Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1908 (8.9.1961)
- Date
- 1961-09-08
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612726--1621-9612743- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
LA SEMANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1908 — 17 Viernes, 8 de Septiembre de 1961 ENTSTEHUNG UND.... DES FESTES i. Ueber keines unserer Feste erfahren wir aus der Heiligen Schrift so wenig wie über Rausch Haschona, unser Neujahrsfest. Die Thora spricht nur vom „Tag des Posaunenschalles“ oder dem „Gedächtnis des Halles“, ohne uns über die Bedeutung des Festes Näheres zu sagen. Dass es sich um den Sehofar handelt, stellt die mündliche Ueberlieferung, niedergelegt im Talmud, fest, die einen ungewöhnlichen Reichtum in der Darlegung vom Sinn dieses Tages entfaltet, wie das Bibelwert karg und spärlich ist. Der Name „Rosch Haschana“ für das Fest findet sich in der Bibel selbst nicht, da gegen wird vom Sukkotfest erwähnt, dass es um die Wende des Jahres zu feiern sei. Auch die Gebetordnung spricht, mit Ausnahme vom „Unessane - tokef - Gebet” nur vom „Jom Ha-Sikkaron“ dem „Tage des Gedächtnis ses“, und nicht von „Rosch haschana“.Dagegen verwendet die Mischna und die sonstige Traditionsliteratur ausschliesslich die Bezeichnung | „Rosch haschana“ für das Fest, nach welchem auch ein ganzer Talmudtraktat benannt ist. Wir finden also in der Bibel keinen Grund dafür angegeben, weshalb das Fest am 1. und 2. Tischri (des 7. Monats) gefeiert wird, was eindeutig die absolut autoritative Kraft des Talmud, seine ungeheure Bedeutung für das religiöse Leben, an einem besonders augenfälligen Beispiel zeigt. II. Erst die Füll« der Auslegungen und Erklärungen der grossen Weisen unseres Volkes geben uns ein richtiges Bild von Rosch haschana als des traditionellen „Jom Ha- ARNOLD ZWEIG Bilanz der deutschen Judenheil MARGARETE SUSMAN « : Frauen der Romantik 3. veränderte und erweiterte Ausgabe. 178 S. mit 16 Bildnissen auf Kunstdruckpapier, in Leinen gebunden 12,80 DM. FLAV1US JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieges Uebersetzt „und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl, 89, 695 Seiten, 2 Karten aul holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25.— HANS KOHN : MARTIN BUBER Sein Werk und seine Zeit 2te um ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort v~'n Dr. Robert Weltsch vermehrte Auflage ca 500 S gr. 8«, Leinen gebunden DM 24.80. Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13 von CURT WILK din“ des „himmlischen Gerichtstages“, an dem alle Sterblichen geprüft werden und Rechenschaft über ihre Taten ablegen müssen, -und das vertraute „L'schana tovah”, ein gutes Jahr, die gegenseitige Begrüssung und Beglückwünschung am Feste, ist lediglich der Ausdruck der Idee, dass die Menschenschickale von der Vorsehung in das Buch des Lebens und des Guten eingeschrieben werden mögen. Ohne die Praxis und Lehren der Tradition zu berücksichtigen, könnten die Juden nicht das Neujahrsfest begehen. Wir wissen jedoch, dass maiv während des babylonischen Exils die Sitte annahm, im Frühlingsmonat Nissan ein neues Jahr zu beginnen und desgleichen am 1. Tage des Monats Tischri. III. I Von überragender Bedeutung für das jüdische Leben wurde der Glaube, dass die Welt am Rosch haschana erschaffen worden sei. Wenn im Mussafgebet an den beiden Feiertagen der Sehofar ertönt, so wird dieser von der Gemeinde mit den Worten begleitet: „Hajom harat olam“, („heute ist der Tag der Weltschöpfung“). Man begeht also den Geburtstag der Welt an diesem Feste oder vielleicht richtiger, den Tag der Erschaffung des ersten Menschen. Von einem der grossen talmudischen Meister ist dies so formuliert worden: „Dies ist der Tag des Anfangs Deiner Werke, Erinnerung an den ersten Welttag.“ Hier liegt ganz gewiss keine geschichtliche Ueberlieferung vor, sondern das Ergebnis tiefer gedanklicher Betrachtungen unserer weisen Lehrer, unter denen aber keine völlige Ueber- Uebereinstimmung in dieser Frage herrschte. Sie diskutieren über Sinn und Planung von Welt und Menschen, und so sagt Rabbi Elieser, dass im Tischri die Welt erschaffen worden sei, während Rabbi Jehoschua meinte dass dies im Nissan der Fall gewesen wäre. Was dürfte damit gemeint sein? Der Monat Tischri ist im jüdischen Bewusstsein der Monat der Busse und Umkehr, der Läuterung des Menschen und seiner Aussöhnung mit Gott und Menschen. Das will sagen, dass der letzte Sinn der göttlichen Weltschöpfung die Verwirklichung des Guten und Sittlichen auf Erden durch den Menschen sein will. Der Monat Nissan hingegen ist der erste der Monate, derjenige, in welchem einst aus einem Sklavenhaufen ein Volk geworden ist, das mit Pessach, dem Feste der Befreiung, seine Geschichte begann. Dann würde die Weltschöpfung im Nigsan bedeuten dass Gott die Verschiedenheit der Völker gewollt, ihre geschichtliche Entwicklung geplant habe. Menschliches Denken hat hierzu nur in dem Sinne Stellung zu nehmen, als beide Auffassungen ihre tiefe innere Berechtigung haben dürften, beide schöne und echte religiöse Gedanken offenbaren. die Urväter, so sagte die fromme Legende, müssen im Geiste der Thora ge.ebt haben, ihrer Denkweise innerlich tief verbunden. Bleibt noch zu erwähnen, dass die aus Babylonien, dem Exil, heimgekehrten Juden ihre ersten Opfer am neu errichteten Altar am Neujahrstage dargebracht haben, und dass einst der Schriftgelehrte Esra seine eindrucksvolle Verlesung der Thora vor versammeltem Volke an einem 1. Tischri gehalten hat. 3!Ll5äISSWI r GEBETBUECHER g ■ für die hohen Feiertage 1“; , mit Uebersetzungen in ¡» ,j . zwei Bänden. 1»? —o__!.* i Neujahrs-Ausgabe g Lamroth Hakol $ 150.— H 'v —o— El Neujahrs - Glückwunsch- 2 t karten 3sprachig: Hebrä- ’«; isch, Spanisch. Deutsch, " auch für Luftpost. £ —o— E Alle Neuerscheinungen ™ IV. Interessant sind die Begründungen der alten Meister: Rabbi Elieser zitiert: „Spriessen lasse die Erde junges Grün, Kraut, das Samen samt, Fruchtbäume.” Welches ist nun der Monat, in dem der Baum in voller Frucht dasteht? Das ist der Tischri. Dagegen meint j Rabbi Jehoschua: Wann bedeckt sich die Erde mit Gräsern und die Bäume setzen Frucht an? Dies ge- I schieht im Nissan; also] entstand die Welt im Nisj san. Die eine Denkweise i will die Erfüllung, die Voll-1 endung als das Wichtige an-: sehen; die andere will die Kraft der Entfaltung, den Keim, als die fortwirkende Kraft der ewigen Erneuerung betrachten. Ferner wird gesagt, dass am ersten Tage des Monats Tischri Joseph, der spätere Vizekönig und Ernährer Aegyptens, das Gefängnis verlassen habe. Weshalb am Neujahrstage? Weil er seine Umgebung dazu erzogen habe, nicht nur für den Tag und in den Tag hineinzuleben, sondern in der Zeit der Fülle an die Jahre der Sorge gedacht hatte, und weil Rosch haschana erst dann wichtig für uns sein kann, wenn wir den Willen bekunden, die Möglichkeiten der Zukunft mit all unserer Kraft auszuschöpfen. Und dann — ein weiterer schöner Gedanke der Alten, dass schon sechs Monate vor dem Auszug aus Mizrajim die Last der Sklaverei von den Schultern unserer Ahnen genomen worden sei. Das Volk sollte Zeit haben, sich in Ruhe vorzubereiten. sich für die Freiheit zu entscheiden. An einem 1. Tischri habe die Fron Mizrajims aufgehört, weil nur ein freies Volk sich der Gottesherrschaft unterwerfen könne, und Rosch haschana stellt den Tag dar, an welchem das Königtum Gottes Jahr um Jahr aufs neue zu regieren anhebt. V. Am Neujahrstage, so erzählt der Midrasch, wurden die frommen Mütter Sara, Rahel und Hanna mit Kindersegen bedacht. Was in seinem letzten Sinn sicherlich bedeuten soll, dass die Welt ihren Sinn erhalte durch die Erneuerung der Menschheit in der Kette der Generationen. Hier wird das Fest vorweggenommen in einer Epoche, da es noch kein Volk und keine Sinai- Offenbarung und somit auch noch keine Einsetzung der Feste gab. Aber man vermochte sich nicht vorzustellen, dass es einmal eine Zeit gegeben haben könnte, in der die Thora noch nicht wirksam gewesen sein konnte. Schon VI. Bezeichnend ist auch der Ausspruch eines der Gelehrten; „Im Nissan ist Israel einst erlöst worden, und im Tischri wird es einst wieder erlöst werden.” Dagegen meint ein anderer Weiser, dass auch die künftige Erlösung im Nissan erfolgen werde. Hierzu bemerkte einer der modernen jüdischen Gelehrten; „Dies zeigt, dass sich der eine der Gelehrten zum Wandel der Geschichte bekannt, der andere zur ewigen Wiederholung. Der eine lässt die Erlösung der Zukunft die Erlösung der Welt sein, der andere hat den Blick auf Israel und seine Erlösung gerichtet.” Im jüdischen Volksbewusstsein ist die Geburt der Welt mit Rosch haschana verknüpft, und religiöse Gedanken dieser Art beherrschen einen grossen Teil unserer Gebete an diesem Feste, das sich durch die Jahrtausende infolge der nachdenklichen, klugen Betrachtungen unserer Lehrer aus einem Tage, der vielleicht in sehr alter Zeit aus der Festesreihe des Jahres nicht allzu sehr herausragte, zu einem „gewaltigen Tage”, einem erhabenen Tage der Busse, der Reue, der Umkehr, des Gebetes und des Versprechens guter Werke entwickelte. Die an nationalen Katastrophen so reiche Geschichte des jüdischen Volkes dürfte dazu beigetragen haben, das viele seiner erschütternden Gebete entstanden, dass Rosch haschana heute nicht mehr denkbar ist ohne die Erinnerung an die mittelalterlichen Leiden und die ganze unendliche Tragik des jüdischen Schicksals innerhalb der Welt- und Menschheitsgeschichte. Literarische Notizen Aerztliche Konferenz Aerzte, Sozialfürsorger und Leiter jüdischer Wohlfahitsorgaisationen aus vier europäischen Ländern hielten eine vom Joint organisierte Konferenz über die Behandlung und Betreuung geisteskranker Patienten ab. Die Konferenz fand in der neuen Sinai-Klir.ik, der ersten jüdischen Krankenanstalt für Geisteskranke, die nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut wurde statt. Ernennung Isidore Hamlin ist zum Exekutiv-Direktor der Jewish Agency in Israel ernannt worden. Hamlin, Sohn von Isaac Hamlin, dem Leiter der Histadrut-Kampagne in Amerika, der jetzt in Israel lebt, wurde in Cambridge, Mass., geboren, studierte Agronomie in Mikwe Israel, graduierte an der Cornell- Universität md arbeitet seit 15 Jahren im Rahmen der Jewlsh Agency. Grab restauriert In Amsterdam wurde das Grab von Manasse Ben Israel mit Hilfe einer Gruppe englischer Juden restauriert. Drei Tafeln wurden am Grabe angebracht, eine mit der Namensinschrift, ein-- mit dem ursprünglichen Text, der unleserlich geworden war, schliesslich eine weitere, die die Anerkennung englischer Juden ausspricht, dass Manasse Ben Israel die Rückkehr der Juden nach England ermöglicht hatte. Teatro Solei! CORRIENTES 3150 T. E. 86-2307 Freitag um 22 Uhr Sonnabend, um 22 Uhr Mottele und Süssele B U R S T E I N mit ihren Eltern Paul Burstein Lilian Lux in der jüdischen Operette „BEI MIR BIST DU SCH0EN” :«53S31âSïïiSStâËa AUFBAU Abonnements und Anzeiçen- Annahmestelle | Cosmopolita I; Tucumán 413 i 'Corrientes 424 (Hoflok. 5) £ t Belgrano; Sucre 2990 E ü T. E. 32-1366 — 73-9809 3 S 49-8257 — 49-2480 3 ■ m * trn: 'f£SSmii£SE3*5*£15SSSIlSSIi!t* 3 IM TEATRO ODEON | PREMIERE 3 MONTAG, DEN 25. SEPTEMBER, UM 21 UHR i „DER TOD DES f HANDLUNGSREISENDEN" M 3 Schauspiel von ARTHUR MILLER - Regie: JACQUES ARNDT ffl!ü WIEDERHOLUNGEN: 3 Donnerstag, den 28 9., um 19.45 Uhr, Freitag, den g 29. 9., um 19.45 Uhr, Sonnabend, den 30. 9., um 20.15 ■ Uhr und Sonntag, den 1. Oktober, um 15.15 Uhr. 3 Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367, SJT. E. 45-3591, werktags von 10—12 und 15—19 Uhr. 3 Samstag von 10—13 Uhr §5tKSEIOIE£3äilSISIäiISIii33ISIlSIO»C Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten — ^Tefnaticos*1£ „ .,.n oroesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN* « NUMMERN — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) *3 VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG ALFONSO MORITZSON GuanacacKe 2351, tlep. esq. CABILDO 14982771