Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-08-24 · 1974 (24.8.1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1974 (24.8.1962)
Date
1962-08-24
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9613406--2293-9613415
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Viernes, 24 ¿e Agesto de 1962 SEMANA ISRAELITA Alio XXIII. — No. JS74 — ♦ Xt. •.*1 ., -r L*“- : PUEYRREDON 21901. St. * T. E. 23 - 2613 Probleme der jüdischen Erziehung NACHRICHTEN AUS ISRAEL Jerusalem. — Der Weltkonferenz für jüdische Erziehung in Jerusalem wohnten 500 Erzieher und Führer der Juden aus 28 Ländern t>ei. Dr. Nachum Goldroann, der auch Präsident der Konferenz jüdischer Organisationen äst, unter deren Patronat die Tagung statt- Jand, verwies darauf, dass ,es an Interesse und der Begründung der Frage fehle. warum man ein Jude bleiben solle.“ Daher sei ein Prozess der Auflösung unter der heutigen jungen jüdischen Generation ausserhalb Israels festzustellen. Er forderte „ein System der jüdischen Erziehung durch jüdische Tagesschulen als einzig wirksames Mittel und wandte sich gegen die Auffassung vieler „guter Juden“, die befürchten, jüdische Tagesschulen könnten als ein Versuch der „Ghetloisierung“ ausgelegt werden oder Konflikte bei der Emanzipation herbeiführen. Diese Ansicht von Demokratie und Gleichheit bezeichnete er als völlig irrig. Label Katz, der die Delegation der Bne Brit zur jerusalemer Konferenz anführte, teilte diese Befürchtungen Goldmanns nicht. Er setzte sich für die Schaffung einer „Weltorganisation für jüdische Erziehung“ ein, die die Bemühungen, jüdischen Kindern in der Diaspora eine jüdische Erziehung zu geben, unterstützen und leiten könne. Ferner solle es Aufgabe dieser Körperschaft eeip, für die Ausbildung jüdischer Lehrer zu sorgen und kleinen Gemeinden zu helfen. Der Präsident der USA- Delegation. Julius Fliegelman, machte den Vorschlag, einen internationalen Fonds zur Finanzierung der jüdischen Erziehung in minderbemittelten Gemeinden und für den Austausch jüdischer Ideen und Güter zu grün den. Sir Barnett Jänner, der Präsident des Board of Deputies englischer Juden, forderte eine Hebung der Stellung jüdischer Lehrer. IN DER DIASPORA Die Ansicht, die jüdische Erziehung ausserbatb Israels, im besonderen in Nord- Hebrseischer Weltverband Jerusalem. — Dem Hebräischen Weltverband wurden Berichle über die hebräische Bewegung in der Diaspora unterbreitet. Die Verfasser der einzelnen Arbeiten waren die Doctores Federbusch, Kuperstein, Aizik Silberschlag und Prof. Efrait. ln vorhergehenden Debatten wurde einstimmig der Beschluss gefasst, dem Präsidenten der Exekutive der Jewish Agency. Mosche Shareit, den Vorschlag zu , machen, dass das Hebräieche die zweite Sprache ei- '»es jeden Juden in der Diaepora sein solle. Die folgenden acht Institutionen erklärten ihren Anschluss an die Grundsätze des Hebräi- :«chen Verbandes: Bne Brit, 'der Jüdische Weltkongress, der Board, of Deputies in 'England und Südafrika, der Kanadische Jüdische Konifjress und die argentinischen Jüdischen Organisationen. — «TA) “ ~ amerika, geschehe in .einem Vakuum“, wurde von Rabbinev Benjamin Kahn, dem Direktor der Ilillel-Stiftung der Bne Brit in Washington, vertreten. Rabbiner Kahn der seit 22 Jahren in akademischen Zirkeln wirkt, äusserte, die Mehrzahl der jüdischen Studenten in USA seien, wenn sie überhaupt eine jüdische Erziehung erhalten haben, „das Produkt eines Erziehungssystems, das völlig vom häuslichen Milieu abgelöst ist und mit den Problemen und der Struktur des gemeindlichen jüdischen Lebens in keinem Zusammenhang steht.“ Somit sei jüdische Erziehung an sich nicht die Lösung, um das Leben einer schöpferischen jüdischen Jugend zu formen, solange die jungen Juden nicht mit den Fragen der jüdischen Gemeinde ver traut gemacht werden. Allein an den nordameräkanischen Universitäten gibt es 250.000 jüdische Studenten, und rund 150.000 in anderen Ländern der freien Welt ausserhalb Israels, so berichtete er. Seinen Ausführungen schlossen sich die Delegierten Südafrikas an, die ebenfalls den Standpunkt geltend machten, dass kein Fortschritt zu erwarten sei, wenn die jüdischen Gemeinden sich nicht bereit finden, durch die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Stellung der jüdischen Lehrer die Ergreifung dieses Berufes zu erleichtern. AUSBILDUNG JUEDISCHER LEHRER Die Schaffung eines „Weltministeriums für jüdische Erziehung“ sowie einer Hochschule für die jüdischen Lehrer in der Diaspora wurde von Dr. Mordechai Kaplan aus New York, dem Gründer der Bewegung für Wiederaufbau, in Vorschlag gebracht. Der Redner regte an, die Fakultät für jüdische Lehrer der Hebräischen Universität anzugliedern. Das „Ministerium“ solle seinen Sitz in Israel und Büros in aller Welt haben. Eine solche Fakultät, so führte Dr. Kaplan aus, würde dem Mangel an jüdischen Lehrern abhelfen und die geistige Solidarität unter den Juden stärken.“ Auch der Dekan des Jüdischen Lehrerseminars von Boston, Dr. Eäsing Silberschlag, bezeichnete den Mangel an jüdischen Lehrern als äusserst ernst. Ei berichtete, dass an der von ihm geleiteten Anstalt nur 150 Lehrer ihr Diplom erhalten hätten, während zumindest 800 jüdische Lehrer in Nordamerika gebraucht werden. „In England“, fuhr er fort, „äst die Mehrzahl der Lehrer für ihr« Aufgabe ungenügend vorbereitet. Das Seminar in London hatte" 1m vergangenen Jahr nur 35 Studenten, und an den drei Lehrerseminaren in Frankreich wurden noch weniger Pädagogen ausgebildet. In Lateännmerika haben die jüdischen Seminare schweb zu kämpfen, und nur in der straff organisierten jüdischen Gemeinde von Südafrika ist die Lage besser.“ Dekan Silberschlag ermahnte die Delegierten, nicht auf den bequemen Ausweg zu warten, dass Israel die Probleme der jüdischen Erziehung in der Diaspora lösen werde. Dr. Ernst Simon verwies im Namen Israels auf die Notwendigkeit,’ dass die Juden der einzelnen Länder ihre jüdischen Lehrer selbst ausbilden müssten, da dies aus Gründen der besseren Milieukenntnis vonzuziehen sei; nach Abschluss der Studien könnten diese Lehrer dann für ein oder zwei Jah re nach Israel kommen, um ihren Horizont in einem lebendigen jüdischen Geist abzurunden. JUEDISCHE TAGESSCHULEN Eine Resolution, in der die jüdischen Tagesschulen als „unerlässliche Notwendigkeit“ für den Fortbestand des jüdischen Lebens in der Diaspora bezeichnet werden, wurde der Konvention über jüdische Erziehung vorgelegt. Die Gemeinden werden aufgefordert, diesen Schulen die grösstmögüche Unterstützung angedeihen zu lassen. da „ihre Hauptaufgabe im Studium der Quellen des Judentums und der Kultur des jüdischen Volkes durch die Jahrhunderte und der hebräischen Sprache besteht.“ Aus einem der Konferenz unterbreiteten Bericht geht hervor, dass 54 Prozent der 189.000 jüdischen Jugendlichen, die in der freien Welt ausserhalb Israels und der Vereinigten Staaten eine jüdische Erziehung e, h*.t:;i, jüdische Tagesschulen besuchen. Diese Zahl schliesst allerdings 7.000 Kinder aus Nordafräka und Iran ein. wo es nicht möglich ist, jüdischen Kindern eine andere Erziehung zu geben. In USA gibt es 50.000 Schüler in den 290 jüdischen Tagesschulen in 102 Gemeinden. U-eber 90 Prozent dieser Anstalten werden von den Orthodoxen geführt. Die Gesamtzahl dieser Kinder stellt weniger als 10 Prozent der 600.000 jüdischen Kinder im schulpflichtigen Alter Bar, die in irgendeiner Form eine jüdische Erziehung gemessen. GOLDMANN BEI BEN GURION Nachum Goldmann, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, besuchte Ben Gurion. um mit diesem über Erziehungsfrageh zu sprechen. Die Unterhaltung, die eine Stunde währte, bewegte sich hauptsächlich um das Problem, den Kindern der Neueinwanderer eine höhere Schulbildung ange^eihen zu lassen. In diesem Zusammenhang legte Ben Gurion, wie verlautete, besonderen Nachdruck auf die hiermit verbundenen finanziellen Lasten. Nach diesem Zusammentreffen äusserte Dr. Goldmann: „Wir haben nicht über Politik gesprochen“, und fügte hinzu, dass die Unterredung „sehr freunde schaftlich“ war. DIE RESOLUTIONEN In einer ausführlichen Resolution wurden die Gemeinden aufgefordert, „dafür Sorge zu tragen, dass die Mittel zur Verfügung gestellt werden, um einem jeden jüdischen Kind eine jüdische Erziehung zu ermöglichen, dem herrschenden Mangel an Lehrern Abhilfe zu schaffen, dem Erziehungsprogramm grössere Sorgfalt zu widmen, um der hebräischen Sprache und Israel mehr Raum zu gewähren, die jüdischen Klubs mit jüdischen Geist zu erfüllen und den Eltern jüdische Erziehung ihrer Kinder nahezulegen.“ Die Konferenz erklärte, dass „die breiteste Grundlage des jüdischen Unterrichts und seine Pflege unerlässlich sind für das Wohl unse- I ZIONISTEN¬ MITGLIEDER DER INDUSTRIE UND EXPORT Der Wert der Industrieproduktion stieg von 460 Millionen 1L im Jahre 1949 auf etwa 3 Miiiiarden 1L im Jahre 1961. Die Zahl der in der Industrie Beschäftigten beträgt jetzt 128.000. Der Gesamtexport von Israel, der industrielle sowohl als auch der landwirtschaftliche, hat um dbs 8fache von 30 Millionen Dollar im Jahre 1949 auf 239 Millionen Dollar im Jahre 1949 zugenommen. OLIM IN NAHARIA . In Naharia haben sich im Laufe des letzten halben Jahres 300 Familien von Neueinwanderern niedergelassen. Die Stadt bereitet sich auf die baldige Aufnahme von weiteren 200 Familien vor. NEUEINWANDERER NACH JERUSALEM Zustäzlieh zu den zahlreichen Wohnhäusern, welche in den letzten Jahren in Jerusalem für Neueinwande- I I Man erwartet von uns, dass wir die ersten! v t t t sind, die ihre Pflicht gegenüber der \f Einheitskampagne erfüllen! res Volkes uiiCT ebenso wie die Ausbreitung der jüdischen Kultur einen Schutz gegen die Assimilation und andere zersetzende Kräfte darstellen.“ Das allgemeine Gefühl der Delegierten spiegelt sich in einer Erklärung von Rabbiner Joachim Prinz wider, der sagte: „Die jüdische Erziehung muss mit Dringlichkeit behandelt werden, denn es besteht die Gefahr, dass das Volk des Buches sich in das Volk der Schmähschriften verwandelt.“ Die Konferenz stimmte für die Eröffnung eines Weltbüros für jüdische Erziehung, das als „Zentrale für die Sammlung und Verbreitung von Informationen über jüdische Erziehung in der ganzen Welt“ fungieren soll. Dieses Büro wird auch die Ausgangsstelle für die spätere Aufstellung eines Planes bilden. um massgebende Richtlinien für die Bedürfnisse der jüdischen Erziehung auszuarbeiten. Das Büro wird dem Weltrat für jüdisch? Erziehung unterstellt sein, dem Vertreter der bedeutendsten Gemeinden, des Erziehungswesens und aller religiösen und kulturellen Strömungen im jüdischen Leben angehören sollen. Die | Zusammensetzung des Welt-1 rats wurde nicht entsche-1 den. Jehuda Hellman. der ’ Generalsekretär der Ins’itution in New York, versicherte. die Körnersehaft werde unverzüglich die A’bei* beginnen und diese in sechs Monaten absrhliessen. Möglicherweise dürfte das Büro zwei Sitze haben, von denen der eine sicherlich Jerusalem sein wird. Es wird über ein jährliches Budget von 250.000 Dollar verfügen, die von verschiedenen Organisationen hereitgestellt werden. Die Delegierten snendeten Mosche Sbarett lebhaften Beifall auf der Schlußsitzung. als dieser ein Kabel des Rabbinjscben Rates von New York verlas, der seine Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt hat. Die religiösen Gruppen aus Nordamerika hatten gezögert, offiziell an der Konferenz teilzunehmen, zum Teil weil ideo’ogisehe Differenzen bestanden oder weil die Konferenz von Kreisen einberufen wurde, die sie als „Laien“ betrachten. rer gebaut worden sind, sollen laut einem jüngst gefassten Beschluss weitere 1000 Wohnungen fertiggesfeilt werden. In der Hauptstadt soll eine Erziehungsanstalt für Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren, Einwanderer aus den USA, England und Kanada, eröffnet werden. Für diesen Zwack wurden bereits einige Hauser in der Vorstadt Bak‘a von Rav Alexander Undsdorfer, der an der Spitze eines religiösen Schulwerks in Montreal, Kanada, sieht, erworben. Die erste Gruppe von 30 Jugendlichen wird mit der Familie des Rabbiners sofort nach dem Versöhnungstag 5723 ins Land kommen. ANSIEDLUNG IN RAMLE Bei einer Besprechung zwischen Vertretern des Wchnbaumänisteriums und des Gemeinderates von Ramie wurde beschlossen, dass im Laufe der nächsten Monate in Ramie 1500 Familie,! von Neueinwanderern angedäedeit werden sollen. Fenier wurde beschlossen, / die 160 Familien zählenden Insassen der beiden Maibarot von Ramie in ständige Wohnungen zu überfuhren. BAU VON WOHNUNGEN Die erst vor wenigen Jahren gegründete Stadt Nazaret Iiit wird in Bälde 12.000 Einwohner zählen. Vor kurzem wurden dort 400 Wohnungen fertiggestellt und man beabsichtigt, bald mit dem Bau von 250 weiteren zu beginnen. Anfang Juli wurde in Haifa der Bau von 300 Wohnungen für Neueinwanderer jn Angriff genommen. OR AK1BA (CAESAREA) Dieser Ort, der noch vor kurzem mit grossen Schwierigkeiten auf dem Gebiet der Behausung und Arbeitsbeschaffung zu kämpfen hatte, hat im letzten Jahr begonnen, Neueinwanderer aufzunehmen; ihr Zufluss beläuft sich auf durchschnittlich 25 Familien im Monat. Heute zählt Or Akiba ■1500 Einwohner. Jetzt schritt man zur Errichtung von 389 neuen Wchnhäusern für Einwanderer. Die bereits bestehenden Industrieunternehmen ,vercen erweitert und es kommen auch neqe Betriebe hinzu. Im Orte herrscht Vollbeschäftigung, und es ist sogar ein grosser Mangel an Ai'beiiskräften spürbar. Hebrceischer Kursus Montevideo. — In der Humanistischen Fakultät Uruguays ist ein Kursus für hebräische Sprache und Literatur eröffnet worden. Der Einweihung wohnte Israel Botschafter Arkawi bei. Der Dekan der Fakuität, Dr. Rodolfo Talio, der Ehrenpräsident des Uruguayisch israelischen Kultur - Instituts. Prof. Carlos Scbat Ercasty befanden sich unter den Redner!.'. Der Kurasus umfasst folgende drei Gegenstände: jüdisch-spanische Literatur, literarische Themen der Bibel und die hebräische Sprache — (ITA) 499999^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.