Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2013 (24.5.1963)
- Date
- 1963-05-24
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Mentioned entities
- Herbert Samuel, 1st Viscount Samuel 4× ep/1004878
- Chaim Weizmann 3× ep/1009290
- Debrecen 1× ep/1002371
- Dorohoi 1× ep/1104533
- Josef Fränkel 1× ep/2257538
- Moses Gaster 1× ep/1000032
- Otto Warburg (Agrarbotaniker) 1× ep/1760108
- Ternopil 1× ep/1000964
- Theodor Herzl 1× ep/1007316
- Theodor Lessing 1× ep/1026206
- Winston Churchill 1× ep/1024887
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Vi-rnes, 24 de Mayo de 1963 Año XX SV. — No. 2013 — 9 SSSK »? Seite ste ständiger De- *r fcraeLMfe. ®delten mit ^dwig Ep » C- •aitW, die Befische Wirt STIK Ebenheit der . aber färben- Landschaft in. Abenteuer *s ln m Israel died Tours oder eiseagenten ge. und kostet 4« ive Fahrt von Tel Aviv und Neot Hakiirar nit voller Verweise wird fachkundigen tet. bedes is am mtor teile der „Eg- Tirde kürzlich imtor in Jeru- Von nun au ransjordanien Juristen und in dort Rund- Umgebung sowie mehr- >e ins Galil feer (Sodom mternehmen, mazte betonen, seiner gerin- * eine ausge- Wirkung auf tide, sowie iiscbe Krink. leuschnupfen asthma, hat. Klima Etats and Sinusirisierst ¡tnfrägationsbüro Theodor Herfcl FUEYRREDON 2190 1 St. T. E. 83-2813 Herbert Samuel und Chaim Weizmann Vor Jahren fragte ich Sir Herbert Samuel, warum und seit wann er sich für den Zionismus interessiert hStte. Seine Antwort lautete, daes die Lektüre der Broschüre „Der Judenstaat“ von Theodor Herzl in ihm Sympathien für die zionistische Bewegung erweckte. Es ißt anzunehmen, dass die Zionistische Föderation in London, die im Jahre 1900 ein Rundschreiben an die Kandidaten aller Parteien im Unterhaus, auch an Herbert Samuel, geschickt hatte, um, im Falle einer Wahl, im Unterhaus für die Bestrebungen des Zionismus einzutreten. 130. darunter 75, die gewählt wurd?n, antworteten im positiven Sinne. Ob auch Herbert Samuel sich für den Zionismus verpflichtet hatte, kann man heute mit Beßtimmtheit nicht behaupten, nur mit ■Wahrscheinlichkeit annehmen. Tatsache ist dass Herbert Samuel kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, noch im November 1914, der erst? war, der als Mitglied der Regierung in einer Unterredung mit dem Aussenminister Sir Edward Grey für die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina eintrat. Bald darauf überreichte er der Regierung ein diesbezügliches Memorandum. Als etwas später C. P. Scott, Redakteur des „Manchester Guardian“ und ein wirklicher Freund des Zionismus, Chaim Weiz mann auf Herbert Samuel — „ein Jude in der Regierung“ — aufmerksam gemacht hatte, wollte Weizmann nichts über Herbert - Samuel hören und mit ihm nichts zu tun haben, denn er hielt ihn irrtümlicherweise für einen Antizionisten. Gegen Ende 1914 kam Weizmann mit Lloyd George. C. P. Scott, Herbert Samuel und Jcßiah Wedgwood zusammen. und als er über das Memorandum ven Samuel hörte, war er völlig überrascht. Weizmann war schon zehn Jahre in England, und damals gehörte er zu den besten Freunden vom Chacham Dr. Moses Gaster, mit dem er zionistische Ereignisse und Aktionen zu besprechen pflegte. Gaßter war natürlich über die ersten zionistischen Handlungen Herbert Samuels informiert. Herbert Samuel hatte Gaster mit Sir Mark Sykes vom Ausscnministerium zusammengebracht. Dies geschah beinahe ein Jahr vor deT historischen Sitzung vom 7. Februar 1917 von Sir Mark Sykeß mit Weizmann, Sokolow, Lord Rothschild und einigen anderen, welche endlich den Weg zur Balfour - Deklaration eröffnet hatte. Herbert Samuels Intervention für den Zionismus im Jahre 1914 war für Weizmann die „Ucberraschung seines Lebens“, weil er vergessen hatte, dass einige Jahre vorher Herbert Samu el für ihn, Chaim Weizmann, interveniert hatte. Diese Episode wird auch nicht in seiner Selfcßt'biographie „Trial and Error“ erwähnt. Dr. Weizmann wohnte wohnte schon sechs Jahre in Manchester, wo er als Do zent für Chemie Professoren d"r Manhe.ster Universität von JOSEF FRAENKEL kennen gelernt hatte. Diese waren bereit, die nötigen 12 Unterschriften zu besorgen, um ihn als Mitglied der Royal Society vorzusehlagen. Weizmann hoffte, daßs die Wahl, die geheim war, noch im Jahre 1910 erfolgen würde. Im Rat von der Royal Society waren zwei Chemiker, die ihn und seine Arbeiten gut kannten. „Das dürfte meine Chancen steigern“ — bemerkte er in einem Schreiben an Chacham Gaster. Nun müsste er spätestens Mitte Dezember 1910?is Kandidat der Royal So ciety vorgestcllt werden, aber das könne nur dann geschehen, wenn er schon vorher seinen Einbiirgerungß- Ausweis erhalten würde. Deshalb ersuchte er Dr. Mo ses Gaster, dass er bei Winston Churchill, dem damaligen Innenminister, den er doch „sehr gut kenne“, oder bei einem anderen Minister, in dieser Angelegenheit intervenieren eollte. Chacham Gaster. immer bereit, Weizmann zu helfen, antwortete ih:n, dass er diesbezüglich an Herbert Samuel, den General-Postmeister, geschrieben habe. Herbert Samuel, der gleich für Weizmann interveniert hatte, schrieb an Gaster (dieser Brief befindet sich im Gaster-Archiv und wird hier mit Bewilligung veröffentlicht) : „General Post Office London, 11. November 1910 Lieber Dr. Gaster, ich habe mich mit dem Ministerium d€ß Innern in Angelegenheit der Naturaii sation von Dr. Weizmann, worüber Sie m r am 9. d. M. geschrieben haben, in Verbindung gesetzt. Ich hoffe, dass es möglich sein wird, die Angelegenheit rechtzeitig für seine Wahl vom 16. Dezember zu beschleunigen. Mit den besten Grüssen, Ihr Herbert Samuel.“ Eine Woche später erhielt Chaim Weizmann vom Ministerium deß Innern die offi zielie Verständigung, dass ’ seine Naturalisation bewilligt würfle. Aber Weizmann , wurde nicht als Mitglied der ' Royal Society gewählt, und er figuriert nicht in der Liste der Mitglieder. Etwa drei Jahre später wurde Weizmann eine hohe Stelle in der Zionistischen Organisation in Berlin, unter dem Präsidenten Pro j fessor Otto Warburg, angeboten. und Weizmann epielte mit dem Gedanken, Engj land zu verlassen und nach Deutschland zu übersiedein. : Das war kurz vor Aus- : bruch des Ersten Weltkrieges. Dass er nicht nach Berlin zog, war vor allem seiner Frau zu verdanken, aber auch dem britischen Pass, den er durch die Intervention von Herbert Samuel erhalten hatte. W'äre er nach Deutßchland gegangen. so hätte man ihn dort während des Krieges als britischen Staatsbürger interniert und die Geschichte des Zionismus hätte über ihn während dieser Jahre nichts zu berichten gehabt. Vilj ■< /;•?;< .-;T: -, -vi , n ÜKÍ DER „PINKAS HAKEHILL O T ii von Dr. E. G. LOWENTHAL 1 „66 Personen, die zur früheren Synagogengemeinde Hannover gehört hatten, kehrten unmittelbar nach Kriegsende nach Hannover zurück. Viele Juden waren in einem Lager im benachbarten Ahlem interniert gew-ccen. 1945, bei der Befreiung Hannovers, kamen DP’s aus Lagern in der Umgebung der Stadt hinzu. Zuweilen wohnten 1.200 Juden in Hannover; die meisten von ihnen wanderten später nach Israel aus. Die sterblichen Ueberreste der letzten Opfer von Bergen-Belsen wurden auf dem neuen Friedhof in Hannover bestattet . . . “ Gegenwärtig zähle die Gemeinde 434 Personen, von denen weniger als 200 früher in Hannover gelebt hätten; 68 Kinder stünden im Alter von mehr alß 15 Jahren, und das Durchschnittsalter der jüdischen Bevölkerung liege bei 47,6 — Ziffern, die fast genau den Tatsachen entsprechen. Damit schliesst das prägnant geschriebene, 14 Lexikon - Spalter umfassende Stichwort „Hannover“ in der „Pinkaß Hnkehillot“ genannten „Encyelopaedia of Jewish Communities“, wie sie von Jad Waschern (Jerusalem), der offiziellen Gedenksammlung („Martyr's and Heroes' Authority“), in den nächsten Jahren herausgegeben wird. Den wesentlichen Inhalt des Stichworts, daß hier als Beispiel zitiert wird, bildet die knappe Schilderung der Vorgänge von 1933 an: Verschleppung nach Papenburg; Professor Theodor Lessing; Boykottag und spätere Boykott-Aktionen; Umschichtung; Ahlem; Darlehenskasse; Hiifßverein und rudere jüdische Organisatio. nen; jüdisches Schul und Bildungswesen; 250 Jahre Landrabbinat; Binnenwanderung; ziemlich ausführlich: „Polenakiicn“ und ..Kristallnacht' , — zunehmende Auswanderui g — „Judenhäuser“ — Machen- I ßchaften der Gestapo — Deportationen. beginnend mit dem 15. Dezember 1941 (Fakten, Zahlen, Bestimmungsorte). Demgegenüber werden dir Anfänge der Gemeinde und der Zeitraum ven 1918 bis 1933 summarischer behandelt. Allein die vorstehenden Auszüge lassen den Gegenstand der Untersuchung, das wesentliche Ziel, daß System, kurz: die ganze Anlage dieses umfassenden enzyklopädischen Spezialwerks bereits deutlich erkennen; sie sind dem soeben in eng lißcher Sprache erschienenen, kleinen Vorabdruck entnommen, der sich „Selected Excerpts“ (ausgewählte Auszüge) nennt. Man darf schon jetzt sagen, dass hier eine äusserssorgfältig, oft mit ausserordentlicher Mühe vorbereitete Dokumentation entßteht, die dem würdigen Grundgedanken von Yad Waschern voll entspricht. „Keiner weiss, wieviele Ortschaften in Europa ihrer jüdischen Bevölkerung völlig beraubt worden sind“, führt Dr. Arie Leen Kubovy, der Yad Waschem-Prä sident, in dem von ihm1 erst kürzlich, im Februar 1963, Unterzeichneten Vorwort aus. Eine Schätzung spreche zwar von 2.500, aber es könnte eicher mit 6.500 vernichteten, ehemals vollorganisierten Gemeinden (mit Synagoge, Vorstand, Rabbinat, Schule usw.) gerechnet werden; das Andenken an sie solle im „Pinkas Hakehillot“ festgehalten werden. Das Hauptaug?nmerk bei jedem Stichwort, das fünf Perioden (vor dem Ersten Weltkrieg; zwischen 1918 und 1933; 1933/38; 1938'43; nach dem Zweiten Weltkrieg) umfpßst. liegt auf der Verfolgung.«;- und Vernichtungszeit, das macht, wenn man bei „Hannover“ (als Beispiel) die Statistiken über die Deportierten, die in den Text ins Faksimile eingefüg. ten Anordnung n aus dem Jahr 1938 und Fotos zersiörter Synagogen einbezieht, mehr als die Hälfte der insgeßamt 14 Spalten aus. Um bei Deutschland zu bleiben, so ergibt sich ein ähnliches Bild bei Halberstadt und Schweinfurt. In dem vorliegenden, gleichsam als Muster zu betrachtenden Vorabdruck werden ausserdem behandelt: Dorohoi (Rumänien. früher Bukowina, mit fast 6.000 Juden im Jahr 1930), Hajduböszörmdny (bei Debreczin, Ungarn; 1941; ungefähr 1.000 Juden); Kolo (früher Provinz Posen; 1939; fast 5.000); Koßice (Kaschau, Slowakei; 1938; 12.000); Köszeg (Guns, Ungarn; 1941: 100); Kuritz (Polen; 1940: ungefähr 5.000); Nové Mesto und Vähom (Waag - Neustadt, Ungarn; 1940: 1.500); Secureni (Bessarabien; 1930; 4.200); Székesfehérvár (Stuhlweissenburg, Ungarn; 1941: 48.0000) und Tarnopol (Polen, früher Oesterreich - Ungarn; 1941: etwa 18.000). Bemerkenswert und auch für weitere Forschungen nützlich und atrißchlussreich ist das jedem Ortsstichwort beigefügte Literatur- und Quellen - Verzeichnis; bei „Hannover“ — wieder als Beispiel — wird umfangreiches Material zitiert (Bücher, Aufsätze, Berichte, Statuten usw. aus der Zeit von 1861 bis 1961, dazu Archivalien, auch Augenzeugenberichte aus jüngerer Zeit, die eich bei Yad Wa. Preisgckrocnte Propaganda zum Jom Haazmaut NACHRICHTEN AUS ISRAEL HOLZVERARBEITUNG IN ELAT Vor kurzem wurde zwischen dem Minister für Handel und Industrie und einer südamerikanisehen Gesellschaft ein Abkommen über schem und in der Wiener Li brary in London befinden). Unter „Pinkassim“ verstand man in früheren Zeiten die Protokollbücher jüdischer Gemeinden und Körperschaften. Zu den berühmten Werken dieser Art gehören z. B. das ,,Protokollbuch der Landjudcuschaft Kleve (1690—1807), wie es Dr. (Jizchak) Fritz Baer, Professor für mittelalterliche Geschichte an der Hebräischen Univerßität in Jerusalem, 1922 in Berlin herausgegeben hat, und der „Pinkas der litauischen Synode (1623 bis 1761)“, 1924 von Professor Simon Dubnow herausgegeben. Der „Pinkas Hakehillot“ von Yad Waßchem, ein Erinnerungsbuch ohne Präzedenz, setzt sich eine viel weitergehende Aufgabe, ein viel höheres Ziel. An ih rer Erfüllung arbeitet ein Team jüngerer Faehhistoriker — für jedeß Land ein von Assistenten unterstützter Redakteur für Deutsch land: Dr. Barucli Ophir, ein geborener Hamburger). die Errichtung einer Anlage zur Holzverarbeitung in Elat getroffen. Im ersten Stadi um wird mit einer Investition von 500.000 Dollar ein Sägewerk errichtet werden, in dem 80 bis 100 Arbeiter Becchäftigung finden soKen. Das Rohmaterial für das Werk wird aus Ostafrika und dem Fernen Osten eingeführt werden. DIAMANTENAUSFUHR Der Diamantenexport im Jahre 1962 belief sich auf 89 Millionen Dollar gegenüber 70 Millionen im Jahre 1961, was eine Zunahme von 27 Prozent bedeutet. SPERRPLATTEN AUS ASCHKALON Die Sperrplatenfabrik in Aschkalon exportierte im Jahre 1962 Sperrplatten im Wert von 1.600.000 Dollar. Die Fabrik, die erst das dritte Jahr in Betrieb ist, hat im letzten Jahr 10.600 Kubikmeter Sperrplatten erzeugt. von denen 63 Prozent für' den Export bestimmt waren. Sie beschäftigt 380 Arbeiter. PLASTIKERZEUGNISSE Die Fabrik „Jarkon“ — Erzeugung von Plastikwaren — exportierte im Jahre 1962 Waren im Werte von 250.000 Dollar. jv^wvvvvy^wvwwvvywvwvwvwwvwwvvwwwwvy^Av^wvvwwvvwvvvww^v* AUSSPRACHE-ABEND! UEBER ZEITFRAGEN; AM MONTAG, DEN 10. JUNI, UM 21 UHR i IN DEN RAEUMEN DER ACIBA. ARAOZ 2854 J _ _ 4 - - -- < Alle Mitglieder der THG sind zu dieser wichtigen Veranstaltung j eingeladen. Eingeführte Gaesle willkommen. (Kein VoTtraasabend) I , " 4