Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1972 (10.8.1962)
- Date
- 1962-08-10
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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FRANQUEO PAGADO Concesión 908 < C TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XXIII. BUENOS AIRES, VIERNES 10 DE AGOSTO DE 1962 No. 1972 EL EJEMPLAR Ifl .. en toda la República PUEYRREDON 2190 1? í*q. T. E. 83 2G13 Buenos Aires Nazifaschisten in England'GefZhZ,lc.hZjpiel London. — Im Unterhaus wurde ein Zusatz zu dem bestehenden Gesetz zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung vom Jahre 1936 eingebracht, durch den die Aufreizung zum Rassen- und Gruppenmord verboten werden soll. Die Abgeordneten waren bemüht, die Annahme der neuen Bestimmung noch vor Beginn der bevorstehenden Parlamentsferien durchzusetzen. Der Vorschlag zum Verbot des Rassenhasses erfolgte nach dem Einspruch verschiedener Deputierter gegen die kürzliche Welle von Antisemitismus, die durch mehrere faschistische Veranstaltungen der britischen nationalsozialistischen Partei und d Bewegung des englischen Nazis Sir Oswald Mosley ausgelöst worden ist. Während im Parlament die Debatte über den Gesetzesvorschlag stattfand, wurden auf einem Meeting in Hackney 54 Anhänger Mosleys verhaftet und dem Richter vorgeführt. Mosley selbst wurde von den Antifaschisten. die die Veranstaltung störten, niederge schlagen und trug Schrammen im Gesicht davon. APPELL AN DEN innen: tinipter Eine Del-gation des britischen Board of Deputies erschien unter Führung seines Präsidenten Sir Barnett Jänner und ir Begleitung des Oberrabbiners Israel Brodie Nazigegner sloeren Kundgebung Manchester. — Die Polizei verhaftete vor einigen Tagen 47 Personen, die an den Zusammenstössen beteiligt waren, welche zwischen den Anhängern des englischen Nazifüh~ers Sir Oswald Mosley und antifa schistischen Zuschauern bei einer von Mosley unter freiem Himmel veranstalteten Kundgebung stattfan den. Die Antifaschisten bewarfen die Anhänger Mosleys während der ganzen Zeit mit Tomaten und Eiern, und man sah. wie Mosley selbst bei diesen Angriffen zu Boden fiel. Nach Ende der Versammlung bildeten die Antifaschisten einen Kordon und verhinderten auf diese Wei se die Mitglieder der Nazibewegung, durch das Zen trum der Stadt zu defilieren. (ITA) Abhaltung zukünftiger Ver- N anstaltungen zur Rassenhetze zu verbieten. Der Oberrabbiner von England richtete an alle Synagogen im Lande die Aufforderung, am nächsten Schabbat in Gebeten der jüdischen Opfer zu gedenken und auf diese Weise lern ..energischen Protest“ gegen die gegenwärtige Welle antisemitischer Veranstaltungen Ausdruck zu verleihen. In dem Rundschreiben Dr. Brodies heisst os: ,,Das Böse, von dem wir glaubten, dass es niedergerungen, wenn auch nicht mit der Wurzel ausgerottet worden sei, hat wieder sein schändliches Haupt erhoben, und seine Lästerzunge verbreitet überall Naziparolen, die zu wildem Antisemitismus und zu einer Audienz bei Innen-; Rassenvorurteil aufrufen. minister Henry Brooke, um | Die Mehrheit des Volkes mit diesem über die „Vgr- ■ hat diese abscheulichen und Sammlungen und die Aktivi- : anipatriotischen Kundgebuntät neofaschistischer Grup- : gen verdammt und mit volpen“ zu sprechen, und um j lern Recht von. den Behör- ,.Anwendung des Gesetzes den die Ergreifung von wirkzur A.ufrechterhaltung der isameren Massnahmen geforöffentlichen Ordnung“ zu 1 dert, um dem Wiederaufleersuchen. Die Delegierten gaben ihrer Besorgnis über die Ruhestörungen Ausdruck, zu denen die faschistischen Veranstaltungen in letzter Zeit Anlass lieferten, und verlangten die Anwendung der bestehenden Gesetze oder eine Erweiterung der Gesetzgebung, um die ben jener Ideologie Einhalt zu gebieten, die für die furchtbare Katastrophe verantwortlich war, welche so viele Millionen Menschenleben gekostet hat. Es ist unsere heilige Pflich, derer zu gedenken, die Opfer der Nazis wurden, nicht nur um sie als Märty- Katholiken und Juden Rio de Janeiro. — Die hohe katholische Geistlichkeit Brasiliens gab der Föderation jüdischer Gemeinden im Lande die Versicherung, sie werde alles ihr Mögliche tun, um bei dem bevorstehenden ökumenischen Konzil in Rom das Ersuchen der Juden, aus der katholischen Liturgie alle Stellen zu entfernen, die einen Anlass zu Antisemitismus liefern können vor allem jedoch um die Juden von dem Stigma des ,,Gottesmordes“ zu befreien. In Beantwortung eines den kirchlichen Würdenträgern überreichten Memorandums gaben Kardinal Jaime de Barros Camara von der Erzdiözese Rio de Janeiro und Kardinal Carmelo de Vascocellos Mota aus San Pablo diese Zusage. Beide Kardinale we-den dem Kirchenkonzil in Rom beiwohnen. Kardinal Bar ros Camara ist Mitglied des Sekretariats, an dessen Spitze Kardinal Augustin Bea steht, welcher das von Papst Johannes XXIII. einberufene Konzil vorbereitet.! und wurde von diesem zwei der Kommissionen zugeteilt. die sich mit der jüdischen Frage beschäftigen : werden. j Kardinal Barros Camara versicherte den Delegierten der Föderation, er habe sich von je ,,für eine Des! sere Verständigung zwischen den Religionen, Rassen j und Völkern eingesetzt und. werde diesen Standpunkt | auch auf dem Konzil vertreten. Kardinal Vascocellos Mota versprach, dem Memorandum seine „volle Auf- | merksamkeit“ zu widmen, und benutzte die Gelesen , heit, um Israel, das er kürzlich besucht hat als „Bei- . spiel der Demokratie für die ganze Weit“ zu hezeich- ' nen. I rer zu ehren sondern als Zeichen eines energischen Protests gegen die Duldug des Wiede-erscheinens derjenigen, die der Menschheit Leid und Zerstörung gebracht haben.“ Die britische Regierung gab die Zusage, dass der am Vortag leantragte Zusatz zum Gesetz zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, in dem Sinne Gegenstand „ernstlicher Erwägung“ sein werde, dass die Aufreizung gegen rassische Gruppen im Lande verboten werden wird. Allerdings betonte Innenminister Henry Brooke als Sprecher der Regierung in diesem Zusammenhang, man müsse hier sorgfältig das Problem berücksichtigen, dass das Recht des freien Wortes gewahrt bleibe und gleichzeitig die bösartige Aufreizung j zum Rassenhass wirksam! unterbunden werde.” i Liberale und Labour-Abge ■ ordnete übten seit Tagen eil nen Druck auf die Regiej rung aus, durch den Innen* I minister eine offene Erklä- I rung zu verlai tbaren. Sir . _. , ,, , , _ u, , , seiner Eigenschaft als Chef Barnett Jänner beanstande- , T! te. dass Brooke in seiner j Erklärung nicht darauf ver- | wies, dass ,das bestehende j Gesetz dem Minister die! Handhabe zum Verbot ge- | wisser Veranstaltungen bie- ■ tet und keinem Menschen : das Recht gibt, derartige | Beleidigungen zu verbreii len.“ rufen woru-n ist. Der nordamerikanische Naziführer George Rockwell steht als erster auf der schwarzen Liste, die von Scotland Yard vorbereitet worden ist. Colin Jordan, der Chef der britischen nationalsozialistischen Partei erklärte, dass „die Veranstaltung bei Eintreffen einer genügenden Anzahl von Delegierten stattfinden wird, und sollte dies nicht der Fall sein, so würden aridere Pläne erwogen werden.“ Als Ziel des Kongresses bezeichnete er die „Aufstellung eines Programms zur Koordinierung des nationalsozialistischen Kampfes für Rasse und Volk in der ganzen Welt.“ EIN ANTISEMITISCHER KONGRESS Aus Washington wird gemeldet, dass der Naziführer George Rockwell und andedere Antisemiten im Lande Pässe beantragt haben, um an einer internationalen Konferenz teilzunehmen, die für den 15. August in England angesagt wurde. Die Beamten erklärten, Rockwell habe das gleiche Recht auf einen Pass wie irgendein anderer USA - Bürger, doch es stehe im Ermessen j Englands, ob es einem von; mehreren Gerichten für verj schiedene Delikte verurteil- \ ten Ruhestörer die Einreise i bewilligt oder nicht, i Den Abschluss des antise- I mitischen Kongresses soll : am 19. August ein grosses : Treffen auf dem Trafalgar ¡ Square' bilden. Zu der Taj gung werden Nazis aus ' Westdeutschland, u. a. Mit-! glieder der SS, und, wie es ' heisst, eine Delegation aus i Argentinien erwartet. Colin Jordan bestätigte in | Der Labour - Deputierte ¡George Brown, der zweite Führer der Opposition, schlug dom Minister vor. die kommenden dreimonatigen Parlamentsferien dazu zu benutzen, um das Gesetz zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung „im Zusamenhang mit der herrschenden Lage“ zu überprüfen. Der Führer der Liberalen legte dem Minister nahe, „zwischen wirklichen Versammlungen und Veranstaltungen zu unterscheiden, die nur zur Verbreitung des Rassenhasses dienen.“ Brooke blieb jedoch dabei, dass es nicht in der Macht der Regierung stehe, die Versammlungen im vornhinein zu verbieten. Er gab allerdings zu, dass die Polizei j eine Versammlung aufösen | könne, wenn ,,es wahrscheinj lieh sei. dass zu Gewalttaten I aufgefordert würde.“ Die londoner Detektive erj hielten Auftrag, die ausländischen prominenten Nazis ausfindig zu machen, die in England einzureisen versuchen, um an der ersten internationalen antisemitischen Tagung teilzunehmen, welfho für Mitte August einbeder britischen Nazipartei dass Rockwell die Einla- \ düng der englischen Nazis angenommen habe. Er äui sserte im weiteren, die Sit-! zungen, die „irgendwo in 1 England“ stattfinden sollen, seien geheim und man wer- I de der Presse nicht die Teilj nähme an ihnen gestatten. „POSITIVE AKTION” London. — Entgegen dem Rat der Führer der organisierten englischen Judenheit, sich nicht an den Tumulten bei faschistischen und nazistischen Massenveranstaltungen zu beteiligen, bereiten sich hunderte jüdischer Kriegsveteranen für die „positive Aktion“ gegen die antisemitischen Kundgebungen vor. Ehemalige jüdische hohe Offiziere erklärten ganz offen, dass sie heute imstande seien, „im Falle der Notwendigkeit einer positiven Aktion gegen die antisemitischen Agitatoren 10.000 Juden innerhalb weniger Stunden in den Strassen Londons zu mobilisieren.“ Eine der hauptsächlichsten faschistischen Gruppen Englands, die britische Nationalpartei. eröffne'e inzwischen ihre jährliche Konvention ausserhalb Londons unter Teilnahme von rund 60 Delegierten. Die Gruppe zählt ungefähr 4.000 Mitglieder. Die Versammlung fand auf dem Landsitz ihres Präsidenten. Andrew Fonntaine. statt. Der Knrresn'wdmit d»s „Sunday Telegraph“ berich- Ein eigenartiges und zugleich gefährliches Spiel spielt heute das State Department der USA, das Aegypten bei der Verstärkung seiner Bewaffnung gegen Israel unterstützt. E„ ist wohlbekannt, dass das State De partment sich durch Jahre hindurch gewe.gert hat. dfen israelischen Eruschen stattzugeben, gewisse Verteidi- I gungswaffen, die zum Schutz . des jüdischen Staate notj wendig sind,, in Nordamerika zu erwerben. Dagegen hat dieses Ministerium kei- : ne Bedenken, Nasser beim! Ankauf vor zum Angrif und nicht zur Verteidigung be- , stimmter Waffen aus der ' Sowjetunion, die praktisch j aus USA-Geldern bezahlt' werden. Hilfestellung zu lei- \ sten. Obzwar die Höhe der! Waffen - Geschäfte Nassers! mit Moskau nicht genau er- ' rechnet werden kann, so stehen doch Fakten zur Verfüj gung, die beweisen, dass die Finanzhilfe der Vereinigten | Staaten an Aegypten ungei fahr den Summen entspricht, die Kairo in Russland ver-! ausgabt, um sein für eine massive Offensive gedachtes | Waffenarsenal aufzufüllen. I Der Betrag der sowjetij sehen Waffenlieferugen. die i bis Ende 1964 abgeschlosj sen wurden, beläuft sich auf i rund 300 Millionen Dollar, j Diese Summe stellt 60 Pro- . zent des Marktwertes dieser | Rüstungen dar. Im selben : Zeitraum wird ein gleicher j oder sogar noch höherer Dollarbctrag von den USA I tete, er habe bei seinem Be- I such auf dem Gut Fountaij r.es einige Mitglieder dieser | Partei in der grüngrauen : Uniform der Fallschirm- ' Springer Hitler mit Militär- ' stiefeln gesehen. Vier Delej gierte aus dem Ausland,' die aus Frankreich, Italien, I Westdeutschland und Spa-; nien gekommen waren, wolj len die Verbindung mit den ' englischen Faschisten hersteilen. London, — Trotz des in | der vorigen Woche vom Innen - Ministerium erteilten Einreiseverbots für den Na- 1 zi Rockwell hält sich dieser , gemeinsam mit anderen i „Gästen“ aus Deutschland,; Oesterreich, Ungarn und i Frankreich bei den englischen Nazis auf, die auf ei-! nera ihnen zu diesem Zweck; zur Ve'Niigung gestellten Landsitz eine Naziversammlung abhalten. Den Vorsitz : führt der Chef der briti- 1 sehen Nazipartei. Colin Jorj dan, von Beruf Lehrer, der; kürzlich von seinem Posten in einer Schule in Coventry entfernt worden ist. Rockwell landete in Sannon, Irland, wie in Erfahrung gebracht wurde, und es gelang ihm, die Beamten der Einwanderungsbehörde zu täuschen, die Anweisungen hatten, ihn „nicht ins j Land zu lassen.“ I Innenminister Henry Broo-! ke erliess ePen Ausweisungsbefehl gegen Rockwell, ) der von der Polizei gesucht | wird. | Letz'en Meldungen zufol-! ge hat di» englische Polizei j Lincoln Rockwell inzwischen | in London aufgespürt und j verhaftet. I und dem 'nternationalen Währungsfonds an Aegypten überwiesen werden. Diese Gelder sind für die Sanierung der ägyptischen Wirtschaft gedacht, werden von Nasser jedoch in Wirklichkeit zum Begleich der Waffenkäufe in Moskau verwendet. Dies heisst mit anderen Worten, dass die Vereinigten Staaten auf Umwegen Nassers Rüstungsprogramm subventionieren und finanzieren. Gleichzeitig helfen sie der sowjetischen Kriegsindustrie, indem sie es Moskau ermöglichen, Uebersehüsse von Waffen an Aegypten zu verkaufen. Unter diesen Umständen darf es nicht verwundern, dass nordamerikanische Kongressmitglieder die Politik des State Department mit ernster Besorgnis verfolgen. „Das amerikanische Volk ist es überdrüssig. Ländern Hilfe zu gewähren, die ihr eigenes Geld dazu benutzen, um von Russland Waffen zu kaufen“, erklärte Senator Kenneth Keating. Israel ist naturgemäss über diese Lag; der Dinge besorgt, und es hat guten Grund hierzu. Ein flüchtiger Blick auf die Liste der Waffen, die Kairo von Moskau erhält, genügt schon, um jeden, der den Frieden im Mittelosten wünscht, zu beunruhigen. Zu diesen Waffen gehören vor allem viele Arten von Düsenflugzeugen, die verschiedensten Modelle von Tanks, Unterseeboote und sogar ein Zerstörer. Washington vertritt den Standpunkt, dass die verstärkte USA-Hilfe für Aegypten mit den ägyptischen Waffenkäufen in Moskau in keinem Widerspruch steht. Die Beamten des State Department behaupten. Aegypten sei nicht verpflichtet, die Dollarbeiträge aus USA nur für interne Bedürfnisse auszugeben. Sie verweisen darauf. dass Aegypten einen Ueberschuss an sowjetischen Krediten besitzt, die es noch nicht in Anspruch genommen hat und noch verwenden kann. Sie berufen sich darauf, dass die USA- Botschaft in Kairo entschieden empfiehlt. Washington müsse Nasser weiter helfen. Sie geben offen zu. dass sie glauben, diese Hilfe bedeute eine Stärkung des Mittelost cns gegen „die kommunistische Gefahr“. Aber sie vergessen, dass diese „Bedrohung“ zum Teil von den Russen verwirklicht worden ist, die Hunderte ihrer Agenten als Piloten, Ingenieure und Techniker nach Aegypten schicken, damit sie die Aegypter im Gebrauch der' von Moskau erhaltenen Waffen unterweisen. Sie übersehen ferner, dass der ganze ägyptische Militärapparat heute von Russland abhängt, weil er auf die Lieferung von Munition und Ersatzteilen angewiesen ist, so dass Moskau schon eine gewisse Kontrolle über Aegypten besitzt. Bisher verlautete noch nicht, ob die Vereinigten Staaten beabsichtiget^ Ae-- gypten in seinem Rüstungswettlauf gegen Israel weiter zu subventionieren. Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831