Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1895 (21.7.1961)
- Date
- 1961-07-21
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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FRANQUEO PAGADO £ £ Concesión 908 t : « W fc- X, < t TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Ano XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 21 DE JULIO DE 1961 No. 1895 EL EJEMPLAR •n tods la Republic; 4, Bueno* Aire* PUEYRREDON 2190 1' Uq. T. E. 83 . 2613 Zwischen Anklage und Verteidigung Dij Staatsanwaltschaft hateinige andere wollen dem ■ von MEIR FAERBER in den ersten zehn Wochen i Staates Israel cas Recht auf . j Ein Zeuge, Autor einiger des Eichmann-Prozesses ih-1 Aburteilung Eiehmanns und | FHicht]ingsschiffe e5nj ver. treten ist und schliesslich 1 Bücher über die Nazi-Greure Anklage beendet. Oben : Vollstreckung des; / Urteils>; trieben sie vom heimatli-, ihr bitteres Los im KZ gel1 ei, sah während seiner Zeusassen. die Richter, Ober-. streitig machen. Wohl steht -en strand verschleppten , teilt hat, trotz seiner moragenaussag« die Gestalten l ichter Dr. Mosche Landau! Eichmann mit seiner v«r-1 sie bis zur fernen Insel I tischen Stärke doch zu ver-' seiner Konzentranonslagerzwischen dem Präsidenten teidigung beinahe allem da, Mauritius und veranstalte-1 einzelt und schwach, um Zeit plötzlich vor seinem des Jerusalemer Bezirksge-1 aber nicht nur gegenüber ] ten Jagden auf jllegale„ ]n I die Ehre seines Volkes und richts Dr. Benjamin Halevy, dem Gericht und dem Rro- - Palästina (EI)” Es gab des Christentums zu retten, und dem Bezirksrichter Jiz-, zess-Apaprat sondern auch , fast k€in Land> dag jüdische chak Rawe. Den Saal und der ganzen fortschrittlichen Flücht]inge aufzunehmen die Galerie füllten hunderte Menschheit gegenüber. Wer; : war .__ J_T_ il-nnnt. =ii>h mit ihm und . Journalisten aus dem Inland und aus allen Erdteien, sowie das Publikum, das sich aus allen Schichten der Bevölkerung zusammensetzte. Zwischen den Richtern und dem Publikum an einem langen Tisch sass die Reihe der Ankläger, Generalstaatsanwalt Gideon Hausner und seine Helfer und Mitarbei könnte sich mit ihm und ... .... den anderen Komplizen des! Das ist der Hintergrund Das Auftreten DDr. Grübers in diesem Prozess war geistigen Auge, rief wie im Delirium aus „ich sehe sie, ich sehe sie!”, brach bewusstlos zusammen, w’’vde aus dem Gerichtssaal ins ein unvergessliches Erleb- Krankenhaus gebracht und ^„ir„=;„LAch ftrlh musste mehrere Tage geverbrecherischen Nazi-Regidiesss Prozesses, der ein von Menschenwürde in das j pflegt werden, bis er nach mes identifizieren? Prozess nicht nur gegen , , _Eichmann und seine deut- Anklagepunkte gesehen Mordkomplizen, songen die infernalischen Ver-! d h ein Prozess gebrechen, aie Eichmann zur gen die M€nschheit des 20. Dunkel der Unmenschlich-j Ha entlassen werden keti brachte. Aber es gab vnrmte vorher und nachher so vie-1 le andere, bittere Erlebnis-1 Die Staatsanwaltschaft1 entscheidenden ORT in Norwegen ' Genf. — Ein neues nor- . wegisches ORT - Comité I ist in Oslo ernannt wor-; den, dem u. a. der ehe-! malige Generalsekretär! der UN, Trygve Lie ,angehört, wie hier bekanntgegeben wurde. Präsident des Comités ist der Bischof von Trondheim, ein Held des norwegischen Widerstandes in der Nazizeit, der, wie man weiss, während der Besetzung vielen Juden das Leben gerettet hat. (ITA) Mitschuld . U1C se, die sich unauslöschlich hat hier im Namen von überführt... Last gelegt werden, wurden l jahrhunderts wurde. Welj ins Gedächtnis einbrannten: i sechs Millionen unter un- Dann kam die Verteidiim Laufe der 43 Prozesstacker Staatsmann und wel- Eine Frau schilderte, wie säglieben Qualen hingemor-1 gung zu Wort. Alle für eige zwischen dem 11. April , cbeS Volk (ausser in Dänesie als Totgeglaubte bereits deten Menschen und einiger nen gerecht geführten Pro- und dem 12. Juni mit 1.400 | mark, Schweden. Norwe- ] im Massengrab lag und sich weniger Ueberlebender —.zess vorgesehenen Erleich- Dokumenten und den Aussan und jj0lland) kann sei-' nur wie durch ein Wunder und allerdings auch im Naterungen standen ihr zur ter, ^Gabriel Bach, Jakob gen von 110 Zeugen bewie-1 Hände in Unschuld wa-' retten konnte. Es gab . men der Menschheit — ei-1 Verfügung. Die Welt kon- ” " ~ ™ ‘ ““ T sen, von denen 98 in Israel t schen und behaupten, sie Schilderungen herzlos-graunen der Initiatoren und Orwohnen und die anderen aus hätten das Blut dieser sechs samer SS-Leute, die sich ganisatoren des Teufelswer- USA, England, Frankreich, j j^jj[ii0nen Menschen nicht damit unterhielten; Kleinj kes angeklagt; über hun- Deutschland, Luxemburg,, mitvergossen? I kinder vor ihren Müttern dert Augenzeugen, darunter Brasilien und Kanada ge-1 Vereinzelt stehe i Männer, i totzuschlagen oder zu er- ■ viele; die die Vorsehung kommen waren. | wie Propst DDr. Karl Ernst schiessen; von hundert ver-' gleichsam aus ihrem Grabe Es war das Bild einer unj Grüber. der deutsche proteschiedenen Marterungen, ■ gezogen und für -'lesen hiausdenkbaren Hölle, das! stantische Priester, Funkdie SS-Sadisten zu ihrer Be-1 storischen Pro”" aufbe- Dr. Robert Servatius.! die Anklage, die Zeugen und tionär der Bekennenden! lustigung erfanden und oh-, wahrt hat, haben das Un- Es gibt Stimmen, die Mitdie Dokumente darstellten. I Kirche, da, der mutig und | ne jede Regung eines . glaubliche, Unaii’öenkbare leid und Gefühle der Barm-,^^ ärgste Ausgeburt krankopferbereit für seine jüdi- Schamgefühls immer wiebewiesen, mit Dokumenten he und mit voller Aufmerkherzigkeit, des Verzeihens hafter Phantasie schien solj sehen Mitmenschen eingeder anwandten . [wurde der Angeklagte der samkeit verfolgen, und einer höheren Ethik für j cbe Torturen und Marter-1 den Angeklagten anrufea: 1 quälen nicht ersinnen zu -— ‘ Zi-v.-./;yv; «Pl.-! V/innAn. wip kip hie,, histoj H. «. . ■ .. . allein gi?«cr. aie ^nKTägc-; HihtsnofoTisi-' ’ ' 1 -- Bar-Or, Polizeioffizier J. Singer und der Rechtsberater Jakob Robinson, neben ihnen unweit der Panzerglas-Zelle, die sich gegenüber dem Zeugenstand befindet, sass, in den meisten Sitzungen der Verteidiger trollierte das Verfahren durch hunderte gewiegte Journalisten und zum Teil auch durch erfahrene Juristen. Das Gericht wird seine Aufgabe erfüllen und ein gerechtes Urteil fällen. Das ist die Ueberzeugung aller, die den Prozess aus der Nä- BeäArde aufkommen, der der ganze Staatsapparat zur Verfügung steht, während sein Mitarbeiter, Dr. Dieter Wechtenbruch, mit seiner Sekretärin in Europa Zeugen der Verteidigung einvernimmt, die. nicht nach Israel körnen können, weil sie sonst wegen ihrer Verbrechen angeklagt würden. Der Publizist und Verleger richtsnotorisch bewiesen wurden. Die hemmungslose! Stockholm. — In einer und schamlose Verbrecher- Stockholmer Zeitschrift fand bande, die sich im national-! sich kürzlich eine Zuschrift sozialistischen Regime erst des berüchtigten Nazi-Prodas deutsche Volk und dann pagandisten Johannes von _ _*_ so viele andere Völker un-j Leers, der seit längerer, der polnischen Stadt Lodz, sehenen Opfer zu terjochte, gebar die un- Zeit bekanntlich in Kairo w? seine Frau und fünf den” menschlichsten Greuel. Auf , als Leiter der antijüdischen j Kinder von den Nazis um- Elchmann will nichts zügelten (Fortsetzung von Seite 1) ständig, um über die zur aussage, so könne er un— .Sonderbehandlung’ auserj möglich reine Vermutungen befin-1 zugeben. Nach einem ebenso die Entrechtung und Berau-1 Propaganda Nassers tätig . gebracht worden sind. j EIN SCHLECHTE*' Darlehen für Israel München. — Mehrere bayrische Städte haben sich jetzt ebenfalls entschlossen, sich an der Entwicklungsanleihe des Staates Israel zu beteiligen, nachdem der Bayrische Städteverband kürzlioh in einem Rundschreiben an die kreisfreien Städte die Zeichnung von Entwicklungsbonds für Israel empfohlen hatte. Die Darlehen werden bei einer Laufzeit von 15 Jahren mit vier Prozent verzinst. Der Bremer Senat hat vor kurzem beschlossen, dass Bremen 20.000 Dollar zur israelischen Entwicklungsanleihe beisteuert. (AWZ) KINDER IN DEN TOD GESCHICKT Die Staatsanwaltschaft Wochenende beenden zu können, erreichte dieses Ziel nicht und setzte die Vernehmung Eichmanns bung der Juden folgte ihre ist. j£r verwahrt sich dage-1 Damit hat die Zahl der . GEDAECHTNIS Erniedrigung, ihre Aushun-;gen, zusammen mit Eich- ' Personen, die aus gleichen , gerung, Deportierung, Konmann, Bormann und ande- Gründen aus dem Saal gej Generalstaatsanwalt Haus- Victor Gollancz, der Philo- Zentrierung in Ghetti und' ren deutschen Kriegsverwiesen werden mussten, "er> der "offte. das Verhör soph Prof. Karl Jaspers und Lagern für Sklavenarbeit I brechern genannt zu wersechs erreicht. des Angeklagten am letzten und Massenmord. Sadisti-1 den, die er K3 gekannt sehe Martern, wie sie von [ hätte. Menschen noch nie vorher! _ erfunden worden waren,' MDeportationstag” wurden hier von Angehöri-1 gen des „Volkes der Dich-1 Paris. — Mit Gedenkfeiter und Denker” zur Wirk-1 ern in allen Teilen des Lanlichkeit gemacht. | des beging Frankreich kürzui . . . 'lich den „Deportationstag” Und die Weit, die ennst-; zur Erinnerung an die vieliehe Welt, Hess dieses hem-1 jen tausend Menschen die ^en*r£de Wirtschaftsmungslose Wüten zu. Die, während der deutschen Be-:Fragen die Konzentrations-, Engländer, die sich „das satzungszeit nach Deutschj *ager *n Polen übernahm, stens eine der Konferenzen Volk der Bibel” nennen,! jand und Osteuropa zur!diese Ausrottungslager un-1 über die Sterilisierungen in sperrten die Tore des Lan-! Zwangsarbeit oder in die 1 ter der Verwaltung des Si-! seinem eigenen Büro abgesetzte das Kreuzverhör des ' f°rt> .der eine grosse Be- Angeklagten Eichmann fort | harr.ichkeit beweist und ,Ich glaube, Sie werden i ei.n äusserst schlechtes Gezugeben”, sagte der Staats-1 dächtnis zu haben scheint, anwalt Hausner, „dass bis ] Hausner erwähnte die zum Jahre 1942, als die, Beförderungen Eichmanns ' in der Gestapo und fragte ihn, ob denn nicht wenigdes der Bibel, in dem der Konzentrationslager ver-1 cherheitsdienstes standen, werdende Judenstaat und j schleppt wurden | von dem Sie Ihre Anweisunseine Bevölkerung die Bet- Die Hauptfeierlichkeit fand i ««» «Weiten.” , tung und Einwanderung der in Paris VOr dem Mahnmal , ,war.das nicht pro- * faetlOrlA FlAhivinnn /4am hn entrechteten Angehörigen ihres Volkes ersehnten, verrieten ihre Aufgabe als Mandatsmacht, setzten ih-] Dflr deutsche Luftkrieg halten worden sei, Der Angeklagte behauptete, sich hieran nicht mit Sicherheit erinnern zu des unbekannten jüdischen Märtyrers statt. (ITA) re Kriegsflotte gegen die hilflosen, seeuntüchtigen testierte Eichmann, der bekönnen, und da er unter Eid ' ten. unfruchtbaren Versuch, Eichmann dazu zu veranlassen, sich zu den Verbindungen der Abteilung IV B 4 und der mit der Liquidierung der Juden und Kommunisten in Russland beauftragten Kommandos zu äussern, gingen zwei ganz« Stunden mit der Vorlesung der Uebertragungen hin, die von Eichmanns „Unterhaltungen“ in Buenos Aires im Jahre 1947 mit dem holländisichen Journalisten Sassen angefertigt worden sind. Für die kommende Gerichtssitzung erwartet man das Ende des Kreuzverhörens, und danach wird Eichmanns Veteidiger Dr. Servatius zu Wort kommen, um den Angeklagten seinerseits zu verhören und die Verteidigungsrede zu hal- EINE ERKLÄRUNG ADENAUERS Berlin. — Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer erklärte, Westdeutschland werde Israel aucn nach 1963 weiter helfen, wenn das deutsch-israelische Reparations-Abkommen abgelaufen ist. Er gab diese Auskunft auf eine Frage, die ihm ein Journalist auf einer Pressekonferenz stellte. Adenauer fügte hinzu: „Wir erkennen unsere moralische Verpflichtung an, Israel auch nach dem Jahre 1963 zu unterstützen.” Ein anderer Journalist befragte Dr. Adenauer über das kürzliche Abkommen zwischen Westdeutschland und Arabern, durch das der Vereinigten Arabischen Republik beträchtliche Kredite eingeräumt werden. Hierauf erwiderte der Bundeskanzler, dass diese Kredite nicht bedingungslos erteilt worden seien, sondern nur gewissen Unternehmen gewährt werden, die von Deutschland sorgfältig kontrolliert werden würden. (ITA) Bonn. — Der englische Dokumentarfilm „Blitz on Britain” („Bomben auf England”) erlebte vor kurzem in Berlin seine deutsche Erstaufführung. 80.000 Meter Filmmaterial aus deutschen und englischen Archiven wurden gesichtet, um diesen Film zugann, in dozierendem Ton die Gründe für seine Einwände aufzuzählen. Gerichtspräsident Landau unterbrach ihn und machte Dr. Hausner darauf aufmerksam, dass diese Frage schon erörtert worden sei. „Das Verhör muss einmal beendet werden!” rief er aus. Der Staatsanwalt stimmte ihm zu und stellte dem Angeklagten-Zeugen Fragen über das traurige Kapitel sammenzustellen, der in; der Deportationen tschechoeindrucksvollen Bildern die slowakischer jüdischer Kin- Luftschlacht über der britider nach dem Attentat ge sehen Insel in den Jahren [ gen Heydrich. 1940—1941 beschreibt. Er zeigt bisher nicht veröffentlichte Aufnahmen aus den Kanzeln deutscher Bomber und britischer Jäger, Aufnahmen vom Bombardement der mittelenglischen Industrie-Städte Manchester, Bristol und Coventry. — (AWZ) „Als Krumey damals in Lwow war, wandte er sich an Sie, um Befehle über das Schicksal dieser Kinder einzuholen, weil er Sie für zuständig erachtete. Stimmt das?”, fragte Hausner. „Ihr Adjutant Günther hat Krumey geantwortet. Daher war Ihre Abteilung zu- Die Entwicklung des Negew New York. — Die Regierung Israels beabsichtigt, rund 250 Millionen Dollar für die Entwicklung des Negew allein in den nächsten fünf Jahren aufzuwenden, wie der israelische Finanzminister Levi Eshkol dem Vizepräsidenten der Israel-Bonds-Aktion Dr. Joseph Schwartz mitteilte. Eshkol sprach von dem Negew-Plan, der, wie er betonte, ausser anderen israelischen ökonomischen Projekten durchgeführt werden solle. Gleichzeitig beglückwünschte Levi Eshkol die Bonds-Oganisation zu ihrem Erfolg, für 500 Millionen Dollar Israel-Bonds in den zehn Jahren, die seit dem Verkauf des ersten Bonds verflossen sind, untergebracht zu haben. Wie Dr. Schwartz mitteilte, werden 300 Delegierte aus den USA, Lateinamerika und Kanada zwischen dem 25. Juli und 3. August in Israel Zusammentreffen, um den 10. Jahrestag der Organisation zu feiern. (ITA) Registro de la Propiedad intelectual No. 656 635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavit 831 LEO BAECKÏ 7 INSTITUTS BEW YÏÆ n t i / (//