Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1920 (21.10.1961)
- Date
- 1961-10-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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ttIR ..d KUNST in und Tagore Auffa~(„._ ' . _ V'. ... , Literarische Notizen . . UIi3'Sinn!1 ül»reia »L von Seni Ver it, rs,ät<S der nrheit *tnt? nsehen »„ 0 *rch fin iCT^t. n, <]a. licht ,*Ví¡S 1 mei" «Är im ft Harm!81 "fcmlmonif «che 1 ist der vollomfnbegriff ** Wir i A11einzelne näw durch tij^e Missgriffe uiidrehh u“sere sngeam. ahrunS’ d'irci under wir reden, ist eine Erscheinung. das will sagen: Sie erscheint dem menschlichen Geist als wahr und ist daher menschlich und darf maya oder Täuschung genannt werden. Einstein: So ist es nach Ihrer Anschauung, welche die Meinung Indiens sein mag, nicht die Täuschung des einzelnen, sondern der Menschheit als Ganzes? Tagore: In der Wissenschaft unterwerfen wir uns der Zucht, die persönlichen Begrenzungen unseres Einzelgeistes auszuschalten und so dieses Verständnis der Wahrheit zu erreichen, die im .Geist des All-Menschen ist. Einstein: Damit beginnt Gtfaube, den niemand entbehren kann, nicht einmal die primitivsten Wesen. Wir schreiben der Warn heit eine übermenschliche Gegenständlichkeit zu; sie ist für uns unerlässlich, diese Wirklichkeit, die von unserem Dasein und unserer Erfahrung und unserem Geist, unabhängig ist, obgleich wir nicht sagen können, was sie bedeutet. Tagore: Die Wissenschaft hat, erwiesen, dass der Tisch als festes Ding eine Erscheinung ist und dass deshalb das, was der menschliche Geist als Tisch wabrnimmt, nicht bestehen würde, wenn dieser Geist nicht wäre. Zugleich muss zugegeben werden, dass die / u > 1 4* v . \ .*,*'*/ lrtt'efes Eev.usswie könnten wir lie Wahrheit erdas Problem: ob es Wahrheit unabhängig von unserem Bewusstsein gibt. Tagore: Was wir Wahrheit nennen, besteht in der vernünftigen Harmonie zwischen den subjektiven und objektiven Ansichten der Wirklichkeit, die beide zum überpersönlichen Menschen gehören. Einstein: Auch in unserem alltäglichen Leben fühlen wir uns genötigt, den Dingen, welche wjr gebrauchen, eine Wirklichkeit, unabhängig vom Menschen zuzugestehen. Wir tun das, um die Erfahrungen unserer Sinne auf vernünftige Weise zu verknüpfen. Zum Beispiel: Wenn auch kein Mensch im Hause ist, bleibt doch dieser T^sch, wo er ist. Tagore: Jawohl, er bleibt ausserhalb des Einzelgeistes, aber nicht ausserhalb des All-Geistes. Der Tisch, den ich, wahrnehme, ist durch die gleiche Art ■ Bewusstsein, welche ich besitze, wahrnehmbar. Einstein: Unser natürlicher Gesichtspunkt in Hinblick auf die Wirklichkeit einer vom Menschen unabhängigen Wahrheit kann nicht erklärt oder bewiesen werden. Aber es ist ein Tatsächlichkeit, dass die letzte physische Wirklichkeit des Tisches nichts anderes ist als eine Vielheit gesondert umlaufender Mittelpunkte elektrischer Kräfte — ebenfalls dem menschlichen Geiste eigen ist. Einstein: Im Begreifen der Wahrheit herrsche ein ewiger Widerstreit zwischen einem allumfasserden menschlichen Geiste und demselben, im Einzelwesen begrenzten Geist. Der ununterbrochene Prozess der Versöhnung zwischen beiden wird in unserer Wissenschaft und Philosophie und in unserer Ethik verwirklicht. Jedenfalls wäre eine Wahrheit, die gar keine Beziehung zum Menschenwesen hätte, für uns völlig nichtseiend. Tagore: Es ist gar nicht schwer, sich einen Geist vorzustellen, für den die Abfolge der Dinge sich nicht im Raum vollzieht, sondern nur in der Zeit wie die Folge der Noten in der Musik. Für einen solchen Geist ist sein Begriff von der Wirklichkeit ähnlich der musikalischen Wirklichkeit, in der die Geome trie des Pythagoräers keine Bedeutung haben Kann Es gibt die Wirklichkeit des Der israelische Musiker Fiank Pelleg weilte als Gastprofessor an der Brandeis-Universität. Ei wirkte auch im Fernsehprogramm und an Konzerten der Universität mit. In diesen Sommermonaten hielt ei Vorträge in Tanglewood und trat als Solist des Bostoner Srymphonieorcheslers auf. Er begab sich nunmehr auf eine Tournee nach Brasilien, bevor er zum Cello- Wettbewerb nach Jerusalem zurückkehrte, wo er als Vorsitzender der internationalen Jury fungierte. Jetzt tritt er sein Amt als musikalischer Leiter des neuen Städtischen Theaters Haifa Studenten aus. Russland Rabbi David Holländer, der Präsident des ortnodexen Rabbinerverbandes von New York, war vier Wochen in der Sowjetunion und hatte dort auch Besprechungen mit dem Kultusminister. Er machte den Vorschlag, eine Zahl von Studenten der Moskauer Jeschiwa nach Amerika zu schicken, wo sie eine zweijährige Ausbildung in Rabbinerseminaren erhalten würden. Der Vorschlag soll wohlwollend geprüft werden. Rabbi Holländer war auch in Riga Wilna, Taschkent, Kischinew und CzernowHz Watfaer Orchester Die Künstler unter den Neueinwanderern ordnen sich rasch und gut im Kunstleben des Landes ein; viele von ihnen haben ihren Platz im hebräischen Theaier, der Musik und Malerei gefunden. Dirigent des zehnten Abonnementskonzertes des Symphonieorchesters von Haifa, des letzten in dieser Saison, das vor kurzem stattfand, war ein Neueinwanderer, der vor einem. Jahr ins Land gekommen war. Auch die beiden Solisten dieses Konzerts, eine Scpransängerin und ein Geiger, waren neue Einwanderer. Heue Syna^o^. In Curitiba, Hauptstadt der südlichen Provinz Pajana (Brasilien) wurde eine neue Synagoge eröffnet. Parana hat 400 Judeh. Papiers, die unendlich verschieden ist von der Wirklichkeit der Literatur. Für die Art Geist, welche eine Motte besitzt, die das Papier verzehrt, ist Literatur unbedingt nichtseiend. Für den Geist des Menschen aber hat die Literatur einen grösseren Wahrheitswert, als selbst das Papier. Aehnlich wird — wenn es eine Wahrheit geben solte, die keine sinnliche oder vernunftmässige Beziehung zum menschlichen Geist hat — diese Wahrheit ewig ein solches Nichts bleiben, solange wir menschliche Wesen bleiben. Einstein: Dann bin ich religiöser als Sie! Tagore: Meine Religion besteht in der Versöhnung des überpersönliehen Menschen, des universalen menschlichen Geistes in meinem eigenen Einzel- Sein. Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten — “Temäticos” ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN- NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON Guanaeach* 2351, dep. 2 esq. CABILDO lüe Tageszeitungen meldeten den Tod des grosse» Scbiiitstellers und Menschenfreundes Leonhard Frank, der vor kurzem 78 Jahre alt geworden wäre. Dieser Dichter, Nichtjude, aus kleinen Verhältnissen, der sieh redlich grossgehungert hatte., war zwei Male in seinem Leben politisch emigriert: *914 in die Schweiz, weil er dem Grauen des Krieges, für den er das wilhelminische Deutschland entscheidend verantwortlich machte, fernbleiben wollte. Sein tapferes Bekenntnisbuch mit dem Titel „Der Mensch ist gut“ stellt eine Warnung und Mahnung dar für alle Menschen guten Willens. Das zweite Mal war es das „Dritte Reich“, dem Frank den Rücken kehrte, weil er nicht die kleinste Konzession an die braunen Machthaber zu machen gewillt war. Zuletzt lebte der Dichter, der aus Würzburg stammt, wiederum in Deutschland. In seinem schönen Roman „Die Jünger Jesu“, den er unmittelbar nach Ende des zweiten Weltkrieges unter dem Eindruck der Nachrichten von der sinnlosen Zerstörung seiner Heimatstadt durch die SS- Banden geschrieben hatte. Litt uns zugleich ein Kapitel der grossen jüdischen Tragödie unserer Epoche entgegen: Ruth Frcudenstein, ein junges jüdisches Mädchen, das Auschwitz übet lebte, ist zurückgekehrt, um das Lehen neu zu beginnen. Ihre Eltern sind von einem Naziverbrecher, den damals niemand verfolgt hatte, vor ihren Augen ermordet werden. Doch selbst die rührende Liebe eines nichtjüdischen Jugendkameraden gibt, der erstarrten Ruth, die nicht zu weinen vermag, die Selbstbefreiung nicht zurück. Vor einem deutschen Gericht, das sieh, jedenfalls im Jahre 1946, in seiner Zusammensetzung kaum von einem solchen der Hitlerzeit unterscheidet, steht sie unter Mordanklage. Aber das Recht triumphiert’ Die Mehrheit der Geschworenen handelt: nach dem Worte des Verteidigers: „Sprechen Sie Ruth frei, die in einem Rechtsstaat weder die Absicht noch die Möglichkeit gehabt hätte, den Mörder ihrer Eltern selbst zu richten.“ Um diese entscheidende Handlung des Romans bewegt »ich die Gruppe der „Jünger Jesu , zwölfjährige Jungen, die Gerechtigkeit im Sinne des Urchristentums zu üben glauben, indem sie auf höchst, naive Weise sagen: „Wir, Vollstrecker der Gerechtigkeit, nehmen von den Reichen, die alles haben und geben es den Armen, die nichts besitzen.“ Schliesslich maeW eine wohlmeinende Behörde dem Treiben der jugendlichen Räuberbande ein Ende. In seiner Autobiographie „Links, wo das Herz ist“ beschrieb Leonhard Frank die einzelnen Phasen seines nicht leichten Lebenskampfes Man erfährt, wie „Kail und Anna“, „Bruder und Schwester”, „Der Traurngefährte“, „Das Ocbsenfurther Männerquariett“, „Die Räuberbande”, etc. entstanden sind. — Ein Leben im Dienste der Völkerversöhnung and der Humanität ist zueride gegangen Leonhard Frank, ein Grosser der Weltliteratur, darf auch von uns Juden nicht vergessen werden, schon deshalb nicht, weil er es wagte, seinem eigenen Volke unbeirrbar seine Schuld und seine Verirrungen vor Ajjgen zu halten. HEBREO SIN MAESTRO ro* ALARON ROSfiN cierroo im.s.) so-guer TIC .2 76 abro (m.s.) po-té-aj npis ,2 77 pido (m.s.) m'va-kesh tfpao .2 78 conozco (m.s.) ma-kir TDO .2 79 miro (m.s.) ma-bit trao .2 80 ödo1? tfpao ok p1?) Adík!T0*7 - JDDOpanan pnte no1? „.nao*?- T — » TT : *?pnp DDK noVi *’ T ~ T t : ,DoiK anan .. 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Publicado poi el Brit Irrit Olamit Heforaeisch 271 Fenster 272 daher 273 Wind, Geist 274 Sehoflöer 275 Gas 276 schliesst 277 ölfnet ohne Lehrer 278 bittet 279 kennt 280 bückt t . nibieh — wir werden sein mimeha — von dir mach karah — kalter Wind