Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1968 (13.7.1962)
- Date
- 1962-07-13
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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n J, i FRANQUEO PAGADO 3 « J i Concesión 908 Q} 3 *1 TARIFA REDUCIDA ¡ Concesión SEMANA ISRAELITA Año XXIII. BUENOS AIRES, VIERNES 13 DE JULIO DE 1962 No. 1968 : io.- EL EJEMPLAR en toda la Republic PUEYRREDON 2190 19 teq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Das Stigma des Gottesmordes Rom. — Das Oekumenische Konzil wird wahrscheinlich die Passionsgeschichte in ihren religiösen, histori sehen und juristischen Aspekten einer Prüfung unterziehen und höchstwahrscheinlich feststellen, dass die jahrhundertealte Anklage des ,,Gottesmordes“, die auf dem jüdischen Volk lastet, unbegründet ist. Es dürfte ferner hierbei erklären, dass somit die legendäre Behauptung hinfällig wird, die Leiden des jüdische Volkes müssten als ewige und unabwendbare Strafe für das ihm zur Last gelegte, furchtbare Verbrechen betrachtet werden. Diese umwälzende Revision wurde öffentlich in einer der ersten Amtshandlungen des Papstes XXIII. eingeleitet, der anordnete, die in_ der Liturgie verwandte Bezeichnung der Juden als „verräterisch“ abzuänuern. Dieses Eigenschaftswort hatte in jJer italienischen Uebersetzung und in der .modernen Mentalität die gewöhnliche. abstossende Bedeutung angenommen, die es im lateinisenen Originaltext nicht besitzt, wo das Wort „perfilus“ den Sinn von „ungläubig“ hat. | Der Beschluss des Papi stes, der einstimmigen Beifall fand, stellte einen neuen und starken Impuls für die vernunftsmässige Ueberprü-: fung der konkreten Verantwortlichkeit dar. die den ■ Juden bei der Kreuzigung 1 * * * zufällt. Auf einem Kongress der italienischen Judenheit erinnerte Dr. Sandro di Castro daran dass der Gott der Juden und der Christen der gleiche Gott ist. Er erinnerte daran, dass Jesus von einer jüdischen Mutier aus dem Stamme David als Juer zugehürte, galt, dass seine ewige Liebe und Vergebung auch dem Volk, dem er zugehörte, galt dass seine ersten Schüler, die Apostel und die ersten christlichen Märtyrer Juden waren, dass die Grundlage des Christentums, die Liebe zu Gott und die Nächstenliebe schon im Alten Testament gepredigt werden, usw. In dem Ort Castiglioncelo wurde der Vorschlag gemacht, regelmässige Zusammenkünfte zwischen Chri sten und Juden zu veranstalten, die einem besseren Verständnis der Fragen gemeinsamen Interesses dienen sollen. DIE KIRCHE BEOBACHTET New York. — Es dürfte für die Leser in Amerika von Interesse sein zu erfahren, dass der Vatikan mit Aufmerksamkeit die Rolle verfolgt die einige Geistliche auf diesem Kontinent bei der Ausbreitung des Judenhasses spielen. Argentinien ist ein katholisches Land, in dem die Kirche einen starken Einfluss auf das Volk und die Behörden besitzt. Dem Vatikan ist gemeldet worden, dass einige der Führer der antisemitischen Bewegung dort katholische Geistliche sind, die erwiesenermassen die Studenten dazu aufhetzen, mit dem Ruf „Tod den Juden“ oder ähnlichen Parolen durch die Strassen zu ziehen. Diese Nachrichten haben den Papst Johannes XXIII., dessen Freundschaft für die Juden bekannt ist, aufs höchste irritiert. Noch verärgerter war der Papst, als ein antisemitisches Buch nach Rem gelangte, dessen * 1 Verfasser ein argentinischer Priester ist. Als warnendes Beispiel suspendierte der EINE ENZYKLIKA DES PAPSTES Rom. — Papst Johannes XXIII. verwies in einer an die Katholiken der ganzen Welt gerichteten Enzyklika eindringlich auf die jüdische ebenso wie auf die christliche Tradition und forderte die Katholiken zur Busse auf. Der Papst betont, dass die jüdische und die christliche Tradition einen Zusammenhang zwischen aussergewöhnlichen Ereignissen und Busse hersteilen und beide Religionen die Entsagung predigen und die „irdischen Freuden“ als Lebensform ablehnen. Gleichzeitig bezog sich der Papst auf das Buch Exodus, wo berichtet wird, wie Mose die Kinder Israel auffordert, Busse zu tun für ihre Sünden der Götzenanbetung und cer Undankbarkeit, bevor er ihnen die Gesetzestafeln überbrachte. Vatikan auf der Stelle einen der geistlichen Führer der argentinischen antisemitischen Bewegung für die Dauer von zwei Monaten und verbot ihm während dieser Zeit die Messe zu lesen. Andere päpstliche Verfügungen beweisen, dass der Vatikan entschlossen ist, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln die aus Kirchenkreisen stammenden Führer der antijüdischen Agitation in Argentinien zu desavouieren. In ähnlicher Weise geht der Vatikan auch in anderen Ländern vor und ist bemüht, den jüdischen Beschwerden über die Juden herabwürdigende Stellen in religiösen Texten sein Ohr zu leihen. In Paris hat der R. P, David ein aufsehenerregendes Buch geschrieben, in dem er zeigt, dass der Katechismus der Kirche in Frankreich unter den Millionen von französischen Kindern, die katholische Schulen besuchen, den Antisemitismus verbreitet. In Holland erstrebt eine Reihe von katholischen Geistlichen gegenwärtig die Entfernung von Stellen aus den Religionsbüehern, in denen die Juden herabgewürdigt werden. Die gleiche Tendenz kann in der Schweiz und in Deutschland beobachtet werden. Es scheint, dass es heute in den grossen europäisehen Kulturzentren nicht einen einzigen katholischen Führer gibt, der nicht eingestehen würde, dass die Zeit gekommen ist, aus den Büchern der Kirche die Bemerkungen und Erklärungen zu entfernen, die der Verbreitung des Antisemitismus Nahrung geben. Israel und Algerien Jerusalem. — Wie ein Sprecher des israelischen Aussenministeriuras mitteilte, hat Israel die Unabhängigkeit Algeriens anerkannt. „Israel ist erfreut“, so heisst es in der Erklärung, „Algerien als neues Mitglied in der Familie der freien Völker zu betrachten.“ Paris. — Cföwohl das israelische Aussenministerium die Anerkennung der Unabhängigkeit Algeriens bestätigt hat, so hat die algerische Regierung ihrerseits keinen Kommentar über ihre Haltung zu Israel abgegeben, wie hier festgestellt wurde. Man nimmt an, dass die Regierung Benjusef Ben Kheda eine irgendwie geartete Stellung in dem arabisch-israelischen Konflikt zu nehmen vermeidet und sich schon deshalb nicht wohlgesinnt zeigen will, wetl sie befürchtet, sieh der Kritik durch ihren hauptsächlichen inneren Gegner, Mohammed Ben Bella, auszusetzen. Ben Bella war dreimal in Kairo, wo er mit Nasser zusammentraf. Man vermutet daher, dass Ben Bella geneigt ist, die Politik der Arabischen Liga gegenüber Israel zu befolgen. (ITA) WARNUNG AN TRANSJORDANIEN Is t Krieg 6 ‘a us Verse h en ’ ’ moeglich? Eine Meldung, die aus dem der Sensation zugetanen „Washington Star“ in die Spalten auch der seriösen Weltpresse sprang, hat wieder einmal die Vision eines Weltkonflikts „aus Versehen“ erstehen lassen. Manchen mag nachträglich das kalte Grausen geschüttelt haben, als er lesen musste, die Erl.. habe im vergangenen Herbst „vier Minuten lang am Rande des Atomkrieges“ gestanden, und er mag sich fragen, was denn geschehen wäre, wenn der Fehler, der den A.arm auslöste, sich nicht binnen kürzester Zeit hätte finden lassen. Die Antwort ist beruhigend. denn sie heisst: nichts. Nichts wäre geschehen. Es war nicht das erste Mal, dass ein blinder Alarm das nordamerikanische Luftverteidigungskommando und das Strategische Luftkom mando in Aufregung versetzte, und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein. Wo eine hochgezüchtete Technik angewendet wird, da sind auch immer die Tiikken dieser Technik bereit, dem Menschen -'treiehe zu spielen. Man wird sie nie ganz ausschalten können, die vagabundierenden Stromimpulse, die schadhaften Relais oder die durchschmorenJen Widerstände, ganz zu schweigen von Erschei nungen, die, wie etwa mag retische Stürme völlig ausserhalb irdischer Beeinflussung liegen und doch ein ganzes Naehrichtennetz zusammenbrechen lassen können. Worauf es ankommt, ist, die Tücken rechtzeitig Eis Tücken zu erkennen, und das ist bisher in jedem Fall gelungen. | General Thomas S. Power, der Befehlshaber des nordamerikanischen Strategi-! sehen Luftkommandos, dem sowohl die Fernbombergeschwader als auch die Interkontinentalraketen unterste-; hen, ist weder ein nervöser, ] noch ein allmächtiger Mann, j Wenn er — was keineswegs ' sicher ist — im vergange- I nen Herbst zum berühmten I „roten Telephon“ in seinem i Bunker unter dem Luftsiütz- I punkt bei Omaha gegriffen! haben sollte, weil die Elek l tronik ihm die Möglichkeit vorgaukelte, die Friihwarni Station in Thule könnte unter Umständen durch einen Eaketeniiberfa.il zerstört worden sein, so war das nur eine Vorsichtsmassnahme. Sie rief im äussersten Fa! die in Bereitschaft stehenden strategischen Bomber an die Startbahnen der Fliegerhorste, und selbst wenn diese Massnahme die mit unvo"Stellbarer Vernichtungskraft beladenen B 47, B-52 und B-58 in die Luft gehetzt hätte, wäre dies nichts weiter gewesen als Routine: Alltag für die Besatzungen. Aber nehmen wir an, die Ungewissheit hätte doch länger bestanden und die Born ber wären auf Kurs gegangen, ihren seit langem fest- Jiegenden Zielen entgegen. Sie wären Stunden unterwegs, um überhaupt an jene rund um die Sowjetunion gezogene Linie zu gelangen, die sie nur auf eine ganz bestimmte Folge von Funksignalen hin überfliegen dürfen und an der sie umzukehren haben, wenn sie solche Signale nicht erhalten. Längst wäre der Präsident unterrichtet, der eine Erlaubnis geben müsste, längst hätte er telephonisch mit den Verbündeten konferiert — vor allem aber hätte sich inzwischen längst entscheiden müssen, ob tatsächlich ein Angriff erfolgt sei, denn die feindlichen Raketen fliegen 24mal scnneller als die eigenen Bomber. Grundlage der USA-Strate gie war bisher stets, den ersten Schlag abzuwarten, sich zu vergewissern, ob auf nordamerikanischem oder verbündeten Gebiet tatsächlich ein nuklearer Sprengkörper detoniert ist. Erst dann, erst wenn diese Gewissheit hundertprozentig ist, würde der Gegenschlag ausgelöst. Erst dann würden die schon bei der blossen Vermutung in die Luft geschickten Bomber den Auftrag erhalten, die Sicherheitslinie zu überfliegen. Die Bomber also, das dürfte klar sein, können den Krieg aus Versehen nicht auslösen. Man hat sie „an der Strippe“, kann sie jederzeit, auch noch kurz vor dem Ziel, zurückpfeifen. Anders die Fernraketen. Wenn sie einmal gestartet sind, wenn ihr nuklearer Gefechtskopf scharf geworden ist, hält sie niemand mehr auf. Deshalb die Hin nähme des ersten Schlages, deshalb das Inkaufnehmen der Gefahr, dass bei diesem Schlag ein Teil von ihnen ausgeschaltet wird, deshalb die Bemühungen, sie in steigender Zahl in atomsicheren, unterirdischen Stellungen unterzubringen. Deshalb auch die ausgeklügelten Vor kehrungen, die es unmöglich machen, dass ein einzelner Offizier den Start und die Schärfung des Gefechts kopfes veranlassen könnte. Nicht zu leugnen ist allerdings, dass die Gefahr, eines durch Irrttimer und Trugschlüsse ausgelösten Atomkrieges steigt, je mehr die Automatisierung vorwärtsschreitet. Den Fernraketen Jerusalem. — Israel richtete eine ernste Warnung an Transjordanien, nach einem Angriff, bei dem zwei Soldaten getötet, ein dritter verwundet und drei Zivilpersonen schwer verletzt wurden. Die israelischen Behörden teilten den Transjordanienrn auf direktem Wege über das Mandelbaum Tor mit, wenn „sie aus Mangel an Disziplin nicht imstande seien, ihre Armee unter Kontrolle zu halten, die Israelis dies für sie tun würden.“ Die israelishen Beamten , erinnerten auch an den Zwij schenfall vom 16. Juni, bei dem arabische Legionäre,! chne provoziert worden zu 1 sein, gegen eine israelische j Patrouille das Feuer eröff- I neten und einen israelischen : Soldaten erschossen. Bei die \ ser Gelegenheit hatte Transj jordanien versichert, die of-! fizielle transjcrdanische Po- - litik verfolge nicht das Ziel, {den Frieden zwischen den I beiden Ländern zu stören, , und seinem Bedauern Aus- ■ druck verliehen. Nachdem Israel energischen Protest erhoben hatte, leiteten die UN-Beamten eine Untersuchung über den von heute, die noch zehn oder fünfzehn Minuten Vorbereitungszeit bis zum Start benötigen, werden schon bald die in ihren Silos zu jeder Minute einsatzbereiten , Minutemen“ folgen. Bei ihnen, die der Mensch weder zu warten noch zu betanken braucht, genügt ein einziger Knopfdruck, um sie zu Dutzenden in derselben Sekunde loszujagen. Andererseits werden die vom 1 Soldaten bedienten riesigen Radargeräte der Frühwarnstationen schon in Kürze ergänzt werden: durch Frühwarnsatelliten, die zwar zusätzliche Sicherheit geben. | gleichzeitig aber auch als neue Fehlerquellen Verwirrung stiften können. Der ruhige Kopf und das kalte Blut der Verantwortlichen, ein mit „Bremsen“ gespickter, aber dennoch schneller Befehlsweg und die Anwendung aller erdenk liehen elektronischen Kontroll-Mitteln, die jede Information dreimal prüfen wird werden dann noch nötiger sein als bisher, um verhäng nisvolle Irrttimer auszuschliessen. ■ Aus die „Welt“) Schusswechsel ein, der damit begonnen hatte, dass die Transjordanier ven einer Mauer der Altstadt aus Schüsse abgegeben hatten. Wie die UN-Bchörde mitteilte, behaupten die Transjordanier. Israel hätte das Feu-! er eröffnet. Die Touristen | auf dem Zionsberg began- | nen, den Berg lierunterzu- \ rennen', als die ersten Salven | zu hören waren. Ein Soldat I auf dem Gipfel des Berges wurde von einer Kugel ge- . troffen und rollte den Abhang herab. Der Schussha-! gel war so dicht, dass es 40 Minuten lang unmöglich . war, dem verwundeten Sol-! daten Hilfe zu leisten. ERKLAERUNG DER I UN BEHOEHDEN | Jerusalem. — Die Gemischte Waffenstillstands- I Kommission kündigte ihren | bevorstehenden Beschluss in , Sachen des Grenzzwischenj fals an, bei dem in der vorigen Woche zwei israelische Soldaten den Tod fan- ' den,, ein dritter Verwundungen davontrug und drei Zij vilisten schwer verletzt wurden. Die Kommission nahm den Bericht der UN-Beobachter entgegen, den diese nach Untersuchung der von beiden Teilen vorgebrachten Proteste ausgearbeitet haben. Ein Sprecher des israelischen Aussenministeriums j bestätigte, dass die Regiej rung den UN Generalsekrei tär sowie die USA-Regierung | benachrichtigt hat, dass Is-; rael „die transjordanische! Aggression, die zu einem i Schusswechsel an der Gren- I ze führte, als ausserst ernst | betrachtet.“ Gast aus Burma Jerusalem. — Der israelische Polizeikommandant Josef Nachmias gab nach einer Rückkehr aus Burma, das er als Gast der dortigen Regierung besucht hatte, bekannt. dass in diesem Jahre der Kommandant der burmesischen Polizei Israel besuchen werden. (AWZ) Uniformveib«: Bonn. — Der „Bund heimattreuer Jugend“ ist mit einem, allerdings noch nicht rechtskräftigen Uniformverbot belegt worden. (AWZ) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 impreso en la Imrrenta POLIGLOTA — Rivadavii 831