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Jüdische Wochenschau · 1961-11-08 · 1922 (8.11.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1922 (8.11.1961)
Date
1961-11-08
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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® BS S-5 - 4/ tmà fc 2 ¿ ÿa < o FRANQUEO PAGADO Concesión 90S TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA ABo XXII. BUENOS AIRES, MIERCOLES 8 DE NOVIEMBRE DE 1961 No. 1922 EL EJEMPLA en toda la República * 4- »> *> PUEYRREDON 219« 1? is«. T. E. 83 2613 Buenos Aires Plan einer Atlantischen Union Der nachfolgend auszugsweise — in deutscher Uebersetzung — wiedergegebene Aufsatz des Londoner „Economist” hat nach der Bereitsehaftserkläruug Englands Eintritt in die EWG besonders aktifelle Bedeutung. — (D Red.) ★ Der atlantische'n Allianz, obgleich seit zwanzig Jahren die Grundlage für den Bestand der Hä'fte Europas, fehlten stets die Institutionen, der politische Zusammenhang und jeder Sinn für Dauer. In ihrem wirtschaftlichen Leben und in ihrer Politik waren die westlichen Länder tatsächlich aufeinander angewiesen. Aber nur in der Verteidigung haben sie bis jetzt formale Institutionen errichtet, erst in der Allianz im Kriege und dann in der NATO. Trotz all der grossen gemeinsamen Interessen, die ihr unterliegen, ist die atlantische Teilhaberschaft eine improvisierte Affäre gewesen, eine Serie von hastigen Verteidigungsmassnanmen im Angesicht der Gefahr. Es wurde nur wenig getan, um die gemeinsamen mleressen in eine Form zu pressen Dies war zum mindesten die Position in der Nachkriegsperiode, als die europäischen Länder gleich Satelliten um den nordameri- Nur noch etwa 1000 Juden in Ost-Berlin Westberliner Juden, die in Zukunft die Gräber ihrer Fsm'iienangehörigen auf dem Friedhof von Weissensee besuchen wollen, werden von nun an eine Sonderei laubnis dafür brauchen. B;s or einiger Zeit waren auch wertberliner Juden in Weis-ensee bestattet worden In letzter Zeit sind etwa 21 tuder aus Ostdeutschland, noch kurz vor der Sper' ung der Zonengrenze, in Westberlin ¿ingetroffen. Die Westberliner jüdische Gemeinde sorgt für sie, und sie werden wahrscheinlich nach Westdeutschland Weiterreisen. in Ostberlin leben noch e wa 1000 Juden. Die Verbind' u gen mit ihnen sind fart abgerissen, doch haben dk Ostberliner Behörden einem Schochet eine Sonderer aubnis gegeben, damit er i in Osiberlin rituelle Schlachtungen "ornehmen kann. I kanischen Giganten krei-! sten. Aber in den letzten { drei Jahren haben drei neue Faktoren das Bild verändert. Die neue Scnwächung de3 Dollars, zwar im Augenblick. erleichtert, aber immer latent, und der neue Druck der kommunistischen wirtschaftlichen Konkurrenz, haben in den Vereinigten Staa en neues Interesse an wirtschaftlicher Teilha- : berschaft erzeugt. Nordame-! rika beginnt, das eich erholende und nach Einheit strebende Europa genau so zu brauchen, wie Europa die USA braucht. Dieses neue Gefühl traf zusammen mit der Bildung einer neuen USA-Rtgi ïrung, die den Ideen w’rtschaftlieher Kooperation und Integration offener gegenübersteht. Die Pläne für eine neue gemeinsame Anstrengung des Westens unter dem Deckmantel der Organisation für wirtschaftliche Kooperation und Entwicklung sind bekannt. In der Handels-Politik gibt es neue Ideen in Washington. Da ist Präsident Kennedys Plan zu einer gemeinsamen Anstrengung der entwickelten westlichen Länder, die Lasten der Importe von Textilien der jüngeren Industrieländer gemeinsam zu tragen. Da ist Mr. Dillons wiederholtes Angebot auf Ermässigung der Zolltarife. In Afrika drängen die USA die Europäischen Sechs und England, Vorzugszölle für tropische Produkte abzuschaffen. Dafür offerieren sie ihrerseits neue handelspolitische Vorschläge — Zollermässigungen, Beteiligung an einem gemeinsamen Hilfsprojekt für Afrika und neue Bestrebungen, die Weltpreise fiir Gebrauchsartikel zu stabilisieren. All diesen Projekten liegt ein ganz gewöhnliches amerikanisches Interesse zugrunde — nämlich, einige der Lasten der Handels¬ und Hilfsbemühungen auf europäische Schultern zu legen. Aber das macht die Projekte keineswegs weniger wertvoll. Das Ermutigende ist, dass die neue nordamerikanische Administration eingesehen zu haben scheint, dass ihre eigenen dringenden Probleme nur durch eine gemeinsame westliche Anstrengung gelöst werden können. In den Nachkriegsjahren halfen die USA Europa und taten, was sie konnten, um die Europäer zur Zusammenarbeit zu Neue Enteignungen in Aegypten London. — Der vielgerühmte arabische Sozialismus Nassers, dessen Durchführung sich kürzlich durch Konfiszierung des Eigentums „reicher, reaktionärer Aegypter” ankündigte, dürfte darauf hinauslaufen, einigen Juden, die noch über Besitztümer verfügen, sowie anderen Leuten, die von der ägyptischen Diktatur als Ausländer betrachtet werden, ihr Hab und Gut zu rauben, wie aus hier eingelaufenen kairoer Kabeln ergeht. Vor einigen Tagen, so wurde gemeldet, sind 167 „Reaktionäre”, darunter viele Juden, Griechen und Libanesen enteignet worden. Eine zweite Aktion soll bevorstehen, deren Opfer, wie die Nachrichten besagen, aus den gleichen, Nasser feindlich gesinnten Kreisen stammen. Bisher ist noch kein reicher Aegypter von dieser durch Nasser befonlenen Enteignung betroffen worden. (ITA) i bringen. Jetzt ist die Zeit der wohlwollenden Patronage vorbei, und die Notwendigkeit einer Partnerschaft ist fühlbar. Die dritte und die bedeutendste Kraft' für die atlantische Integration ist noch hypothetisch; es ts. der britische Schritt zum Beitritt zum Gemeinsamen Markt. Obwohl die meisten der neuen Ideen in Washington ausgezeichnet sind, sind erst wenige in den Vordergrund getreten. Europa ist immer noch mit seinen eigenen Aufteilungen beschäftigt. Nordamerika ist r.oeh nicht überzeugt davon, dass es in Europa einen Partner hat, mit dem zu rechnen ist. Die Debatten des Kongresses über die Ratifizierung der Organisation für wirtschaftliche Kooperation und Entwicklung im Frühjahr zeichneten sich durch intensive Abneigung gegenüber gemeinsamer Souveränität aus; ihr Ton war gleich dem Echo der britischen Diskussionen vor dem In-Erscheinung-Treten des Gemeinsamen Marktes. Aber genau so wie das Erscheinen des Gemeinsamen Marktes England gezwungen hat, seine Position in der Welt zu überdenken, würde die englische Mitgliedschaft im Gemeinsamen Markt in Europa einen Partner schaffen, in Reichtum und Rang vergleichbar den Vereinigten Staaten, und dies würde zu neuem Ueberdenken veranlassen. Diejenigen in Washington, die für eine Atlantische Union sind, machen kein Geheimnis aus der Tatsache, dass ihre Aufgabe leichter sein wird, wenn England den europäischen Sechs beitritt. Die englische Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft würde den politischen Impetus — hinsichtlich der Macht — abgeben, um eine Atlantische Gemeinschaft in Reichweite der Realisierung zu bringen. Um von Einzelneiten zu sprechen, so würd der neue Plan der USA-Regierung für Hilfe und Handel mit Afrika umso leichter zu realisieren sein, wenn die britische Mitgliedschaft im Gemeinsamen Markt zuerst den Prozess in Gang setzen würde durch die Verschmelzung des englischen und französischen Vorzugszoll - Systems; das würde sowohl in Afrika wie in Europa einen Faktor der Einheit schaffen. Innerhalb des Gemeinsamen Marktes würde England gezwungen sein, ebenso wie die USA auf eine gemeinsame europäische Politik zu drängen, die genügend lioeral sein müsste, um die neuen Industrien in Japan und Indien zu befriedigen. Aber der belebende Effekt des englischen Eintritts in den Gemeinsamen Markt würde dabei nicht Halt machen. In der Organisation GATT arbeiten die europäischen Regierungen und die Vereinigten Staaten bereits an einer 20prozentigen Herabsetzung der gegenseitigen Zolltarife. Die Hinzufügung Englands zu dem Gewicht und der Verhandlungsmacht Europas könnte den Weg für weitere Zollreduktionen zwischen den atlantischen Ländern ebnen. Ihre hohen Zölle auf Autos, Chemikalien, Maschinen und dauerhafte Konsumgüter'sind veraltete Rückstände Die Zölle auf diese Güter, die fast ausschliesslich in den entwickelten Ländern hergestellt werden, könnten leicht reduziert werden, ohne dass schwierigere Problem der industriellen Importe aus Asiens mit seinen niedrigen Löhnen zu berühren. Die Landwirtschaft bietet ein anderes Feld, auf dem britische Mitgliedschaft in der EWG der Anreger einer grösseren westlichen Bemü. hung sein könnte Die Probleme, die sich für die amerikanischen Exporteure (ebenso wie für die des Commonwealth) ergeben, würden den amerkaniseben Druck nach einer liberalen Agrarpolitik der EWG verstärken. Auf der anderen Seite würde Europa in ei- 1 ner stärkeren Position denn je sein, den Nordamerikanern zu sagen, dass sie praktizieren müssen, was sie predigen. Die Zeit würde reif sein für eine Bemühung um den Freihandel für Agrarprodukte zwischen allen entwickelten Ländern Europas und für eine entscheidende Suche nach Wegen, die Agrar-Ueberschüsse zur Sättigung der hungri-! gen unterentwickelten Welt zu benutzen. Eine britische Bewegung nach Europa hin könnte radikal wirken, indem sie zu ernsteren Versuchen führen würde, der doppelten Notwendigkeit gerecht zu werden, nämlich das Polster der Reserven zu füllen (internationale Liquidität) das den Welt-Aussen-Handel stützt, und die Wirtschaftspolitik des Westens wirkungsvoller als in der Vergangenheit zu integrieren. In diesem Herbst könnte ein Start gemacht werden mit Vorschlägen zu einer Reform des International Monetary Fund. Aber das sind nur Palliative, keine Kur und auf dem Kontinent (und besonders in Paris) wird der International Monetary Fund nicht als der richtige Platz betrachtet, das Problem zu lösen... .. .Nun zu der Frage politischer Institutioren auf atlantischer Basis. Sie werden zweifellos am langsamsten wachsen. Aber wenn EWG zu einem Zentrum wird, wo atlantische Politik geformt wird, würde die Bildung einer atlantischen Versammlung, um sie zu kritisieren und anzufeuern, der nächste Schritt sein .. ...Die Entscheidung Englands, wenn sie vollzogen ist, könnte so eine schöpferische Wirkung weit über Europa hinaus haben, und manche der Commonwealth-Schwierigkeiten würden sich in anderem Lichte zeigen... ...Das ist der Prospekt, den wir uns vor Augen halten müssen während einer Periode taktischer Manö-. ver. Die neue westliche : Partnerschaft braucht zwei; starke Säulen — Westeuro-1 pa und die Vereinigten Staaten. Sie kann nicht nur von einer Seite her gebaut werden. Wachsende Einheit i« Begnadigung eines Patrioten Las Vegas. — Präsident Kennedy verfügte die volle und bedingungslose Begnadigung von Herman M. Greenspun, eines Zeitungsbesitzers, der im Jahre 1950 wegen Verletzung des Neutraiitätsgesetzes wegen Waffenlieferung an Israel verurteilt, wurde. Die Ankündigung erfolgte in einem Brief an den Herausgeber und Chefredakteur der „Las Vegas Sun”, der die Unterschrift von Reed Cozard, dem Chef der Begnadigungsbehörde des USA-Justiz-Ministeriums trägt. Die Zeitung gehört Greenspun. Dieser ist unter dem Namen Hank bekannt und wurde im Jahre 1950 zwei Mal vor Gericht gezogen. Das erste Mal lautete die Anklage auf Lieferung eines Flugzeuges an Israel, von der Greenspun freigesprochen wurde. Bei der zweiten Gerichtsverhandlung, bei der sich Greenspun wegen Lieferung von Maschinengewehren, Munition und anderer Waffen an Bord einer Yacht, der Idalia, von Mexiko nach Israel zu verantworten hatte, erhielt er eine Geldstrafe von 10.000 Dollar und wurde seiner bürgerlichen Rechte, einschliesslich des Wahlrechts für verlustig erklärt. Die Begnadigung setzt einem langen Kampf ein Ende, den die Freunde Greenspuns für seine Rehabilitierung geführt haben. Expräsident Eisenhower hatte alle früheren Eingaben abschlägig beantwortet. (ITA) Europa bleibt wesentlich für das atlantische Gebäude. Und zu dem nächsten Schritt zu dieser Einheit hält England den Schlüssel. Gleichzeitig können diejenigen in England, die noch zurückhaltend im Gebrauch des Schlüssels sind, Sicherheiten von dem grösseren atianaschen Prospekt gewinnen, ier sich eröffnet. Die Absichten Washingtons — und Brüssels, wo die Gedanken über die atlantische Integration schon .sehr well gediehen sind — gehen auf mehr als ‘die Erweiterung des Freihandels; sie zeigen den Beginn eines gemeinsamen Versuchs, die Wirtschaft des Westens auf den Linien der Theorien von Keynes zu organisieren, so wie die nationalen Wirtschaften heute geführt werden. Die atlantischen Aussichten liefern aber auch ein starkes Argument zur Beschleunigung eines britischen Schrittes in Europa. Wenn die Verhandlungen über die englische Mitgliedschaft sich endlos hinziehen, ist es wahrscheinlich, dass der breitere Prozess der Integration ebenfalls langsam vor sich geht. Natürlich kann England nicht spezielle Commonwealth - Export. Interessen gefährden aut ungewisse Hoffnungen hin. Aber es gibt ein starkes Argument, um Commonwealth- Interessen zu befriedigen, nämlich einfache allgemeine Garantien statt komplizierter und detaillierter. Wenn schwierige Zölle in eine englische „Liste G” aufgenommen werden, über die später zu verhandeln wäre, könnte eine allgemeine westliche Anstrengung, Zölle herabzusetzen, die kritischen Einzelpunkte verkleinert haben, noch ehe sie in der EWG überhaupt auftauchten. Es gibt Leute in England, die beunruhigt sind bei dem Gefühl, dass das Untertauchen in Europa ein Akt des Verzichtes auf Englands weltweite Rolle sein würde. Die atlantischen Aussichten sollten sie beruhigen. Denn wenn England in die EWG eintritt, wird es seine weltweiten Interessen mitnehmen. Was dann folgt, sollte eine neue Phase für die ganze atlantische Welt sein. Hunderten das Leben gerettet Köln. — Dem 67 Jaftre arten kolner Arzt Dr. J’kob Ahles wurde kürzlich der höchste Orden der luxemburgischen Widerstandsbewegung überreicht, v/eil er gegen Ende des Krieges Hunderte von politischen Gefangenen aus 16 Nationen im Siegburger Zuchthaus das Leben gerettet hatte. In dem Zuchthaus war eine Fieekfieberepidemie ausgebrochen. Unter aufopferungsvoller Arbeit gelang es Dr. Ahles, der selbst Häftling war, die Epidemie zu stoppen. (AWZ Eichmann im Panoptikum Düsseldorf. — Eine lebensgrosse Wachsfigur Adolf Eichmanns ist nach Protesten aus der Bevölkerung aus einem Panoptikum auf einer westberliner Ausstellung zurückgezogen worden. Wie die Geschäftsleitung der Berliner Ausstellungshallen am Funkturm mitteilte, erklärten sich die Schausteller bereit di? als geschmacklos kritisierte Nachbildung des ehemaligen SS-Obersturmbanntührers zu entfernen (AWZ) Ehrengast in Caracas Caracas. — Generalmajor Jaakow Dori, Chef des israelischen Generalstabs und gegenwärtig Präsident des Technions von Haifa, war Ehrengast der Regierung von Venezuela. Er wohnte dem Kongress der venezolanischen Ingenieure bei. Seinem militärischen Rang gemäss nahm Dori Wohnung im Klub der Offiziere, und ein Major der Armee wurde ihm als Adjutant beigegeben. Der venezolanische Generalstab aller drei Waffengattungen veranstaltete Generalmajor Dori zufjfc* Ehren mehrere Empfänge. (ITA) REDAKTIONS SCHLUSS Montag 6.XI um 17 Uhr Registro de la Propiedad Intelectual No. S56.635 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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