Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1989 (7.12.1962)
- Date
- 1962-12-07
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO e 23 Concesión 908 £: Z ¿ TARE 1 REDUCIDA < à Concesión 1629 Año XXIII. ISRAELIT BUENOS AIRES. VIERNES 7 DE DICIEMBRE DE 1962 Dis Beziehungen zu Deutschland Tel Aviv. — Ministerpräsident Ben Gurion erklärte, er begünstige die Aufnahme der Beziehungen zwischen Westdeutschland und Isiael, doch die Initiative m isse von Bonn ausgehen, ßen Gurion sprach auf dem jährlichen Bankett des Verbandes der ZeitungJ,berausgeber anlässlich des 15. tahrestages des Beschlusses der Teilung Palästina, in den UN. Er betonte, dass Israel nicht an eine Intervention in Jemen denke, doch setzte hinzu, wenn sich die Intervention Nasser, ..auf irgendein in Kra eis Näh3 gelegenes Land ' erstrecken sollte. — ein Hinweis, den man als auf Transjordanien bezüglich auslegt —, so ..wird Israel nicht neutral bleiben.“ Er gab seinem Erstaunen dar über Ausdruck, dass einige Politiker in die Netze der Propaganda Nassers fallen und glauben, die Intervention in Jemen sei eine einzig dastehende Erscheinung. Ben Gurion führte aus, dass bei der Frage der Be Ziehungen zwischen Bonn und Israel Reaktionen zu beobachten seien, die rassische Tendenzen aufzeigen, welche an die Nazilenren erinnern. „Ist es vielle cht verboten, sich mit einem ehrlichen Deutschen zu unterhalten, nur weil er zur deutschen Rasse gehört?“ fragte er. Er schäme sich solcher Worte, fuhr er fort, dass man di? Deutschen, i weil sie Deutsche sind, boy- I kottieren müsse. Israel sei von Ländern umgeben, die j ständig ihre Absicht kundi geben. Israel zu vernichten. | und daher müsse man Freunde und Waffenquellen suchen. Bis zu dem Augeni blick, in dem die USA die , Hawk-Geschosse angeboten I hätten, habe die von ihnen ebenso wie die von Gross britannien verfolgte Politik i darin bestanden, Israe. , Waffen zu verweigern. Es i habe nur eine Nation Hege I ben — womit er sich auf die I Deutsche Bundesrepublik bezog —, von der Israel ohne „übertriebene Zahlun; gen“ leisten zu müssen! Waffen beziehen kon ite. i „Ist das vielleicht beieu ' tungslos für uns?“ schloss , Ben Gurion. „Für mich stehen die Fragen der Sicherheit über alle anderen Din. , gen.“ (ITA) EL EJEMPLAR en toda la República 10,- PUEYRREDON 2190 1« Uq. T. F„ 83 2613 Buenos Aires Kampf dem Antt m i? New York. — Dr. Nachum Goldmann, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses. richtete in seiner Rede auf einer Versammlung von jüdischen Führern, einen Aufruf an die Juden in der ganzen Welt, sich auf den Kampf gegen ein Wie' dererwachen des Antisemitismus vorzubereiten. Er warnte allerdings vor einer Ueberschätzung der Unmittelbarkeit dieser Gefahr. Zu einzeite Reaktionen in den betreffenden Ländern.“ Er fügte hinzu, er und andere Mitglieder des JWK hätten in Brasilien mit den Vertretern der lateinamerikanischen Juc’enheit über die in verschiedenen Läni dern jenes Kontinents vor gefallenen antisemitischen j Attentate gesprochen. Er i verwies auch darauf, dass; der JWK zusammen mit viei len anderen jüdischen Orga-1 ItfllU. mcht sonspricht“, Ein« derart tens der Kirch#. nur vom ji hoch gewertet dern von allen Menschen in der Welt, die an die fried' liehe Koexistenz der verschiedenen Religionen und nationalen und kulturellen Gruppen glauben.“ Dr. Go!daS£^g543 linzu: „Angesicht ‘imm ten V0!S’skampagne tüten -jirdern alle un-- jder auf, Ihrer T äi»- Kam- Rehabilitierung der SS? Es ist zur Zeit wieder grosse Mode in der Bundesrepublik, für die Rehabilitierung der SS Propaganda zu machen. Gewisse Herren, die man nur ein wenig zu schütteln braucht, um auf ihre braune Grundfarbe zu kommen, wollen uns seit Jahr und Tag weismachen, dass die SS Männer, deren Feierabendvergnügen die lagd auf jüdische Männer. Frauen und Kinder war die in Oradour sur Glane die ganze Bevölkerung bis zum letz ten Säugling massakrierten und als Repräsentanten einer gewissen Herrenmenschenspezie für die ganze Welt die Inkarnation all dessen gewesen sind, was verderblich, unmenschlich und zerstörerisch ist, in Wahrneit eigentlich nur verkappte Demokraten gewesen sind Diese Rehabilitierungs-Kampagne begann zuerst bei den SS-Formationen selbst, die sich als die „Hilfsge meinschaft der ehemaligen Soldaten der WaGen-SS“, HIAG genannt, etabliert hatten. Für die nordischen Recken, für die bekanntlich die Treue das Mark der Ehre war, war auch — Idealismus hin. Idealismus her — das Finanzielle ein Faktor, der nicht zu verachten war. Der verzweifelte Versuch, moralisch aus dem Dunstkreis der Todeslager, der Gasofen und der Massenmorde von Juden und anderen „Staats feinden“ herauszukommen und sich den Rock des ehr baren Bürgers anzuziehen, hatte auch seine sehr bedeutwmen materiellen Hintergründe, Die SS-Mannen wollten die bürgerlichen Ehrenrechte wieder gewinnen, um in den Genuss komfortabler Pensionen zu treten. Dass die Mitglieder' der HIAG nichts mehr davon wissen wollen, dass an den Händen zu vieler ihrer Ka meraden das Blut Unschuldiger klebt, versteht sich in einem gewissen Masse aus Schuldkomplexen. Dass aber ein massgebender Politiker der sogenannten „Freien De mokraten“, der stellvertretende Vorsitzende des Landes verbandes Schleswig-Holstein der FDP, der Bundestags abgeordnete Eisenmann, sich nicht geniert hat. auf aem . 7. Nordmarktreffen“ der HIAG in Rendsburg unter (ein „tosenden Beifall“ der Restbestände der alten Garde des „Führers“ zu erklären, der deutsche Bundestag müsse die Waffen-SS endlich rehabilitieren, zeigt, wie mager die demokratische Grundsubstanz dieser Partei ist. die das Wort „demokratisch“ sc aufdringlich in ih rein Namen führt. Viel beunruhigender als die rhetorischen Parforce- Ritte des Herrn Eisenmann vor den Elite-Mannen des 3. Reiches ist indessen eine Information, die kommentarlos durch die deutsche Presse ging. Danach soll der inzwischen von Bundeskanzler Adenauer verworfene „Koalitionsvertrag“ von 17 Seiten auch eine Klausel enthalten haben, nach der den „Forderungen“ der Watfen SS in vollem Masse zu entsprechen sei. — Wenn dies stimmt, was man befürchten muss, so kann man damit rechnen, dass die SS-Leute demnächst als blütenweiss gewaschene, unschuldige Chorknaben in die neueste deutsche Geschichte einziehen. Wenn auch die Bundesrepublik durch diese Kapitulation vor Hitlers Sturmstaffeln sehr viel in den Augen der Welt einbüssen wurde, für die SS wäre dieser Sieg ein wahrer Triumph. Schon deswegen, weil sie — wieder einmal — die „Strasse frei“ — gekämpft haben, diesmal diejenige, die zu den wohlgefüllten Pensionskassen des Staates führt. S KURT KAISER BLUETH Während seines Aufenthaltes in Israel besuchte der Präsident des Deutschen Bundestages, Dr. Eugen Gerstenm aier, in Begleitung seiner Gattin den Jad Washem uni nahm an einer Zeremonie teil, bei der das Ewige Licht entzündet und am Grabe des Unbekannten Märtyrers Blumen niedergelegt wurden. den jüngsten antisemitischen Ausschreitungen äussort-e er, die Lage sei in vielen Ländern unbeständig und unsicher, da dort ein fruchtbarer Boden für antisemitische Tendenzen vor handen sei. „Der Antisemitismus un serer Tage ist straffer als je international organisiert und die einzelnen lokalen Bewegungen stehen ir. engem gegenseitigen Kontakt“. führte Goldmann auf der Tagung der nordamerikanischen Sektion des Welt kongresses aus. „Der internationale Charakter der Neonazi-Bewegung erfordert ein international organisiertes Vorgehen anstatt ver ] nisati-onen aufmerksam den j I Verlauf des Oekumenischen ' Konzils in Rom verfolgt, , wobei er der Hoffnung Aus- | i druck verlieh, dass die Ka 1 tholische Kirche eine klare > I Stellungnahme beziehen und; | den Rassenhass, den Antisei | mitismus und die Intoleranz | I in allen Formen verurteilen i werde. „Angesichts des gro-;! ssen Einflusses der Kaih-o" i lisehen Kirche in vielen Tei- ,! len der Welt und im beson-! : deren auf dem Gebiet der , Erziehung wäre ein derartij j ger Beschluss von grosser! Bedeutung, besonders mit j Hinblick auf das Aufleben ' des Antisemitismus in l.än-; dern, in denen die Kir ( I che ein gewichtiges Wort Aktion hegt die jüdische öffentliche Meinung gewisse Hoffnungen und erwartet mit Vertrauen die endgültigen Beschlüsse des Kirchenkonzils in dieser Beziehung.“ Goldmann teilte mit, dass in der Lage der russischen Judenheit keine grundlegen den Aenderungen eingetreten seien. EUROPAEISCHE SEKTION DES JWK London. — Auf der Tagung der europäischen Sektion des JWK wurde auch das Problem des Antisemitismus in Europa behandelt. In den letzten Monaten wurde eine steigende Aktivität der faschistischen und antisemitischen Kräfte in einigen europäischen Landers beobachtet. Es, gilt jetzt, der Bedrohung der demokratisehen Freiheiten entgegenzutreten, wie ein Funktionär des JWK es formulierte, und zwar durch Gesetzgebung, Erziehung und Aufklärung. Den Vereinten Nationen ist die Fotokopie eines Briefes übergeben worden, den der Leiter der nordamer'kanischen Nazis. George Lincoln Rockwell, geschrieben hat und in welchem er Argentinien als Sitz einer internationalen Konferenz vor. schlägt, die im Jahre 1963 abgehalten werden soll. Der Brief Rockwells ist an drei Personen in Buenos Aires gerichtet. Dr. Maurice L. Perlzweig hat ihn dem Präsidenten der jetzigen Generalversammlung der UN, Mohammed Zafrulla Khan, überreicht. Wie Perlzweig ausfiihrte, handelt es sich um den Versuch, die Nazibewegung im internationalen Masstab zu »erneuern. Diese Abs'cht steht im Widerspruch mit der Deklaration der Menschenrechte. Libanon und EWG London. — Der Libanon ist bemüht, mit allen Ländern des Europäischen Gemeinsamen Marktes zweiseitige Handels - Abkommen abzuschliessen. Nach Ansicht der libanesischen Regierung ist eine enge Zusammenarbeit mit den EWG-Län?ern für das Land lebenswichtig. Eins Lehre für die Weit Montreal. — Israels Aussenminister Golda Meir sprach auf Einladung der hiesigen Bonds- Aktion auf einem Ban kett mit 1.500 Teilnehmern. Sie führte aus, die Kuba-Krise könne für die Welt eine Schockbehandlung gewesen sein, die für die Aufrechterhaltung des Friedens nötig war. Eines Tages, so fügte sie hinzu, werde es auch dazu kommen, dass sich Araber und Israelis an den gleichen Tisch setzen, um ihre Differenzen beizulegen, nur wisse sie nicht, wie lange dies noch dauern werde. HTA) Entwicklungshilfe , für Iran ' Jerusalem. — Eine israe , lische Mission aus Sachyer-; ständigen reiste im Auftra ■ ge der Ministerien für Han \ del und Industrie und für den Ackerbau nach Tehej ran, um dort ein Projekt | für Bewässerung und land j wirtschaftliche Entwicklung der Zone von Kazwin vorzu j bereiten. j Der Plan bestand schon sei einiger Zeit, und seine Durchführung wurde wäh rend des kürzlicheil Besuches des israelischen Ak kerbauministers Mosche Dajan in Iran beschlossen. Israel hat Persien schon auf verschiedenen Gebieten tech nische Hilfe geleistet, so z. B. für die Bauniwollindu-! HTA) I Rücktritt Shukairys gefordert Vereinte Nationen. — Eine Aktion zur Absetzung des sauditischen Delegierten vor den UN, Ahmed Shukairy, wurde von den arabischen Delegierten eingeleitet. Der Wunsch, Shukairy aus den UN zu entfernen, wurde schon seit längerer Zeit von den ge. mässigteren arabischen Diplomaten gehegt. Den Anstoss gab nun die offene Erklärung des offiziellen sau ditischen Sprechers, dass er die neonazistische Tacuara-Bewegung in Argentinien begriisse und Vorschläge, die UN solle diese „adoptieren“. Bekanntlich hat die argentinische Delegation unverzüglich die „Begriissung“ Shukairys in einer von Lucio Garcia del Solar verlesenen ausführlichen Erklärung abgelehnt. Die schon seit Jahren der ausfälligen Attacken Shukairys gegen Israel und die Juden überdrüssigen arabischen Diplomaten verlangten von der Regierung Saudi Arabiens die Abberufung Shukairys. Einige iie ser Araber entschuldigten sich nicht nur persönlich bei der argentinischen Delegation, sondern auch bei anderen lateinamerikanischen Delegierten, und versicherten, ihrer Ansicht nach habe Shukairy die Grenzen des Erlaubten iiberschirtten. Label Katz, der Präsident der Bne Brit, sandte einen energischen Protest an Dr. Leopoldo Benitez aus Ekuador, der den Vorsitz in dieser Kommission führt, vor der Shukairy gesprochen hatte. „In der Geschichte der UN“, kabelte Katz, „hat noch niemals ein Delegierter die Kühnheit besessen, eine so belei. digenden Vorschlag zu machen wie Shukairy, als er empfahl, die UN sollten die Tacuara „adoptieren”.“ (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Dn 1 O T m lYf’í* fl t A POÍ.ÍGLOTA Q31