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Jüdische Wochenschau · 1963-08-23 · 2026 (23.8.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2026 (23.8.1963)
Date
1963-08-23
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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ce o o _ 5 O < FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA ANO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 23 DE AGOSTO DE 1963 No. 2026 EL EJEMPLAR en toda la República 10.- PUEVRREDON 219« 1* ix«. T. E. 83 2613 Bneaas Aires Vor dem SicherheitsratBUCKIN DIE WELT (Schluss von Seite 1) Nordgrenz« Truppen konzentriere als ein ..geschiek tes Täuschungsmanöver“, das dazu dienen solle, die vcu den Syrern selbst begangenen Verletzungen des Waffenstillstands - Abkommens zu vertuschen. ERNSTE LAGE Jerusalem. — Die fortgesetzten syrischen Attacken an Israels Nordgrenze haben zu einer Zuspitzung der La ge geführt. Bei einem Ueberfall auf israelischen Boden fanden zwei junge Israelis den Tod. i “ic! es kam zu einer Luftschlacht, bei der israelische Jets ein syrisches MIG 15 - Flugzeug über dem Tiberias-See aufhielten und abschossen. Israel hat beim Sicherheitsrat der UN die Abhaltung einer Notsitzung beantragt, in der die sich stündlich verschlechternde Graizlage zur Verhandlung gelangen soll. Der Err.nt der Situation erhellt aus der Tatsache, dass das israelische Kabi nett zu einer Sondersitzung zusammentrat und nach \nhüren des Berichts über c’en nach (lieh ai Angriff bei Korasim im Norden des Tiberias-See.; beschloss, den Si — ■eherii ri-i-öc-*«. atwuxutcu. Oer rnToi rftanon zuroigs orucn ein Trupp syrischer Soldaten im Schutz der Dunkelheit in israelisches Gebiet ein und überfiel drei junge Israelis die auf einem Traktor von der Arbeit nach Hau se zurückfuhren. Einer der drei jn'gen Leute konnte entkommen. Ein Communiqué der Israel-Armee meldete, dass mehrere syrische MIG-15 Flugzeuge israelisches Territorium überflogen und von israelisctien Mirage-Flugzeugen französischer Konstruktion aufgehalten wurden. Es entspann sich ein Luftkampf, dem eich die syrischen Flugzeuge durch Flucht entzogen, nur ein MIG-15 explodierte in der Luft. Zu Lande verlief driser Tag im allgemeinen ruhig bis auf einige Salven, die die Syrer aus automatischen Waffen auf Aschmora abfeuerten. Vor der Kabinettssitzung hatte Aussenminister Golda Meier eine Unterredung mit dem Chef des Generalstabs der UN Organisation für die Ueberwachung der WaffenßtilJ.stände, General Odd Bull, der auf Frau Meirs j Ersuchen im Aussenministerium erschien. Michael Comay, der Chef der ständigen Israel-Delega tion vor den UN, unterbrach seine Ferien in Israel und eilte nach New York zurück um bei der Sitzung des Sicherheitsrates anwesend zu ßein. Israel erhob Beschwerde vor der gemischten syrischisraelischen Kommission für die Waffenstillstände, und die UN Beobachter leiteten eine Untersuchung der Vorfälle ein. Der nächtliche Ueberfali ereignete sich, nachdem früheren Meldungen zufolge syrische Artillerie in der Nähe der israelischen Grenze Stellungen bezogen und ihre Kanonen auf israelische Siedlungen gerichtet hatte. Für Fragen der arabischen Politik zuständige Experten äusserten. sowohl in Irak wie iu Syrien werde die am Vortage gemeldete Ankunft einer irakischen Militär-Delegation in Damaskus als Anzeichen betrachtet, dass Irak beabsichtigt, im Fall eines syrisch israelischen Zusammenstosses Waffcuhilfe zu leisten. An der Spitze der irakischen Delegation in Damaskus steht der Kommandant der irakischen Luftwaffe Brigadier Hardan Taktriti. Ferner wurde bekannt dass I Iraks Präsident Arif in Begleitung von sechs Ministern und dem Chef des Generalstabs nach Kairo zu reisen plant. : FORMULIERUNG! DER BESCHWERDE i In Israels Appell an den Sicherheitsrat heisst e«s: . Israel ersucht um eine sofortige Sitzung des Sicherheitsrates, um die Lage zu behandeln, die aus einer neuer liehen Zunahme der syrischen Angriffe an den Grenzen Israel entstanden ist. bei denen nächtlich zwe: Israelis von syrischen Soldaten erschossen wurden, die | auf israelischem Territori- | um von den Syrern in einen; Hinterhalt gelockt wurdet.“ | Man glaubt, dass der Si- | cherheitsrat noch in die- I ser Woche zusammentreten j wirH. Tidn woiteron hPstsfft die israelische Beschwerde: <,Die israelische Regierung! informiert auch die befreun- | deten Regierungen von ih- \ rer schweren Besorgnis über i die von Syrien geschaffene | Lage. Die letzte syrische | Aktion folgte einer Periode i fortgesetzter syrischer Feu- | erangriffe über die Grenze , Im Lauf der letzten vier; Wochen haben die Syrer bei i mehr als zwanzig Gelegenheiten das Feuer eröffnet, insbesondere gegen die israelischen Siedler, die auf den Feldern von Hacn, aber auch in der Gegen von Almagor und Hule arbeiteten.“ Israels Ersuchen endet mit den Worten: ,,Während der ganzen Zeit der syrischen Aggressionen stand Israel in ständiger Fühlung mit der lokalen Kontroll Organisation der UN-Waffenstillstände und mit dem UN - Sekretariat in New York .doch Syrien hat sich in keinem Augenblick bereif gezeigt den wiederholt ergangenen Aufforderungen, sein n Verpflichtungen nach zukommen. Folge zu leisten. Im Gegenteiy, der letzte Zwischenfall bewert, dass Syrien seine Aggressionen entgegen seinen Verpflichtungen durchführt.“ IN DEN UN Vereinte Nationen. — Ein Sprecher der USA-Delegafien vor den UN äusserte, sein« Delegation würde es vorziehen, daß? der Sicherheitsrat erst für kommenden Montag einberufen wird. IN WASHINGTON Washington. — Aus Quellen des State Department verlautet, dass die USA Syrien und Israel zur Mässigung geraten haben und ihrer Meinu-ig nach, die Lage an den Grenzen sich etwas entspannt hat. Es wird der Hoffnung Raum gegeben, daßs die UN-Behörden an der syrisch - israelischen Grenze das Problem meistern können. RUHE IN ISRAEL Tel Aviv. — Die israelischen Siedler haben in der Gegend von Aschmura an der syrischen Grenze ihre Arbeitiwieder aufgenommen. In der Nacht vorher herrschte starke Spannung, und die Syrer, die offensichtlich israelische Repressalien für ihre Angriffe fürchteten, hatten riesige Reflektoren aufgestellt, um das israelische Gebiet zu erleuchten. Die Berichte der israelischen Piloten, dass eines der syrischen Flugzeuge abgeschossen wurde, haben durch den Fund von verstreuten Resten eines MIG- 17-Apparates auf den israelischen Feldern im Süden des TiberiasSees ihre Bestätigung erhalten, und bew eisen, dass syrische Flugzeuge den Luftraum Israels verletzten, bevor sie von der israelischen Luftwaffe angegriffen wurden. BOTSCHAFTER BEI GOLDA MEIR Jerusalem. — Aussenminister Golda Meir konferierte mit den diplomatischen Vertretern der im Sicherheitsrat repräsentierten Nationen. Sie setzte einem jeden Botschafter ccn Ernst Uvi 1-.M gei*uecinan<lci' die das Kabinett Israels dazu veranlasst hat, die Einberufung des Sicherheitsrates zu beantragen. Frau Meir wies die Botschafter darauf hin, dass Ißrael seit Anfang dieses Jahres 70 Beschwerden gegen syrische Grenzverletzungen erhoben hat. VORSCHLAG ZUR BEFRIEDUNG | Jerusalem. — Die UN-Kontrollkommission für den Waffenstillstand schlug vor, daes sie einen eineinhalb Meilen breiten Streifen zu beiden Seiten der syrischisraelischen Grenze inspizieren wolle, um festzustellen, ob dort Truppen entgegen den Bestimmungen des UN- Waffenstillstandes konzentriert seien. Der Vorschlag wurde Israel von Generalstabschef Odd Bull unterbreitet. Israel erklärte sich hiermit unter der Bedingung einverstanden, dass Syrien ebenfalls zustimme. Die syrische Antwort stand noch aus. IRAK MOBILISIERT London. — Irak hat seine Streitkräfte zu Land und in der Luft in Alarmbereitschaft gesetzt und angekündigt, dass dis irakische Armee nach der Luftschlacht zwischen Syrern und Israelis unter syrisches Kommando gestellt wurde. IVese Nachricht stammt aus Damaskus. (ITA) v«n HAROLD SCHWARCZ Innerhalb der Union der afrikanischen Staaten kam es zu Auseinandersetzungen, da die Auflösung der Föderation derjenigen afrikanischen Länder verlangt wurde, die früher zum französischen Kolonialreich gehörten. Diese insgesamt 14 Staaten bilden einen Block. — Die Debatten zwischen den Blockmächten, die zu dem überraschenden Abkommen in Moskau geführt haben, haben zu Diskussionen zwischen verschiedenen westlichen Ländern geführt, da Frankreich eine eigene Politik zu verfolgen beabsichtigt. — Der portugiesische Diktator Antonio de OHveira Salazar richtete einen heftigen Angriff gegen die USA, weil sie die portugiesische Afrika-Politik nicht unterstützen. Portugal werde seine afrikanische Politik bis zum letzten Mann verteidigen. Man kennt die grossprecherischea Redensarten der Diktatoren, deren Systeme erst dann zusammenfallen, wenn genug Blut geflossen ist. — Die UN seien, so, sagte Salazar weiter, ekle Bedrohung für den Friedens; Diese geradezu, groteske Verdre hung der Tatsachen stellt eine Gefahr dar. da Portugal in der Südafrikanischen Union einen natürlichen Bundesgenossen findet. — Die Regierung der Vereinigten Arabischen Repufelflc hat weitere 227 Unternehmungen nationalisiert. Beinahe alle Zweige der Wirtschaft wurden von diesen Massnahmen berührt. — Gamal Abdel Nasser, der ägyptische Diktator, sagte den Untergang der Baath-Partei, die heute in Syrien und 1 Irak herrscht, in einer seiner vieler bombastischen Reden voraus. Die Führer der Baath Partei seien weiter nichts als rückständige Separatisten, sagte Nasser. — Der israelische Premier Levi Eshkol fand treffende Worte der Warnung an Nasser, den er daran erinnerte, dass Aegypten nun schon zweimal unter Nassers Führung von Israel besiegt worden sei. — In Russland, Spanien. Südafrika werden Todesurteile am laufenden Band gesprochen. (Du sollst nicht töten! ...). — Trotz aller Bemühungen der UN konnten im Kongo noch kej.ie stabilen Verhältnisse geschaffen werden. Die i Unruhen und blutigen Zusammenstösse halten an. — Im Schatten der Grossen Die lange Reihe der Attentate gegen die führenden Männer der arabischen Länder reisßt nicht ab. Das beliebteste Ziel dieser Nachstellungen ist (,-er transjordanische König Hussein, der schon eine stattliche Anzahl solcher Anschläge gegen sein Leben hinter isich hat. Einmal wollte er nach Paris reisen, als ihm Nasser einige Jagdflugzeuge nachjagte, um ihn abzuschiessen, was aber daneben gelang. Hussein hat zu wiatierholien Malen ganz offen Nasser für die Revolten, Anschläge und Unruhen in Transjordanien verantwortlich gemacht, ebenso wie die heutigen Führer der Baath-Partei in Syrien und Irak keinen Zweifel daran gelassen haben, ton B. B. SAMUEL Bischof für Begnadigung Amsterdam. — Der Bischof der niederländischen DiözCße Herzogenbusch, Monsignore Bekkers, hatte sich unlängst in einer öffentlichen Erklärung für die Begnadigung der vier Deutschen eingesetzt, die wegen Kriegsverbrechen in Holland verurteilt wurden und im Zuchthaus Breda eine lebenslängliche Gefängnisstrafe verbüssen. Der Bishof meinte, die Holländer sollten sich nicht ven Hass- und Rachegefühlen leiten lassen. Nach seiner Ansicht sollte die Ueberwindung des Bösen durch das Gute eine Möglichkeit für eine verantwortungsvolle Meinungsbildung bei dieser in den Niederlanden leidenschaftlich diskutierten Frage sei«. (AWZ> wer immer wieder dis Militär - Erhebungen anstiftöf Aber das alles stört Nasser nicht. Er meint, hierdurch würde sein Prestige wachßen. Sein Bewunderer und Nach eiferer ist Ben Bella, der Herr über Algier. Auch gegen ihn wurden Attentate veranstaltet. — so sagt er wenigstens, — auch gegen ihn sollen Konspirationen im Gange sein, auch gegen ihn soll es Revolten gegeben haben. Derartige Aktionen lassen sich bequem organisieren; sie bieten dem Diktator — oder dem künftigen Diktator — die beste Gelegenheit, seine Macht zu festigen, unliebsame Elemente auszuschalten und die erforderlichen Vorkehrungen durch Knebelung der öffentlichen Meinung und Unterdrückung der Bevölkerung zu treffen, damit es nur noch einen im Staate gäbe, der befehle: Ben Bella. Diese Vorhaben des Algerien wurden von einem Antipoden kritisiert. Gerade das wurde ihm vorgeworfen: faschistische Methoden einführen zu wollen, um i sich zum Diktator aufzu- ' schwingen. Bekanntlich kön nen Diktatoren nichts weniger vertragen als die Wahrheit. Ben Bella reagierte. Sein Gegner Ferhat Abbas trat .freiwillig“ zurück. Ben Bella hatte einen Konkurrenten weniger. Im Zuge dieser Aktionen wurde ein .Komplott* «itdeckt. Das Haupt der Verschwörung ist Abdal Kader Rezak, ein gefährlicher Menßch, der so gar eine polnische Jüdin zur | Frau haben soll, sagt die Propaganda-Maschine Ben Bellas. Aber mit diesen Geschichten findet die Verschwörung noch nicht ihr Ende. Ben Bella: Israel hat die Hand im Spiel! Das ist der grosse Clou, die Sensation. Israel, natürlich niemand anderes als Israel hat diese schrecklichen Anti-Ben- Bella-Komplotts angezettelt. Ben Bella wird noch schärfer gegen Israel sein als bisher. Hatte er sich doch schon vor Jahren an der Spitze einer gewaltigen alge rischen Armee de» Schwert gegen Israel zücken sehen. Allerdings musste er damals seine Beschimpfungen und Drohungen dementieren. Inzwischen ist der Stern Ben Bellas geßtiegen. Er wird bald der einzige Machthaber in Algier sein. Ben Bella aber ist grosszügig. Die Juden in Algier können ruhig sein: ihnen wird nichts geschehen; sie sind doch brave Bürger. Mit einem rüden Antisemitismus hat Ben Bella ebenso wenig wie Naßser zu tun. Sie kämpfen nur gegen Israel. Ben Bella hat verschwiegen ,aus welchen Gründen Israel gerade an seinem Sturz interessiert sein sollte. Algier ist für Israel ein fernes Land. Sollte das kleine Ißrael wirklich keine an dere Sorgen haben, als Putsche gegen Ben Bella anzu zetteln? Warum sucht Ben Bella nicht in anderer Richtung? Merkwürdigerweise soll auch gegen das Leben des marokkanischen Königs etwa zur gleichen Stunde ein Anschlag gemacht worden sein. Haben diese beiden Attentate eine Verbinding miteinander? Uebergens sind die wraelischen Beziehungen zum marokkanischen König korrekt. Wer könnte wohl ein Interesse daran haben, auch diese» letzten König im arabischen Bereich Nordafrikas zu beseitigen; man denkt an Nas. sers Versuche der Beseitigung der Könige von Yemen und Saudi Arabien. Die plumpen Verdächtigungen Ben Bellaß dürften wohl kaum auf einen fruchtbaren Boden fallen. Propaganda wirkt aber nicht allein dadurch, dass man sie häufig genug wiederholt. Propaganda wirkt vor allem dann, wenn sie auf eine Gruppe stösst, die gerade das glauben will, was die Propaganda ihr sagt. Das Vorgehen und Auftreten Ben Bellas ist in e'ner Welt, die den Frieden offensichtlich ßueht. überhaupt nur möglich, weil die Grossen tatenlos, abwartend und lauernd zublicken. In einer gereinigten, politischen Atmosphäre, — die wir aber nicht oder noch nicht haben —, wären solche Erscheinungen wie Nasser und Ben Bella nicht denkbar. Nasver wurde im Schalten der Grossen zu einem Faktor. Er blieb, weil die»» Schatten noch teng und schwarz auf den Mittleren Osten fallen. Nichts anderes ä;t von Ben Bella zu sagen. Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 631

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