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Jüdische Wochenschau · 1963-04-26 · 2009 (26.4.1963) · p. [Seite 13]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2009 (26.4.1963)
Date
1963-04-26
Page
[Seite 13] (sequence 13)
Language
German, Spanish
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Viernes, 26 de Abril de 196.1 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIV. — No. 2ÖW) — 13 PUEYRREDON 2190 1 Sí. T. E. 83-2S13 Israelische Briefmarken 1 Das Briefmarkensammeln ist vielleicht daß beliebteste „Hobby“ bei den Hobbies im allgemeinen sehr zugetanen Israelis. Es existieren in Stadt und Land Sammlergruppen, die wiederum in einem Dachverband organisiert sind, der Föderation philatelistisch-er Gesellßchafteni Dieser Verband unterhält Beziehungen mit internationalen Organisationen •und überwacht und fördert ausserdem den Sport des Briefmarkensammelns im Lande, besonders unter der Jugend. Die Heraußgabe und Verteilung von Briefmarken ist dem Briefmarkendienst des israelischen Postamts unter stellt, der bei der stetig wachsenden Beanspruchung 7,u einer ausgedehnten Organisation angewachsen ist. DRAMATISCHE ANFAENGE Die Geschichte der israelischen Briefmarke begann auf'sehr dramatische Weise mit “dem Druck einer Serie einige Wochen vor der Staatsgründung (15 5. 1948), die die Aufschrift trug ,,Doar Iwri — Hebräische Post“ — einfach aus dem Grunde, weil der Name des neuen Staaten noch nicht festgelegt war.' Diese erste Serie zeigte in symbolischer Weise Abbildungen der antiken Münzen, die zur Zeit der jüdischen Freiheitskriege gegen die Römer (66—70 und 132—135 d. g. Z.) geprägt waren. Jedes Blatt hatte ausserdem einen Abschnitt mit der Aufschrift „Jahr der Freiheit Israels“, „Erlösung Israels“, „Jerusalem, die Heilige Stadt“. Da diese Abschnitte bei den Sammlern sehr beliebt wurden, entschied man sich, sie bei allen kommenden Ausgaben mitzudrucken. Die erste Serie wurde bis 1950 verkauft und ist nun natürlich der kostbarste Besitz aller Sammlungen. Die darauf folgende Serie hatte die gleiche Abbildung, doch mit dem Namen „Israel“ in hebräischen und lateinischen Buchstaben. Auch die technische Ausführung stellte damals grosse Probleme. Im Jahre 1948 bestand im Lande kein geeigneter Maschinenpark mit irgendwelcher Sicherheitsvorrichtung; der Druck musste daher auf einer einfachen Buchpresse geschehen, die wenig Möglichkeiten zur künstlerischen Ausgestaltung bot. Allmählich fanden sich Firmen, die den Druck auf Offset Maschinen unternahmen, und es wurden eine Perforiermaßchine und Ausstattungen für das Photogravüre-Verfahren angeschafft. Seitdem hat die Kunst des Markendrucks grosse Fortschritte gemacht, und viele namhafte graphische Künstler liefern gute Entwürfe, wie z. B. die Brüder Schamir, Rubin, G. Hamori, Miriam Karoly, Blauechild und R. Ereil. ’ ’ GEDENKMARKEN Seit 1948 sind ungefähr 300 verschiedene Briefmarken erschienen. Vier- bis fünfmal pro Jahr werden benondere Gedenkmarken herausgegeben. So erscheinen an jedem Unabhängigkeitstag und zu den hohen Feiertagen Spezialserien. Dazu wer¬ VOR HANNAH PETOR den Tausende von besonders entworfenen Umschlägen mit dem Poststempel des jeweiligen Tages verkauft. Gelegentlich der ersten internationalen Markenausstellung TABIL, die im Jahre 1957 in Tel Aviv stattfand, erschien ein sehr gelungenes Markenblatt mit der Dar- Eine Herz! Marke erschien im März 1949. Anlässlich des 23. Zionistenkongresses im Jahre 1951 erschien Herzls Porträt wiederum auf einer Er:rnerungsmarke Eine an dere Herzlmarke wurde im Jahre 1954 anlässlich der 50. Wiederkehr seines Todeetages herausgebracht; mauer von Jerusalem und des Davidsturmes auf. Die Neujahvsausgabe von 5723 entworfen von Hava Arnon und Tsiia Menousßi, hat auf den besonderen Abschnitten vielzitierte Verse des P’O pheten Jesaia. Es erschienen ebenfalls Gedenkmarken zu Ehren Weizmanns, Maimonides’ und Einsteins; die letztere ï -.C'A SK*)*« Das israelische Postministerium kündigt die Ausgabe des 2. Teils der Serie von Luft, postmarken an, die im Lande heimische Vögel zum Motiv haben. Stellung des berühmten Mosaikfussbodens der in Bet Alpha entdeckten Synagoge auß dem 5. Jahrhundert. Das Modell, nach einem Entwurf von D. Pogacz, besteht aus 65.400 Punkten in sechs Farben; jeder Punkt stellt einen Stein des ursprünglichen Mosaiks dar. Das Blatt seltßt besteht aus vier Briefmarken verschiedenen Wertes; jede ist dreieckig und zeigt einen Teil der allegorischen Zeichen des im Mosaik abgebildeten Tierkreises. im Jahre 1962 erschien eine Marke anlässlich seines 100. Geburtstages. NEUJAHRSAUSGABEN Andere, im Ausland sehr beliebte Sonder - Ausgaben umfassen die Marken zu den hohen Feiertagen. Die Marke deß Jahres 1948 z B. zeigt das Zeichen der „Fliegenden Thorarolle“, eine Kopie auf antiken Tonwaren entdeckten Hoheitszeichens der Provinz Judäa. Andere Marken weisen Abbildungen der alten Stadt ist wahrscheinlich die erste Briefmarke mit einer algebraischen Formel;E—mc2), die Darstellung seiner Relativitätstheorie. Eine andere von P. Kor entworfene Marke feiert die Errichtung des ersten atomischen Reaktors in Israel. Auf kürzlich erßehienenen Ausgaben, die gute Zeichnung mit grosser Schönheit der Farbgebung vereinen, sehen wir die exotischen Fischarten der Bucht von Elat, sowie die Blumen und Vogelarten Israels 15 Jahre Staat Israel Anderthalb Jahrzehnte sind vergangen, seit am 5. Ijar des Jahres 5708 (1948) Medinat Jißrael proklamiert worden ist. Noch immer vermag die jüdische Welt nicht die ganze Tragweite jenes Ereignisses zu ermessen, seine schicksalhafte Bedeutung für Gegenwart und Zukunft des jüdischen Volkes und vielleicht, noch darüber hinausgehend, für die zivilisatorische Entwicklung des Mittleren Ostens und die Zusammenarbeit aller freiheitsliebenden Nationen. Nach Ueberwindung unendlich tragischer Geschehniese, nach dem Ueberleben der furchtbarsten aller Katastrophen in der leidensreiehen jüdischen Geschichte, kam es vor fünfzehn Jahren zu einem Akt der Selbstbe freiung dadurch, dass das Volk inner- und ausserhalb eeines historischen Heimatlandes an die Aufgabe ging, die künftige Schicksalsgestaltung in die eigene Hand zu nehmen. Ein alter Traum ging in Erfüllung, und Theodor Herzl, gleich anderen „Träumern“, sollte sich als wahrer Realist erweisen; zu Lebzeiten war er nur von wenigen verstanden worden, doch jene Minderheit, getragen von Liebe zum jüdischen Volke und seiner «ehr alten hohen Kultur, hatte in ihrem Enthusiasmus die über alle Weltteile zerstreu ten Teile Israels mitgerissen und denjenigen Tag vorbereilet, an dem der Ueberrest des einstigen „Gottesvolkes“ mit dem Aufbau einer neuen staatlichen Gemeinschaft beginnen solle, und Raum und Zukunftsmögliehkeiten für Hunderttausende neuer Rückkehrer zur alten Erde schaffen würde. Heute befindet sich die zionistische Bewegung, die in fünfzigjährigem Ringen den Staat für drß heimatlose Volk erkämpft hatte, in einer andersgelagerten Situation; Sie muss das Volk für diesen Staat gewinnen, das einzigartige jüdische Volk, das sich, im grossen gesehen, so oft und so wunderbar bewährt hatte, dessen einzelne aber häufig noch nicht die Notwendigkeiten unserer Gegenwart begriffen haben, sich nicht immer dessen bewusst sind, dass Medinat Jisrael nicht ale Geschenk vom Himmel gefallen, sondern unter unsäglichen Opfern errungen worden ist. Diese jüdischen Menschen sehen nicht, dass der Begriff Zeit von ent scheidender Bedeutung sein kann, und dase versäumte, verpasste Gelegenheiten vielfach unwiderruftlich veiloren sind. Mit der Errichtung des jüdischen Staates am Ende des 2. Weltkrieges hat das gesamtjüdische Leben eine Umwälzung erfahren; daß Volk, bisher passives Objekt von politischen Führungen in der Welt, auf die es keinen Einfluss nehmen konnte, ist souverän im eigenen Hause; doch nichts ißt absolut, und viel hängt von der eigenen Kraft und von der Beziehung zur Umwelt ab. Und doch ist di-ê erreichte politische und ökonomische Unabhängigkeit etwas Neues und Grosses. Israels Erfolge werden solche der Weltjudenheit sein und sein etwaiges Versagen wird allen Juden zur Last gelegt werden. Mithelfen zu dürfen an der Rettung ganzer jüdischer Gemeinschaften nach Israel, um ihnen dort ein menschenwürdiges, fraies Dasein zu ermöglichen, ißt eine hohe Chance und gigantische Aufgabe. Die jüdische Welt wird im Jahre 1964 ein denkwürdiges Ereignis der jüdischen Geschichte begehen: Es werden 2500 Jahre vergangen sein, seit der grosse Per.serkönig Cyrus den Juden im babylonischen Exil gestattete, nach Erez Israel heim zukehren, um Staat und Tempel neu aufzubauen, und diese Heimkehr vollzog sich in den Jahren 538—536 vor der übl. Zeitrechnung. Es entstand ein zweiter Judenßtaat, dessen Unabhängigkeit innerhalb von rund 550 Jahren oftmals sehr begrenzt war. Und dann, nach Der gresen Trauer Isjaels und des ganzen jüdischen Volkes um den unersetzlichen Verlust des allverehrten Präsidenten Israels D. JSICHÄK m ZW! schliesst sich der Vorstand und die Mitgliedschaft der THG in dem Bewusstsein an, dass die Erinnerung an diese grosse Persönlichkeit nur im verstärkten Dienst für die Ideale geehrt werden kann, für die er gelebt hat. Abschiedsfeier für einen Chawer ,Tesorero‘ angehört hat, ist zur Alijah mit seiner Gattin und seinen Kindern gegangen. Er hat damit seinen zionistischen Traum, das Ideal eeiner Jugend und seines Lebens erfüllt. Heinz Friedländer ist ein ruhiger und bescheidener Mensch, der trotz seiner Zurückhaltung immer von einem festen Willen zur aktiven Mitarbeit an der zionistischen Sache beseelt war und genau wusste und weins, was er will. Diese Eigenschaften befähigten ihn, alle ihm von unserer Organisation gestellten Aufgaben in vorbildlicher Weise zu erledigen. Der Vorstand hatte ihn, seine Familie und Freunde sowie die Vorstände der Nueva Comunidad IßraeHta und der Tarbut-Schule zu einer schlichten Abschiedsfeicr eingeladen, da Friedländer auch seit Jahren treues und aktives Mitglied der NCI war und am Aufbau difr Tarbut-Schule teilgenommen hat. Alle, die bei dieser Gelegenheit das Wort ergriffen, haben die hervorragenden Eigenschaften von Heinz und Gisela Friedländer gerühmt, die überall, wo sie mitwirkten. nur Freunde hatten. Es ßnrachen Dr. Carlos Kost, Herr Adclfo Brück, der Vizepräsident der NCI, Herr Rabbiner Harf und der Präsident der THG, der seine Worte zugleich im Namen der WI- ■ZO an die Abschied nehmenden Freunde richtete. Die THG hat durch den Weggang Friedländers einen wirklichen Verlust erlitten, ist aber andererseits ßtolz, dass ihr Chawer zur Alijah geht und noch aktiver und unmittelbarer als bisher an der Realisierung der uns aL len beute gestellten Pfhch* ten und Aufgaben mitarbeiten wird. — Jonny Meyer Keith, Vor. Standsmitglied der THG, der vor einigen Monaten eine Rej.se durch Israel gemacht hatte, zeigte die von ihm aufgenommenen Bilder, die von eindrucksvoller Schönheit, man darf sagen, künstlerisch geschmackvoll, wa. ren und die Anwesenden begeisterten. Der Vorstand der THG wünscht auch von dieser- Tribüne aus Heinz Friedländer und seiner Familie vollen Erfolg für seine Einordnung und für sein künftiges Leben ins Israel. — Heinz Friedländ?r, der seit vielen Jahren unserem Vor stand, in der letzten Zeit als seinem Fall, begann das zweitaroendjälirige Exil, die Entfernung vom Heimatboden und die ruhelose Wanderung durch Kontinente und Völker. Der dritte jüdische Staat, politisch von' Ilerzl und Nordau vorbereitet, in den Tagen von Weizmann und Sokolow nahe an die Verwirklichung herangebracht, wird jetzt, in der Epoche von Männern wie Jizchak Ben Zwi und David Ben Gurion, endgültig befestigt. Die gesamt; jüdische Welt ausserhalb von Medinat Israel, unter Führung der grossen jüdischen Weltorganisationen, begleitet ihn nicht nur mit guten und innigen Segenswünschen, sondern teilt mit Israel die Gesamtaufgaben, die Volk und Land verpflichten. „Kibbuz Galuyot“, die „Sammlung der Zerstreuten“, wird im 16. Leber.ßjahr-e der Medinat die höchsten Anforderungen an alle Juden stellen, die sich der Grösse der Stunde würdig erweisen. CURT WILK Wiederaufgebaute Raffinerie Tel Aviv. — Nach ihren! Wiederaufbau ist in Haifa jetzt eine Raffinerieanlage in Betrieb genommen worden, die seit dem Jahre 1948 still gestanden hatte. (AWZ)

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