Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1991 (21.12.1962)
- Date
- 1962-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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■3^ e 3 FRANQUEO PAGADO Concesión 968 üf « sSt ù “ £ TARIFA REDUCIDA <o Concesión 1629 ASo XXIII. BUENOS AIRES, VIERNES 21 DE DICIEMBRE DE 1962 Nu. 1991 EL E J E .*1 p I. A R Ijjj en toda la República * FUEVEREDON 2190 1= T. E. 83 2013 Buenos Aires ïrq USA SCIILAEGT RESOLUTION VOR Vereinte Nationen. — Der USA-Delegierte Carl. J. Rowati legte einen Resolutionsentwurf vor. der den Vorschlag enthält, das Mandat der Schlichtungskommission fur Palästina um zwei Jahre zu verlängern, um die seiner Aussage nach besten Bedingungen für die Lösung des Problems der arabi' sehen Flüchtlinge zu schaffen. Er unterstrich, dass keine der anderen beiden Reso lutionen. von denen die eine einen Treuhänder für das arabische Eigentum in Israel und die andere direkte arabisch-israelische Verhandlungen in Vorschlag bringt, zur Abstimmung ge langen sollten, weil sie nach Ansicht der Vereinigten Staaten keinen praktischen Beitrag zu der Frage liefern. GOLDA MEIR STEHT REDE UND ANTWORT Israels Aussenmimster Golda Meir, die auf der gleichen Sitzung sprach, betonte, der zur Debatte stehende Punkt figuriere zwar auf der Tagesordnung, doch es sei sehr wenig darüber ge sprochen worden, wie man die Arbeit der UNWRA verbessern könne, um einer grösseren Zahl von Flüchtlingen zu gestatten, ihren Unterhalt zu bestreiten. Statt dessen hätten arabi sehe Sprecher ihre Zeit darauf verschwendet zu beweisen. dass Israel kein Land »ei. dass die Juden kein Volk seien, dass sie keine wirkliche Bindung mit dem heiligen Land besitzen und der Zionismus eine „ver derbliche imperialistische Philosophie“ darstelle. Sie hob hervor, dass die Araber den Teilungsvorschlag im Jahre 1947 angenommen haben und die darauffolgende Geschichte des Mittelostens in friedlicher Zusammenarbeit, ohne Krieg und ohne Flüchtlinge, hätte verlauten können. In ihrem Kommentar zum Bericht von Dr. John Davis äusserte Frau Meir, dieser empfehle, von allen Proj°k ten für " den wirtschaitlichen Aufbau abzusehen. Ausserdem hätte Davis sein Mandat ..überschritten“, wenn er von den Gefühlen der Aralaer im ,,ganzen Mit suchen nacn einer -USÄ-Resolution angenommen Vereinte Nationen. — Nach dreieinhalb Wochen der Debatte wurde die von den USA vorgeschlagiiie Resolution, das Mandat der UNWRA auf weitere zwei Jahre bis zum 30. Juni 1965 zu verlängern fast einstimmig angenommen. Das Ergebnis der Abstimmung in der Politischen Sonderkommission der UN ergab 100:0, bei zwei Stimmenthaltungen — Israel und Ka merun. Der Text der Resolution ist das Ergebnis /erwickelter Aktionen, von denen einige durch Israel eingeleitet wurden, einschliesslich eines von Zypern vorgeschlagenen Zusatzes. Darin heisst es. ..mit tiefem Bedauern werde festgestellt, dass die Repatriierung oder Entschädigung der Flüchtlinge“, wie sie in der Resolution von 1948 verlangt wird, „nicht durchgeführt wurde, noch im Programm der Wiedereingliederung der Flüchtlinge ein sichtbarer Fortschritt, sei es durch Repatriierung oder Wlederansiedlung, erzielt worden ist und die Lage der Flüchtlinge weiter zu ernster Sorge Anlass gibt.“ In getrennter Abstimmung wurde der zyprische Zusatz mit 60 gegen 2 Stimmen bei 34 Stimmenthaltungen angenommen — die zwei Gegenstimmen gaben Israel und die USA ab. Sofort nach Annahme per nordamerikanischen Resolution zog die Elfenbeinküste im eigenen und im Namen der anderen 20 Staaten den Resolutionsentwurf zurück, der direkte Verhandlungen zwischen Israel und den arabischen Slaa'en forciert. A. Usher von der Elfenbeinküste erklärte, die 21 Staaten seien bereit, nicht weiter auf der Abstimmung über ihren Vorschlag zu bestehen, weil dies hei dem Fehlen einer günstigen Disposition der Parteien „nicht realistisch“ sein würde. Er ersuchte die vier arabischen Staaten, die vorgeschlagen hatten, einen Treuhänder für das arabische Eigentum in Israel einzusetzen, ihre Resolution ebenfalls zurückzuziehen, doch Mauretanien. Pakistan, Afghanistan und Indonesien lehnten dies rundweg ah und bestanden aut er er Abstimmung. Hierauf wurde die Sitzung unterbrochen. Dr. Joseph E. Johnson, der sich in seiner Eigen Schaft als Sonderbeauftragter der Schlietdungskommission für Palästina seit zwei Jahren um die Erleichterung der Situation der Flüchtlinge bemüht hat, zeigte sich verärgert, dass Israel die einzige Gegenstimme abgab. als über den Dank an die Kommission für die von ihr geleistete Arbeit abgestimmt wurde. Johnson unterstrich, Israel sei „das einzige Land, das kein Vertrauen in meine Arbeit setzt.“ Golda Meir, die gebeten wurde, sich zu Johnsons Kommentar zu äussern, bemerkte, der Widerspruch sei nicht gegen die Person des UN-Schlichters gerichtet. ln einer späteren Sitzung j^gen die vh^r Fürsprecher der proarabischen Resolution zur Einsetzung eines Treuhänders in Israel, ihren Entwurf zurück, nachdem Zypern in einem eindringlichen Aufruf zu einem grösseren Verständnis der Lage ermahnt hatte. Ueber das Problem der arabischen Flüchtlinge waren 15 Sitzungen vorgesehen; die Sitzung, in der die USA-Resolution angenommen wurde, war die achtzehnte. (IT Al Auch für Antifaschisten gesperrt London. — Der Tiafalgar Square ist als Versammlungsort auch für antifaschistische Organisationen bis auf weiteres gesperrt wor den. Das britische Ministerium für öffentliche Arbeiten gab bekannt, dass es kürzlich einen Antrag der Organisation „Gelber Stern“ zu einer Trafalgar Square-Kundgebung abgelehnt hat. Das Ministerium beruft sieh dabei auf dieseloen Gründe, aus denen es den Platz den 3 faschistischen Gruppen, der „Nationalsozialistischen Bewegung“, der „Britischen National" partei“ und der „Unionsbewegung“ Sir Oswald Mbs leys verweigert hat. (AWZl telosten“ spreche. Sie zitierte einen Artikel aus der beiruter Zeitung Al Chayat, die im Juli 1962 vorgeseolagen habe, Izzat Tannous, der vor der Kommission ei nige Tage zuvor sprach, zum Kommandanten der „arabischen Befreiungsarmee“ in Palästina zu ernennen. Sie möchte fragen, so sagte sie, ob die Schütz’inge der UNWRA, die in dieser Weise rekrutiert und mit Hass gegen . Israel genährt werden,- ein nützliches Element seien. Sie fragte weiter, warum der Bericht die Investitionen für die Wiederansiedlung der arabisenen Flüchtlinge in ihren Ländern als „unökonomisch“ bezeichnet. LEIDENSCHAFTLICHER * HASS Auf der am nächsten Tage stattfindenden Sitzung er griff Frau Meir neuerlich : das Wort. Sie bestritt die I Bemerkung des syrischen Delegierten, der behauotet hatte, dass „Ben Gurion s,ch nicht ruhig verhält“. Sie stellte fest, dass die Syrer das Recht haben, sich auf den ihnen gehörenden Bergen aufzuhalten, aber nicht, von dort aus gegen israelische Siedlungen das Feuer zu eröffnen, wie sie dies ständig tun. Der tunesische Delegierte Mohammed Bedra rief dazwischen. Frau Meir verunglimpfe das Andenken der Araber, die an der Seite der Alliierten fielen. Der Algerier Chnaderli verlangte, Frau Meir solle die arabischen Toten um Verzeihung bitten. | Luis Ignacio Pinto aus Da-; homey äusserte. die jetzige j Debatte sei die schlimmste, die er mitgemacht htbe. j denn die politischen, religiösen und rassischen Leidenschaften hätten die Atmosphäre vergiftet und die Op fer seien die FUichtlinge ISRAEL NIMMT STELLUNG solution für direkte Frie dens - Verhandlungen zwischen den Araberstaalen und Israel anzunehmen, die dem Politischen Sondercomite der Generalversammlung vorliegt. „Möge dieser Weg auch lang und schwie rig sein“, führte Israels Repräsentant Michael Comay aus, „so scheint es in der Praxis keinen anderen Weg zu einer Regelung zu geben. , der in einen neuen Krieg mit Es stimmt, dass die arabi-! all dem Blut, dem ELnd sehen Staaten nicht bereit sind, diesen Weg mit uns zu beschreiten. Welche Alternativen bleiben also? Es gibt nur zwei, nämlich entweder das Problem der ara bischen Flüchtlinge vielleicht auf Jahrzehnte hinaus ungelöst zu lassen, oder zuzugeben. dass die Lage ,*'ie- und der Zerstörung, die dieser mit sieh bringen muss te, abgleitet.“ Comay sprach vor der Kommission, nachdem die Delegierten in der dreiwöchigen Debatte hauptsächlich die arabischen Attakken gegen Israel anhörten und Israel gezwungen war, ENGLAND GAB DAS BEISPIEL Vereinte Nationen. — Israel richtete das Ersuchen an die UN. die von 21 Mitgliedern vorgeschlageiie Re-; Tacuara, die er als eine New’York. — Eine Versi" Gruppe von unverantwortlichen Minderjährigen be" zeichnete.-Diese Aktivitäten ständen in offenem Gegen-1 satz zu der Lebensart Ar-1 gentiniens, so betonte er. j Bronfman entgegnete, erschätze es, dass Dr. Pico in j der Politischen Sonderkom mission der UN-Generalversammiung die Unterstel-! lung, die Tacuara sei in ir-! gendeiner Weise für Argen- I tinien oder Südamerika rej präsentativ,. rundweg zu- | rüekgewiesen habz. Er stellj te fest, dass der Vertreter | Saudi Arabiens, welcher Un- 1 terstiitzung für die Tacuara i verlangte, ein alter Genosse 1 des Exmufti von Jerusa- . lern ist, der Hitler bei seinen Bemühungen, die euro- , päische Judenheit auszutil-' gen, geholfen habe. Obwohl die Juden den Aeusserungen j irgendeines ehemaligen Na- 1 zis nicht viel Gewicht beilej gen, so könne docji das; Schweigen der Repräsentani ten der Mitgliedstaaten der I UN zu falschen Auslegungen Anlass bieten. | Mit seiner energischen und klaren Zurückweisung j habe Dr. Pico der Mensch : heit einen Dienst erwiesen, j so führte Perlzweig aus. | Diese offizielle Slellungnahj me, die von den jüdischen | Organisationen in der Welt . begrtisst worden ist, habe , das Vertrauen gestärkt, j dass die alte demokratische Tradition in der Prüfungszeit, die Argentinien ebenso wie ein grosser Teil Südj amerikas mitmacht, eine j wichtige Rolle spiele. Unter | diesen Umständen, so fuhr 1 cherung, dass die Regie-; rung und das Volk Argentij niens es nicht gern sehen! würden. wenn Geoiges | Rockwell und andere Nazi- | führer darum ersuchen solli ten, ein Na zitreffen in Ar-! gentinien veranstalten zu j dürfen, wurde von Mario Pi-! co, dem argentinischen Repräsentanten vorr den UN, j dem Jüdischen Weltkon- 1 gress in New York abgege i ben. Diese Versicherung; wurde in Beantwortung eii wer Erklärung von Dr. Maui riee Perlzweig ausgespro- I chen, der der Hoffnung Aus I druck verlieh, das Beispiel j der englischen Regierung, i die Rockwell ausgewiesen I hat. würde von allen ande-! ren Ländern befolgt werden. Dr. Pico und seine Begleiter, der Erste Sekretär Dr. Julio Barboza, und Presse- Attache Roberto Dalton. wa ren Gäste bei einem Frühstück. welches der Vizepräsident des JWK, Samuel Bronfman, hier veranstaltete. In seinen an die Diplo maten gerichteten Begrüssungsworten sprach Branfman die Besorgnis des JWK über die kiirzliehen antisemitischen Vorgänge in Argentinien aus. Der argenLni sehe Botschafter kehrt nach Buenos Aires zurück, am die Abteilung für internationale Organisationen und Verträge im Aussenministerium zu übernehmen. Dr. Pico erklärte, seine Regierung und sein Volk verab cheuten die Tätigkeit her Perlzweig fort, sei es die Pflicht anderer Regierungen, das in ihrer Macht Stehende zu tun. um nicht zuzulassen, dass umstürzierische Einflüsse von aussen die an sich schwere Situation noch komplizierter und verwickelter machen. Grosse Mengen rassenhetzeriseher Literatur, die an die niedrigsten Instinkte appelliert, werde von einem Rassenfanatiker in den USA nach Argentinien geschickt. | bei jeder Gelegenheit die j falschen Anklagen zu wi I deriegen. Einer*der grössten | Verleumder Israels, Aeh- I med Shukairy, war bei diei ser Sitzung nicht anwesend. I Der Vertreter Saudi Arabiens hatte ohne vorherige Ankündigung die Stadt ver lassen, doch vor seiner Abreise geäussert. er hoffe, als I Repräsentant Syriens viel- | leicht zurückkommen zu | können. Shukairy stand trü i her schon in Diensten ver- | schiedener arabischer Re-! gierungen, darunter Traos- | jordaniens und Syriens. D^r Politischen Kommis | sion riind drei Resolutionen ‘ unterbreitet worden. Ein j von 21 Nationen vorgelegter l Entwurf, der direkte Verj handlungen proponiert, fer- ' ner ein proarabischer Vor-; schlag, der einen UN-Treuhänder für das arabische Eigentum in Israel verlangt, und schliesslich die nard' amerikanische Resolution^ die die Verlängerung des*-'!. Mandats der UNWRA, das/' im Juni 1963 abläuft, um weitere zwei Jahre in Vorschlag bringt. Die Intervention Comays erfolgte, nachdem Transjordanien einen Treuhänder verlangte und die Vereinigten Staaten angriff, weil sie in der Unterstützung .lei arabischen Forderungen ge gen Israel nicht weiter gehen wollen. Nach Comay sprach John Hood aus Australien, der sowohl den Plan eines Treuhänders wie auch die direkten Verhandlungen verwarf, weil nach seiner Meinung direkte Verhandlungen „nicht oppor tun“ seien. Comay dagegen stellte sich auf den Standpunkt. dass die einzige Hoffnung auf Lösung nicht »indes Problems der Fliieht linge sondern aller zwischen Israel und den arabischen Staaten schwebenden Fragen in Verhandlungen liege. Er erinnerte daran, dass Is rael und die Araberstaaten schon einmal verhandelten, als im Jahre 1949 die Waffenstillstände geschlossen wurden. Er wies ferner darauf hin, dass die SchRchtungs-Kommission für Palä stina. die an das gleiche C>>- worauf die Aufmerksamkeit . . - . der nordamerikanischen Be-! ml^e “f richtet, vor drei Jah hörden gelenkt worden sei. 1 ren erklärte, die UN hatten Zu der Absicht, einen Nazikongress in Argentinien abzuhalten, äusserte Dr. Perlzweig, er hoffe, die argentinische Regierung werde dieses Ersuchen in der gleichen Weise handhaben, wie es die englische Regierung getan hat. die Rockwell sofort aus England auswies. In seinen Ausführungen bezog sich Dr. Pico auf die Rolle der Nachkommen 1er jüdischen Kolonisten, die gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Argentinien ( ländliche Siedlungen errieh | teten, und die sich dem Volksleben in einer W use j eingegliedert haben, dass! man ihnen den Namen „jü-; disehe Gauchos“ gab. Hier-; bei erinnerte er an die be-, rühmten Künstler, Schriftj steiler und Politiker, die aus , diesen Kreisen hervorge.gani gen sind. im Hinblick auf eine Lösung der Flüehtlingsfrage die Tatsache zu berücksichtigen. dass „ein Abkommen wichtige Verpflichtungen seitens Israel beinhalten müsse“. — „Was meine Re gierung betrifft“,, erklärte Comav, „so kann sie allerdings ihre Haltung und 'lire Politik in der Frage der arabischen Flüchtlinge nur auf die Lage im allgenieine^i gründen, und dies schl'.esst den Stand der Beziehungen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn ein.“ Er äusserte sich nicht über die Haltung seiner Regierung zur nordamerikaoi sehen Resolution und he merkte nur, seine Delegation dürfte auf dieses Projekt später noch zurück - kommen. Dagegen verwart er höchst energisch die ara bische Forderung, innerhalb israelischen Territoriums ri nen Treuhänder einzuset/en. Registro de la Propiedad Intelectual No. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 735 104 331