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Jüdische Wochenschau · 1962-06-22 · 1965 (22.6.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1965 (22.6.1962)
Date
1962-06-22
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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:-s- , 'S is < V FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXill. ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 22 DE JUNIO DE 1962 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1? irq. T. E. 83 D613 Buenos Aires No. 1965 ISRAELS FLAGGE IN MUENCHEN Die Juden und das Konzil Mit freudigem Sixkz erblicke ich auch diesmal vor dem 60.000 qm grossen Mes segelände in München unter den Nationalfahnen der 37 Ländern aus vier Kontinenten die hoch am Mast frei flatternde israelische F.agge. Hier ist eine Bestätigung dessen — dachte ich mir, — was Israel sich selbst gelobt hat, als es um die eigene Unabhängigkeit kämpTe. An einem grossen menschlichschöpferischen Werk, mitzuarbeiten. Die frische dynamische Art, mit der man in Israel Probleme anfasst und die geiundeneti Lösungen auch anderen zukommen lässt, erleichtert und fördert diese Arbeit. Die eigenständige Gestalstungskraft des israelischen Volkes, die stark durch das Naturerlebnis und durch die Geschichte des wiedererwachten alt-neuen Vaterlandes inspiriert wird, schafft neue Ausdrucksformen der Kunst. Israel ist in diesem Jahr noch stärker vertreten und hat seine schon im vorigen Jahr sehr anspruchvolle Auswahl jetzt noch strenger getroffen. Es bringt viel von seiner vorzüglichen Keramik. die oft auf Formen aus biblischer Zeit zurückgeht, deren Spuren die Erde Israels auf Schritt und Tritt hergibt. Aber auch auf allen anderen Gebieten des Kunsthandwerks zeigt es Beachtliches. Besonders interessant ist das israelische Kunsthandwerk, weil sich in diesem Fach die starke Folklore auswirkt, die die Rückwanderer aus Asien und Afrika mitbrachten. Das Bestreben israelischer KUnstier, Kunsthandwerker und Entwerfer um eine organische Verschmelzung der vielen und vielfältigen im Lande wirkenden ästhetischen Elemente drückt der israelischen Ausstellung deutlich ihren eigenartigen Stempel auf. Farben und Formen, aber auch Geist und Geschichte des Landes bestimmen die Gestaltung selbst serienmässig hergestellter Produkte. Der bildende Künstler lässt durch die uralten Geräte, die bei den Beduinen noch im Gebrauch sind, seine Schöpfunvon Dipl, Ing, Sl Et-AH SCHWARZ, Straubing gen ebenso inspirirren wie durch die charakteristischen Farben der Wünstonlandschaft. Die Synthese biblischer Elemente mit den Ideen neuzeitlicher Kunst zeitigt interessante Resultate. Der Israel-Pavillon im Handelsteil symbolisiert diese Synthese schon in seiner Dekoration: Ein Wandbehang mitr hebräischen Buchstaben in moderner Form bildet den Hintergrund für die neuzeitlich - schlichten Aufbauelemente aus hellem lloi'' "nd Grossfotos von Naturformen, Hügeln. Ebenen, Gewässern und der Wildnis von Judäa. Der Grossteil des Pavillons ist Metall- und Keramikgegenständen gewidmet. Keramikschmuck und Silberschmuck mit typisch israelischen Halbedelsteinen sind besonders bemerkenswert. Die patinagrünen Kupferartikel, die die ansprechende Färbung alter Kupfergegenstände mit den Eigenschaften gebrannter Glasur verbindet. sind ein beliebter Artikel auf vielen Importmärkten. Israel konnte im Vorjahr seinen Geschenkartikelex port in die Bundesrepublik beträchtlich erhöhen und hofft, dank Wiederbeschikkung der Messe auf Weiterausbau dieses Exports. Die Sonderschau in der Halle 7 ist besonders interessant. Hier werden nur die besten Modelle von namhaften Werkstätten des In- und Auslandes ausgestellt und zu ihr wurden deshalb zur Erreichung eines besonders hohen Niveaus nur wsnige ausgewählte Betriebe eingeladen. Diese Schau soll eindeutig zeigen, wie wichtig eine sorgfältige Ausbildung des Nachwuchses für technische und künstlerische Qualität der Handwerksarbeit Ist. Auf dem Weltmarkt kann sich nur das Beste behaupten. So ist die Entwicklung zur Höchstleistung eine Notwendigkeit, um kulturelles Prestige und wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. In dierer Sonderschau bemühte sich der israelische Architekt Nahum Maron um orga¬ EINE ERKLÄRUNG AUS ENGLAND London. — Sir Barnett Jänner, der Präsident des Board of Deputies der englischen Judenheit äusserte sich zu dem Problem der Einwanderung nordafrikanischer Juden in Frankreich, die er ..als eine sehr orn ste Frage von jedem Standpunkt aus bezeichnete, d. h. was Hilfe, Wohlfahrt, Religion und Kultur betrifft.“ Sir Barnelt sprach auf der monatlich stattfindenden Sitzung dieser Organisation. ,,Die Unterhaltung dieser neuen jüdischen Flüchtlinge und ihre Rehabilitierung stellen eine Verantwortlichkeit für die Juden in der ganzen Welt dar“, sagte er, „und ich bin überzeugt davon, dass sich die englische Judenheit dieser nicht entziehen wird, möge sie finanzielle oder andere Opfer bedeuten.“ Er fügte hinzu, „man dürfe sich nicht wundern, dass so viele algerische Juden sich zum Verlassen des Landes veranlasst fühlen angesichts der gegen die algerische Judenheit und gegen Israel von Vertretern der provisorischen algerischen Regierung ausgesprochenen Drohungen.” Mit Hinweis auf die Reaktionen, die durch die Hinrichtung Eichmanns in Argentinien und Itaiien ausgelöst wurden, erklärte Jänner: ,.Es ist bedauerlich, dass die Regierung Argentiniens es für notwen dig erachtete, eine gewisse Kritik an der Vollstrekkung des Todesurteils zu üben, da sie hiermit den Antisemiten einen Vorwand für die von ihnen kurz- 'ich verübten Ausschreitungen geliefert hat.“ (ITA) nische Anordnung der Gegenstände, u. a. die lebensechten Traehtengruppen Edith Samuels, der Silberschmuck von Tass, Pfeffermann und Gumbel. Schon bei der Eröffnung konnte der Israel-Pavillon und seine Sonderschau die ersten schönen Erfolge für sich buchen, und zwar wurden erste Aufträg? vergeben und Musterkollektionen bestellt. Ebenso war reges Interesse für die verschiedenen ausgestellten Modeschmuckwaren und keramischen Kunstgegenstände, Glas und Holzschnitzereien, aus ungefärbtem poliertem Olivenholz vorhanden. Diese Artikel finden in letzter Zeit besonderes Interesse bei fachkundigem Publikum, welches — wie es sich zeigt — langsam teakholzmüde wird. Der Vorteil des Olivenholzes ist, dass es im Gegensatz zum Teakholz nicht nicht nachgeölt werden muss und seine wasserabstossenden Eigenschaften behält. Grosse Beachtung findet modischer Schmuck aus Silber oder vergoldetem Silber mit eingelegten geschliffenen Steinen aus den Kupferwerken von Timna bei Elat. , DieserrStein,.der dem Türkis sehr ähnelt, gewinnt an Beachtung und wird heute — wie Dr. Leronberichtet — in sämtlichen Mode-Zentren der Welt, so in Rom, Paris und New York mit Erfolg von Israel angeboten und verkauft. In der Keramik-Abteilung ist die Entwicklung neuzeitlicher Kunst aus bodenständigen Elementen besonders deutlich. Ich begegne, wie immer auf Messen, wo Israel ausstellt, dem regen, verdienstvollen Leiter der Aussenhandelsabteilung bei der Israel-Mission in Köln, Herrn Dr. M. Lercn, und mit ihm dem Direktor des Israel- Pavillons, Herrn Rudolf Gottlieb, und dem ausgezeichneten, begabten israelischen Architekten Nahum Maron aus Jerusalem. Mit Dr. Leron hatte ich mich bereits bei der IKDFA- Ausstellung im Jahre 1960 und bei der Schau „Formen aus Israel“ in München eingehend über die Notwendigkeit der Beteiligung Israels an den verschiedenen Messen und Ausstellungen in Deutschland unterhalten. Nun fragte ich Dr. Leron, ob Israel nachdem es jetzt zum dritten Mal ausstellt, Erfolge zu verzeichnen hat? Dr. Leron war sichtlich erfreut über diese Frage und erwi derte: ,.Es stimmt, wir hatten einen Erfolg. Der gesamte Export Israels nach der Bundesrepublik im Jahre 1961 hat 115 Millionen DM erreicht. Wir hoffen, dass diese Ziffer in diesem Jahr noch weiter ansteigen wird und dass die israelischen Hilfe für Ghana Tel Aviv. — Israel wird der westafrikanischen Republik Ghana landwirtschaftliche Maschinen und Geräte im Wert von 1,2 Millionen Mark liefern. Damit soll die Landwirtschaft im Distrikt Volta entwickelt werden. — (AWZ) Erzeugnisse und Exporttirmen sich stetig darum bemühen, dem deutschen Geschmack und den Anforderungen des deutschen Marktes nachzukommen. Wie sie bereits erwähnten, fuhr er fort, nimmt Israel dieses Jahr zum dritten Mat an Ausstellungen des Kunsthandwerks in München teil. Das erste Mal war es die von der bayerischen Handwerkskammer veranstaltete Schau „Formen aus Israel“, die einen bescheidenen Ausschnitt aus dem israelischen Kunsthandwerk undgewerbe zeigte. Aufgrund dieses ersten Versuchs habe ich unsere Steilen in Israel davon überzeugt, dass es wichtig wäre, an der ständigen Handwerksmesse in München teilzunehmen, die Gelegenheit bieten würde, israelisches Kunsthandwerk und -gewerbe im richtigen Rahmen einem diese Messe besuchenden fachkundigen Publikum zu zeigen.“ Ich erinnere daran, dass über die damalige Schau „Formen aus Israel“ die Schirmherrschaft der Bayerische Ministerpräsident Dr. Hans Ehard übernommen hat. Dieser sagte damals in seiner Ansprache: „Die kulturellen Leistungen, die ein unter schwierigen Lebensverhältnissen sich durchsetzendes Volk innerhalb weniger Jahre unter Ausprägung einer eigenen Wesensart hervorgebracht hat, sind bewunderungswürdig.“ „Das stimmt“, gab Dr. Leron zu, „und auch unsere erste Beteiligung an der Handwerksmesse in München im Mai des vergangenen Jahres war wiederum ein schöner Erfolg. Wir konnten eine Anzahl deutscher einschlägiger Firmen für die Erzeugnisse des israelischen Kunstgewerbes interessieren Als direkte Folge wurden die ersten Käufe getätigt und auch die Vertretungen verschiedener israelischer Erzeugerfirmen nach der Bundesrepublik abgegeben. Einer damals an der Schau beteiligten Künstlerin gelang es sogar, eine Medaille zu erringen, und zwar handelt es sich um Frau Judith Kaiser aus Jerusalem, die für einen handgewebten Stoff eine Auszeichnung erhielt. Angeregt durch den im letzten Jahr erzielten Erfolg, beschlossen die israelischen Stellen, auch in diesem Jahr die Handwerksmesse zu beschicken. die unterdessen zur Internationalen Handwerksmesse wurde, da sich, wie Sie wohl wissen, in diesem Jahr 37 Staaten an der Messe beteiligten.“ „Wer organisiert die israelischen Ausstellungen?“ fragte ich Dr. Leron. Er antwortete: „Die israelische Beteiligung an internationalen Messen in der Welt wird von der staatlichen israelischen Ausstellungsgesellschaft in Tel Aviv vorbereitet. Die Leitung des Israel Pavillons auf der diesjährigen Handwerksmesse in München hat Herr Rudolf Gottlieb aus Tel Aviv inne. und ihm zur Seite steht Frau Vardi, die Leiterin der Abteilung für Schmuck- und Kunstgewerbe im Israel-Export-Institut in Tel Aviv. Den Israel-Pavillon hat der Ar- I chitekt Nahum Maron aus von BORIS SM 0 LAR New York. — Nunmehr ist der Inhalt des Memorandums bekannt, das die jüdischen Organisationen dem Oekumenischen Konzil unterbreiten, welches von Papst Johannes XXIII. für den Monat Oktober in Rom einberufen worden ist. Das Memorandum, das um die Entfernung aller antijüdischen Referenzen in katholischen Texten, Liturgien, Inschriften und bildlichen Darstellungen ersucht, wurde von allen der Weltkonferenz jüdischer Organisationen angehörenden Gruppen mit Ausnahme des britischen Board of Deputies unterzeichnet. Dr Nachum Goldmann, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses. und Label Katz. der Präsident der Bne Brit, sind Mitpräsidenten der Weltkonferenz. Die Unterfertigten geben in diesem Schriftstück ihrer Hoffnung Ausdruck, dass „obwohl das Memorandum an Papst XXIII. persönlich gerichtet ist, es dem Konzil mit Zustimmung des Papstes weitergeleitet werde.“ ln dem Memorandum heisst es. die Juden in der Welt seien „zutiefst davon überzeugt, dass die Zeit gekommen sei, um entschiedene Anstrengungen von seiten derer, die an die Menschenrechte glauben, zu unternehmen. damit man das Uebel, Antisemitismus genannt, ausrotte....“ „Wir glauben, dass der Kampf gegen den Antisemitismus der Kampf für die Emanzipation der ganzen Menschheit ist“. Es wird hervorgehoben, dass, wenn sich die Weltkonferenz jüdischer Organisationen an die Katholische Kirche im besonderen wende, dies aus Gründen geschehe, weil gewisse Hinweise auf die Juden in den Texten der katholischen Liturgie vorhanden sind, so dass „leider nicht geleugnet werden kann, dass der Unwissende und der Böswillige lies falsch verstehen und derartige Hinweise entstellen und ausnützen, den Hass gegen andere schüren und Konflikte mit der Kirchendoktrin über die Bruderschaft 1er Menschen herbeiführen können.“ Im weiteren lenkt das Memorandum die Aufmerksamkeit auf die „Behauptungen von Kirchen in verschiedenen Teilen der Welt über von Juden begangene Ritualmorde“. Diese Anschuldigungen sind in Inschriften, bildlichen Darstellungen und selbst in Gedenkgot'tesdiensten festgehalten. Es werden Zweifel daran geäussert, ob diejenigen, die solche Inschriften gelesen oder derartigen kirchlichen Feiern beigewohnt haben, sich darüber im klaren sind, dass diese Beschuldigungen „Gegenstand mehrfacher päpstlicher Verbote“ waren. Abschliessend dankt die Weltkonferenz jüdischer Organisationen in ihrem Memorandum dem Papst für seine historische Anweisung, aus der Liturgie gewisse beanstandete Formulierungen zu entfernen und ersucht die Katholische Kirche „geeignete Massnahmen zu verfügen“, um die Menschen innerhalb und ausserhalb ihrer Reihen über , d!e grossen geistigen und sozialen Gefahren aufzuklären, die die Rassenlehre in sich birgt“. Was werden die Behoerden tun! Wien. — Ueber den jüdischen Friedhof in Horn berichteten IPN zum letzten Mai im August 1960 wie folgt: „Bei einer vor kurzem seitens der Technischen Abteilung der Wiener Kultusgemeinde erfolgten Inspektion des jüdischen Friedhofes in Horn wurde die erschüttern de Feststellung gemacht, dass von Vandalen, die wahrscheinlich in den Kreisen der früheren Nazis und der SS zu suchen sind, neuerdings etwa hundert Grabsteine umgeworfen oder be Jerusalem errichtet, der in seiner geschmackvollen und ihm eigenen Richtung einen grossen Erfolg für sich buchen konnte. Dasselbe gilt auch für die von ihm in der Halle 7 zusammengestellte Sonderschau des israelischen Kunsthandwerks und -gewerbes“. Ich dankte Herrn Dr. Leron für seine mir freundlichst gegebenen Informationen und dachte darüber nach, wie es möglich ist, dass ein Volk, das so schwer um seine alltäglichen Lebensbedingungen ringen muss, gleichzeitig vorzügliche künstlerische und handwerkliche Arbeit leistet. schädigt wurden. Es sind nur wenige massive Steine stehengeblieben. Auch die Friedhofsmauer ist an vielen Stellen beschädigt. Die Anzeige an die Gendarmerie in Horn wurde erstattet. Wieder lässt die Horner Gendarmerie nichts von sich hören. Die Friedhofschänder wurden nicht ausgeforscht. Was sagt das Innenministerium dazu?“ Es scheint nun in Horn geradezu eine Traditioussache zu sein, d?n jüdischen Friedhof zu schänden. Wieder haben jugendliche Vandalen auf dem Friedhof sieben Grabsteine umgeworfen. Dank der Wachsamkeit des Friedhofwärters konnten die Täter und zwar: Franz Mathee, geboren am 23. April 1948, Wilhelm Pfanhauser, geboren am 19. Fe- ■ bruar 1946, und Helmut* Vogl, geboren am 10. Fe-' bruar 1948, festgestellt werden. Alle Genannten sind Schüler der 4. Klasse B der Hauptschule in Horn. Die Israelitische Kultusgemeinde hat gegen die drei Genannten die Strafanzeige erstattet. Wir fragen: Werden die Behörden diesmal mit der nötigen Schärfe einschreiten? Und was werden die Schulbehörden tun? (IPN) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656 6S5 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavla 831

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