Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1934 (22.12.1961)
- Date
- 1961-12-22
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Correo Argentino Central B FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Afio XXII. ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 22 DE DICIEMBRE DE 1961 No. 1934 EL EJEMPLAR en toda la República 4, PUEYRREDON 2190 1? fcq. T. E. 83 2613 Buenos Aires DIE WAHRE LAGE AEGYPTENS Die zügellose Korruption >n der Staat..verwa'tung Aegyptens und das ausschweifende Leben Königs Faruk I, das der mosleirdschen Religion -uwider w-r, hat den Sta ~ i sstreict: vo” 1952 ausgeiäst Un^r der Führung des Tenerals Mohamed Naguib überrampei te eine Offizier. junta der auch der Obe-st Abdul Gamal Nasser ang. hörte, Könk Faruk Ln seinem Palast, zwang ihn zur Abdankung und zum Verlassen Aegyptens. General Naguib übernahm die Macht im Lande; aber sehr bald wurde Nag’db von seinem -Tuniorpartnsr Nasser verh. ftet und unkr strengen Hausarrest gesetzt. So .schwi ng sich Nasser zum Dik ntor über Aegypten empor Die uneingeschränkte Sym >athie des niedrigen Volkes — mindes ens 80 Prozent der ägyptischen Bevölkerung leot in grösstem Elend, teils als n edrige Gejegeuheitsarbeite , teils als bitt -rarme land.ose Fellacher — erwarb sich Nasser dadurch, dass i-1, bei der „M ichtorgreifung’' bombartis he Reformen verkündete. Dirwesentlichste war: die Enteignung des Grossgru .dbesitzes uno die Aufteil' i.g an die lanulosen Fellachen. D^ese Agrarreform ' ist nie ve-wirklieht worden; j Paschas und Effendis war weit stärker als Nassers Wille und seine Macht. Was j von der Bodenreform übrig i blieb, war die Errichtung! eines kleinen Musterdorfes, wo der Gebrauch moderner landwirtschaftlicher Geräte gezeigt und gelehrt wurde, die dem analphabetischen Fellachen unverständlich waren, weshalb er mit seinem primitiven Holzpflug weiter arbeitet, wie es seine Urahnen schon zu Zeiten Mohammeds getan haben. Um seinen Misserfolg zu tarnen und das Volk abzulenken, ging Nasser dazu über, das zu tun, was bisher alle Diktatoren getan haben, von HERMANN STERNBERG, Haifa seiner bisherigen Pyrrhussiege, holte Nasser zu einem viel grösseren Schlag aus: er verfügte die völkerrechtlich unzulässige Besitzergreifung des international gesicherten Suezkanals, der unmittelbar darauf die Sperre für israelische Schiffe und solche anderer Nationen, die israelische Häfen anlaufen, folgte. Da die Grosmächte nur mit lendenlahmen, papierenen Protesten reagierten, sonst aber nichts unternahmen, um ihre durch die Suezkonvention verbrieften Rechte zu wahren, und ausserdem die diversen Beschlüsse der UN von Nasser völlig ignoriert wurden, stieg das Ansehen Nassers auch in den anderen arabischen Ländern ganz gewaltig, und er wurde als Held und Retter gefeiert. Dazu kam noch, dass Russland ganz plötzlich Freund schaft für Aegypten und ganz besonders für Nasser bekundete, 400 Millionen Rubel zum Bau des projektierten Nil-Dammes bei Assuan hergab, Tausende von Technikern als „Instrukteure” sandte, und, um Aegypten gegen die imaginäre Aggression Israels zu schützen, Dutzende von Schiffsladungen mii Waffen, Ausrüstungen und Bombenflugzeugen lieferte. Die bisherigen Erfolge und der Wettlauf des Ost- und Westblocks um die Gunst Nassers stiegen dem guten Familienvater oder schlechten Diplomaten in den Kopf. Ist es Mussolini nicht gelun. gen, das Imperium Romanum zu erneuern, hat es Hitler nicht zuwege gebracht, das Grossdeutsche Reich Karls des Grossen, in dem die Sonne nie unterging, zu errichten, so wollte Naper das Grossarabische Reich Salah El Din’s zu neuem Leben erwecken, alle arabischen Länder unter seii en Hut bringen und den Thron des Kalifen besteigen. Nassers Propaganda lief auf hohen Touren; die arabischen Völker stimmten einer Vereinigung zu, nicht aber ihre despotischen Herrscher, die ihre grossen Erdölvorkommen — und damit gewaltigen Einnahmen — nicht einbiissen, aber auch nicht Vasallen von Nassers Gnaden werden wollten. Ein offener Krieg gegen die arabischen Herrscher war Nasser doch zu riskant, und so dachte er, dass eine allmähliche Durchdringung vorzuziehen sei. Nasser-Emissäre wurden überallhin infiltriert, die eine fast beispiellose Hetze und Aufwiegelung gegen die Machthaber in Syrien, Transjordanien und im Irak inszenierten, wobei sie durch die Radiosendungen aus Kairo pausenlos und glänzend unterstützt wurden. Selbst vor politischem Mord wurde nicht zurückgeschreckt. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem kleinen und wirtschaftlich schwachen Transjordanien zugewandt, als die schwächste Stelle im arabischen Raum. Im Irak wurden die Kurden zur Revolution getrieben, aber vom irakischen Diktator, General Kassem, blutig niedergeschlagen. Nur in Syrien gelang es Nasser, Fuss zu fassen und eine Vereinigung unter der hochtrabenden Firmenbezeichnung: Vereinigte Arabische Republik (VAR) zu vollziehen, obwohl Aegypten mit Syrien keine gemeinsame Grenze hat. Wie Hitler nach dem Anschluss Oesterreichs sich alle Mühe gab, Oesterreich stramm preussisch zu machen und die alte Kultur- Juristische Erwaegungen wenn sie mit ihrem Latein zu Ende waren, d. h. er unternahm die Aufwühlung der niedrigen Instinkte im Volke. Seinem Idol, Hitler, folgend, begann Nasser die Juden in Ae J/^pten zu verfolgen; sie wurden als Staatsfeind Nr. 1 bezeichnet, ihr Vermögen wurde eingezogen, und soweit man sie nicht in Gefängnisse steckte, zwang man sie zum Verlassen des Landes. Und das ägyptische Volk jubelte. Hat man ihm mit diesen Massnahmen auch kein „panem“ gegeben, so hat man ihm doch „circenses“ geboten. Aber auch dieser Rausch verflüchtete schnell. Nun ergriff Nasser eine Gewaltmassnahme, die er ebenfalls Hitler abgeguckt hat. Wie dieser nach der Machtergreifung die im Rheinland stationierten alliierten Truppen fortgejagt hatte, so zwang auch Nasser die englische Besatzung in der Suezkanalzone — diese letzte Position Englands in Aegypten — schleunigst zu verlassen, und mit marktschreierischer Beredsamkeit konnte er seinem Volke verkünden: es steht kein einziger fremder Soldat mehr auf heiligem ägyptischen Boden, Uebermütig geworden ob Im nachfolgenden geben wir die Ansicht von Dr. Carlos Sánchez Viamonte über den Fall Eichmann wieder, die in der Zeitung „La Nación” veröffentlicht worden ist: Die Erfahrung lehrt, dass der Verbrecher Vorteile daraus zu ziehen pflegt, wenn seine Delikte zahlreich und sehr schwer sind und die Umstände, die bei ihrer Verübung zusamentreffen, erschwerend sind. Derjenige, der viele Morde begeht und öffentliches Aergernis verursacht, wird von den Menschen als Kino- oder Romanfigur angesehen, denn sein Fall kann journalistisch ausgebeutet werden Er erlangt Popularität, erweckt ungesunde Neugier and Interesse, etwas über seine Person und sein Leben zu erfahren, und es fehlt ihm nicht an Verteidigern aus Extravaganz, Snobismus oder geheimer Sympathie. Ihre quantitative oder qualitative Uebertreibung macht gewisse Verbrechen unwahrscheinlich, und ihre Autoren erfreuen sich eines Privilegs, das sich in Mitleid, wenn nicht in Bewunderung des Verbrechers auswirkt, der so zum Opfer wird. Das Letztere geschieht mit Tyrannen und Despoten. In unserer eZit geht dieser Typus von Verbrechern straflos aus und geniesst die Frucht meiner Verbrechen. Man sagt, es seien politische oder Kriegsverbrecher, man schützt sie als Exilierte, und sie können sich den Luxus leisten, wie Fürsten zu leben lind ihresgleichen mit dem Gelde zu kaufen, das sie aus ihrer öffentlichen Funktion oder deren Misbrauch betrügerisch erworben haben. Es ist interessant zu beobachten, dass diese Verbrechen als „politisch” betrachtet werden und auf diese Weise ihre Urheber ungebührend von der Auslieferung ausschliessen, obwohl diese Anordnung in der nordamerikanischen Verfassung von 1787 für die Beziehungen zwischen den Staaten der Union als besonders anwendbar für Delikte politischer Natur figuriert. Artikel IV, Abschnitt II, Paragraph 2 lautet: „Jede Person, die in einem Staat wegen Verrat, Treubruch oder eines anderen Verbrechens angeklagt ist, und die aus dem Staat, in dem sie angeklagt ist, flieht und in einem anderen Staat angetroffen wird, wird auf Verlangen der exekutiven Behörde dieses Staates an den Staat zurückgegeben, der über diese Person die legale Jurisdiktion besitzt.” Es stimmt, dass die Worte ,,oder em anderes Verbrechen” gestatten, die Auslieferung auf jedweden Verbrecher anzuwenden, aber dies ist nicht die Auslegung gewesen, welche in allen Fällen zur Anwendung gelangte. Ferner erregt es die Aufmerksamkeit, dass bei der Aufzählung konkret und als kennzeichnende Beispiele nur „Verrat und Treubruch” angeführt werden. Der Fall Eichmann wird zu Unrecht als „politisches Verbrechen” angesehen, und aus diesem Grunde würde der Verbrecher der Auslieferung entgehen und straflos bleiben wie viele andere in der gleichen Position. Andererseits und von einem anderen Gesichtswinkel aus muss im Fall Eichmann festgestellt werden, dass keine Verletzung der Souveränität vorlag, wenn man sich erinnert, dass dieser Eiehmann nicht als Bewohner unseres Landes figurierte und daher nicht unter dem Schutz der Artikel 14 und 20 der argentinischen Verfassung stand. Ich glaube somit nicht, dass die Menschenrechte des besagten Eichmann innerhalb argentinischen Territoriums verletzt worden sind. Was das Urteil als solches angeht, so glaube ich nicht, dass im Fall Eichmann Menschenrechte verletzt wurden. Diese Rechte würden in der sogenannten „persönlichen Sicherheit” bestehen, die von der Gesamtheit der prozessuellen und strafrechtlichen Massnahmen, den Beschränkungen der öffentlichen Gewalt und den ethischen Normen gebildet werden, die in unserer Verfassung unter dem Namen „Erklärungen” erscheinen und die viele Verfasser von Abhandlungen als „Garantien” bezeichnen. Was ich von dem gegen Eichmann geführten Prozess weiss bis es zur Urteilssprechung kam, bestimmt mich zu dem Glauben, dass niemals ein Strafprozess mit grösseren Garantien umgeben wurde, die darauf hinzielten, den „vorschriftsmässigen Prozess” zu schützen. Dies gilt besonders für seine Führung in der Oeffentlichkeit, d. h. der Kenntnis und Ueberwachung durch die öffentliche Weltmeinung. Wie ich schon mehr als einmal erklärt habe, bin ich ein Feind der Todesstrafe, die ich nicht einmal als Statuierung eines Exempels anerkenne. Sie pflegt im Gegenteil krankhaftes Mitleid für Verbrecher, die Monsterverbrechen begangen haben, zu erwecken und sogar irgendeinen widerwärtigen Verbrecher ln einen Helden zu verwandeln, wie es in diesem Fall geschieht. und Kunststadt Wien zu einer bedeutungslosen Provinzstadt zu degradieren, so folgte Nasser auch hier diesem Beispiel: Tausende ägyptische Lehrer, Beamte, Instrukteure und hohe Militärs wurden nach Syrien abkommandiert, um Syrien zu ägyptisieren. Aegyptische Satrapen verwalteten Syrien; Damaskus, die älteste bewohnte Stadt der Erde, mit seiner hohen Kultur, das Tor des Landweges nach Indien, auf den schon Alexander der Grosse seine Soldaten geführt hat, mit seinem uralten, hochentwickelten Bankwesen und Handel, wurde eine unbedeutende Provinzstadt, weil Nasser alles nach Kairo verlagerte. Vergebens murrten die Syrier, doch Nasser verschärfte seine Gewaltherrschaft nur noch mehr, denn von Syrien sollte die Eroberung Transjordaniens und des Irak ausgehen, und folglich, so dachte Nasser, muss eine starke Hand über Serien lasten. Zwei Jahre lebte die VAR, bis Ende September 1981 ein beherzter Syrer dem ägyptischen Satrapen, Marschall Ämer, unmissverständlich erklärte, dass das Bündnis mit Aegypten aufgehört hätte und er schleunigst Damaskus verlassen sollte. Alle ägyptischen Beamten, Lehrer usw. wurden an die libanesische Grenze geschafft. Sofort gab Nasser bekannt, er würde 2.000 Fallschirmspringer nach Lattakia — dem syrischen Mittelmeerhafen — entsenden, um den kommunistischen Aufstand zu unterdrücken. Tatsächlich hat Nasser nur 120 Fallschirmspringer ausgesandt, die sämtlich bei der Landung verhaftet und interniert, wurden. Am zweiten Tag meldete Radio Kairo, dass Nasser den Abfall Syriens hinnehme, aber nur deshalb, weil er nicht teures arabisches Blut vergessen wolle. ,Damit hat die Vereinigte Arabische Republik und zugleich der Traum, das Reich Interessant« Spende Washington. —: Die Tonbandaufnahmen des gesamten Eichmann - Prozesses mit der Simultanübersetzung der Verhandlungen ins Er-.glische wurden der Kongressbibliothek als Geschenk überreicht. Die Spenderin ist die Rundfunk.Sta tion WIP aus Philadelpia. (ITA) Salah El Din’s zu erneuer* ein Ende gefunden. Es wäre naiv zu glauben dass Nasser gutwillig Sy rien preisgegeben hat. Tal sächlich konnte er hiei nichts ausrichten. Ein Blicl auf die Landkarte genügt und man wird feststelle» müssen, dass zwischen Ae gypten und Syrien kein« Landgrenze vorhanden ist Wollte Nasser seine Armee» nach Syrien in Marsch set zen, so müsste er sie ii Alexandria auf Kriegsschif. fe nach Lattakia bringen wobei die Gefahr bestände dass die Kriegsschiffe torpediert werden und mit Mann und Maus versinken würden. Eine andere Möglichkeit bestände darin, dass die ägyptischen Truppen am Roten Meer, am Golf von Aka'ba in transjordanische! Gebiet einfallen und de» weiten Weg, der teilweise durch Wüstengebiet führt, auf Damaskus marschieren Abgesehen von den ungeheuren Schwierigkeiten des Nachschubs, würde Nasser sich der weit besser ausgebildeten Armee des Königs Hussein gegenübersehen, die den Kampf aufnehmen würde ... Die dritte, aber auch gefährlichste Möglichkeit wäre, dass Nasser seine Armee in dem von Aegypten besetzten Gazagebiet sammelt und Israel zu überrennen versucht, um in Nord- Ost-Syrien einzufallen. Seine Niederlage im Sinai Feldzug dürfte ihn aber belehrt haben, dass er hier erneut sein Cannae erleben könnte. Nasser gebraucht somit nach der Aesopscben Fabel mit dem Fuchs die Ausrede, dass ihm die Trauben zu sauer sind, weil er nicht zugeben will, dass sie ihm zu hoch hängen. Israels Ingenieure streiken Tel Aviv. — Die Bemühungen eines Sohlichtur.gsausschusses scheiterten nach llstündigen Beratungen, als 6.000 Ingenieure, Agronomen und Chemiker ihre Arbeit in den öffentlichen Institutionen und staatlichen Büros nieder legten. Der Verband israelischer Ingenieure, der seit mehreren Monaten über höhere Gehälter veröandelt, unternahm einen letzten Versuch zur freundcchaftliehen Beilegung der Differenzen und unterhandelte mit Vertretern der Regierung und der Histadrut. Die Ingenieure verwiesen darauf, dass der Unterschied zwischen ihren Gehältern und den Löhnen der ungelernten Arbeiter durch kürzliche allgemeine Erhöhungen für die Arbeiter verringert worden ist Eine von der Histadrut ernannte Kommission schlug eine unwesentliche Erhöhung der Gehälter für die Ingenieure vor. Diese wurde jedoch von den Ingenieuren nicht akzeptiert, die als Minimum eine 16prozentige Steigerung verlangen. Nur im Verteidigungsministerium und anderen staatlichen Büros, deren Arbeiten im öffentlichen Interesse nicht unterbrochen werden können, gestattet der Verband der Ingenieure seinen Mitgliedern, ihren Dienst zu versehen. Nachdem der Streik schon begonnen' hatte, beschloss der Verband der Ingenieure, diesen wieder aufzuheben und um weitere zwei Wochen zu -vertagen, um in dr Zwischenzeit einen letzten Versuch zu einer Einigung zu unternehmen. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 impreso en la Imprenta POLIGLOTA. — Rtvadavia Mi