Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2007 (13.4.1963)
- Date
- 1963-04-13
- Page
- [Seite 8] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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a 2a 2.a _ te; : «iS O “ a «• ,<u < (J FRANQUEO PAGADO Concesión 908 T>RIÍA REDUCIDA; Canco«'on 1629 ANO XXIV BUENOS AIRES, SABADO 1?, DE ABRI!, DE 1963 No. 2*97 eL í,£'‘'1-** Ißen toda (a República FLEYRREDON 219« 19 bt4. T. E. 83 2613 Buenos Airea GEFAHR FUER DEN FRIEDEN BUCK IN DIE WELI Ixmdon. — Der wesideut-; sehe Botschafter in London 1 gab einer englisch-jüdischen! Delegation die Versicherung i ab, dass seine Regierung ■ ,,sich der Gefahren voll bejwusst“ sei. die mit der Arbeit deutscher Wissenschaftler am Raketenprogramm Aegyptens verbunden sind. j Der Botschafter erklärte I den Delegierten des Board of Deputies, seine Regierung sei über die Lage besorgt und bemüht, Massnahmen 7M verfügen, die es inner-; halb der durch die deutsche; nere Position zur Wahrung der Sicherheit Israels und des Friedens im Mittelosten zu beziehen. In einem gemeinsamen Schreiben lenkten die republikanischen Senatoren Hugh Scott (Pennsyvanien), Thomas Kuchell (Kaliformeni, Winston Prouty (Vermont), Jacob Javits und Kenneth Keating (New York), sowie der Demokrat für Connecticut Thomas Dodd die Aufmerksamkeit des Präsiden; ten auf die Notwendigkeit, sein ..lebhaftes .und stetes Raison zu rufen“. Sie erin- . nern Kennedy an seine kürz lieh abgegebene Erklärung j über das Gleichgewicht der j Kräfte im Mittelosten und verweisen darauf, dass .,Ae- | gypten seit langem dafür i bekannt ist, nicht nur gegen [ Israel sondern auch gegen j seine arabischen Nachbarn J aggressiv aufzutreten.“ LAHMER PROTEST «w London. — Die Mehrzahl der deutschen Wissenschaftler, die in Aegypten arbeiten, würden sich jedweder raumraketen mit friedlichen Zielen durchführen. SHIMON PERES BEI KENNEDY Washington. — Der israelische Vizeminister für Verteidigung Shimon Peres, der inzwischen wieder in Israel eintraf, wurde von Kennedy empfangen, wie hier von Myer Feldman, dem Berater des Präsidenten, enthüllt wurde. Die Unterredung fand während des Besuches von Peres im Weissen Haus statt, wo dieser mit Feldvm HABOLD SCHWABCZ Eine neue päpstliche Bulle ist erlassen worden die zu den aktuellen weltpolitischen Problemen Stellung nimmt. Wie verlautet, wird diese Enzyklika ..Frieden auf Erden“ noch bedeutsamer als die letzte sein die nach ihren Anfangsworten „Mater et magistra“ genannt, die sozialen und sozialpolitischen Gesichtspunkte der Kirche in unserer Zeit entwiekel hat. — Der frühere französische Ministerpräsident Georges Bidault, der bekanntlich heute der Führer der französischen Terroristen ist und in München im Zusammenhang mit dunklen politischen Affären „entdeckt“ wurde, ist plötzlich in Lissabon aufgetaucht und hat urn Asyl in Brasilien nachgesucht, das ihm unter Bedingungen auch gewährt worden ist. Offensichtlich stehen einflussreiche Kreise hinter ihm. die sein Verschwinden aus Bayern und plötzliches Erscheinen in Portugal ermöglicht haben. —- Die Regierung Algiers hat in den letzten Wochen ihre Enteignungskampagne fortgesetzt. Offensichtlich erfolgen die Beschlagnahmen privaten Eigentums nach einem Plan, sodass man von einer Sozialisierungsmassj nähme radikalsten Ausmasses sprechen darf. Damit bej schreitet auch dieses arabische Land ganz offensichtlich j den Weg des Kommunismus. — | Präsident Kennedy hat den marokkanischen König | Hassan II. mit grossen Ehren in Washington empfangen, i Wie mitgeteilt wurde, verspricht man sich von diesem | Besuch freundschaftliche Beziehungen zwischen den beii den Ländern. Nebenbei sei bemerkt, dass die Lage der j marokkanischen Juden wenig zufriedenstellend ist. Man; kämpft um ihr Recht, das Land verlassen zu dürfen. — j Einen bemerkenswerten Erfolg auf seiner Europa reise kann der mexikanische Präsident Lopez Mateos ver-! zeichnen, der von allen führenden Persönlichkeiten der j europäischen Staaten empfangen worden ist. — Zu schweren Zwtschenfiilen kam es in London, als eine Gruppe von Arbeitslosen vor dem Parlament demonstrierte. Berittene Polizei, welche die Demonstranten auseinandertrieb, wurde mit den Rufen „Gestapo“ und „faschistische Mörder“ empfangen. Der frühere Chef der amerikanischen Geheimpolizei, Alien Dulles, sagte den Sturz Castros voraus. Er betonte allerdings, dass er nicht genau sagen könne, wie dies vor sich gehen werde. — Die Partei des deutschen Bundeskanzlers, Dr. Kon. rad Adenauer, hat nun zum dritten Mal hintereinander bei Landeswahlen erhebliche Einbussen erlitten. Gewinner waren SPD und FDP, während die nationalistischen Extremisten der Deutschen Reiehspartei den einzigen Parlamentssitz, den sie hatten, verloren haben. — NASSER BESICHTIGT EIN AEGY PTISCHES ATOM-LABORATORIUM Verfassung gezogenen Ganzen ermöglichen würden, die für die erhöhte Spannung im .Mittelosten verantwortlichen deutschen Staatsbürger zurückzurufen. Der Delegation gehörten Sir Barnett Jänner und A. G. Brotman an. — AUFFORDERUNG AN KENNEDY Washington. — Sechs Senatoren ersuchten den Prä- I sidenten Kennedy, ange-1 sichts der Teilnahme deut j scher Raketen-Spezialisten am ägyptischen Riistungsj Programm eine entschiede- > Interesse an der Sicherheit Israels“ zu erklären und „die Massnahmen zur Entspannung im mittelöstlichen Raum zu verstärken“. Die Senatoren geben zu bedenken, dasc „die Fortset zung der technischen Zusammenarbeit von Deutschen und Aegyptern weder den Interessen der USA noch dem Weltfrieden dienlich sei“ und „eine aus Washington kommende Mahnung es nicht nur den bundesdeutschen Behörden sondern auch anderen Regierungen leichter machen würde, ihre Staatsbürger zur Das Recht auf Auswanderung Genf. — Die hier tagende UN-Kommisoion für Menschenrechte billigte mit 15:3 Stimmen einen Bericht, der allen Menschen gleich in welchem Lande das Recht auf Auswanderung zugesteht. Dieses Recht ist bisher systematisch von der Sowjetunion bekämpft worden, die beschuldigt wurde, den sowjetischen Ju den das Verlassen des Landes zu verbieten. Sowjetri’ssland, die Ukraine und Polen stimmten gegen den Vorschlag. Der Kommission lag ein Berieht vor, den José Ingles von den Philippinen im vergangenen Januar vorgelegt hatte. Dieses Memorandum das feststem, dass jeder Mensch das Recht haben soll, sein Land zu verlassen oder dorthin zurückzukehren, ist von der Subkommission für die Verhütung der Diskrimination und für den Schutz der Minderheiten, angenommen worden. Während der seinerzeitigen bewegten Debatte in New York wurden scharfe Kritikea gegen die Sowjetunion erhoben, weil sie den Juden die Auswanderung aus Russlaad ver wehrt. (ITA) Aktion der Bonner Regierung, „administrative Massnahmen zu erwägen, falls diese Leute nicht nach Deutschland zurückkehren“, entschieden widersetzen, wie ein deutscher Kernspezialist dem Korrespondenten des „Daily Telegraph“ in Kairo erklärte. Er sagte auch, dass die deutschen Wissenschaftler ihre Regierung zu informieren beabsichtigen, dass sie sich weigern, Steuern zu zahlen, wenn weitere Reparationszahlungen an Israel geleistet würden, anstatt die Naziverfolgten direkt zu entschädigen. Einer von ihnen äusserte hierzu, es sei „niemandem zuzumuten, mit seinen Steuern die Versuche zu seiner eigenen Entführung oder Ermordung zu finanzieren“. Die deutschen Raketenfor- | scher Wolfgang Pils. Paul j Goerke und Heinz Kleinwächter erklärten, sie würden nur dann zufriedengestellt sein, wenn die israelische Regierung ihnen garantiere. dass keine neuen Anschläge auf ihr Leben verübt und ihnen Entschädigungen gezahlt würden, wie auch die Beschuldigungen gegen sie öffentlich widerrufen würden. Sie beschrieben die gegen sie versuch ten Attentate und behaupteten, sie seien nicht mit dem Bau von Raketen beschäftigt sondern Professoren an der Universität Kairo, wo sie Experimente über Weltman konferierte. Als Kennedy von Peres’ Anwesenheit erfuhr, verlangte er, mit ihm zu sprechen, und befragte ihn eingehend über die israelische Beurteilung der militärischen Lage im Mittelosten sowie über die kürzlichen Ereignisse ini Zusammenhang mit Nassers Raketenprogramm und die Beschäftigung deutscher Fachleute durch Aegypten. Auf die Frage über den Zweck der Unterhaltungen, die Peres mit verschiedenen USA - Funktionären führte, entgegnete Feldman, die behandelten Probleme hätten sich in der Hauptsache auf die Sicherheit Israels, die heutige Lage in Mitteiost und Afrika und die Haltung verschiedener Mächte zum Nahen Osten bezogen. Feldman bezeichnete die Gespräche als „für beide Seiten höchst nützlich“, da sie eine enge Uebereinstimmung der Auffassungen ergeben hätten. Er betonte, dass Peres kein besonderes Anlie gen vor gebracht, noch neue Lieferungen von USA-Waffen oder sonstige Hilfe beansprucht habe. KEINE KNESSET¬ DEBATTE Jerusalem. — Mit 67—47 Stimmen lehnte die Knesset den Antrag der nicht zur Koalition gehörenden Partei en auf eine formelle Debatte über den Rücktritt des Chefs der Sicherheitsdienste Israels ab. Vor Beginn der Knesset- Sitzung wurde eine Erklärung des Kabinetts bekannt gegeben. In diesem kurzen Communiqué kündigten die j Minister die Einsetzung einer ministeriellen Sicherheits-Kommission an, die die Frage der in Aegypten angesteilten deutschen Raketen-Spezialisten prüfen w rd. Diese Kommission wird natürlich ermächtigt sein, alle in diese Frage verwicxelten Personen zur Aussage zu zitieren. BONN ERWAEGT MASSNAHMEN Bonn. — Wie jetzt bekannt wurde, soll am 18. April eine Kommission aus Vertretern aller politischen Parteien der Deutschen Bundesrepublik und sämtlicher inier essierter Ministerien über einen Vorschlag beraten, um gesetzlich zu verhindern, dass deutsche Spezialisten in Aegypten oder irgendeinem anderen Land ohne ausdrückliche Erlaubnis der Regierung arbeiten. Dieser Gesetzesvorschlag wird Von Prof. Boehm, einem in internationalen juristischen Fragen sachverständigen Parlamentarier, vorbereitet. Die Tagung dieser Kommission ist als ein entschiedener Wandel in der Haltung der westdeutschen Behörden zu betrachten, die anfangs behaupteten, sie könnten nichts dagegen unternehmen, dass deutsche Staatsbürger sich io den [ Dienst anderer Länder stel- ) len. AUCH KAMPF¬ FLUGZEUGE Washington. — Der demokratische Deputierte für New York Samuel S. Stratton, teilte mit, er habe an den Staatssekretär und den Verteidigungsminister das Ersuchen gerichtet, die Nachricht zu untersuchen, dass Prof. Willy Messerschmidt, einer der bekanntesten Flugzeugkonstrukteure Hitlers, für die ägyptische Regierung arbeitet, um einen Düsenapparat Mach 2 zu bauen. Es soll sich um ein Modell mit doppelter Schallgeschwindigkeit handeln. Stratton verwies darauf, dass der Bau derartiger Kampfflugzeuge eine Verletzung der deutschen Verfassung bedeutet. Eine Anzahl wichtiger Teile des neuen Modells werden in den Messerschmidt- Werken in Westdeutschland fabriziert und nach Aegyp ten verschifft. Stratton äusserte: „Sollte sich heraussteilen, dass diese Nachrichten auf Wahrheit beruhen, so liegt hier eine höchst gefährliche Bedrohung des Friedens im Mittelasien vor. Es ist unglaublich, dass Län der, welche von uns Hilfe empfangen, und von diesen eine«, mit dem wir eng alliiert sind, die Erlaubnis bekommen haben sollten, sich an militärischen Projekten zu beteiligen, die eindeutig die Sicherheit und Unabhängigkeit Israels bedrohen." Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en 1« Imprenta POLIGLOTA —..Rivadavia 831