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Jüdische Wochenschau · 1961-05-30 · 1880 (30.5.1961) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1880 (30.5.1961)
Date
1961-05-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Martes, M «te May* «te IM1 LA IEMAMA ISRAELITA AR« JlXií. — No. 1380 — 5 Xanten - eine traebe Erinnerung von Dr. S, BRAUN Begegnet mir der Name, Jude also hat den Knaben christliche Männer aus den 'nach talmudischer Vor-, Kreisen der Wissenschaft, Musik in Buenos Aires Xanten, so steigt in meiner Erinnerung der Nachhall jener Zeit aufda vor 70 schrift geschachtet“. ¡der Verwaltung, des Han- _ .... . Wer konnte anders als Tä-. dels und der Industrie der Jahren die Ritualmcrdaffäter in Frage kommen als Kunst und er.wP°L re Buschoff die ganze Welt Ljer Gemeinde - Scnächter ”Ve.rem zur Abwehr des erregte. ich war damals! Adolf Busch<df? Das Haus-1 Antisemitismus ins Leoen freilich nocn ein kleiner j cben dieses bescheidenen gerufen. Er hat dann in den Knabe, dennoch wurde mir ' und allseits beliebten Man. i st“r™1r!,chel.V- Zeiten dei Buj der Name Buschoff in einer ncs wurde rasch vor. einer l schofi-Tragoi.’e muti^ S 8 «| besonderen Weise vertraut, I aufgeregten Menge umlad^ werbier erisc en ewortiber ich am Ende dieser gert, es regnete Stetnwürfe schuldigungen ange amp t. f Reminiszenz berichten weri auf die Fenster und Türen, [Erst zu.,B<:rir\n der iilt,er' de. I die Familie geriet in Le-! herrschaft fand der Verein Xanten, das Städtchen am , bensgefahr, und nur die j se,.n, .i1^ ' , „ . . Niederrhein, hatte damals ] Polizei vermochte &chlim-|. Ad?.lf Buf‘"off ,ies| sich noch keine 600 Einwohner, ■ mes physisches Unheil zu 'n Ko n me' ,er J^rd dort | und auch die jüdische Geverhüten Buschoff und sei. Ib€gann€" Beziehunmeinde war Klein. Ihre Mit-'ne Angehörigen wurden zuge.?. zu '.hm .l’n.d ,sf,Rer. f 1 glieder ernährten sich im:nächst 5n Haft genommen. ™llleff.1."* . e,l?kel hesuthtein wesentlichen'*om Handwerk E war damals wirklich dl® , Stadtl’<!h^ J'dische und Kleinhandel. Die nach noch eine?chutzmassnah-1 Schule und l’ 'eben vier Jahaltfrommer Weise lebenden ■ m_ ¡m Gegensatz zur be-1 re ln den G. undklassen, die Familien waren sieh dessen riiehtigten ./ichutzhalt” zur!ich zu betreye" haWe'lhS,° bewusst, in einer Genera- Zeit des NS-Regimes. Da ®rgab . eus .,,MehJ(on selbst tionskette zu stehen, .deren die gerichtliche Untersudas* sich lhie Eltern nicht | erstes Glied Bereits im H. chungdes Mordfalles kei-1 te,lten u l Jahrhundert gebildet worden nerlei Anhaltspunkte für die , Klassen ehrer aussprachen. j war. Auch das Faktum war Schuld Buschoffs ergab, 5er \ater Siegmund war ihnen vertrat, dass die liess man die Verhafteten! Eigeniümer^eincr mittleren' Kreuzzügler im Jahre 10% frei. i Burstenfabr.K. deren Er. ein Blutbad in Xanten an-1 n , zu» aufcremitschie i r*c^^unS durch eine Samgerichtet halten welches der 1 Doch d’e aufgeputschte | melakt10n innerhalb der jügericniet na. n. weici es ue Menge gab ¿eine Ruhe. Es djschen Gemeinden ermöe- Gemeinde fast alle Mitglie-: „,ar dj antisemitische ■■ . ue.neinaen^ei mog der raubte. Presse und insbesondere licht worden wrar. Er hatte eine wohlklingende Tenor. | stimme, wmrde Mitglied des Synagogenchors erst in der dann in der Glockengasse Roonstrasse. und später auch des Jüdischen Män-' nergesangvereins in Köln. I Die Alten, welche das Naziregime üoerlebf haben,; werden sich wohl noch der; Soli erinnern die Siegmund! Buschoff während der Got-' kesdienste sang. Die Aufre. 1 gingen infolge der pogrom In"! Jj’ühjahr 1891 wurde der fanatjSChe Judenhasser das Städtchen aus seiner Ru- Adolf stocker, Hofprediger he plötzlich aufgeschreckt 'in Ber]jn die ,n Wort und und sein Name in ade Welt! Schrjft die Gerichts. und hineingetragen. Man hatte Verwaltungsbehörden an. in der Scheune eines Wirtsgri(fen und sie beschuidig. bau;l®? den Leichnam des jen dem Qruck jüdischer fünfjährigen christlichen einflussreicher Kreise nach. Knaben Johann Hegmann habe als sie gefunden. Der Hals war ihm das Verfahren einstellten, durchschnitten worden Ir- : Die wogen der Erregung s0. gendemer der Burger Hess wohl bei Jude„ wie auch das Wort „geschachtet“ fal- Christen g-lngen nach wie len. und sebon ging es von h h . En, .~M°~ Mund zu Mund- Die Juden ' V°u bocb’ -nd am E dc j ähnlichen Demonstrationen , , ’ „ “ nahm man Buschoff doch1:,, -v-ent^n inH na!. gebrauchen zur Bereitung ¡ d , Untersuchung I -kanten and der Hass ihrer Osterbrute das Blut'b‘ff Untersucnun^s. verursachte eine Herzercines Christenmenschen, ein: ' . , krankung, und in den be- Sachverstandige prüften sten Mannesjahren raffte -wiederholt lie Schnittwun-1 sie Siegmund Buschoff da. p i M, i 1 de am Leichnam des Kna-jhin. Auch seine Gattin, die Ereignisse der Wocne ben, und angesehene nichtihm treue Gefährtin geweirnvi«!,,.,,« ai ¡jüdische Gelehrte durch.jsen,erreichtekeinhohesAl- (Foits^tzung von Seite 4) j suchten das jüdische Schrift-j ter. Die Kinder leben in über das Schawuotfest in Bitunl n,ach de" angeblich . den Vereinigten Staaten, bei „nd Talmud i vorhandenen Vorschriften, Zwei Töch-er Adolf Bu- Während der sieh an- V.or Pessach sich Christenschoffs waren in Köln ver. schliessenden Kaffee'tafei,'^JUt zu b«scnaff«n. undI es; heiratet, die eine mit dem die in echt jüdischer und dfm ^azze e!g beizugeben, Sohn des Religionslehrers harmonischer Stimmung?ls° einfn sogeuann<en Ri-, Blumenthal *n Deutz, später verlief, sprach . Curt Wilk Itualmord zu begehen. j von lbm geschieden. Sie über Moses Mendelssohn Dann begann der langan. | übernahm d,e Leitung des und seine Zeit, seine Erben | dauernde Prozess, in wol-; Abraham-Frank-Waisenhau- und seine Bedeutung für die 1 chem d€r Oberstaatsanwalt ses in der Aachener Strasse “'Hauer die \nklage vertrat j und verstarb in den 20er und ein Kölner Rechtsan-1 Jahren. Die andere wurde walt — wen ich nicht irre, Gattin des Kölner Kauf, war es Gammersbach —: manns Eichengrün aus Geligen „Sehowuaus-Lernen“ den Angeklagten verteidigseke in Westfalen, Ihre einäusserten sich sehr befrie-1te Auf Grund der Gutach.; zige Tochter kam in Steldigt über die gelungene Fei-1ten sowohl ,m Hinblick auf i lung bei der Welt.Metallfirpt>, die sowohl der Tradition | den tödücnen Schnitf wie ma Lissauei Sc Co. in der als auch dem heutigen Zeitauch auf den Talmud plädierte der Verteidiger für Freispruch Buschoffs. Nachdem c’er Oberstaatsanwalt d*e Ueberzeugung gewonnen hatte dass das Blutmärchen seit vielen Jahrhunderten verbreitet würde, um nem Judenhass Nahrung zu seben, liess er die Anklage fallen. Buschoff | men Zeiten. Einmal üborwurde endgültig freigespro. | reichte er mir ein dickleichen, und zwar durch ein. | biges zerlesenes Buch zur stimmig gelasstes Votum 1 Lektüre. Es war der steno. der Geschworenen. Adolf graphische Bericht des Pvo- Buschoff war ein gebrochej zesses vor dem Schwurgener Mann. Und nicht nur er richf zu Kleve Wo mag das ihn die Häftlinge in den mit seiner Familie verliess i Werk geblieben sein? Meine Konzentrationslagern zu tra-! Xanten, sondern auch beina-' Bitte an den Sohn der Frau gen gezwungen waren, sowie; he alle übrigen Gemeinde-1 Blumenthal, der in USA mehrere Formen des gel. j milglieder. Die Fenster und | lebt, mir das Protokoll leihben Sterns mit der Auf. i Türen des Täusch-ens blie. I weise zu überlassen, b ieb “AMIGOS DE LA MCSICA” EROEFFNET IHRE 15 SAISON Die Musik»esellsehift. die sich wie kaum eine andere um die Förderung Junger argentinischer Musiker und ihre Werke verdient gemacht hat. begann ,hre Jubiläums-Spie zeit mit einem Symphonie-Konzert, in weichem ihr wie stets ausgezeichnetes Orchester unter der Stabführung von Victor Tewah stand, dessen ernstem und gediegenem Künstlertum wir in dieser Spalte schon oft Rechnung getragen haben. Der Solist des Abends war Jaime Laredo über dessen ausgezeichnete Eigenschaften wir bereits berichten konnten: er spie'te ganz wundervoll las Bach Violin- Konzert a-moll und das Violinkonzert opus 14 vom zeitgenössischen nordameri-, kanisch jüdischen Komponisten Samuel tterber. welches im Alter von 23 Jahren komponiert wurde und si?h noch auf streng diatonaler Grundlage bewegt. Laredo wurde seinen Aufgaben verantwortungsbewusst und kunstvoll gerecht und durfte sich zusammen mit Tewah und seinen Untergebenen für offenen und O'-rzlichen Beifalle bedanken. Der zweite Teil des Programms wies die Variation für Orchester opus 30 von Anton von Weber auf, welcher Schüler von Scnönberg auf dessen Spuren wandelte und dieses 1940 entstandene streng zwölftönlerisehe Werk komponierte, we’ehes das Auditorium scbockiei te Zum Abschluss erklang die Symphonie No. 49 r-mod “La Passione“ von Joseph Haydn dessen erster e egischer Satz '„Adagio“ for’während durch Läuten einss nahen Telephons gestört wurde. Tewah zeigte aufs Neue seire besonder» Liehe für Haydn ' und führte j j? schöne Opus zu grossem und ehrlichen Applaus. c—n. PRAGER NONETT IX COLON, MOZARTEUM UND .WAGNERIANA ' Die Zusammenstellung oer Vereinigung i;i einzigartig: 'niemals haben wir vorher eine Musik-Gruppe zu neunt .gehört. Und in der Tat ist Literatur und Repartoire für eine derartige Gruppierung sehr beschränkt, sodass die Prager, von -inigen wenigen I Standard-Kompositionen abgesehen, die ourch eine neue I tschechische Tonschöpfer- Generation Erweiterungen erfuhren, extra auf dieses I Nonett zugeschnitten, ihre Zuflucht in Transkr:ptionen | suchen mussten.; Die ausserordentliche Qualität der Gesellschaft erklärt sich auf ihrer seit 1923 begründeten Tradition, und 'trotzdem sieh das Menschenmaterial im Laufe der 38 j Jahre verjüngt hat, ist nicht nur ihr Ruf. sondern auch ihr wirkliches Können erhal. | ten geblieben. Das Zusammenspiel ist derart perfekt. I dass man die individuellen | Unterschiede nur schwer wahlzunehmen vermag. Man könnte eii.wenden, dass ¡der Primgeiger Emii Leich ner nicht genügend Autorität besitzt, oder dass das Oboe (Vaclav Vodick.i) nicht besonders hervortritt Man könnte andererseits loben, dass ein Hornist wie Arnost Charvat. ein F ötist von der Virtuosität eines Vaclav Zi!_ ka, ein Vieo'oncello vom Klang eines Rudolf Lodja, die Solidarität des Kontrabasses (Oldrieh Uher», des Fagotts (Jaroslav Rezac'; der Bratsche (Vilem Kostecka) oder der K.hi inerte (Oldrich PergJ) ßioht alltäglich seiendas angeborene böbmisene Musikantentum, das Unmittelbare und unverblümt Echte des Siehgebens der Prager entscheidet. Die Programme setzten sich zusammen aus- Noneit opus 31 von Louis Spohr, Phantasie für Nonett opus 31 von Alois Haba und jenes von Bonuslav Martinu, ..The Childrer.s Suite“ von Jiri Jaroch, Divertimento von Isa Krejci. Concertino opus 21 von Zdenek FoLprecht und Badetti zu neun“, ' alle sind sie im Original für Nonett gesetzt. Die Serenate d moll opus 44 von Antonin Dvorak ist transkribiert. Das Quintett opus 39 von Serge Prokofieff und Beethovens unsterbliches Sepiett opus 20 erklangen in Originalbesetzung. I Der wirklich enthusiastische Beifall zwang bei a-ien Gelegenheiten Zugaben zu machen. von denen „Das Hühnchen“ von Smetsna am .besten gefiel. I c—n damalige und die folgende Epoche. — Beide Redner fanden starken Ankiang. Alle Anwesenden am diesjähi empfinden entsprach. W. Ausstellung der IWO Unter zahlreicher Beteiligung, auch der nichtjüdischen Oeffentlichkeit, wurde in den Räumen des Jüdisch Wissenschaftlichen Instituts (IWO) eine Ausstellung eröffnet, die im wesentlichen Dokumente und Bildmaterial aus der Verfolgungszeit zeigt. Man sieht u. a. auch einen Anzug, wie Elisenstrasse. Der Grossvater erholte sieh nicht mehr von den Qualen der Heimsuchung in Xanten. Nur seiten \erliess er seine Wohnung ¡n der Goerresstrasse. Ich habe ihn dort zuweilen Besucht, und dann erzählte er mir manches aus jenen schlim- . denen Sprachen. | niemand wohnte fernerhin Di? Ausstellung illustriert darin, die Leiden der Juden, die | Es soll einem hohen Kirjefzt im Eichmann-Prozess 1 chenfiirsten nicht vergessen noch einmal vor der Welt. Öffentlichkeit dokumentiert werden. werden, dass er in den stürmisch erregten Zeiten seine mahnende Stimme für dte Die Ausstellung wurde mit Juden erhob: es war der einem gross angelegten Referat des Herrn A. Judkewiez eingeleitet, der über das Schicksal der jüdischen Kinder und den ungeheuren Lebensmut der Verfolgten gesprochen hat. schoff starb hochbetagi das Jahr seines Heimgangs ist mir nicht mehr in Erinnei rung. i -I Gesandter in Budapest , Jerusalem. — Der 46 Jan Weihbischof Dr Fischer in re alte Diplomat Katriel ¡ Köln, nachmaliger Kardi- Salmón ist zum israelischen | nal. Er rief zur Duldsam, j Gesandten in Ungarn er-1 keit und zur Bekämpfung ' nannt worden. Er war zu. | der Lügen auf. Schon ein : letzt israelischer Militärat. I Jahr vor dem Beginn der j taché in Washington und' Heize halten 500 zumeist Ottawa. (ITA) HEBREO SIN MAESTRO por AHARÓN ROSÉN estos nVx .96 cuarto, pieza *nn .91 é-le je-der pero Vax .97 soldado V*n .92 a-ral t ■; ja-val 1 ~~ cerca, coi Vsx .98 pueblo ar .93 é-tzel am junto .99 idioma nsi2; .94 yá-jatl sa-fa T T con DL* .100 quinto ^*an .95 Un ja-nii-shi p*} D'nann Va- T?*as, t rrnx nb^x - nVisi onai» n Vx - rn>n n-aa ‘rax .rràx .Jvnav onaiö 'ona PI snt* -a-ia rnian-?rrns7 xm »rrn^irr aiv x^n ,x"*7- *?ax hT'^x snt» Va raip naix xm oy .fvna? x”n ü'Ti.Tn .nnx nafr - mx .nna» .nsa r,;aa y ^x - ÎDÏ27 nnian Vsx y nrix- V^;x Vías Tina ^x ,75 - ,'aaa naian?'a^* ,Trna nax pa- .«naVtr ob-irr ax- * T ‘ ’^aanaVt?;- .VTsn itray x^n ,xV - iiVina cnn nVii7 nb'Vç?- oçx? «npnaxa nnxi .rnx;iatp - mx ay “ TT T V - trina» onaia | nDÇa nâV>B? na-ra ainaa - . .D'nppiV-I nsÉ'a ax] rv’^Vinn 1 wmx Tina Vax ,rrVajxn t . 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