Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1928 (1.12.1961)
- Date
- 1961-12-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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V»'iw}:, 1* dt nir.irinfc]| it; LA SEMANA 1 S E A » L 1 T A AH« XXII. - v*nm V*** Jm Mt>nai Okiober isi rire ACIBA still in ihr 25. Lebensjahr eingetreten. Zeii und Grund genug, ein wenig »aobzudenken, denn viei« Ei fahi ungen der einen Organisation gelten bestimmt «nieb fiir die anderen. Als der Unterzeichnete voi einiger Zeit in einer Gesprochenen Monatszeitung von Beg Israel iiber die Geschichte des deutschen Judentums sprachredete er von einer Zeitspanne von diei, höchstens vier Genei at innen. Dabei war es ihm so klar "wie allen arideren, dass die Gesehiebli der Juden in Deutschland weit, weit älter ist. Aber das. was wir als „deutsches Judentum" bezeichnen, eine ganz bestimmte Art. und Leistung, ist nun einmal nicht älter. Es wurde geboren jm Zeitaller der Aufklärung, trat in seine männliche Epoche mit den Stein-Hsrdenbergischen Reformen und starb am 30. Januar 3933., eibschon viele von uns zunäebst nur an einen Scheintod glaubten. Dieses deutsche Judentum lebt nicht mehr — und ich wenigstens bin keiner von denen, die unbedingt die Tradition dieses deutschen Julums ajtrechr erhalten wollen. Dabei isj es keine Frage, dass, es viele und grosse Leistungen und Menschen hervorgebi acht hat. Nie. mand wird das Itugnen. Aber die Geschichte dieser eigenartigen Konstellation war zu kurz, als dass Aussicht: bestünde', ein wesentliches Weiierleberi aui lange Sicht zu begründen. In die- ARNOLD ZWEIG HANS KOKN : MARTIN BUBER Sein Werk und seine Zeit dt« urr ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort v n Dr RoDert Weltsch vermehrte Auflage ca. 5tXi S gr. 8K Leinen gebunden DM 24 80. MARGARETE SUSMAN WiËÊmmi mmmm ff*, - K N'*"' ' sen J'ah, zehnten nämlich durchlief das deutsche Judentum mit »usseroi dentlieher Schnelligkeit viele geschichtliche Etappen, die andere nur in langen Jahrhunderten durchleben. Und diese Schnelligkeit ist es. die die Dinge nicht zum Reifen bi achte. sondern eine Scheinblüte vertauschte, die der erste nachhaltige Sturm aller Bliitenträume beraubte. ln der Tat durchlebten wir die Entwicklung vom Bauern. Handwerker, kleinem Händler zum Kulturträger des deutschen Volkes ailzu i asch. Die’ Dinge hatten keine Zeit zu verwurzeln. Das bedeutet nicht, dass es für die betroffene Generation nicht schmerzlich genug war. entwurzelt zu »erden. Aber schon die nächste Generation versteht nicht mehr ic'eht. was eigentlich vor sich ging, und die übernächstewird gar nichts mehr begreifen. Die Folge? Wir redeten uns ein. gute Deutsche zu sein und waren es nicht: wir verloren gleichzeitig die enge Verbindung mit den Werten des Judentums. Nun sehe ich im Geist Empörung aufflammen. Keine Verbindung mit den Wer- ' ' :VäÄlS ten des Judentums? Zuntz. Geiger. S. R. Hirsch? Gingen wir denn nicht in die Synagogen? Leinten wir nicht Gebets sprechen? Gab es keine zionistische Jugend? Alles wahr. Nur Zuntz. Geiger und Hirsch sind lange tot. ln die Synagogen zu gehen bedeutet fiir die Mehrheit noch nicht, mit den Werten des Judentums verbunden zu sein. Und die zionistische Jugend hielt sich durchaus; nicht für so deutsch wie Dr. Naumann, und war ausserdem meist in einer kämpferischen Minderheit, Wie wenig onseie Verbindung mit dt'm was Judentum ist. bedeutete, kann man beule und hier gut beobachten (immer unter der Voraussetzung Erich Kästners über das Verallgemeinern: „Immer wiehlig, niemals richtig!”) Kommt man zu einem aschkenasischen Juden und erzählt ihm von der ACIBA. vom Hausbau usw\, so ist er spontan bereit. an diesem Werk mitzuarbeilen, obschon es sich um .Jeckes” bandelt und obwohl er die ACIBA vor der Unteihaltung gar nicht gekannt bat (auf diese Weise bekommen wir einen grossen Teil unserer Inneneinrichtung von Menschen geschenkt. die mit uns gar keine Verbindung haben * denn j es genüg' ■ V'. ein Haus Mnzustellen. mar muss es auch einrichten). Bei unseren eigenen Leuten ist es oft viel, schwieriger, zum Glück nicht immer. Sie rechnen! sich aus. was man ihnen! bietet: geht die Rechnung j auf. wird gezahlt, sodsi! nicht.. Warum ist das so? Der aschkenasisch« Judt kennt sein und unser Schicksal. Ein jüdisches Haus wird gebaut? Das ist vielleicht eine Wurzel mehr, also soll man helfen. Der neidsche Jude ist zwar erschrocken über sein Schicksal, glaubt aber eigentlich und im Giunde daran, dass es sich hier um eine mehr zufällige, , ein deutsche Angelegenheit gehandelt habe, und wenn man ihm sagt es werde ein jüdisches Haus gebaut, so antwortet ei: So! Er spürt nicht, dass es kein losgelöstes Schicksal in unserer Zeit gib). Er weiss nicht, dass man Flug- und Sandboden durch Anbau zu festigen trachtet. Dabei halte er es in Israel lernen können .. Früher einmal trieb »ns die Not zusammen; jelz.j entfremdei uns der Wohlstand. Auch dafür gibt es Gründe materieller, psychologischer, soziologischer Natur. Wir unterliegen eier Suggestion. einen Nofzustand für gewollt und gewünscht zu ballen. So hörte ich einmal einen Gemeindepräsidenten sagen, eigentlich sei doch die Vielzahl der zentraleuropäischen Vereinigungen ein Segen, denn Konkurrenz hebe, das Geschäft und jeder müsse mehr tun. als wen» es nur eine einheitliche Gemeinschaft gäbe. Man kann die Dinge zweifellos auch so sehen: man kann während eines Hagels sieh darüber freuen, dass es nur Hagelkörner und nicht Gewehrkugeln sind. Aber man sollte darüber nicht vergessen, dass auch Hagel der Ernte gefährlich sein kann. ln den 24 Jahren unseres Bestehens haben sieb viele Dinge geändert. Manches (vor allem unsere wirtschaftliche Lage) ist zweifellos besser geworden. Vieles hat sich nicht immer zum Guten verändert: die gefährliche Stärkung des Gefühls, man brauche eigentlich die Organisationen nicht mehr: das langsame Versinken der Erinnerung an ein Schicksal, das keineswegs nur ein individuelles \var; das Zunebmen der Kontaktlosigkeit unter den Menschen gleicher Schicksalslage und manches andere. Vielleicht könnte jemand mit Siegergefübler; in das 25. Jahr der Existenz einer Gemeinschaft gehen wie der unsrigen: wir mochten das nicht. Trotz des weif vorgeschrittenen Hausbaus, trotz vieler Mitglieder, trotz or- 'sällia CO I Frauen der Romantik t veralberte und erweiterte Ausgabe 178 S. mit 16 Hiieri-set auf Kunstdruckpapier, tu Leinen gebunden 12.80 DM. FLAVIUS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieges Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen ve* selten von Dr. H C?*„EM£NFZ Kl. 8* «95 Seilen. 2 Karten sul nolzlr. Papier in Leine» geo. DM 25.~ Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 33 PAMPA 2447, 75 - 4025 J SERVICIO DE LUNCH J ISRAEL - BRIEFMARKEN A4 WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAWSGA- BEH ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIA MO If TE 550. I/B — Bu«»e« Airea, He* Argentina '<»••••••••••••••••••••••••••••••••••••••' Musik in Buenos Aires RENAISSANCE-MUSIK AM „DIA DE LA MUSICA” Anlässlich des „Tage*; der Musik” wartete di» „Vereinigung zur Pflege alter Musik des Collegium Musicum” mit einem besonders schönen Konzerj auf. In dem stimmungsvollen Räumen des ..Museo de Arte Hispano-Amerieano Isaac Fernán dez” fand ein sehr gelungener Abend statt, in der» Musik für Blockflöten. Gitarre, Bratsche. Schlagzeug und Gesang geboten wurde. linier Leitung des sprichwörtlich bescheidener, Guillermo Graetzer, der das Konzert sozusagen „unsichtbar ’ dirigierte, hörten wir Kompositionen, von Heinrich Isaac, Lochheimer Sänger, Libro de Cifra de Pisador. Lyonei Power, Cristóbal dt Morales, Guillaume Dutay. Giovanni Palestrina. Jacques Jacotin, ( laude Le Je une und Tihnan Susafo. Di* fünf Tanze des Letzi genannten dienten bereits beim Abschlusskonzert des „Collegium Musicum de los Ni¬ ños”, der Tanzgruppe Renate Schottelius zu einem für Kinder reizend konzipierten Ballett mit Rezitationen als Bühnenmusik. Die Darbietungen waten künstlerisch ganz aut der Höhe und wie aus einem Guss. Das Biocfeflöteneiisemble setzte sich aus Judith Akosebky. Guillermo Albert (der auch den Solobass sang), Susi Graetzer- Estela Mordo. Mabei Pie«, Charles Plank und Carola Spüler < g eiehzeitig Sopi ansoüstin) zusammen. Eva Kantor hatte den Gitarren part irme und Edgardo Wolf den der Bralsche WeJ lere Vokalsolisten. waren Marga Gajer (Leiterin der Fiötengruppe i. Roberte- Britos (Tenor) und Azucena Ferreyra (Alt i. Graetzer se lbst bediente das Schlagwerk Das sichtlich amüsierte und ergriffene Auditorium kargte nicht mit Beifall für die durch Kerzenschein noch besonders eindrucksvoll gestalteten Darbietungen und erzwang sieh mehrere Zugaben. ganisrerter Jugendgr oppeu und ähnlichem — auf uns lastet die Verantwortung fiir das Gesamtschicksal, dem so viele sich entziehen möchten, weil sie genug zu essen und ein sauberes Hemd am Leib haben. Solange die Dinge so stehen, existieren Wolken am Horizont. Wir werden weder über Hagel noch über Kugeln glücklich sein können... Günther BaJMn EINWEIHUNG DE* „TEA¬ TRO MUNICIPAL GENE RAL, SAN MARTIN” Mit einer Fesívorsleüung wurde nunmehr otfrziell das „Teatro Municipal General San Martin” seiner Bestimmung übergeben. Es batten sich der Präsident der Republik, Mitglieder seines Kabinetts, hohe 'Funktionär« von Staat und Stadt, das Diplomatische Korps und alles, was im bonaetenser Kunslleben Rang und Namen ha*-, «ingefunden. Das viel zu lang* und bis ln die frühen Morgenstunden dauernde Programm bot symbolisch einen Durchschnitt der Tätigkeiten, denen die drei modernen Lohnen dien?n sollen. Der ( bordes städtischen Konservatoriums „Manuel De Palla” sang, vom Colon-Orchester unter Leitung von Juan E. Martini begleitet, die argentinische Nationalhymne, und anschliessend »urde die „Obertura de Concierto” opus 35 von Alberto Williams zu Gehör gebracht. Dann machte die genannte Jnst.rumentalvereinigung dem Philharmonischen Orchesler Platz, welches, dirigiert von Antonio Tauriello .di« „Escenas Argentinas” von Carlos López Buchardo spielte. Darauf tanzte das Colön- BaJJett, vom letztgenannten Orchester — wieder unter Tauriello — begleitet, die „Variaciones Concertantes” von Alberto Ginastera. Dem „folklorischen Tanz" wurde die bekannte Gruppe von Angelifa Velez und _.Shulko gerecht, und der „Moderne Tanz.” fand seiner, gebührenden Platz in der Interpretation „estamos solo” durch Renate Schottelius und ihr Ensemble. Der Abend fand seinen Aushlang in einem vor, und für argentinische Schauspieler verfassten Piogiamm „Más de un Siglo en el Teatro Argentino”, das nahezu alle Namen von Rang nannte, die das gegenwärtige argentinische Bübnenieben kennt. Die im ersten Teil tele visierte Vorstellung hatte grossen Erfolg und wurde stark applaudiert. cn Die glückliche Geburt unseres Sohnes E B U fl R D 0 zeigen hocherfreut an Wlairtfiia Fritaler und Frau £ife. Eichenwald Gaboto 538. San Jsniro Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722? Sonnabend ehrt 2. Dezember Sonntag, den 3. „ Montag, aen 4. ,, Sonnabend der 9. „ Sonntag den 30. „ Sonntag, den 10. Dezember Sonnabend, 2. Januar 2962 Montag, den 19. März Dienstag, den 20. März Mittwoch, den 21 März Mittwoch, den 38. April Donnerstag, den 19. April Freitag, den 20. April Sonabend, den 21. April Mittwoch, den 25. April Donnerstag, den 26. April Dienstag, den 1. Mai Mittwoch, den 9. Mai Donnerstag, den 7. Juni Freitag, den 8. Juni Sonnabend, den 9. Juni Donnerstag, den 19. Juli Erew Chanuka 1. Tag Chanuka 2. Tag Chanuka Schabbat Chanuka 8. Tag Chanuka — Sot Chanuka Fasten Assara betewet Schabbat Schira — Chamischa assar bisc-hwat — Neujahr der Bäum« Fasten Ester Purim Schuschan Purim Erew Pessach 1. Tag Psssach 2. Tag Pessach Schabbat Chol bamoed 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach — Acharon schel Pessach Gedenken des Aufstandes im Ghetto von Warschau Yom Haazmaut Erew Sehawuot 1 Tag Sehawuot 2. Tag Sehawuot Fasten Schiwa assar he Tamus Ali; töiiahP Jaste* ptai’ pa? ' fleeter «einer durch «Sie & mann „iirdigt liegend« let. M i« Jh Medüat Jl. Der mann-li JfgcudE und N (filling srhung sliüil* Abtfilu Matte; Kerninoi sebung Fdym ffnkii rufttei nod E un»bb; mfiaid« Phclocft íkepif. I ÍOfBSfál Vererbi! 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