Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1975 (31.8.1962)
- Date
- 1962-08-31
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vie«!«*, 31 «le Ag«st« de 19«2 SEMANA ISRAELITA Año XXIff. — No, 1875 — í Israelis bauen eine Stadt „Arad“ hat seinen ersten Einwohner bekommen, als sich der junge Ingenieur Carlos Hodges vor kurzem mit Frau und einem dreijährigen Kind dort niederliess. Dsr Ingenieur ist erst vor kurzem aus den USA in Israel eingewandert und wird in seiner Eigenscaft als Ingenieur von der Verwaltung des Bezirks „Arad“ beschäftigt. Aber bereits bis April 1963 soll die neue Stadt tausend Einwohner haben, so erklärte Nachum Pundak, der neue Leiter dieses Bezirks. „Arad ‘ ist die erst« der vier neuen Entwicklungs- Städte, die jetzt geplant sind, und die Vorarbeiten für den Aufbau der Stadt Arad sind in vollem Gange. Aber Arad ist nicht nur eine neue, sondern auch eine sehr alte Stadt. Schon in der Bibel wird Arad bei der Eroberung des Landes durch Jeschua erwähnt. Bei dort vorgenommenen Ausgrabungen wurden Reste von Siedlungen gefunden, die 5.000 Jahre alt sind. Das Arad zur Zeit der jüdischen Könige lag allerdings einige Kilometer entfernt von dem Platz, auf dem das moderne Arad jetzt errichtet wird. Hier stand das Arad der Kanaaniter. Es befindet sich in dem nordöstlichen Teil des Negew, etwa 11 Kilometer vom Toten Meer entfernt, aber während das Tote Meer und die dortigen Werke ca. 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegen, ist Arad rund 600 Meter über dem Meeresspiegel gelegen. Arad war einmal ein wichtiger Knotenpunkt und ist daher auch von einem Gürte] alty Befestigungen umgeben. Hier stieg die Karawanenslrassfi von Hebron herauf, um entweder nach Elat am Roten Meer und in das Innere der arabischen Halbinsel, oder hinaus nach Beer Schewa und von dort entweder in die Halbinsel Sinai oder dem Meer entlang (via maris) nach Aegypten weiter zu verlaufen. Auch jetzt soll Arad wieder ein wichtiger Knotenpunkt werden, und so wird, es durch eine Landstrasse, die bereits ihrer Fertigstellung entgegengeht, mit den Toten A eer - Werken und Beer Sch<wa. aber auch durch eine andere moderne Landstrasse mit Tel Aviv und Elat verbunden sein. Die Lar.dstra:se Tel Aviv— Elat über Arad wird zwar um etwa 10 Kilometer länger sein als die heutige Strasse über Beer Schewa, aber sie wird dies durch die Vermeidung von steilen Steigungen, wie sie auf der bisheriven Dr. KURT 0TTENS00SER (Israel; gen Strecke zu finden sind, ausgleichcn. Arad wird mit dem Hafen Elat und dem neuen Hafen Ascbdot "am verbunden sein und so zu einem Verkehrsknotenpunkt für die Transporte von Pottasche und Phosphaten werden. VORBEREITENDE ARBEITEN Eine Reihe von Vorarbeiten mussten durchgeführt werden, bis man sich entschlossen konnte, an die Errichtung der Stadt zu gehen. So mussten z. B. klimatische Untersuchungen vorgenächst lO.OoC Seelen geplant. Dies setzt das Vorhandensein von rund 3.000 Wohnungseinheiten voraus, wozu dannnoch die nötigen öffentlichen Institutionen kommen. wie Kindergärten und Schulen, ein Hospital und Kliniken. Industrie- und Verwaltungsgebäude. Daneben muss natürlich auch an die Anlage von Strassen, Wasser und Stromnetz, Elektrizität und Kanalisation gedacht werden. Bei der Planung arbeiten Finanzministerium, Wohnbauministerium, die Ministerien für Handel und Industrie, Arbeit, Entwicklung jUx « Äjlltl . ïwrmï-. 'h - .'v V . HAUPTSTRASSE IN BEER SCHEWA nommen werden, die ein sehr erfreuliches Ergebnis zeitigten, worauf wir noch zurückkommen werden. Arad liegt in einer wasserarmen Gegend. Es erhält nicht mehr als 10 Zoll jährlichen Regens, oft aber sogar nur 4 Zoll. Man muss also entweder Wasser durch Bohrungen finden oder entsprechende Zuleitungen anlegen. Ferner mussten geologische Untersuchungen in grösserem Masstab durchgeführt werden, die die Möglichkeit des Abbaus grosser Phosphatvorkommen ergaben. Sie sind die reichsten. die bisher in Israel gefunden wurden, und sollen von den Phosphat werken im Negew und der haifaer Fertilizers-Gesellschaft gemeinsam abgebaut werden. Auch ein guter Marmor konnte festgestellt "werden, der wirtschaftlich ausgenutzt werden kann, sowie eine Erde zur Fabrikation von weissem Zement, der bisher importiert verden musste. DAS BAUPROGAMM Arad ist als eine Stadt mit einer Einwohnerzahl von zu¬ Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Ltd. T E L A V I V $5, Allenby Read NEUE BÜERÖS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-3463 (GALERIA DEL OBELISCO) M X COB A INVESTMENT & TRUST Cict. Ae. CORRIENTES II45 T. E. 35-3463 und das Innenministerium zusammen. Aber auch das Landwirtschaft - Ministerium und die Jewish Agency sind an der Planung beteiligt, denn man will möglichst auch ein landwirtschaftliches Hinterland für die junge Stadt schaffen. Natürlich ist es nicht immer leicht, soviele Stellen zu gemeinsamer Arbeit zusammenzubringen, aber der neue Leiter des Bezirks konnte berichten, dass jetzt diese Zusamenarbeit durchaus harmonisch durchge- "führt wird. DAS LEBEN DER BEWOHNER In Arad besteht bereits ein gut ausgebautes Arbeitslager. aber dis heutigen Arbeiter sind nicht als die zukünftigen Bürger der Stadt anzusehen. Sie haben ihre Familien in anderen Teilen des Landes und kehren zum Wochenende zu ihnen zurück. Man rekrutiert jetzt Familien, die bereit sind, Bürger von Arad zu werden und will zuerst jüngere im Lan¬ WESTLICHE KREDITE FUER NASSER de aufgewachsene Menschen hierfür gewinnen. Erfreulicherweise kann festgestellt werden, dass d.r Pioniergeist auch in der jungen Generation noch lebendig ist. und die Anmeldungen la ifen in befriedigender Zahl ein. Die Kandidaten werden ein- ] gehend geprüft. Alan ist vori läufig nur an verheirateten , Paaren und an Menschen in- I teressiert. die bereit sind. , für den Anfang jede ihnen angeboter.e Arbeit zu übernehmen. Natürlich werden sie später die ersten Anwäi - ter für bessere und gehobene Arbeiten sein. Arad wird eine grosse Zahl der Arbeiter der Toten Meer-Werke in seinen Mauern aufnehmen. Der Verteil. in einer hochgelegenen Stadt, deren Klima dem von Jerusalem entspricht, leben und mit ihren Familien zusammen wohnen Zu können, ist die tägliche- Fahrt zum Arbeitsplatz, die eine halbe Stunde in Anspruch nimmt, wohl wert. Man rechnet damit, dass 700 bis 800 Arbeiter diese Gelegenheit wahrnehmen werden. Daneben werten die Phosphatwevke mehreren hundert Arbeitern Beschäftigung und Verdienst geben. Marmor- und Bauindustrie, wie auch die Bauarbeiten selbst, sollen eine weitere Besehäftigungs - Möglichkeit bieten. Eine grosse Striekwaren-Indus'ric wird von der Miami-Gruppe unter Führung von Federmann zusammen mit dem Hamaschbir'errichtet werden, die 200 Arbeiter, später sogar noch mehr beschäftigen wird. Die Errichtung einer Bankfiliale in Arad wurde bereits von dem zuständigen Ausschuss bestätigt. Die Federmann-Hotelgruppe beabsichtigt, ein Hotel mit 40 Zimmern zu bauen. Dies wird Touristen nicht nur die Möglichkeit geben, von Arad aus den Negew mit Ein Gedi und dem berühmten Massada zu besuchen, sondern auch von dort aus die vorzüglichen und starken Schwefelbäder von Ein Bokek und im Toten Meer selbst zu erreichen. Die Schwefelquellen von Ein Bokek. die zu den stärksten in der Welt gehören, konnten jetzt nur in den Wintcrvvoehen ausgenützt werden, weil der Aufenthalt in den heissen Sommermonaten sich als zu anstrengend erwiesen hatte. Die grossen Vorkommen an Erdölgas aus den nahe gelegenen Feldern von Zohar und Kidod werden nicht nur Arad mit einer Gasleitung für den Hausgebrauch versorgen, sondern auch die Basis für die Errichtung einer chemischen Industrie liefern. Natürlich erforderten die Erschliessung des Geländes und die nötigen Installationen für eine moderne Stadt den^ Einsatz grosser Geldmittel. Der Grundplan sieht für alle die vorstehend erwähnten Anlagen, Bauten und Fabriken ein Budget von 66 Millionen Dollar vor. Aber man rechnet damit, dass auch das Ausland sieh an diesen Entwicklungsprojekten beteiligen will und tatsächlich liegen bereits eine Reihe von Vorschlägen grosser ausländischer Konzerne vor. Amerikanische Hilfe Die ägyptische Regierung bemüht sich um grössere westliche Kredite für den Industrieaufbau des Landes. Wie verlautet, konnte Wirtschaftsminister Kaissuni in Washington Zusagen für eine neue nordamerikanische Anleihe für. ägyptische Industrieprojekte erhalten, ferner gelang es ihm in Washington, einen neuen Kredit für die Lieferung von 600.000 Tennen Landwirtschaftserzeugnisse aus USA- Ueberschüssen zu vereinbaren. Kaissuni. cer inzwischen nach Kairo zurückkehrte, hat in den USA ajeh V^irbesprechungen für einen neuen Kredit von 42.5 Millionen Dollar aus der ägyptischen Einlage beim Internationalen Währungsfonds geführt. Da Aegypten aber seine Kreditquote beim Währungsfonds bereits voll in Anspruch genommen hat, müsste für einen neuen Kredit zuvor die ägyptische Einlage erhöht werden. Besprechungen hierüber sollen demnächst in Kairo siaitimden. Zu den wichtigsten westlichen Kreditgebern Aegyptens gehören die "USA, die Deutsche Bundesrepublik und Italien. Zu ihnen wird sich auch Frankreich gesellen. wenn die derzeitigen Verhandlungen des kairoer Wirtschaftsministeriums mit französischen Privatfirmen über Kredite von insgesamt 74,86 Millionen Mark erfolgreich verlaufen. Vorbedingung bleibt jedoch die Klärung der Entschädigungsfrage für die nach der Suez- Krise in Aegypten enteigneten französischen Vermögen. Verhandlungen über eine Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen werden bereits zwischen Aegypten und der Schweiz und mit Griechenland geführt. Den Schweizern und den Griechen, deren Vermögen in Aegypten ebenfalls beschlagnahmt wurden, hat die ägyptische Regierung bereits eine Entschäaigung zugesagt. Auch die syrische Regierung verhandelt gegenwärtig über eine 40 Millionen- Dollar-Anleihe, die bei der Bundesrepublik, den USA, Italien und dem Internationalen Währung fonds au.genommen werden soll. Das Bonner Aussenamt bestätigte, dass über eine Anleihe in solcher Höhe verhandelt werde, die Besprechungen darüber aber noch nicht abgeschlossen seien. Der syrische Informationsminister Dr. Dayem äusserte sich über den Starrt! der Vorverhandlungen sehr zufrieden. Dabei hob er hervor, dass Syrien bei der Gewährung der An’eihe keine politischen Auflagen gemacht würden. Mit dem deutschen Anteil an der Anleihe. der ungefähr 64 Millionen Mark betragen soll, möchte die syrische Regierung das Euphrat - Staudamm-Projekt finanzieren, dessen Bau beschleunigt werden soll. (AWZ) Beweisaufnahme abgeschlossen Saarbrücken. — Nach 21 Verhandlungstagen ist die Beweisaufnahme im Saarbrücker Schwurgerichtsprozess gegen zwei ehemalige Angehörige des deutschen Sicherheitsdienstes in Os'galizien, den 54 Jahre alten Kurt Köllner und den 53 Jahre alten Krimialobermeister Heinrich Peckmsnn kürzlich abgeschlossen worden. Köllner wird die Tötung von 18 Jahren. Peckmann von zwei Juden vergeworfen. Die Verbrechen’ sollen 1942 und TS43 begangen worden sein. Bei der Verlesung von Wehrmachtsurkunden stellte sich heraus, dass Köllner „wegen hervorragender Beteiligung bei Judenaktionen“ mit dem Kriegsverdienstkreuz.Zweiter Klasse ausgezeichnet worden war. Der Mitangeklagte Peckmann verdankt, wie sich weiter ergab, die gleiche Auszeichnung,- der „Bewährung im Bandeneinsatz“. (AWZt <-4-4“44-4- 4 4-4-4 * i HOTEL DAPHNE i IHR HOTEL IN : HÄIFÄ - Israel : VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM l HAIFA. Hadar Hakarme!, Ncrdausfr. * ► ♦♦♦♦•♦ * HOTEL ARMON ISRAELS SGK0ENES TOURISTENHOTEL :Die beste Küche Angenehmer Aufenthalt Tel Aviv, Jarkcnstr. SO Tel. 23711 (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) >-4-4-4~4 4 4-4~4- 4 rt K 4-4444-44 Dr. MAX FLESCH London. — Aegypten wird 400.000 Tonnen Weizen und Mehl aus den USA importieren. Der Liefsrungsverirag im Werte von 23 Millionen Dollar wurde vor kurzem in Kairo unterzeichnet. Ausserdem haben Aegypten und S.rluiLräe„"S’sih" 1 «»■ *VIV- '«»*' ~ '«• <*«'£• Elli.t Stf. unter anderem über Stipendien, abgeschlossen. (AWZ) t ucrater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israt \ — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art ..+44444* * 4 4 4 4 44 4 44-4-+4 4 4 4-4 4 4 44-444 44 4 4 4'