Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1980 (5.10.1962)
- Date
- 1962-10-05
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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’RW**sfc o as o 3 2 ñ FRANQUEO PAGADO Concesión 908 £ £ £ í íí a W b. dj TARIFA REDUCIDA < u Concesión 1629 Año XXIII. ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 3 OE OCTUBRE DE 1962 No. 198« EL E JEMPLArIÍ» _ en toda la República"^'" PUEVRREDON 2190 1? to*. T. E. 83 2613 Buenos Aires USA RAKETEN FUER ISRAEL Washington. — Israel ist das erste nicht der NATO angehörende Land, das Hdwk-Raket-en für die Luftabwehr gekauft hat, wie Beamte des nordamerikanisehen Verteidigungs - Ministeriums Bekanntgaben. In dieser Ankündigung wird betont, dass ein Studium der militärischen Lage im Mittelosten die Notwendigkeit erwiesen habe, die Verteidigung Israels zu stärken. j Die Beamten unterstrjj chen, dass die Hawk-Rake ten rein defensiven Zwek ken dienen und verwiesen darauf, dass die Lieferung i sowjetischer Düsenflugzeuge und Raketen an arabische Länder die USA dazu bewogen haben, sich zum Ver kauf dieser Geschosse an Israel bereit zu erklären. Private Unternehmer und Techniker, die die Raketenproduzenten vertreten, kön neu nach Israel reisen, um dort die gleichen Anlagen zu bauen, wie sie in den USA für die Aufbewahrung und technische Operation der Geschosse existieren. Man nimmt an, dass israelische Soldaten hier im Gebrauch dieser Raketen unterwiesen werden sollen. Das Ersuchen Israels, den Verkauf ferngelenkter Geschosse zu genehmigen, da tiert vom Jahre 1939 und stand seither unter Berück sivhtigung. ECHO IN DEN UN Vereinte Nationen. — Die Ankündigung der USA-Regierung, dass Israel der Kauf von Luftabwehrgeschossen gestattet wird, har die UN-Versammlung in die grösste Aufregung versetzt, die seit ihrem Zusammentritt in diesem Monat zu verzeichnen war. Es gab W'ohi kaum einen einzigen Diplomaten, der sich nicht zu diesem Ereignis geäussert hätte. im allgemeinen schien die Mehrzahl der westlichen, la teinamerikanischen, asiatischen und afrikanischen Regierungen dies» Massnahme der USA-Verwaltung gutzu heissen, doch es gab auch einiges Kopfschütteln über diese Wendung, die man, wie manche bemerkten, als eine „Ausbreitung des Rüstungswettlaufs im Mitteloslen“ bezeichnen könne. Die israelis nahmen keine Stellung und Hessen die Nachrichten für sich spre chen. Sie Hessen allerdings verlauten, dass die offizielle Position ihrer Regierung hier am 9. Oktober bekannt gegeben würde, wenn Frau Golda Meir am Tage nach Jom Kippur ihre alljährliche Rede in der Debatte der Generalversammlung halten werde. Frau Meir selbst war mit wichtigen Unterredungen beschäftigt. Sie konferierte j anderthalb Stunden mit' Staatssekretär Dean Rusk j mit dem sie eine zweite Unj terhaltung haben dürfte. Die Sprecher beider Aussenministerien erklärten, „Fragen von gemeinsamem Interesse für beiden Regierungen“ seien in einer „freundschaftlichen Atmosphäre“ zur Sprache gelangt. Auch mit dem Chef der USA-Delegation Adlai Stevenson hatte Frau Meir eine anderthaibstiindige Unterredung. Sie Israels Sicherheit zu stärken, und die Araber zögern lassen, ihre Drohungen, Is rael anzugreifen, in die Tat umzusetzen. In Israel betrachtet man die jetzt von Washington getroffene Entscheidung als eine Absage an die bisherige Politik und eine Zustimmung zu der Ansicht Isra eis. --dass die militärische Stärke des ägyptischen Präsidenten Nasser eine Bedrohung für Israels Sicherheit bildet und die USA-Regierung heute an der Aufrecht, erhaltung des Rüstungsgleichgewichts im Mittleren Osten Interesse zeigt. Die israelische Regierung gab keine offizielle Erklärung ab, aber ein Sprecher des Aussennvinisteriums erwiderte auf eine Anfrage, Geheime Verhandlungen in Wien Wien. — Der „Wiener Kurier“, der die grösste Auflage der wiener Zeitungen besitzt, berichtete auf einer ganzen Seite über angebliche geheime Verhandlungen ln Wien zwischen sowjetischen Funktionären und dem ägyptischen Generalstabschef über weitere Lieferungen sowjetischer Waffen an Aegypten. Die Zeitung schreibt, der ägyptische General habe am vergangenen Wochenende Unterredungen mit sowjetischen und tschechischen Delegierten gehabt. Vertrauenswürdige Quellen werden als Beweis dafür angeführt, dass die Verhandlungen über Waffenlieferungen an Aegypten in einem der Sowjetunion gehörigen Gebäude vor sich gingen. Die österreichischen Behörden zeigen sich über diese Berichte besorgt, da möglicherweise beschlossen worden sein könnte, den Transport dieser Waffen Uber österreichisches Terri torium zu leiten, was der von der Regierung Oester reichs erklärten Neutralität zum Schaden gereichen würde. (ITA) unterhielt sich auch zum ersten Mai bei der diejährigen UN - Generalversammlung mit Generalsekretär U Thant. Ferner traf sie mit dem bolivianischen Aussenminister José Felman Velarde zusammen. STIMMEN AUS ISRAEL Jerusalem. — Der Beschluss der USA, Israel Luft abwehr-Raketen vom Modell Ilawk zu verkaufen, ist in Jerusalem mit grosser Befriedigung aufgenommen worden. Es wurde zwar hervorgehoben, dass diese Ra keten nur von der Erde in die Luft abgefeuert werden können, und daher nicht mit den ägyptischen Raketen, welche für den Abschuss auf Bodenziele dienen, verglichen werden können. Aber die Ankündigung der USA allein wird, wie unterstrichen wurde, dazu beitragen. Mosiey zur Flucht gezwungen Buffalo. — Sir Oswald Mosiey, der englische Faschistenführer, musste seine Rede in der Universität unterbrechen und eiligst flüchten, nachdem das Pu blikam eine drohende Haltung einzunehmen begann und ihn mit den Zurufen „Nazi“ und „Antisemit“ unterbrach. Er verschwand durch die Hintertür und kennte entkommen, während einige Studenten un Saa! die empörten Zuhörer mit Gewalt zurückhielten. Die Rede Mosleys fand ein brüskes Ende, als Frau lsa Klein, die Gattin eines Rabbiners in Buffalo, von ihrem Sitz aufsprang und „Faschist“ schrie. Mosiey entgegnete, er sei niemals ein Rassenfanatiker gewesen. Hierauf riefen verschiedene Anwesenden dazwischen: „Aber du bist ein Nazi“. Mehrere Personen wollten auf das Podium springen. Eine Gruppe von Studenten jedoch hinderte sie daran und verhalf Mos V»y, die Flucht zu ergreifen. (ITA) dass die Regierung Israels die Vereinigten Staaten um den Verkauf dieser Raketen ersucht und vor einiger Zeit schon die Antwort erhalten habe, dass diesem Ersuchen Rechnung getragen werden würde. Die israelischen Zeitungen weisen darauf hin. dass der Beschluss Wa shingtons das Ergebnis der unermüdlichen Bemühungen der israelischen Beamten in den USA darstellt. ARABISCHE LIGA NICHT EINVERSTANDEN Vereinte Nationen. — Abd el Khalek Hassuna, der Generalsekretär der Arabischen Liga, äusserte bei seiner Ankunft in New York, das Vorhaben der USA. Is rael Lenkraketen zu verkaufen, sei „indiskutabel und gefährde die Sicherheit des Mittelostens“. Er fügte hinzu. die Nachrichten über die Uneinigkeit zwischen, den Araberstaaten seien „stark übertrieben“. DIPLOMATISCHE ERKLAERUNGEN Washington. — Das State Department bemüht sich die Bedeutung des Verkaufs von Luftabwehrraketen an Israel als unerheblich darzustellen, und hat die arabi sehen Staaten informiert, dass es sich um eine einmalige Transaktion handele und keine Verpflichtung beinhalte, auch in Zukunft Israels Bedürfnis nach Ver teidigungswaffen zu befriedigen. Die USA-Diplomaten ha ben den arabischen Regie rungen durch ihre respektiven Vertretungen erklären lassen, dass die Anweisung zum Verkauf von Mawk-Raketen von höherer Stelle er folgt sei und nicht von Berufsdiplomaten empfohlen wurde. Um den Faü, den die Beamten des State Department als ein „Missverständnis“ betrachten, auf zuklären, unterstreichen die Diplomaten, es Hege weder ein Wandel noch eine Umkehrung der auf lange Sicht geplanten Politik der Vereinigten Staaten vor. Vielmehr seien nach Aussage dieser Diplomaten die USA weiter bemüht, nicht als Waffenlieferanten für den Mittleren Osten zu fungie ren. Im Fall der Hawk-Raketen handele es sich um eine einmalige, besondere Lieferung zu dem Zweck, die israelische Luftabwehr zu verbessern. Bisher, so fügten sie hinzu, bestehe einzig und allein die Erklärung, zu einem solchen Verkauf bereit zu sein, doch die Ver wirklichung hänge noch von der Festlegung seiner Bedingungen ab. TRANSJORDANISCHER EINSPRUCH Vereinte Nationen: Transjordanien beschwerte sich vor der UN - Generalversammlung über den von den USA beabsichtigten Verkauf von Luftabwehr Geschossen an Israel, den es nicht nur als eine „tödliche Bedrohung der arabischen Sicherheit und Existenz“ sondern auch als einen Ansporn für die israelische Angriffslust auf die arabischen Länder bezeichnete. Dr. Hases Z. Nussibai, der transjordanische Aussenniinister, erklärte vor der Generalversammlung, sein Land habe die amerikanische Ankündigung mit „tiefer Enttäuschung und schwerer Besorgnis“ vernommen. Er bat die Delegierten, nicht, überrascht zu sein, wenn ihnen wieder ein Projekt für direkte arabischisraelisehe Verhandlungen vorgelegt werden sollte. „Die nicht in die schmutzigen Winkelzüge dieser Frage Eingeweihten“, führte er aus, „könnten diesen Vorschlag anziehend finden. Aber der springende Punkt ist ein anderer, denn es handelt sich darum, ob die Israelis die UN-Resolutionen über di» arabischen Flüchtlinge erfüllen werden.“ OFFIZIELLER KOMMENTAR Tel Aviv. — Tn dem ersten offiziellen Kommentar über den Beschluss der USA, an Israel Hawk-Geschosse zu verkaufen, erklärte Vize-Ver teidigungsminister Schimon Peres, es handele sich hier um eine „wichtige politische Wendung“, einmal ..wegen der Waffen selbst, wegen der Art und Weise, in der dieser Verkauf genehmgit wurde, und schliesslich wegen der Form, in der diese Ankündigung gemacht wurde“. Tn seiner Ansprache über den Rundfunk führte Peres aus, dass sich der politische und militärische Aspekt in diesem Falle decken, da beide den gleichen Zweck ver folgen, nämlich „den Eindruck des Friedens und die Rolle Israels als bremsende Kraft zu stärken“. Er ver- Israel wird sich verteidigen Jerusalem. — Ministerpräsident Ben Gurion warnte die arabische Welt, ihre Führer sollten bedenken, dass „Israel im Falle eines Angriffs vorbereitet sei zurückzuschlagen, und alles in seiner Macht Stehende tun werde, um diesen Krieg in wenigen Tagen auf das Gebiet der Angreifer zu tragen.“ Auf die Drohungen Nassers, der sich dir Reichweite seiner Geschosse gerühmt hatte, entgegnete Ben Gurion mjt dem Text eines nordamerikanischen Schlagers „Alles, was Du kannst, kann ich noch viel besser“, indem er darauf verwies, dass das, was Nasser mit seinen Raketen machen könne, die Israelis mit ihrer grösseren Geschicklichkeit und ihren bessereix Kenntnissen fertigbringen könnten. Er sprach in Chedera, wo er vor 55 Jahren selbst als junger Einwanderer gearbeitet hatte. Ben Gurion stellte fast, dass Israels Armee stärker als die Heere der arabischen Nachbarländer sei, dies jedoch „kaum ein arabischer Führer anerkenne, der daher nicht planen würde, Israel anzugreifen. Aus diesem Grunde müsse Israel eine starke Armee besitzen und fähig sein, jeder Aggression zu begegnen.“ In einer Sondersitzung des Kabinetts berichtete der Ministerpräsident über seine kürzliehe Skandinavienreise. Das Kabinett genehmigte die Ernennung von Josef Almogi zum Wohnbau- und Entwicklungsminister als Nachfolger der verstorbenen Giora Ju sephsthal. (ITA) Auslaendische Hilfe London. — Sowjetische Fachleute werden bei der Einrichtung eines Atommeilers im Irak mitarbeiten. Ausserdem hat sich die internationale Atomenergiebehörde auf Ersuchen des Irak bereiterklärt, internationale Fachleute als Berater in den Irak zu entsenden (AWZ) wies darauf, dass Israel be strebt sein müsse, nicht hinter den Erwartungen zurückzubleiben und die Kraft aufbringen müsse, das militärische Gleichgewicht wie der herzusteilen und Nassers „neuem Hochgefühl“ die Wage zu halten, das er als Besitzer von Raketengeschossen empfindet. Peres betonte, dass die Hawk-Ra keten nur eine teilweise Lösung der israelischen Probleme darstellen, da sie nur zur Abwehr von Angriffen aus der Luft. d. h. gegen Flugzeuge und nicht gegen andere Raketen dienen. Wie das Blatt „Jediot Achronot“ mitteilt, wird Vize-Verteidigungsminister Peres in Begleitung anderer hoher Offiziere nach Washington reisen, um die Ver handlungen über die Lieferung der Raketen aufzunehmen. Wahrscheinlich dürfte Aussenminister Golda Meir an diesen Besprechungen teilnehmen. Erst Gaskammer jetzt . . . Pfarrhaus! Innsbruck. — Vor einiger Zeit ging durch die Presse die Meldung, dass der Erbauer der Gaskammer und der Krematorien im Konzentrationslager Auschwitz, Walter Dejaco, in Reutte seinem Beruf als Baumei ster nachgeht. Die „Lagergemeinschaft Auschwitz“ erstattete gegen den ehemaligen SS - Hauptsturmführer Dejaco die Anzeige. Dijaco blieb jedoch auf freiem Fuss. Wie IPN erfahren, hat Dejaco vor kurzem den Bau des Pfarrhofs in Reutte fertiggestellt. Zu der Einweihung des Pfarrhofs kam ein hohen kirchlicher Würdenträger aus Innsbruck, der besonders lobende Worte für den Baumeister Dejaco fand. Dies geschah kurze Zeit nachdem der Name Dejaco im Zusammenhang mit dem Bau der Gaskammer und der Krematorien in Auschwitz bekannt wurde. Dejaco, der Erbauer der Gaskammer und Krematorien in Auschwitz — Dejaco. der Erbauer eines Pfarrhofs in Oesterreich anno 1962, — wahrlich, das ergibt ein Dokument zur Zeitgeschichte, ein Dokument aber, welches Oesterreich nicht zur Ehre gereicht. (IPN) EINLADUNG ZUM XIRCHEHKONZIL Jerusalem. — Der Vatikan hat Israel eingeladen, an der Eröffnungssitzung und den Feierlichkeiten des Oekumenischen Konzils teilzunehmen, das am 11. Ok tober in Rom beginnt. Morris Fisher, der Israel Botschafter in Italien, wird die israelische Delegation bei der Eröffnungssit zung anführen. Die Delegation besteht aus drei Personen, zu denen ein Vertreter des Religions Min’steriums gehört. Aehnliche Einladungen sind vom Vatikan an über 70 Länder ergangen, mit denen der Heilige Stuhl diplomatische Beziehungen unterhält. Die Einladung an Israel wird als eine Geste des guten Willens angesehen, denn zwischen Israel und dem Va tikan gibt es keine diplomatischen Beziehungen, ja der Vatikan hat Israel nicht einmal formell anerkannt Seit Johannes XXIH. Papst wurde, sind die israe lischen Diplomaten in Rom wiederholt zu den Veranstaltungen im Vatikan eingeladen worden, und Eliahu Sasson wurde mit einem hohen kirchlichen Orden aus gezeichnet. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 /