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Jüdische Wochenschau · 1963-04-26 · 2009 (26.4.1963) · p. [Seite 16]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2009 (26.4.1963)
Date
1963-04-26
Page
[Seite 16] (sequence 16)
Language
German, Spanish
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.•T.«* I r \ » ■:r BSfe" «5, u> a I h o> <G FRANQUEO PAGADO CoDcesión 908 TARIFA ( REDUCIDA Concesión 1629 AÑO XXIV ANA ISRAI BUENOS AIRES, VIERNES 26 DE ABRIL DE 1963 No. 2009 £-20- EL ÉHl'E id P L A R 1IÏ _ en toda la República . PUEÏRREDON 2190 1? lz<*. T. E. 83 2613 Buenos Aires Die Araber drohen wieder Mit den offensichtlich beendeten Verhandlungen in Kairo über die Gründung der Zweiten Vereinigten Arabischen Republik ist die Lage im Mittleren Osten eher schlechter, denn besser geworden. Die Situation ißt immer noch unduchsichtig. Nachrichten aus dem Irak liegen kaum vor. Die spärlichen Informationen, die über die politischen Verhält nisse in diesem Lande gel geben werden, sind unklar. Offensichtlich haben die, Russen, die in den letzte® Jahren einen ' erhebliche^ Einflusß nehmen konnten,! Sie neue Regierung und vor allem die trotz der blutigen Revolution vorhandene Opposition unter Druck gesetzt. Gerade jetzt wurden erst wieder zwölf israkische Offiziere zum Tode verurteilt, was deutlich erkennen lässt, dass die Regierung sich nicht eicher fühl!. Einige sollen für ihr Verhallen im Jahre 1959 verurteilt worden sein, als die damalige Regierung einen Atffstand niederschlug. Eine Reihe weiterer Prozesse/ ist angekündigt worden. Man dürfte nicht fehlgehen. wenn man unterstellt, dass die heutige Regierung ernsthaft mit neuen Erne. bungen rechnen muss. Die Verhandlungen mit Nasser und die Unterzeichnun J^der Gründungsakte der VAR Nr. 2 haben die Gegensätze nur verschärft. Auch der zweite Partner Aegyptens in der VAR, Syrien, wird von ständigen Unruhen erschüttert. Niemand weiss, wer morgen wirklich in diesem dauernden Kampf um die Macht siegen wird. Obwohl man nüchtern beobachten und feststellen muss, dass die pronasseristischen Kräfte offensichtlich die Oberhand haben, besagt das nicht, dass es bald wieder eine neue Ueberraschuijg geben kann. Die nicht von Nasser abhängigen syrischen Politiker stehen der neuen Allianz mit alter Skepsis gegenvon B. B. SAMUEL über. Dies bedeutet aber nicht, dass sie sich nicht alle in ihrer Ablehnung und ihrem Hass gegen Israel einig wären. Niemand hätte auch nur den Mut. in diesem Punkt von der üblichen Politik abzuweichen. Damit würde er sofort zum .Verräter" werden. Wie schwierig die Lage für die Staaten ist, die nicht unter die Herrschaft Nassers zu fallen wünschen, zeigt Transjordanien. Dieses kleine Land ist das erste Opfer der neuen Nasserschen Einkreißungspoliük. Bisher hat zwar der König Hussein die Gewalt behalten, wenn er auch die aufrührerischen pronasseristischen Elemente nur mit Hilfe rücksichtsloser Unterdrückungßmassnahmen beherrschen kann. Transjordanien befindet sich am Rande eines von Nasser geschürten Bürgerkriegs StudentenbiKe einen Anschluss af. di»ryÄR v«¿langten und demonstrierten. 'wurden mit Waffengewalt auseinandergetriebe'n. Die Anzahl der Toten wird man wohl nie au befahren. T>ie bteheuige transjordanisehe Regierung wurde durch eine neue ersetzt. In einiger Zeit soll ein Vo’ks. entschcid über den künftigen politischen Weg des Landes entscheiden. Die Beobachter stehen diesem Programm skeptisch gegenüber. Eine Voraussage über 'die kommende Entwicklung in diesem wie in jedem anderen arabischen Land ist jedoch nicht möglich. Dass Israei mit grösster Aufmerksamkeit diese Entwicklungen in seinen Nachbarländern verfolgt, ist selbstverständlich. Die Unruhe an den Greifen nimmt zu. Der Sturz HiSgtenns und ein dann erfolgÄgp Anschluss Trar.ßjordlmTens an die neue VAR muss zwangsläufig zu einer Verlagerung des bisherigen Kräfteverhältnisses führen, dem Israel nicht ruhig ziißehen kann, zumal Aegypten — wie verlautet — Truppen in der Sinai-Halbinsel konzentriert. Besprechungen Uber diese Entwicklung wurden nicht nur in Israel geführt, sondern auch in USA und Eng land abgehalten. Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Shimon Peres hält sich in den Vereinigten Staaten auf, wo er ein Gespräch über die Lage mit dem Präsidenten Kennedy gehabt hat. Er dementierte eine Nachricht, dass Kennedy erklärt habe, die USA würden eine israelische Intervention in Transjordanien nicht zulassen. In den USA ist man nicht der Ansicht, dass Nasser militärische Aktionen gegen Transjordanien und Saudi Arabien einleiten werde. Niemand kann jedoch wirklich voraussehen, was geschehen wird. Demgegenüber steht die klare Erklärung Ben Gurions. das« „Israel zum Handeln gezwungen wird, wenn Aegypten sich in die Angelegenheiten unseres nächsten Nachbarn entmischt“. Daraufhin drohten die Syrer, sie würden sich über „Massnahmen zum Schutz des trar.sjordanischen Volkes gegen die israelische Bedrohung“ schlüssig werden. Die Lage bleibt ernst, nicht zuletzt deswegen, weil die westlichen Grossmächte wie üblich keine klare Stellung nehmen und durch ein solches Verhalten die arabi sehen Revolutionäre ermuntern. Botschaft des Presidenten Ben Zwi Der Gruss Ben Zwis an die Juden in aller Welt wurde uns bereits vor etwa einer Woche übermittelt. Mit' tiefem Schmerz haben alle Juden die Trauerbotschaft vom Tode des hochverehrten und von seinem Volk geliebten Präsidenten erfahren. Seine letzten Worte an sein Volk geben wir nachstehend wieder. Zum 15. Unabhängigkeitstag des Staa. tes Israel gelben meine aufrichtigsten Wünsche dem ganzen Haus Israel. Gesegnet sei das Verteidigungsheer Israels, Hüter unseres Vaterlandes, gesegnet seien die Pioniere in den Kolonien und die Erbauer der staatlichen Wirtschaft in Ackerbau, Industrie und Handel; gesegnet seien alle, die sich der Förderung der Erziehung deas Volkes, seiner Kultur und der Verbreitung sei ner Sprache widmen! Gesegnet seien auch die Männer der Wissenschaft, die mit ihren geistigen Fähigkeiten dazu beitragen, das Ansehen Israels zu he. ben. die versprengten Brüder zu sammeln und eine frei« gläubige Nation auf dem Boden-der Väter zu formen. Mögen sie einen gerechten Lohn empfangen! Wir gedenken an diesem Tage derer, die ihr Leben für das Vaterland opferten, an die Helden und ihre Familien, denen wir einen Dank schulden, der nicht abgetragen werden kann. "Lasst uns im Andenken an ihr Heldentum eine Minute des Schweigens bewahren! In diesem Jahr haben wir der „Pioniere“ gedacht, der ersten, die durch ihrer Händ€ Arbeit die Grundlagen des Staaten erbaut haben, dessen 15. Jahrestag wir heute begehen. Wir stehen auf der Schwelle des sechzehnten Jahres der Unabhängigkeit, bewusst der auf uns ¡astenden Verantwortung. Wir alle wollen unsere Bemii. htingen verdoppeln, Tag für Tag, bis wir unsere groß so Mission der Befestigung der Fundamente unseres Staates, der Entdeckung und Entwicklung der in unserem Lande schlummernden Bodenschätze und die Erziehung der unzähli gen Einwanderer erfüllt haben. Der heisseste Wunsch unseres Staates a!ß rechtliches Mitglied der Völkerf anulie und einer Ration, die am eigenen Leibe rohe Verfolgungen gespürt hat und jet^t daran geht, die Wüste zum Blühen zu bringen, ist, dass Frieden in der Welt herrschen möge. Wir beten im besonderen für das Wohl des Teiles der Erde-, in dem wir leben. Die politischen Unruhen, die Tag für Tag uns benachbarte Länder erschüttern, verringern unser Miihen nicht, noch schwächen sie unseren Glauben an den Frieden, der eines Tages zwischen uns und unseren Nachbarn geschlossen werden wird Heu te, ebenso wie in der Vergangenheit, bieten wir ihnen unsere Hand als Zeichen des Frfcäens. Aber wähnend unsere Nachbarn Tag und Nacht cfamit drohen, uns zu vernichten, ist es unsere Pflicht, unsere Rüstungen zu verstärken und ständig die Verteidigungskraft unserer Armee, in die wir unser Vertrauen setzen, zu erhöhen. Ich entbiete meine wärmsten Wünsche aus Zion und Jerusalem allen un seren Brüdern, wo sie auch leben mögen. Gesegnet mögen jene sein, die uns aus der Ferne helfen, unsere weniger vom Glück begünstigten Brüder in das Land zu bringen und einzugliedern, jene, die bei dem Aufau unseres Lances und der Befestigung seiner Wirtschaft helfen! Mögen sie Anlass zu Stolz und Befriedigung in den Fortschritten unseres Staates finden! Mein; brüderlicher Gruss ergeht auch an alle, die ih unser Land einwandern wollen. Möge Gott geben, dass ihr Wunsch in Erfüllung gehe. Flüchtlinge aus*Algerien BUCK IN DIE WEIT von HAROLD SCHWARCZ In Madrid wurde der Kommunist Julian Grimau Garcia zum Tode verurteilt. Gegen dieses Urteil wurde in vielen Ländern protestiert. Krutsehew richtete eine Gnadengesuch an Franco und li^t ihn, die Todesstrafe nicht zu voll strecken. — J Der Vater von Anne ,Frank wurde-vom Papst in Audienz empfangen. Der f*äpst äußserte die Hoffnung, dass das Buch der Anne -Frank zu einer besseren Verständigung zwischen den Manschen beitragen möge. — Einen beinahe schon komischen Eindruck macht der deutsche „Erbfolgestrcit“. Dep Bundeskanzler Adenauer soll au'. Wunsch seiner eigejjfen Partgi zurücktreten. Er will jedoch sein Amt nicht dem jetzigen Virtschaftsmmister Dr. LudwigTlhrhard überlassen. Die hierüber in der Oeffentlichkeit ¿geführten*, Auseinandersetdungen haben Aufsehen erregt. Der russische Schriftsteller U.ja Ehrenburg, bisher stets vc . Partei und Regierung geschützt, wurde wegen seines Memoiren-Werkes zensuriert, das übrigens auch v deutscher Seite angegriffen worden ist. Das interessant Buch enthält verschiedene Berichte, die gewiss manschen Leuten nicht passen. — Die sowjetische Zeitung „Iswestja“ behauptete ’m Angesicht des grossen Echos,, das der 20. Jahrestag des Aufctandes im Warschauer Ghetto hervorgerufen hat, dass Anilevich, einer cfläryVnführer des Ghetto-Aufstandes, ein eingetragener Kommunist "gewesen ist. Hiermit sollte gesagt werden, dass die Sowjet« den Aufstand unterstützt haben würden, wa.^ aber angesichts der historischen Tatsachen unrichl^ ist. Anilevich ist niemalr- Kommunist gewesen. — ■' Die strenge Kälte dieses Winters hat für viele Flüchtlinge aus Algerien ein bitteres Erwachen gebracht. Sie glaubten, rasch in Frankreich eine neue Heimat gefunden zu haben, und sehen nun, dass alles nicht so einfach ißt. Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge konnte sich mit dem rechtzeitig geretteten Vermögen über Wasser halten und passende Anstellungen finden^ Vor etwas über einem Jahr begann der jüdische Auszug aus Constantire, dem dann rasch der auß den anderen Städten folgte. Die Regierung versprach den Flüchtlingen Hilfe und Un terstützung für ein Jahr und dieses Jahr ist nun für viele Tausende abgelaufen. Zuerst haben nur etwa 5.000 Flüchtlinge um die Hilfe beim Jüdischen Sozialfocds nachgesucht. Es war aber nur einem kleinen Teil möglich, eine ständige Wohnung zugewiesen zu erhalten Der Jüdische Soziaifonds beschäftigte sich in der Haupt Nasser will Algerien Besucher. London. — Der ägyptische Präsident Nasser hat eine Einladung zum Besuch A!ge riet’« angenommen und wird dort am 5. Juli eintreffen. Dies wurde auf einer Pressekonferenz des algerischen Industrie Ministers Aroussy bekannt, der sich kürzlich in Kairo aufhielt. (AWZ) Sache mit Frauen und Kindern, die ihren Vater verloren haben, mit Ehepaaren über 50 Jahren und ohne Arbeit sowie mit invaliden und kranken Personen. Für diese Personen war das Budget aufgebraucht worden; für 1963 ist es dreimal so gross wie 1962, ohne dass andere Kategorien unter die Unterstützten aufgenommen werden konnten. Die Errichtung und Erweiterung bestehender Schulen und die Ausführung sozialer Programme werden das ganze Budget beanspruchen. In Marseille gestehen die gleichen Schwierigkeiten wie in Paris. Etwa 25.000 Algerier bleiben hier, weil das Klima ähnlich wie in Algerien ist. Die Gemeinde hat beschlossen, ihre Struktur zu ändern, um eine bessere Verwaltung herbeizuführen, nachdem sie sich in den letzten acht Jahren um das Fünffache vergrössert hat. Die jüdischen Instanzen legen, den Hauptwert auf die Erziehung der jüngeren Ge neration, weil die Gefahr der Aufgabe des Judentums sehr gross ist. Tausende jüdischer Jugendlichen bei innen sich auf den Strassen, lind der ORT versucht mit seinem verhältnismässig geringen Bpöget, ihnen.eine richtige Berufslehre zu vermitteln. Die Juden in Algerien können wähnend der nnehß'.en drei Jahre entsprechend dem Abkommen von Ev an das französische Bürgerin > .-sprecht beanspruchen. Ursprünglich waren die Algerier der Meinung, dass die Juden sofort die französische Staatsangehörigkeit ablegen und die algerische annehmen müssten. Seit den Kämpfen in Algerien sind etwa 1000 Franzosen, darunter 100 Juden verschwunden. Nach einem Abkommen zwischen Alge rien und Frfaärt^reich sollen gemeinsame Erhebungen nach dem Schicksal dieser verschwundenen Personen durchgeführt weralen. Daß Internationale^ Comitg des Roten Kreuzfz erhielt die Erlaubnis, die Lrsfgnder Insassen von Gefärntnisven und Lagern durchzus$hen. Etvya 100 jüdische Familien habepiigo Hoffnung, ihre Väter wiiSter zu erhalten. Noch 500 Verfahren '? Bonn.’— Rund 500 Verfahren gegen nationalsozialisti sehe Verbrecher werden noch die Gerichte in der Bundesrepublik beschiifti. gen. Die Hälfte davon ist bereits an die zuständigen Staatsanwaltschaften zur Prüfung der Fuage, ob Anklage erhoben wird, abgegeben worden. Die übrigen befinden eich noch bei der Zentralstelle der Landesiustizverwaltungen in Ludwigsburg im vorbereitenden Ermittlungsverfahren. (AWZ) Entschaedigung von NS-Opfern? Belgrad. — Zur Erklärung des Bundeskanzlers vor dem Bundestag, wonach deutsche Reparations - Verpflichtungen als deutsche Ehrenßchulden anzusehen seien, sägte der Sprecher des Belgrader Aussenministeriums, man habe von dieser Erklärung Kenntnis genommen. Jugoslawien fühle sich be. kanntlich von der Bundesrepublik ungerecht behandelt. Im Lichte der Aeuseerungen Dr. Adenauers sei es seltsam, dass die Bonner Regierung nun schon neun Monate die jugoslawische Forderung auf Entschädigung jugoslawischer Naziopfer unbeantwortet gelassen habe. (AWZ) Antisemitischa Flugblaetter Düsseldorf. — Flugblätter, in denen die Juden und die deutsche Gewerkschafts - Bewegung angegriffen werden, wurden in der Industriestadt Herne im Ruhrgebiet, besonders in Postßchliessfä-?hern aufgefunden Darin heisst es, „die Juden lügen und wühlen ‘ und „die Gewerkschaftsbewegung ist ein jüdisches Geschäft“. Der Präßident dieser Bewegung ist ein gewisser Ludwig Rosenberg, ein Jude. (ITA) Registro dela Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en mprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 1 lf

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