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Jüdische Wochenschau · 1961-05-30 · 1880 (30.5.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1880 (30.5.1961)
Date
1961-05-30
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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i FRANQUEO PAGADO o a * ¡ Concesión 908 <- c 5! fe « -Ö |----“ ü u S ' < £ TARIFA REDUCIDA I Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año XXII. BUENOS AIRES, MARTES 30 DE MAYO DE 1961 No. 1880 EL EJEMPLAR en toda i* Republic, Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 i*q. T. E. S3 . 2613 Nasser sozialisiert sein Reich1 JETZT WIRD ER NERVOES Bei den Aegyptern und lieh findet diese Anregung kung verordnet werden könn Syrern ist zur Zeit das Wort! keinen starken Widerhall, te, wie es schon einmal ge-1 Sozialismus grosse Mode.1 denn die meisten Finanz- Präsident Nasser unter-! leute fürchten dass erlolgstreicht immer stärker, dass reich arbeitende Kleinbe- (Fortsetzung von Seite 1) schehen ist. Oer Staat setzt i wBz ansieht. Andere Filme Löhne ud Genälier test und werden die Deportationen schlichtet Arbeitskonflikte. | nach Ravensbrück ur.d das Mauthau-?r eine Gcse. jC-haft»Ordnung triebe gleichfalls Opfer der Den Fellachen schreibt er Schreckenslager ri;l sozialistischer Grundlage Verstaatlichung werden ( mehr oder weniger vor, was^ sen zeigen, aastrebe. F .inende Zeitun-, könnten. 1 gen in Kairo und Damaskus bringen »pademange Abhandlungen /.um Thema Sozialismus. Derartiges Material wird begierig von Stu- DRUCK AUF DEN HANDEL Auch dem Handel und dem Handwerk will Nasser dentenzirkein aufgegriffen ' sozialistische Züge verier und leidenschaftlich diskuhen. Diese Entwicklung soll! sie auf ihren kleinen Anbau-! Bei diesen Filmen han. I flächen anzubauen haben delt es sich um zwei ver- , und bestimmt schliesslich I schiedene Arten von Bild- | auch die Ankaufspreise für streifen. Die einen haben die Deutschen im ,.stolzen” Bewusstsein ihrer physischen Ueberlegenheit zu ei. Landwirtsch «lisprodukte. KOLCHOSEN IN SICHT? Manche kritischen Beobner Zeit aufgenommen, als sie selbst noch den Gang der Ereignisse bestimmten. ginnt über den Sozialismus wird erwartet ¿lass i-r sich und seine voraussichtlichen i nach und nach in Konsumtiert. Selbst der . kleine vor allem m:t Hi.fe des Ge-¡achter .glauoen sogar, man _ Mann“, wenigstens in den nossenschaftswesens be- 'di.rfte sich _ nicht wundern,1 ßfe and’eTeiT Filme”würden von den Alliierten gedreht, r.mciio^“ „an, osiu-; als sie in die deutschen ’orbi.d enriehei. wur- Schreckenslager eingedrun- . - - - - -- . Diese Anr.a.ime mag | gen waren — Kairo besenrankt sich kei. nisiert. Für das Handwerk I übertrieben >e;n. Es stimmt neswegs aufs Reden. Es ' sind zahlreiche Produktions-' jedoch, dass iNasser und ( WAS DER forciert vielmehr eine VYirt-; g«aossensch.iften vergeseseine Freunde den genossen- VERTEIDIGER SAGT Schafts- und Sozialpolitik I hei. j schaftiicheti Zusammen-; die schon bald dahin führen | l|ün bestent aber gerade! Schluss der Fellachen for- I Segnungen zu sprechen. 1 genossenschalten neu erga-iden- Diese Annahme mag | soll, wo nacn Nassers^ Anbe: sicht der Sozialismus ar$k§|?JffsReüi Händlern keinerlei sener Spielart beginnt. Au« efe LsfBe Die Journalisten stellten n ägyo.ischen und sy- ¡eieren, und zwar den Zusammenschluss .n Produktions- : Neigung ungehemmtes Ge-i Genossenschaften..deren Lei- ' tung vorwiegend Staatsbeauftragten anvertrauj ist. Ein Funktionär des Sgyptodem Verteidiger Servatius zahlreiche Fragen. Servatius meinte. Eichmann habe ein gutes Gedächtnis und würde ihn bei der Verteidigung unterstützen. Als jemand syrischen N idonalistenregi-) ihn fragte, warum er sich mes erklärte kürzlich,, man solche Mühe gäbe, da doch wolle ausnahmslos allT* Fet j nicht daran zu zweifeln sei, lachen zu Genossenschafts-:, dass Eichmann zum Tode bauern machen. Wenn also nicht alle r?~- verurteilt werde. meinte 2ej. | Servatius, das sei durchaus Auf industriellem Gebiet widnstreben rurch genossenversteht Nasser unter Soziaschädliche Begulationen zu lismus Vorherrschaft des \ erae&ien. Angesichts dessen Staates. Was in Aegypto-Sygreift! das Regime Kurzerrien heute an grossen Indu-; faa*d “zu Druckmitteln. So striebetrieben aufgebaut1 nirrimt es zum Beispiel wird, ist entweder reiner schärfstens kalkulierte S.aatsbesitz cder es handelt i Preisfestsetzungen vor und sich um Unternehmen, deüberwacht 'unerbittlich ihre ren Aktienmehrheit vom Einhaltung. >Ver mehr als 1 eben täuschen ist Nasser zu Staat kontrolliert wird. Dar-1 die staatlich festgesetzte 1 Sozialrevolutionären Experiüber hinaus hat Nasser auqh Handelsparte fordert wan- * menten entschlossen. Er will e’nen grossen Teil all jener dert ins Gefängnis. - offenbar über jenen gemäs- Unternehmc-n verstaatlicht,! Ueberhaupt gibt e$ in : sigten Staatskapitalismus die vor seinem Machtantritt. Aegypto-Syrien heute nur j hinausgehen, dei heute in entstände.’; osr.rep. ¡noch wenig freies Gewinn-1 vielem—„unterentwickelten Dem Priva’kapital legt er; streben. Die Hausbesitzer j Ländern als notwendiges nun nahe, sich mit Klein. : fürchten, dass plötzlich von : Stadium auf dem Wege zur Industrie zu befassen Frei- Staats wegen eine Mietsen- I Industrialisierung betrach-.gen von, deiL Zeugenbank tet wird. Statt Staatskapitafu,s mache"-?as se\.^den 1 ,1 falls dis Absicht, EICHMANN ALS SS-OFFIZIER lismus streut Nasser eine nicht sicher, und Eichmann hoffe auf einen anderen Ausgang’ des Prozesses. Auf eine andere Frage sagte der Verteidiger, Eichmann habe in der Tat viel zu sagen. Servatius .meinte, Eich, mann werde seine Aussadie von; Art Staatssozialismus an; ,def Verteidigung durchge- ' ein System, in dessen Rah-' werden soll. Ob , men „Vater Staat“ alle Emhmaon viel sagen werde, I Zweige des Wirtschaftsle-1 war eine andere Frage. Mit Jerusalem. — In Jerusalem wurde der VI. Internatiobens beherrscht und diri-: ein€r gewissen Sicherheit nale Kongress abgehalten, an dem 2.500 Delegierte teilgjert, wobei es zur R"gel geantwortete Servatius; „Ja. nahmen. Die grossen Kongressgebäude „Binianei Haumä” | macht werden soll, die ver 1 s'*®ar’ ,,io1 Fr rl1o"f EIN INTERNATIONALER KONGRESS! Sogar sehr viel. Er plant, in lerusa.em, die sich zu einem Zentrum intenationa. j grmten und minderbemitteller Kongresse entwickelt haben, waren mit der Fahnen! jen Schichten der Bevölkeder folgenden Länder geschmückt, die neben der Flagge j rung planmässig zu begün- Israei gehisst waren: USA, Kanada, Grossbritannien, stigen. Frankreich, Westdeutschland, Italien, Griechenland. Süd-1 afrika, Schweden, Belgien, Dänemark. Hofland, Schweiz, NICHT AUS NEIGUNG Portugal, Norwegen, Finnland, lugoslawien. Indien. Ni-1 . . geria Ghana, Australien und sogar Indonesiens, das Is-', eine ideologische Verrae! bis heute ieht offiz;ell anerkannt hat. Von den kom. | deJ_ monistischen Ländern waren Polen und die CSR vertreten. deren Fahner ebenfalls wehten. Premier Ben Gurion hatte unter dem Beifall der Delegierten ausgeführt, dass die Rückkehr des Volkes Israel in sein Land die historische Verheissung erfülle, dass sich das Volk Israel und die Sprache der Propheten auf ihrem eigenen Boden wiederbeleben werden. Der Vorsitzende der Konferenz, Referent Howard Courl.ney aus Los Angeles, sagte; „In unseren Reihen gibt es keine Judenfeindschaft. Wir glauben, dass die Juden sich nicht durch Zufall in Israel befinden sondern durch da» entschlossene Erfüllen des Prophetenwortes. Wir erblicken hierin einen Beweis der Macht Gottes, die sich hierin gewaltiger offenbart hat als in dem Auszug aus Aegypten. Wir erblicken in der Wiedergeburt Israels ein modernes göttliches Wunder.” — Erziehungsminister Abba Eban richtete ebenfalls das Wort an die Versammlung und führte u. a. aus: „Das grosse Problem unserer Zeit iiegt nicht in Differenzen zwischen Judentum und Christentum. Die Grenze läuft heute vielmehr zwischen denen die glauben, und den Menschen, die das Primat des Glaubens und^der Freiheit leugnen.” Weisse und Schwarze, Menschen in europäischer Kleidung und in ihren afrikanischen Trachten, Asiaten und Amerikaner, kurzum aus aller Welt, begrussten die Redner mit stürmischen Ovationen und verfolgten entweder in hebräischer Sprache oder in den Sprachen, die sie verstehen, die Ausführungen der Redner, die alle Zitate aus der Bibel brachten. Der Bürgermeister hatte die Versammlung mit den traditionellen Worten begrüsst: rechtigkeit mit IILie der Gesegnet sei jeder, der durch die Tore Jerusalems1 Staatsgewalt zu schaffen schreitet.” (ITA) verspricht. hierüber ein Buch zu schreiben.” Eichmann hat wiederholt bekundet. er wolle ein Buch schreiben, aus dem die Jugend lernen solle, dass die Welt niemals wieder in den Irrtum des Antisemitismus verfalle.” . Eichmann ebenso wie sein mit dem Sozialismus be-1 Verteidiger haben diese Abmüht sich Nasser selber alj jjebt des Angeklagten be. lerdings kaum. Man darf i rejts vor einiger Zeit zum daraus schliessen, dass er ' Ausdruck gebracht. Hausner es nicht aus persönlicher glaubt, dass dieser Plan Neigung unternimmt. Vielmehr zwingt ihn wohl der soziale Zündstoff. den er schon bei?einem Machtantritt in grossen Mengen am Nil vorgefunden hat, zu dieser Marschrichtung. Nasser war sich von An-! fang an des am NU herrschenden Massenelends bewusst. Er und seine Freunde haben durch jahrelange Agitation den verarmten Volksmassen Aegyptens überhaupt erst ihre elende Lage zum Bewusstsein gebracht. Heute nun wächst von der Verteidigung ausgeheckt sei, um die Rich- Moskau ratifiziert Abkommen London. — Die Sowjetunion hat das Abkommen über technische und finanzielle Hilfe an die Vereinigte Arabische Republik zur Fertigstellung des Assuan. Staudammes ratifiziert. Bereits am 27. August 1960 war in Moskau ein Abdieses neue Bewusstsein viel j kommen unterzeichnet worschneller, als das Elend gelen, in dem die Sowjetunion lindert werden kann. Es könnte datier am Nil zu plötzlichen Ausbrüchen ungehemmten Klassenkampfes kommen. Derartigen. Ausbrüchen will Nasser Vorbeugen, indem er soziale Geder VAR einen langfristigen Kredit von rund 900 Millionen Rubel zugesicheri hatte. Damit soll der letzte Bauabschnitt des Staudammes bei Assuan finanziert werden, der eine Höhe von 111 Meter erreichen und rund 130 Milliarden Kubikmeter Wasser stauen wird. (AWZ) ter für Eichmann einzu. j nehmen... | Es wird immer deutli- , eher, dass Eichmann dar-! auf hinarbeitet, das Gericht möge ihm die Abfassung I des Buches gestatten, p Man trat bereits in spekulative Betrachtungen darüber ein, was geschehen | würde, wenn Eichmann zu ¡Tode verurteilt und was, ' wenn eine andere mildere 1 Strafe verhängt werden ■ sollte. EIN AEHNLICHER FALL Derselbe Zeuge Gordon berichtete, dasä die Jungen, die im Garten Eichmanns arbeiteten, eines Tages beschuldigt wurden, sich an der neunjährigen Tochter des Gärtners vergangen zu haben. Ohne Mitleid wurde auf diese Jungen eingeschlagen, obwohl die eigene Mutter des Mädchens sagte, dass diese Anschuldigungen falsch seien. Bei einer anderen Gelegenheit wurde ein jüdischer Ingenieur furchtbar geschlagen. Man verschleppte ihn dann an einen nicht näher bekannten Platz. Niema hat ihn jemals wieder gesehen. Ein anderer Zeuge berichtet, Eichmann habe einen Wutanfall bekommen, als der ungarische Reichsverweser Horthy angeordnet habe, dass die Judendeportationen aufzuhören hätten. Der Zeuge Dr. Tibor Ferencz, der nach dem Einmarsch der Russen Volksstaatsanwalt wurde, erklärte, er habe zwei ungarische Staatssekretäre verhört, die unter den Nazis Dienst getan hätten. Einer j dieser Staatssekretäre sei | wegen Kollaboration mit | dem Feind gehenkt worj den. Vor seiner Hinrichtung i habe er ein Geständnis ab. I gelegt. Er habe u. a. §e. sagt: ,Ich habe meine Befehle von Eichmann bekommen. Ich habe dem Eich. mann Rechenschaft ablegen müssen.” — [NEUE SICHERHEITS- MASSNAHMEN I Die israelischen Behörden I haben zusätzliche Sicher- I heitsmassnahmen angeordnet, um den ruhigen Ablauf i der Filmvorführungen über ' die Konzentrationslager zu garantieren. Diese Massnahmen werden vor allem 1 mit Rücksicht auf zwei ¡Zwischenfälle ergriffen, die j sich während der letzten j Gerichtsverhandlungen ereigneten. | Der Gerichtsvorsitzende! gab bekannt, dass er den Zuschauerraum räumen lasj sen werde, wenn es wähj rend der Filmvorführungen; zu welchen Zwischenfällen auch immer kommen werde. Die Zahl der Wachmannschaft wurde verdoppelt. Der Angeklagte und der Verteidiger werden nach einer weiteren Anordnung des Vorsitzenden die Filmstreifen bereits vor der offiziellen Verhandlung sehen. Der Angeklagte hat seine Maske des uninteressierten Zuschauers inzwischen abj gelegt. Angeblich habe er zwei Herzanfälle gehabt. Die ihn täglich untersuj chenden Aerzte stellten je. ] doch beste Gesundheit fest. iVERNEHMUNG VON i JOEL BRAND j Am gestrigen Tage wur- I de Joel Brand, einer der Führer der ungarischen*Ju. Iden, als Zeuge vernommen. | Brand war einer der Haupt- , Unterhändler der ungarii sehen Judenheit mit Eichmann, der auf Eichmanns! Befehl nach Konstantinopel geschickt wurde, um dort über die nazistische Forde. j rung „Lastwagen gegen jü. i disches Leben” mit den Re- 1 präsentanten der Allliierten I und des jüdischen Volkes zu ' verhandeln. Bei Redaktionsschluss lag die Aussage Brands noch ' nicht vor. Registre de la Propiedad intelectual No 656 635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA - Rivadaut 831 j YOfíK

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