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Jüdische Wochenschau · 1963-05-10 · 2011 (10.5.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2011 (10.5.1963)
Date
1963-05-10
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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© cc © £ t a «* S h FRANQUEO PAGADO Concesión 908 ¿MC W 4. X> < u TARIFA REDUCIDA Conces'on 1629 AÑO XXIV MANA ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 10 DE MAYO DE 1963 No. 2011 EL EJEMPLAR 10en toda la República PUEYRREDON 2190 1? tzq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Der Kampf der Weissen in Afrika Von Jen 1.1 Millionen Europäern in Algerien sind nur noch etwa 600.000 geblieben und wieviele es in einem weiteren Jahre gaben wird, vermag kaum jemand zu sagen; dass es aber erheblich weniger sein werden, ist jedem Beobachter klar. 3.607.000 Weisse leben in Südafrika bei einer Einwohnerzahl von 16.100.000 Menschen, über welche die Südafrikanische Union verfügt. Hier handelt es sich um Weiuse, c’.eren Urstock bereits seit mehr ais drei Jahrhunderten in Südafrika lebt, die, seit vielen Generationen hier ansässig in diesem Lande ihre Heimat sehen, die sie kaineswegs verlassen wollen. Aber auch die algerischen Europäer lebten zum Teil in der zweiten und dritten Generation in Ncrdafrika. Jedenfalls kämpfen die etwa 5,2 Millionen Weissen, die sich heute noch auf cem afrikanischen Kontinent befinden, einen aussichtslosen, aber verzweifelten Kampf um ihr Ueberleben in den neuen Staaten der Farbigen. Die Masse der 230 Millionen farbiger Afrikaner mu«s hierbei den Ausschlag geben, und in den meisten Fällen sind die Afrikaner den Weissen, die ja bis vor kurzem ihre Herren waren, nicht gut gesinnt. Nur in wenigen Ländern hat kluge und volberechne te Kolonialregierung es verstanden, das Verhältnis so gut zu geßtalten. dass die weissen Siedler im Lande auch dann unberührt und gern gesehen blieben, als das Land zur Selbständigkeit gelangte, aber diese Erscheinung ist im Grunde verhältnismässig selten, und man darf wohl damit rechnen, dass in sehr vielen Staaten der Rest der Weissen, der noch in der Administration tätig ist, verschwinden wird, sobald die Landesbevölkerung imstande ist. diese Arbeit zu über nehmen. DIE — NOCH — WEISSEN STAATEN AFRIKAS Noch immer gibt e»s zwei Staaten in Afrika, die aus schliesslich von den Weissen regiert werden. Den ersten dieser Staaten haben wir Abschied für einen Botschafter Montevideo. — Die jüdische Gemeinschaft von Montevideo bereitete Israel Botschafter Jizchak Arkawi und seiner Familie einen rührenden Abschied anlässlich seines Fortgangs aus Uruguay. Arkawi ist als Botschafter nach Mexiko versetzt worden. Bei dieser eindrucksvollen Veranstaltung ergriffen Vertreter der jüdischen Organisationen das Wort. Botschafter Arkawi dankte für die :hm erwiesene Ehrung und die ihm während seiner Amtszeit geleistete Unterstützung, indem er gleichzeitig die bedeutenden Fortschritte hervor hob, die das uruguayi sehe Judentum auf erz.eher?«'*hem und kulturellem Gebid erzielen konnte. (ITA) bereits genannt, es handelt i sich um die Südafrikanische Union, die ja auch die grösste Anzahl der Weissen in ihrem Gebiet vereint, ja die, mehr als das, auch den höchsten Prozentsatz des weissen Bevölkerungsanteiles an der Geßamteinwohnerzahl erreicht. Der zwei tö dieser Staaten ist die Zentralafrikanische Föderation, oftmals auch Föderation | von Rhodesien und Njassaj land genannt, die eine sehr! schwache Föderation dar-! stellt, da man bald mit dem Ausscheiden des rein von Negern bewohnten Nja?salandes rechnen muss. Die beiden Rhodesien, unter deren 8,7 Millionen Einwohnern etwa 350.000 Weisse leben, werden aber auch kaum sehr lange in der Form des 'Regimes existieren können, wie das bisher der Fall gewesen ist. Auch wenn ein starker Mann, der jüdische Ex-Boxer und Siedler Sir Roy Welensky, eine j energische und zum Aeuj ssersten entschlossene Persönlichkeit, die Regierung in j diesem Lande führt, werden ' doch auf die Dauer die Weissen des Landes nicht gegen die 8,25 Millionen Farbigen aushalten. ja mehr als das, sie beherrschen können, wenn es zu der entscheidenden Auseinander Setzung kommen wird. Aber auch in den Ländern, die noch unter Kolonialregime sind, jedoch jetzt frei werden, dürften die Weissen keine Ueberlebensmög j lichkeit haben. Die 70.000 j Weissen, die in Kenia unter ' fast sieben Millionen Farbigen leben, werden nicht nur ihre Schlüsselstellungen in der Landesregierung nicht halten können, sondern wahrscheinlich auf die Dauer auch nicht die riesigen Güter als Eigentum zu behalten imstande sein, wie das bisher der Fall gewesen Vst. Die 10.000 Europäer in Uganda, die ebenfalls unter etwa sieben Millionen Farbigen leben, sind in e:ner noch schlechteren Situation. Man soll auch keineswegs meinen, dass die Lage der Weissen in dem arabischen und mohammedanVschen Nordafrika besser sei. obw'ohl diese Völker genau gesehen zur weissen Rasse gehören Die noch etwa 70.000 Kandidat der Liberalen Tel Aviv. — Die Liberale Partei ernmnte eine Sonderkommission. die die Kontakte mit den übrigen Parteien aufnehmen soll, um die Kandidatur von Pinchas Rosen füi das Amt des Staatspräsidenten zu unterstützen. Die Religiös - Nationalen erklärten, sie würden bis zu den Ernennungen in dieser Woche ihre Position definieren. Man rechnet damit, dass Zalman Shazar, der von der Mapai als Präsidentschaftskandidat aufge stellt wurde, die Mehrhe't im Parlament erlangen j dürfte, weil Mapam und Achdut Awoda seine Kandi- | datur unterstützen und sich ■ j auch die Religiös Nationlen i | für ihn entscheiden dürften, |! rf« er als gläubiger u"d tra- | | ditionsbewussfer Jude be j kannt ist. (ITA) ' Europäer unter den 27 Millionen Aegyptern sind schon heute in einer nicht gerade beneidenswerten Situation. Die 40.000 Italiener, die noch aus den italienischen Kola nialzeiten her in Libyen verblieben sind und die bisher mit den knapp zwei Millionen Libyern in Frieden gelebt hatten, haben auch letzthin gewisse Schwierigkeiten im Kontakt mit der Landesbevölkerung, und das Ende ihres Lebens hier ist abzusehen. Die drei Maghreb-Staaten, Tunesien, Algerien und Marokko beherbergen zusammen noch 1,15 Millionen Weisse. Aber deren Abwanderung geht ständig, wenn auch nun verhältnismässig langsam. vor sich. So merkwürdig es klingen mag und so unlogisch es eigentlich ist, da die Verbindung zwischen dem arabischen Nord- und dem übrigen Afrika eich ausschliess lieh auf das Dasein auf demselben Kontinent beschränkt, in dieser Hinsicht hat sich das arabische Nordafrika vielleicht ausschliesslich alte propagandistischen und machtpolitischen Grün den, aber wohl kaum nur deshalb, vollkommen an die anderen Staaten Afrikas angeschlossen. Auch hier ist des Bleibens der Weissen kaum noch lange. Interessant ir*, dass in Madagaskar, also in einem Lande, das eigentlich keine afrikanische Bevölkerung aufweist — die sechs Millionen Malegassen sind malayischer, aVso asiatischer Abstammung — etwa 120 000 Weisse ungehindert leben und ihren Geschäften nachgehen. Hier ist wohl das einzige Land, das man geogra phisch zu Afrika rechnen muss, in dem es kaum zu einer Auseinandersetzung zwischen Farbigen und Weissen kommen wird, in dem die Lage der Weissen von der Regierungsübernahme durch die Farbigen eigentlich unberührt geblieben ist. Am schlimmsten, zumindest auf die Dauer berechnet, dürfte sich letzten Endes die Lage der Weissen in den afrikanischen Gebieten gestalten* die heute noch immer Kolonien sind. Hier handelt es sich hauptsächlich um die beiden grossen portugiesischen „Ueberseeprovinzen“ Angola und Mozambique, unter denen fast 12 Millionen Einwohnern etwa 220.000 WeVssen sind. Al le anderen Gebiete, so die kleineren Enklaven Portugals und Spaniens, sind in dieser Hinsicht unbedeutend. Die Portugiesen haben sich auf den Standpunkt ge. stellt, dass jeder Einwohner dieser Gebiete Portugiese ist, dass es sich um Provinzen des Mutterlandes handelt, die zufällig auf einem anderen Kontinent liegen, und sie haben auch all jenen Einwohnern volles Bürgerrecht verliehen, die lesen und schreiben können und über einen bestimmten Besitz verfügen. Damit sollte zum Ausdruck gebracht werden, dass - die Hautfarbe nicht entscheidet, aber diese Lösung überzeugt niemanden, auch die Afrikaner nicht, die ja bekanntlich in Angola bereits seit Jahren einen blutigen Kampf gegen Portugal führen. Von allen Weissen, deren Lage in Afrika als prekär bezeichnet werden muss, dürften wohl die Weissen der portugiesischen Kolonien am gefährdesten sein. ALs Weisser in dieser zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts noch in einer europäischen Kolonie ausserhalb Europas zu leben, während von allen Seiten, auch seiten« der Bevölkerung dieser Kolonie die Souveränität für deren Volk ge fordert wird, ist keine beneidenswerte Lage. Obwohl noch 5,2 Millionen Weisse in Afrika leben, ist ihr Kampf um ihre Existenz auf diesem Kontinent letzten Endes aussichtslos, ein verlorener Kampf. In dieser Erkenntnis liegt gewiss viel Unrecht für Einzelne oder kleinere Gruppen. Oftmals ja hat bereits in der Menschheitsgeschichte .die Befreiung der Mehrheit Unrecht und Unheil für eine Minderheit mit sich gebracht. Aber Werturteile werden hier kaum helfen. Wie immer es auch sei, die Epoche der Weissen in Afrika ist abgelaufen. Garantien gefordert (Schluss von Seite 1) das State Department gegeneinander arbeitenden Kräften, die sich einerseits durch die Besorgnis um die Zukunft des Königs Hussein leiten lassen, und andererseits der gegenwärtigen Tendenz entsprechen, die guten Beziehungen mit der sich ausbreotenden Vereinigten Arabischen Republik zu sichern, deren Bestrebungen vom State Department als antikommunistische Richtung im Lager Nassers betrachtet werden. Washington. — Aus gut unterrichteten Kreisen wurde versichert, dass Präsident Kennedy unter dem steigenden Druck verschiedener Senatoren und Abgeordneten in aller Kürze bei seiner Pressekonferenz bestätigen dürfte, dass die USA ihre im Jahre 1950 erteilte Zusage, die heutigen Grenzen zwischen den arabischen Ländern und Israel zu garantieren, weiter aufrecht erhalten. Die im Jahre 1950 von den USA, Grossbritannien und Frankreich abgegebene Dreiererklärung verpflichtete diese drei Regierungen, in dem Falle, dass irgendein Staat im Mittelostraum „die Verletzung der Grenzen der Waffenstillstands-Linie vorbereite“, zur sofortigen Erfüllung seiner Pflich ten als UN Mitglied sowohl innerhalb dieses Forums wie auch ausserhalb desselben, unverzüglich zu hanisrael und EWG Brüssel. — Hier wurde offiziell mitgeteilt* dass die Verhanölii'gen zwischen Isc’ael und der Europäischen Wirtschaf s Gemeinschaft am 27. Mai wieder aufgenommen werden sollen. (ITA) Die Kirche za den KZ-Prozessen Ein „Wort zu den NS Verbrecherprozessen“ hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Abschluss seiner Synode kürzlich veröffentlicht. Die evangelische Kirche ruft darin zur Rechtsstaatlichkeit, zur Bestrafung der Schuldigen und zur Einsicht in das begangene Unrecht auf. Die Christen kennten sich nicht als Unbeteiligte von den nationalsozialistischen Verbre. chen abwenden. Die Erklärung der evangelischen Kirche weist darauf hin, dass die seit Monaten in der Bundesrepublik anhängigen oder durchgeführten Gerichtsverfahren über Verbrechen aus der Hitlerzeit das Ausland mehr zu erre gen scheinen als das eigene Volk. Es sei mit noch etwa 500 Verfahren zu rechnen. Die Gerichte stiessen jedoch dabei auf viel Unverständnis bei einem grossen Teil des deutschen Volkes. „Es ist nicht Aufgabe der Gerichte“, so heisst es in der Erklärucig weiter, „mit diesen Verfahren so etwas wie die Reinigung unseres Volkes zu vollziehen; sie können nur einzelne Verbrecher zur Verantwortung ziehen und verurteilen. Aber es ist ihr hohes Amt, die in der Vergangenheit zerstörte Gebundenheit an das Recht in unserem Volke wieder herzustellen und damit einen wesentlichen Beitrag zur inneren Wiedergenesung unseres Volkes zu leisten.“ Der Rat der Kirchen appelliert an die Deutschen der ältere« Generationen, sich zu prüfen, „ob wir das Ausmass der in nationalsozialistischer Zeit von deutschen Menschen mit staatlichen Gewaltmitteln geplanten, be f oh lenen und unbeschreiblich grausam ausgeführten Massenverbrechen endlich zur Kenntnis nehmen und uns dieser Verantwortung stellen wollen, statt die Erinnerung daran zu verdrängen und jede Mitverantwortung dazu zu leugnen.“ Es gehe nicht an, sieh hinter dem Unrecht zu verstecken, das während und nach dem Krieg von anderen Völkern an Deutschen begangen worden sei; der Massenmord an Juden und an Menschen anderer Nationalität und Herkunft, der durch Deutsche aurchgeführt worden sei, werde damit nicht ausgelöscht. Schliesslich verlangt der Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands einen Verzicht auf Selbstrechtfertigung; er fordert, die „bitteren Lehren“ der Prozesse in den Schulen u d auch in der kirchlichen Unterweisung zu be handeln. Den Menschen dir jüngeren Generation messe bewusst gemacht werden, dass es mit der Anlegung sittlicher Mr‘sstübe und Rechtsnormen an die Vorkommnisse der Vergangenheit nicht nur um die Vergangenheit selbst sondern auch um die Zukunft gehe. 1 dein, um solche Verletzungen zu verhindern. Wie es hiess, tolle die Erklärung des Präsidenten im weiteren jeder Möglichkeit Vorbeugen, dass die Sowjetunion die Rolle eines Befrieders im Mittelosten spielen könne. Diese Eventualität ergab sich durch den öffentlich gemachten Vorschlag des israelischen Premierministers Ben Gurion, der für eine gemeinsame Garantie des Status quo durch die Vereinigten Staaten und Sowjetrussland einträt. Die amerikanische Politik ist aber darauf' gerichtet, den sowjetischen Einfluss in diesem Gebiet auszuschalten. Aus den gleichen Quellen stammt die Nachricht, dass Kennedy es vorzöge, die bestehende Garantie zu bestätigen, statt eine neue Doktrin vorzuschlagen, die sowohl hier wie im Ausland zu Kontroversen führen könnte. Allerdings, so wurde betont, werde der Präsident darauf himveisen, dass seine Regierung zwar die Wichtigkeit der Sicherheit Israels anerkenne, doch andererseits die wichtigen Interessen seines Landes in den arabischen Ländern zu berücksichtigen habe. Diese Position spiegelt den Konflikt zwischen den Sachverständigen für Mittelostfragen im State Department und den Beratern des Weissen Hauses über die explosive Lage in dieser Zone wider. Die Experten des State Department führen an, dass eipe ausgesprochen pro.israelisehe Stellungnahme seitens der USA den amerikanischen Einfluss in den arabischen Ländern, und in erster Linie auf den ägyptischen Staatspräsidenten Nasser, beeinträchtigen müsse. Diejenigen, die sowohl im Weissen Haus wie im Kongress die gegenteilige Ansicht vertreten, behaupten, dass Nordamerika verpflichtet ist, Israel zu helfen, sich gegen die neuen Bedrohungen vonseiten der VAR zu schützen. Sie behaupten ferner, dass die öffentliche Meinung in den USA auf dem Standpunkt steht, Washington müsse die Sicherheit Israels gewährleisten. Inzwischen sind von denen, die an der Haltung des State Department Kritik üben, wozu im besonderen die Parlamentarier gehören, in beiden Kammern Resolutionen vorbereitet worden, um die Regierung zu ersuchen, klar und deutlich zu erklären, dass sie keine Aggression im Mittelosten dulden wird. Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivaiavia S31 I3l*r Schlussgesetz Bonn. — Der Innen ausschuss des deutschen Bundestages hat die Bundesregierung einstimmig aufgefordert, bis zum Jahresende den Entwurf für ein Ab. sehhvssgesetz zur Gesetzgebung nach dem Grundgesetz artikel 131 vorzulegen. Ein solches Abschlussgesetz, das die Fragz der nach 1945 wegen ihrer NS-Zugehörigkeil aus den Aemtern gesetzten Beamten endgültig regeln soll, .'et von den Sozialdemokraten beantragt worden. — (AV/Z)

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