Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1961-08-18 · 1902 (18.8.1961) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1902 (18.8.1961)
Date
1961-08-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/9616703-9612115-9612672--1555-9612677
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 hits for “Hachschara” · 4 entity mentions

Vieine», 18 ri* Agwii«! d« 1W1 L A SEMANA ISRAELI 1 A An« XXII. — N«. 1WC — S So geschehen vor den Bei 36 Grad im Schallen (aber wo gibt es Schatten?) stand er plötzlich vor mir: jung und fragelustig, der Student Oded von der Hehraisehen Universität in Jerusalem. Oekonomische Schule und soziologische Abteilung auf den Namen von Elieser Kaplan. Unterabteilung Staatswissenschaft. Ich ahnte es sofort, denn ich hatte bereits eine vorge- «h uckte Anmeldung des Gastes erhaben: „Seh.- geehrter Herr. Die Hebräische Universität unternimmt eine Erforschung der öffentlichen Meinung in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa anlässlich der bevorstehenden Wahlen. Angesichts dessen wollen wir verschiedene Wahlberechtigte befragen .Ihre Adresse entnahmen wir dem Wähler - Verzeichnis. Nächster Tage wird Sie ein Student aufsuchen und Ihnen einige Fragen vorlegen. Die Befragung erfolgt nur zu wissenschaftlichen Zwckken und \vir sind an Ihren persönlichen Antworten interessiert. Die Ergebnisse der Volksbefragung werden ohne- Namensnennung verwertet. Ihre Antworten werden streng vertraulich behandelt. Kein Faktor ausserhalb des Forscher-Teams ei fährt sie. Arbeiten Sie mit uns und helfen Sie uns bei Durchführung des Projektes und empfangen Sie den Sie besuchenden Studenten freundlich und beantworten Sie die Fragen, die er Ihnen stellt. Mit Dank im voraus und vorzüglicher Hochachtung Dr. A. Guttmann Dr. M. Zodanovsky Forschungs-Direktoren Hebräische Universität Kreis für Staatswissenschaft". Diese Karte (natürlich in Von SCHALOM BEN-CHORIN hebräischer Sprache) lag auf meinem Schreiblisch, und so identifizierte ich den Volksbefrager Nr. 2 sofort, 'da Volksbefrager Nr. 1 (Volkszählung: Sind Sie Jude, Israeli oder Hebräer? usf.) bereits über mich hänweggegangen war. Ich empfing den Studenten, der sich als Oded vorstellte, freundlich (wie mir befohlen! und komplimentierte ihn sofort wieder zur Tür hinaus, da ich in grösster Eile war, machte aber für einen der nächsten Nachmittag etwas mit dem Jüngling ans. der mir mit schöner Offenheit ankündigfe, dass die Befragung ziemlich lange dauern | werde. Er hat nicht geloigen: etwa eine Stunde lang wurde aus mir die vox popoli destilliert. Dazu tranken wir kühlende Limona- 1 de und lösten a’-le Prohl?- : me der israelischen Politik | spielend. | So eine Befragung ist ein .wahres Vergnügen. Für mich hatte sie noch den be- | sonderen Beiz der umgekehrten Vorzeichen. Sonst | befrage ichdie Leute, mach? Interviews mit ihnen, notiere die goldenen Worte I anderer. Jetzt war ich das Objekt und ko .nt? loslegen. Der junge Mann mir gegenüber du fie garnichi diskutieren. Auf diese Weise b?- | hielt ich natürlich immer recht. Auch dis ist (für ei-! nen Ehemann und Familien-! vatsrl ein Vergnügen sehr; seltener Art. Ich war Oded ¡direkt dankbar, das er mir eine volle Slunde lang immerzu recht gab. recht geben musste . . ein wunderbarer Sport. Glauben Sie. dass es gut ist, begann er von s-einem Formular her zu Lagen, dass die Wahlen zur Knesset verfrüht abgehalfen werden? MATERIALES NACIONALES E IMPORTADOS Nweve-s diienoi con hilodo mefáluo IxpOMiton y ventas ULE im 49-4480-0827 esuo Ind. y Com Was heissl hier gut?, fragte ich, wie es sich unter Juden gehört, mit einer Frage zurück und i-gfe gleich noch eine hinzu: Man hat a Brejre? Man muss schon zur Wahl gehen. Und Sie weiden selbst zur Wahl gehen? Na heben Sie mal! Natürlich werde ich geben, sogar bei Chamsin; auf mich können Sie sich verlassen. Und glauben Sie. dass sich durch die Wahlen etwas ändern wird? Nein, sagte ich: ändern — ändert sich hei uns nie e'vvES, abex wählen muss man doch, sondern ändert sich sehen garnichts. Soll ich das schreiben? frage« mich Oded mit einem entwaffnenden Parsifal-Lächtln. Schreiben Sie. junger Mann, schreiben Säe nur. was ich Ihnen sage. Aus mir spricht die Erfahrung. Ich bin schon seit Ha3t, sagte er. das kommt erst nachher. Gut — also: Lagen Sie weiter: „Frag mich noch was" gab’s mal ein Gesellsehaitsspiel iber das wissen Sie nicht, dafür sind Sie zu jung. Weiter im Test. Jetzt, sagte Oded, jetzt kommen ein paar komische Fragen (als ob die anderen nicht auch seltsam genug gewesen wären; z. B. die letzte): Was wählen die Armen? Diejenige Partei, die ihnen am meisten zahlt, sagte ich schlicht und einfach. Und was „wählen" die Iraker? „Hier stock’ ich schon”, wie weiland „Faust". Ich gab mich geschlagen. Ich weiss es rieh.. Es wird mich in den Chamsinnäehten verfolgen. Ja. was wählen die Iraker und die Jemeniten und die Marokkaner? Herr, sagte ich, kann ich hier als Experte für eine Völkerschau auftreten? Und die Olej-Germania?. wollte er weiter wissen. Na ja. sagte ich, die wählen meistens sc ähnlich wie ich. Und was wählen Sie? fragte er zögernd. Die Wahl ist geheim drei mal dürfen Sie raten, sagte ich. Er riet es sofort. Werden Sie wieder so wühlen wie das letzte Mai? Ja und nein sagte ich. Die Parteien wechseln ja die Namen aber es js1. wie man lateinisch sagt, „Dieselbe Jenle. ander? verschleiert." Mein Oded verstand mich sofort. Aus welchem Lande stammen Sie?, fragte er, gemäss seinem Fragebogen: Jemen! sagte ich. Soll ich das schreiben?, fragte Oded. Meinetwegen, wenn Sie es glauben, sagte ich . Er glaubte es nicht, was fiir ihn sprach. Na also, sagte ich, schreiben Sie nur, was Sie sich gleich gedacht haben. Jeeke? murmelte er. Ich nickte bejahend und fügte hinzu, dass ich schon seit 1935 hier bin; er war damals noch nicht einmal ein Projekt seiner Herren Eltern, die sich vielleicht noch nicht einmal gekannt haben. Ich kam mir auf einmal asbacbn alt vor .. Oded war fertig Er bedankte sich herzlich. Wi;- schüttelten einander die Hand. Das wür^ geschafft, dachte ich, und hatte mich geirrt. „Jetzt komme ich nochmals unmittelbar vor der Wahl und dann nach der Wahl zu Ihnen”, kündigte der Frager an. „Schicken Sie mir zur Abwechslung mal’n-e Studentin". schlug ich vor, aber das war nicht im Programm vorgesehen .. -f-X -X-X-X-X-X-X*X XXX-XXX-X-XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX * I MALERARBEITEN % ♦ * jj; Günter Stern, H. Rosenhain * MUNJtoS * ♦ LEANDRO N. AI.F.M 2530 í T, E.: 795 8710 u. 740,1925 **XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX-XXX-X XXXXXX* WWWWWtVrtWHWlWWWWWWWWWWiWV, i; Restaurant »Paso " "ipb I l Paso 152 (al fondo) — T. E. 87 9259j Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der KehSUa 1 MITTAGS- und ABENDTISCH j Ton jetzt an auch Sonntag abends geöffnet 1 Anrichten von kleinen Festlichkeiten | und Banketten j Gtlfckw tiFTsche Jehannesburg. — Kurz vor der offiziellen Proklamiemng Südafrikas als Republik sandte der südafrikanische Board of Deputies eine Botschaft an den ersten Präsidenten der neuen südafrikanischen Republik N. Philips. In der Botschaft begrüpste der Board Philips herzlich und wünschte ihm eine erfolgreiche Amtspeliode. Neue Motels Tel Aviv. — ln Haifa wurde das Hotel Achulamit renoviert und erweitert: es umfasst heute 50 modern eingerichtete Zimmer. Das neue Hotel Ginton in Tiberias hat 63 Zimmer, von denen jedes einzelne mit Kühlanlage. Badezimmer. Radio und Telefon ausgestattet ist. ln Tiherias wurde auch ein neuer Nachtklub Finjan in Form eines Beduinenzelte? eröffnet. (AWZ) JUEDISGHE BUCHHANDLUNG TALESS1M, MACHSO¬ RIM (span. Uebersetzg.) LU ACH 5722, Neujahrs- Giüekwunschkarten G. KAPLANSKY CORRIENTES 2883 T, E. 87-8753 Überfall auf eme Hachschara Am vergangenen Montag, gegen 5 Uhr morgens war der Kibbuz B Katzcnclscn des Ichud Habonim in der Nähe der Ortschafl Mercedes, in dem eine Gruppe von Chaluzim für die Alija nach Israel vorbereitet wird Gegenstand eines feigen Ueberfails. Ungefähr 20 mit Gummiknüppeln und Latten bewaffnete Jugendliche diangen in die Schlafsäle ein und schlugen auf die Schlaftrunkenen ein, die von dem Angriff überrascht wurden. Zu den Ueberlallenen gehörten auch Mädchen Türen wurden auigebrcchen. die Einrichtung des Speisesaals zertrümmert und die Wände mil den üblichen antisemitischen Parolen „Patria sä — judfos no — Tacuara” beschmiert. Die Opfer des Angriffs, von denen einige Verwundungen davonliugen, meldeten das Vorkommnis der Polizei. Dieses empörende Ereignis hat natürlicherweise grosse Aufregung hervorgerufen. Die DAIA wandte sich sofort an die zuständigen Behörden mit dem dringenden Ersuchen, die Urheber dieses vandahschen Attentats ausiindig und dingfest zu machen. Des weiteren' hat die DAIA um eine Sonderaudienz bei Innenminisltr Vitolo und dem Gouverneur der Provinz Dr. Aiende nachgesuehi. .+ « » ♦♦ » ♦ * * -* *4 *-* «-< *-*- *-*~*.-^ ¡ J. P. LÄNDSBERG T.E.: 30-1474 VERSICHERUNGEN JEDER ART Bmc. MITRE 43)0 V. 0f. 550 -4- 4 4 BEEfMñti CELGFANBAND AUCH BEDRUCKT MIT IHRER pasa»'1 FABRICANTES CORRIENTES 569 . Bs. Aires - Tel. 49-5850 SOLO DESDE LA PLATEA!!! Los tugares que desde ta pantalla le emo clonan, le maravillan, le "transportan", VEA¬ LOS, CONOZCALOS, VIVALOS... USTED Israel - Marken und Marken aller Laender — Neuigkeiten ~ “Temuticos" ln groesster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN £ NUMMERN — MARKEN MIT BAND - KOMPLETTE BOGEN (planchast VOLLSTAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG f ALFO.NSO MORITZSON Cuanacacln 2SS1, den. 2 Kt. _ - fsq. CABILDO PLANTá 0F, % 10, 14 y 1Í

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.