Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1908 (8.9.1961)
- Date
- 1961-09-08
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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YÏM1M.S, 8 de septiembre de 1961 Ii A SE.MANA ISRAELITA Año XXII. — No. 1908 — 13 DER NUERNBERGER RAW Mit dem vor einigen- Monaten verstorbenen ehemaligen Nürnberger Rabbiner Dr. Arnold Klein ist einer der letzten grossen geistigen Führer des deutschen Judentums dahingegangen, dessen Leben zugleich ein Stück deutsch-jüdische Gemeindegesehichte bildet. Er wurde 1875 bei Paks in Ungarn geboren und besuchte die berühmten Jeschiwot von Pressburg und Neutra. Er wurde Rabbiner ii einem kleinen ungarischen Städtchen, ging dann aber nach der Schweiz, um an der Universität Bern zu studiexen, wo er mit einer preisgekrönten Dissertation über das Verhältnis des Körpers zur Seele den philosophischen Doktortitel erwarb. Nachdem er kurze Zeit an dem von Rabb. S. B. Bamberger begründeten Lehrer- Seminar in Würzburg als Rabbiner gewirkt hatte, erhielt er 1909 eine Berufung nach Nürnberg, um in dieser Stadt die Rabbiner-Tradition dort fortzusetzen, wo sie- 1499 infolge der Vertreibung der Juden „für ewige Zeiten” abgerissen worden war; Nürnberg war im Mittelalter eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden Deutschlands gewesen, wo u. a. der berühmte Rabbi Meir von Rothenburg, ferner der „Maharil” und der Märtyrer Mordechai ben Hiilei als Rabbiner gewirkt hatten. Ueber drei Jahrhunderte lang blieb Nürnberg „judenrein”, erst 1839 er- ZUM TODE VON RABBINER Dr. ARNOLD KLEIN hielten einzelne Juden wieder das Rec-ht, sieh dort niederzulassen. Seit. 1972 amj tierten auch» wieder Raübiner, die jedoch der Reform zugeneigt waren und von den überlieferungstreuen Juden nicht als Autorität, anerkannt wurden. Diese gründeten vielmehr 1875 — vermutlich unter dem Einfluss Rabb. S. R. Hirschs — eine eigene gesetzestreue Gemeinde unter dem Namen „Adas Jisroel”, erbauten 1902 eine eigene Synagoge nach altem Ritus und beriefen. wie erwähnt, 1909 Df. Klein zum Rabbiner. Dass eine deutsche Kehilla gerade einen aus Ungarn stammenden Rabbiner wählte, war weder eine Seltenheit noch ein Zufall, sondern beruhte auf der Aehnlichkeit der gemeinJepolitischen Situation in beiden Ländern. Zwar halte auch in Russland, Litauen und Polen die Haskala-Bewegung Breschen in die Mauern des altüberlieferten Judentums geschlagen — aber eine eigentliche Reformbeweg ring konnte dort nicht aufkommen. In Ungarn hingegen hatte sich die , Reform” zu einer Gefahr für das traditionelle Judentum entwickelt und eine entschlossene, gut organisierte Abwehrbewegung hervorgerufen, die zu einer völligen Spaltung der ungarischen Judenheit und zur Gründung zahlreicher autonomer orthodoxer Gemeinden führte § MALERARBEITEN | % Günter Stern, H. Rosenhain!? LEANDRO N. ALEM 2530 MUNRO* % T. E.: 795 8710 n. 740-1925 * Pension Familiar M, Flamm unter Aufsicht der Herren Rabbiner Dr. FINK und Dr. OPPENHEIMER CHASCOMUS F. C. N. G. R. 1 Quader von der Laguna Sukfcot offen msiD Zimmer mit priv. Bad CHASCOMUS CORDOBA 38 T. E. 2910 Inf. in Buenos Aires: T. E. 76-2312 Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 22. September U Restaurant »Paso” Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259 Unter Aufricht des Vasd Harabonim der Kehllla MITTAGS- und AßENDTISCH von jetzt an auch Sonntag abends geöffnet Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten — eine Entwicklung also, die der von den Rabbinern S. R. Ilirseh in Frankfurt, Dr. E. Hildesheimer in Berlin und Dr. M. Lehmann in Mainz geschaffenen parallel lief. In dem geistesverwandten ungarischen Milieu suchte und fand die deutsche „Austritts-Orthodoxie” mehrere ihrer prominentesten Führer, von denen hier nur der Frankfurter Rabbiner Dr. S. Breuer und der vor sechs Jahren in Buenos Aires verstorbene Dr. Her mann Klein genannt seien. Die Nürnberger Juden hatten eine gute Wahl getroffen. Rabbiner Klein war nicht nur ein mitreis.sender, gedankentiefer Prediger, sondern auch ein unermüdlicher Kämpfer gegen das „Am ha’arez”-tum, die Unwissenheit. Gemäss dem Vätersprueh „Stellt viele Schüler auf!"' gründete er eir.e jüdische Schule und eine Jesehiwa und gewann durch seine lautere Persönlichkeit und seine starke Ueberzeugungskraft einen solchen Einfluss auf seine zahlreichen Schüler, dass diese zeitlebens — wohin auch sie später verschlagen wurden — das ihnen von Dr. Klein verliehene Gepräge nicht verloren und sich auch in nicht-religiöser Umgebung durch ihre gewissenhafte Frömmigkeit auszeichnen. Wie hoch das Ansehen war das er genoss, zeigte sich im Jahre 1926, als der Nachfolger Samson Raphael Hirschs Rabbiner Dr. Salomen Breuer gestorben war und der Nürnberger Raw eingeladen wurde, Rabbiner der „Israelitischen Religionsgesellschaft“ von Frankfurt zu werden. Wer das deutsche Judentum kannte, wird sich erinnern, dass diese Gemeinde als die repräsentativste orthodoxe Kehilla galt. Kleins Berufung auf diesen ehrenvollen Posten war so gut wie sicher, er zog jedoch seine Kandidatur zurück-, als der Aschaffenburger Rabbiner Dr. Raphael Brauer auf Grund des „Chasaka“-Prinzips Ansprüche auf den Amtssitz seines Vaters erhob. Die Tätigkeit Rabbiner Kleins beschränkte sieh nicht auf seine Gemeinde. Als 1912 in Kattowitz die Weltorganisation des orthodoxen1 Judentums, die „Agudas Jisroel” geschaffen wurde, nahm er aktiven Anteil an ihrer Gründung und gehörte bis zu seinem Tode der autoritativen Instanz dieser Bewegung, dem „Rabbinischen Rate“ an. Von den literarischen Arbeiteh Rabbiner Kleins seien erwähnt: Der Aufsatz „Rambam oder Maimoni- *^er Festschrift zum 60. Geburtstag Jacob Rosenheims: dort behandelt er die interessante Frage der scheinbaren Diskrepanz zwischen der „freigeistigen rationalistischen Schriftsauslegung Maimor.ides’ in seinem „Führer der Irrenden“, und der streng an die talmudische Tradition gebundenen Haltung, die derselbe Maimonides in seinem Gesetzeskodex „Mischna Tcra“ bekundet. Auch in Wohlgemuths „Jeschurun“ und der Monatsschrift „Nachalat Zwi“ der Rabbiner-Hirsch- Gesellschaft veröffentlichte Klein mehrfach gehaltvolle Aufsätze-, . E.- war auch ein eifriger literarischer Verfechter des schon erwähnten „Austritts“-Prinzips — eines der seit Mitte des vorigen Jahrhunderts am heftigsten um die Frage, ob ein Jude freiwillig Mitglied einer religiös neutralen jüdischen Gemeinde sein dürfe, die sowohl t-aditlonell-orthodox als auch „fortschrittliche“ Institutionen unterhält. Ueber diese Frage hatten sich bereits 1877 zwei der bedeutendsten Rabbiner Deutschlands in „offenen Briefen“ auseinandergesetzt. Während der Würzburger Rabbiner S. B. Bamberger den Austritt nicht tür geboten erachtete, wies der Frankfurter Rabbiner S. R. Hirsch in einer meisterhaften Polemik die Beweisführung Bambergers zurück. Füi fzig Jahre später versuchte ein Enkel de. Würzburger Raw, der Mannheimer Klausraobiner Pr. Isaac Unna, wiederum, Hirschs ha¡.achische Begründung durch neue Argumente zu erschüttern. Gegen ihn erhob sich der nun verstorbene Nürnberger Raw, um \n einer Artikel-Serie im „Israelit“ die Austrittspflicht zu verteidigen. A<!s die Nazis zur Macht kamen, wurde Kleins Stellung in Nürnberg, wo die „Parteitage“ abgehalten und Streicher seinen widerwärtigen „Stürmer“ herausgab, besonders schwierig. Aber als treuer Hirte blieb er auf seinem Posten und erst kurz vor Ausbruchdes 2. Weltkriegs konnte er — einige Stunden bevor Nazihorden in seine Wohnung einbrachen — die Stadt verlassen, in der er 3(1 Jahre lang so segensreichgewirkt hatte. Im Erez Israel angekommen, Hess er, der vor Schwierigkeiten nie zurück:- geschreckt war, siehin Haifa, der sozialistischen Stadt, nieder und leitete dort noch 20 Jahre lang eine agudistische Gemeinde. Noch im hohen Alter von 85 Jahren, wenige Wochen vor'seinem Tode, unternahm er eine Aktion, um die in alle Weltteile zerstreuten Mitglieder seiner früheren Kshilla zu veranlassen, in Haifa eine Synrgoge zu erbauen, die ein Denkmal für die ver- Folgen für Israel London. — Die neuen Bestimmungen über das eng^ lische Finanz- und Steuerprogramm werden vielleicht auch nachteilige Folgen für den Verkehr mit Israel halben. Bisher gab es manche Gruppen welche sich mit bedeutenden Investitionen am Aufbau Israels beteiligt haben. Ob dies weiterhin möglich sein wird, dürftesich bald ergeben. Der Zoll für Zitrusfrüchte wi’d nicht erhöht, dagegen werden für andere Exporte Ersatzwaren gesucht werden müssen. nichtete Nürnberger „Adas Jisroel“ bilden soll. Es war ihm nicht beschieden, die Verwirklichung, seines letzten Wunsches zu erleben Jedoch sein Ruf wurde von seinen Verehrern vernommen. Und wenn die Synagoge in Haifa gebaut sein wird so wird sie nicht nur ein Denkmal für die Nürnberger „Adas Jisroei“ sein sondern auch für ihren ersten und letzten Rabbiner. J. Oppenheimer Dr. MAX, FUSCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Sfr. NO SOLO DESDE LA PLATEAU! Los lugares que desde la pantalla fe emocionan, le maravillan, le "transportan'', VEA- LOS,\CONQZCALOS, VIVALOS.., VUSTED MISMO. ' INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas EXCURSIONES v/_ ir DE JUEDISCHE BUCHHANDLUNG TALESSIM, MACHSO¬ RIM (span. Uebersetzg.) LUACH 5722, Neujahrs- Glüekwunschkarten G. 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