai. Beide Angeklagte sitzen seit drei Jahren in Haft. Vor seiner Festnahme war Fuchs im Flüchtling«- Ministerium von Untersachsen beamtet. Bradfisch wurde im Juli 1961 vom Gericht in Straubing zu zehn Jahren Zwangsarbeit für die Ermordung -von 15 700 Juden :n Sowjetrussland verurteilt und verbüsst ge g-enwärtig seine Strafe in einem süddeutschen Zuchthaus. Wien. — Wie von zurück-, kehrenden Touristen bestätigt wird, sind in Lemberg . Tausende von Juden wegen! angeblicher wirtschaftlicher . Vergehen verhaftet worden. 1 Von den 30.000 bis 40 000 Personen in der Stadt gibt es kaum eine jüdische- Familie, die von den Verhaf- , tungen nicht betroffen wurde. Die Familien der ver- , hafteten Personen werden durch die übrige Bevölkerung boykottiert und ausserhalb ihrer Wohnungen belästigt. j Zahlreiche jüdische Stu- 1 denten haben ihr Studium , aufgegeben und die Univer- : sität verlassen, weil die anj deren Studenten und die Professoren ihnen feindlich begegnen. Die jüdische Be- | völkerung hilft sich gegen- , seitig, so gut dies möglich . ist. ‘ den. Im übrigen dürfe auch , men eich aber kaum mit Syrien nicht daran vorbeise-! jüdischen Problemen befas hen, welche Haltung die; Sei*»Min führt dies auf die , Unsicherheitdes geistigen I Fundaments zurück, weil 1 eben die jüdischen Kenntnis- : se fehlen. In verschiedenen Gegenden wurden Umfragen durch geführt, um einen Ue'oerblick über die wirkliche Lage zu gewinnen. 93 Prozent der Eltern haben erklärt, j dass sie beim Judentum ' bleiben wollen, und 95 Prozent .der Kinder gaben die gleiche Antwort. Auf die | - N«uer Chef des Geheimdienstes Jerusalem. — Das Kabinett nahm die Ernennung des neuen Chefs des Geheimdierßtes an und gab seinem Bedauern über den Rücktritt seines Vorgängers Ausdruck. dem der Dank für die geleisteten Dienste ausgesprochen wurde. Bekanntlich war dieser auf Ersuchen des damaligen Ministerpräsidenten Ben Gurion zurückgetreten, da sich Meinungsverschiedenheiten über die Behandlung der Arbeit deutscher Wissenschaftler in Aergypten ergeben hatten. Die Identität der Leiter des israelischen Geheimdienstes wird als Staatsgeheimnis betrachtet. (ITA) Vereinigung zweier Gemeinden Nizza'. — In Nizza haben sich die alte und die neue algerische - Gemeinde vereinigt. In das bisherige Consistoire wurden vier Algerier hinzugefügt, und dazu stellen die Algerier den Vizepräsidenten. In Marseille ist die Gemeinde weiterhin geteilt. ger bezahlt werden als in den Volksschulen, trotzdem sie die gleiche Ausbildung erfahren und die gleichen Prüfungen abzulegen haben. Das jüdische Erziehungscomité hat deshalb Vorschläge zur Verbeßserung der Lage der jüdischen Lehrer ausgearbeitet, sowohl was Gehalt wie Versicherungen und Pensionen angeht. Es liegt nun an den Schulleitungen, diese Vorschläge zu verwirklichen. Oft ist die Frage aufgeworfen worden ob aus den in Amerika geboren:« Juden jüdische Gelehrte hervorgehen. In früheren Jahrzehnten wurde diese Frage nicht gestellt, weil durch die Einwanderung für genügend Nachwuchß in der jüdischen Gelehrtenwelt gesorgt wurde. Da ist einmal darauf hinzuweisen, dass die Präsidenten der vier hauptsächlichsten Seminarien in Amerika geboren sind. Es sind dies Rabbi Louis Finkeistein vom JüdVsch-Theologischen Seminar, Rabbi Nelson Glück vom Hebrew Union College. Rabbi Oscar Z. Fas mar« vom Theologischen College in Chicago und Rab-! bi Samuel Belkin von der Jeschiwa-Universität. Diese Institutionen haben Listen von heute bedeutenden jüdi- 1 sehen Gelehrten angeferiigt, cne bei ihnen studiert haben und jetzt als Professoren tä- , tig sind. Sie beantworten damit die Frage nach der eigenen jüdischen Gelehr- I samkeit positiv. Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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