Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1961-06-02 · 1881 (2.6.1961) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1881 (2.6.1961)
Date
1961-06-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/9616703-9612115-9612492--1373-9612496
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

< — Viernes, 2 de Junio de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Añ0 XXII. — No. 1881 fíei Der zerbrochene erschien mindest gemildert. Die Mendie Resehen dieses Lustspiels sind keine konstruierten Personen, blasse Schemen, sie sind die klare und unzweideutige Verkörperung der Gedanken des Dichters. So sind sie, in Fleisch und Vor 150 Jahren Heinrich v. Kleist volverkugel als einzige Lösung, um aus dem Labyrinth seines Lebens herauszukommen. In die Enge getrieben von persönlichen Enttäuschungen und seiner Zeit, zerbrochen von der Unmöglichkeit, seinen Idealen leben zu können, für die seine Epoche keineswegs reif war, entsagte er freiwillig mit 34 Jahren dieser Erde Mögen Literaturhistoriker sich darüber den Kopf zerbrechen, in welche Gat‘ung von Dichtern dieser Kleist einzuglie. dern sei, welche Art der heut? eine Einzelerscheinung Dichtkunst die spezifische darstellt. Darum hallen 150 Musik in Buenos Aires BIZETS “CARMEN”: MISSLUNGENES COLON- EXPERIMÉNT Die Opernliteratur, und speziell jene der Neuschöpfungen, ist voll von Blut, harmlos, verschlagen, Möglichkeiten, technisch für Kleist war; für uns ist allein ein einziger, der entscheidende, Charakterzug massgebend, und das ist die flammende, bis ins Letzte gehende Forderung des Individuums auf eigene Entscheidung in seinem Leben, auf dieses unabänderliche Recht aller freien Menschen das eigene Leben nach der eigenen Ueberzeugung zu formen und zur Vollendung zu führen. Im „Zerbrochenen Krug“ leuchtet dieses Ideal im Charakter jeder Figur hervor. Da es aber ein Lustspiel ist. wird der Ernst des ] Lebens durch komische Einfälle in der Situation zu-. leiter irrt trotz zugegebenen | 1 schöpferischem Streben j grundsätzlich. Bizet suchte ■ sich als Textdichter Meilhac und Halevy, da die Novelle I Merimees bühnenunwirksam ■ War. Man sollte an ..Carj men” nicht soviel herumpro. bieren. Die Zigeunerin ist | eine veristische Gestalt aus j Fleisch und Blut sie gehört zur und in die Menge; auf die Oper in ihrer Gesamtheit und nicht auf die unsterbliche Musik allein muss der deutschen Literatur noch laut defäiHierier Angabe im Konzenti ation weisen, --- Spielzett« klarrzuEgen. dass jJe-n" ,.Ca5nwn1. ,st we‘ter sich das Konzept Vort „Carsymbolisch noch metaphy meri“ -als 'Ausdrück des Operntheaters viel mehr auf die Partitur von Bizet als auf das Original Werk von Prosper Mérimée, konzentrieren müsse. Der Spiel- /K*y£m£T| ££t$^£C Î2S hîio’ïj... COMITE CENTrOEUROPEO Corrientes 2294 — VI. Steck — V. E. 48-3695. 48.5682 hilflos und jeder Situation gewachsen; unkompliziert und mit Vorurteilen und Aberglauben bis zum Rand gefüllt. Die geniale Beherrschung der Sprache ist der Grund, warum dieses Lustspiel in und künstlerisch Neues zu erproben. Oft geschehen dabei Fehlgriffe, und ebensooft gelingen ¿eil dazu Berufenen grosse Leistungen. Der französische junge. Regisseur Louis EVio, der sich hierbei vorstelite.' versuchte Jahre diesem Stück nichts anhaben können. Die Aufführung des Deutschen Theaters war in jeder Beziehung eine Ehrung des Dichters und seines Werkes. Schon die ersten Minuten schufen blitzartig die Atmosphäre der sich entwickelnden Handlung. Die bewundernswert geschickte Anwendung der Drehbühne half entscheidend die moderne und doch zeitlose Auffassung des Rcgis siseh zu erfassen, das Gesamt Subjet muss weisend und massgebend sein. Jean Fournct. den wir als ernsten und ernstzunehmenden Künstler kennen, und der die Oper konzertierte. '; : experimentierte seinerseits. Adam," wie man ihn„ idealer ' Wir ci’»d der grundsätzlichen sich kaum denken und wiin- Meinung, dass Transparenz selten 'kann. Dieser Darstelim Orchester notwendig ist. ler konnte mit dieser Leidenn ohne ihre Beobachtung stueg aushalten. Jn jeder überdeckt eine Instrumen- Minute war er nicht nur der lenrruppe die andere. Der Mittelpunkt der Handlung, Dirigent ging jedoch in sei- MEDINAT ISRAEL IM “GOLDENEN BUCH” Auf einer Sitzung des Dj- ■ über die Entwicklung Isra. rektoriums des Landesvereis erneut sichtbar zum bandes des KKL für Argen. '■ Ausdruck kommen. Der tinien wurde in Gegenwart Preis für diese Eintragung unserer Vertreter der Anist mit dein Minimalbetrag trag eingebracht, in die-1 von m$n 13.000.— entspresem Jahre, in dem Medinat1 chend den dreizehn Jahren Jisrael das Fest seiner Bar j des Bestehens Israels, fest- Mitzwah begeht, durch ungesetzt worden, sere Gemeinden und Ol ga. | Alle unsere Gemeinden nisationen sowie durch mög-1 und Organisationen, auch liehst viele unserer Mendiejenigen, welche nicht aksrhen den Staat Israel in fiv in unserem Comité mit. das Goldene Buch des Keren Kajemeth einschreiben zu lassen. Hierdurch soll die praktische Mitarbeit der Juden dieses Landes und ihre aufrichtige Freude arbeiten, dürften diesen Vorschlag, der einmütigen Beifall fand, mit Verständnis aufnehmen und an seiner Durchführung mit allen Kräften mitwirken. Aus unserer ArbeH ^TonaTmal"01 IOS? AUtiaSSUIlg CJtlb nuaivmmcipunM UC1 naiKimn^, jcuuuj ui seii JTrau Mar|a Adler snen. ..; ■ “* sdirs Jacques Arndt von der sondern auch fast immer der rer Bemühung um klangli- ’ , , anlässlich ihres 77 Ge-1 Enri<lue Berlowitz, León Inszenierung dieses Stückes, anziehende Punkt auf der durchzuführen. Als Hauptstütze des Ensembles hatte er in Alfred Schnoes einen Dorfrichter ARNOLD ZWEIG Bilanz der deutschen Judenheil Erste in Deutschland erschienene Ausgabe mit einem Nachwort von Achim von Barnes. 328 Seiten — DM 16,50 (gebunden) HANS K0HN ' r< ,. MAB TIN BUBER Ssln Werk und seine Zeit Jte urr ein Geleitwort des Verfasser“! und ein Nachwort von Dr Robert Weltsch vermehrte 'ufiage ca 500 S gr. 8? Leinen gebunden DM 24 80. MARGARETE SISMAN Frauen der Romantik 3 veräi Gerte und erweiterte Ausgabe 178 S. mit 16 Bildnissen aut Kunstdruckpapier, m Leinen gebunden 12.80 DM. FLAVIUS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen [es Kriegt Uebersetzt und mh Einleitung und Anmerkur.geD ve’sener, von Dr H. (X-EMENTZ tCl. 8V 695 Seiten, 2 Karten aul noizlr. Papier in Leinen geo. DM 25.— Joseph Meizer Verlag, Koeln MCZAflTSTRASSE 13 Bühne. Lilly Rapp war die Ue berraschung des Abends. Bisher immer in zweitrangigen Rollen beschäftigt, zeigte Lilly Rapp nun als Frau Marthe, was in ihr steckt, und wie stark ihr Können gewachsen ist. Herrlich und erschütternd, als sie ihr Weltbild, das mit ihrem Kind unauslösbar I verknüpft ist. wanken sieht. | gressartig in der Beherr. | schung ihrer Gesten gerade in einer sogenannten „grossen Szene“. Manfred Rahn als Licht zeigte, dass er eine Verwandtschaft dieses Schreibers mit dem Sekretär Wurm aus ..Kabale und Liebe“ empfand, denn zur Einfalt gesellte er noch die durchtriebene Intrige, welche durch Bewegung und Augenspiel dcut’ich zu erkennen war. Klaus Jägel. dem wir letzthin als Topaze unsere Anerkennung bewiesen schien als Walter etwas blass und nicht ganz überzeugend. Zum Gerichtsrat. der das geschändet Recht wieder bestellen will und muss, fehlte das selbstbewusste, in eigener Sicherheit ruhende Bewusstsein seiner Stellung. Das aber vermissten wir teilwei se. Ursula Bredin als Eve zeigte die breitgespannte Skala ihres Könnens. Vom still verhakenen. leidenden Mädchen bis zur rasend durchbrechenden, liebenden Frau gewann «de voll und che Klarheit so weit, dass zwar die Sänger jederzeit rut höibar waren. jedoch das Temperament und damit die grosse Gesamtlinie fehlte. die al'ein dem vielleicht grösst?n Opernwurf des volteen Jahrhunderts immer wieder zum Erfolg verhilft. Wern man schon ..Neues“ bringen will, so soll man eher ..Altes" bei Carmen hervorholen, denn sie war in der Grundfassung mit gesprochenen Dialogen als Komödie mit tödlichem Ausgang gedacht; diese wurden erst später von Ernest Guiravd durchaus dem Theat rs^hatz der Oper geschöpfie Rezitative ersetzt und so der Grundcharakter des Werkes verfälscht. Neu f':r uns die Profasonisfin Jane Rhedes, eine angenehme stimmliche und darstelerische Erscheinung jedoch ohne Rasse, die für Carmen ..conditio sine oua non” ist. Gleichfalls im Debut; Richard Martell, ein gut singender, éher dramatisch als ivrisch zu wertender Tenor mit wenig Bühnenerfahrung als Don José. Der Escamólo ist keineswegs das Fach des spanischen Barritons Manuel Aussnssi. den wir von früherem Wirken im “Colon” in weit besserer Erinnerung haben. dete anlässlich ihres 77. Ge- Blonder, Ig0 F!igl?r. Wolf burtstages am 1. Juni den FligleI.; Guillermo Grür.e- Betrag von 8 5.000.— für die Eintragung ihrer Kinder, Enkelkinder und Urenkel in das Goldene Buch. I Anlüslich der Ehrung zum 70. Geburtstag von Herrn Alfons Moritzson spendeten seine Freund? den Betrag von 8 2.000.— für die Pflanzung von Bäumen -auf den Namen von Margarethe und Alfons Moritzson. Bei der Feier des 70. Geburtstages von Frau Philippine Sielski wurde der Betrag von * 1.100.— gesammelt. wofür Bäume auf den Namen von Frau Sielski gepflanzt werden. Das Ehepaar Dr. Frnesto Frankfurter spendete an- I lässlich seiner endgültigen Uebersiediung nach Israel die Summe von S 1.000.— für den KKL. Herr Erico Auerbach ' spendete für die Pflanzung von Bäumen zum Anden- . ken an seire Gattin. Gertrude Auerbach s. A., den Betrag von S 1.000.—. Frau Else Schütz spendete anlässlich ihres 75. Geburtstages den Betrag von $ 300.—. I Die Leerung der KKL- Biichse, die ständig bei Herrn Leo Kahn im Hotel „Lago”, Rio Cebnllos, Cordoba, aufgestelit ist. ergab bäum, Familien Hamburger und Schönemann, Enrique Heinemann, Arno Horen- ' czyk, Ana Jacobson, Dr. Otto Kauders, Otto Lehmann. Ricardo Lichtenstein, Marta Müler, Johanna Oppenheimer, Juan Oppenheimer, N. Reimann, Rodolfo Schwarz, Selma Spangenthal, Hilde Spitz, Helmuth i Stadthagen, Maximo Stock. Eva Sundheimer, Federico Tentler, Felix Wajnbuch. Ricardo Weiss, Gustavo Wolff, Sigfrido Wolff <fc hijo, Georg Zöllner. Wir danken allen unseren Spendern und Mitarbeitern. i ganz die Sympathie der Zu- I schauer durch ihr persön- Die argentinischen Vokalisten schnitten durchwegs gut die Summe von $ 1.631.15 ab. allen voran Myrtha Garbarini als Micaela. die den grössten Applaus erhielt; Susana Rouco, Noemi Souza. Victrr Narke, Nino Falzetti gut im Suiel. Gesang und ausgezeichnetem französisch Ein Sonder]ob dem grossartig singenden und sich angeblich der französischen Sprache bedienenden Chors unter Tullio Boni. korrekt der Kinderchor unter Valdo Hungersnot in Transjordanien I London. — Der transjordanische Gesundheitsmini. ■; ster hat sich in einem Notruf an das Rote Kreuz und das Kin.’erhilfswerk der ■ Vereinten Nationen in Genf! gewandt und um Hilfe für 10.000 Kinder in dem Not. standsgebiet im Landessiicen gebeten. Tausende von I Kindern müssten verhungern oder an Tuberkulose sterben, wenn nicht sofort geholfen werde, j Infolge einer dreijährigen Dürre herrscht seit Mona- I ten eine Hungersnot. (AWZ) [J. i lieh gefärbtes, abgerundetes! Spieltalent. j Wolfgang Priewe eine Figur aus einem Guss; wie ans altem Holz geschnitzt, mit' Sciamarel a. gut Orchester beiden Füssen in seiner Erun)j Ballet, die Bühnenbilder de wurzelnd. 'von Ives Bonnat entsprachen Martha John, verhalten den Absichten von Erlo, die , und sicher. Karl Ewald. Lily Ausleuchtung jedoch gelang j ¡Wiehert. Delia Widt. Horst restlos. Der Beifall war, Evdel und der sporadisch freundlich. j erscheinende Bütte] von Ja-' Auch wenn man die un-1 cob Kaufmann ergänzten vergessliche Aufführung von wirksam und zuverlässig das vor drei Jahren unter Sir vorbildliche Ensemble. Thomas Beecham mit Jean Das Publikum zeigte sich Madeira nicht . zum Veram Ende des Abends begeigleich heranziehen wollte; stert über dieses wirkliche ein misslungenes Experi Theatererlebnis. ment. H. D. I c—« im TEATRO ODEON WIEDERHOLUNG: Heute (Freitag), Sonnabend und Sonntag Eer zerbrochene Krui DAS ■ FT BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88.9420 FREITAG UND SONNABEND UM 22 UHR SONNTAG UM 18 UHR DIE FAMILIE KUBICH von PETER KARVAS (gespielt in jiddischer Sprache) Regie und Leitung; V1RAIR MOSSIAN UNSTERBLICHE LUSTSPIEL VON g S HEINRICH VON KLEIST S M M | Regie: Jacques Arndt g g Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367. g g Tel. 45-3591. Werktags von 10—12 u. von 15—19 Uhr S S Samstag von 10—13 Uhr g ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVEBKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, 1/B — Buenos Aire», Rep Argentina ■:#lk MM

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.