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Jüdische Wochenschau · 1961-05-19 · 1877 (19.5.1961) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1877 (19.5.1961)
Date
1961-05-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 13 de Mayo de 1961 LA SEMANA ISRAELITA Afle XXII. — No. 1877 Musik in Buenos Aires GRUNDSTEINLEGUNG DES NEUEN ACiBA-HEIMES de Debussy (Pelléas et Meli, snnde) und Arrigo Boito “JEANNE D’ARC AU EUCHER” IM COLON Die Märthyrer Geschich- 1e jenes im Jahre 1411 in Domrémy geborenen Mädchens Johanna D’Are. dessen Leben als Schacherpreis eines elenden Handels zwischen Staat und Kirche 1431 in Rouen auf dem Scheiterhaufen endete, hat die Sprechbühne des öfteren inspiriert. Friedrich Schillers ..Jungfrau von Orleans” und Bernhard Shaws ..Heilige Johanna“ legen Zeugnis hiervon ab. Erst im Jahre 1935 gelangte das Thema auf die Opernbühne, als Ver. , dienst der idealen Arbeitsgemeinschaft zwischen dem französischen Dichter Paul Claudel ,und dam in Frankreich als Sohn schweizer E tern gebornen Arthur H,?negger. Nicht oft ist auf der Mu- ■ sikbühne eine derartige ideale Kongenialität erreicht worden wie bei dieser „Johanna auf dem Scheiterhaufen“. Wir sind uns ihrer ei- . gentlich nur in drei weiteren Fällen bewusst: Hugo von Hofmannsthal, Richard DeSen und Johanna in den Strauss (Elektra. Rosenka. Flammen, valier. Ariadne. Aegyptische Helena. Frau ohne Schatten und Arabella), Maurice Maeterlinck-Clau- Die ,,Jeanne“ darf dabei nicht als Oper bezeichnet1 werden; sie ist auch weder in die Begriffe ..Kantate“ noch ..Mimodrama“ einzu-1 reihen. Vielleicht kommt Szenisches Oratorium“ dem Charakter des Opus am nächsten. Johanna steht bei Beginn bereits auf dem Scheiterhaufen. und ihr opferbereites Leben zieht I kurz vor seinem Ende, retrospektiv an ihr vorüber, die an ihrer Seite den ,.Fre. re Dominique” findet Das konzis und musikalisch aus-1 serordentlich erregende Werk ist in einen Prolog und elf Szenen eingeteilt: Die himmlischen Stimmen, das Buch, die irdischen Stimmen, die den Bestien übergebene Johanna, Johanna am Marterpfahl die Könige oder: die Erfindung des von HERBERT F REEDE J Trotz ungünstigen Wetters verschiedenen Schwesterhatte sieh eine erhebliche Organisationen, das wach- .. . von Mitgliedern der sende Verantwortungsbe. Giuseppe Verdi (Othello und ACIBA- Vertreter der ande-. wusstsein der Repräsentan- Falstaff).;ren Organisationen und beten der argentinischen Jusonderen Ehrengästen am denheit und ihren entschlosvergangenen Sonntag vor-' senen Willen, die jüdischen mittag auf dem Gelände in Leistungen zu steigern, der Ardoz eingefunden, um , Das neue Heim soll dem an einer schlichten Feier für oesamten lisehnw die Grundsteinlegung des Landes dienen, im Zeichen Ser ^"eine^'Keri 1 neuen Hauses teilzunehmen, ^es Anfhiüh^ne ma; I r . \ne Kerl mit dem sc Der Präsident der Organisa MONTAG und tion. Prof. Dr. Ballin, verlas i stehen zunächst die in hebräischer spanischer und deutscher che in der Entwicklung der Es war gerade vor zehn als er von einer Patrouille j Jahren, im Kinöerdorf En ¡gefunden wurde. Er hatte I Rarem, bei Je-usalem. Ehe keine Familie, kein Heim.; ich ihn traf, wusste jch 'l.tinen Namen. Da nannten \ n cht. dass Montag der Na, -'¡e ihn Montag. Ein Jahr später bot die des Aufblühens des jüdij *'« 1 u™ schwedische Regierung eischen Lebens in dieser Stadt' .i“.:-i!gen Haar und den . ncr Anzahl Flüchtlingskinheroischer! Vl'‘!ssriS-b,au<‘n Augen trug der Obdach an. und Montag m;i ülbLiier I cpinpn XTorv»«« _ * . , , « . . Sprache gehaltene U;künde, welche die wichtigsten Daten in der Geschichte der IKG erwähnt und die Dankbarkeit unserer aus Mitteleuropa geflüchteten Menschen an Argentinien, die Weltjudenheit und Medinat Israel zum Ausdruck bringt. In seiner Rede gedachte der ’Vorsitzende mit herzlichen Worten der Opferwilligkeit der Mitglieder, die ir entscheidenden Augenblicken niemals versagt hätten. Weise werde eine neue^Epoj 11!"“ WUFde V°m R°ten KrCUZ j'?n ° Z' ^an sollte nicht ( das Lager bei Maimö ge_ j S-auben. dass er an etwas schickt. Zum ersten Mal in 50 ungewöhnlichem festhal-, sc inem Leben erfuhr Organisation eingeleitet werden, die aus allerbescheidensten Anfängen heraus ihren jüdischen Weg in eine bessere Zukunft geschritten sei. Mit einem be- , sonderen Dank an die AMIA für ihr weitreichendes Verständnis schloss die sehr beifällig aufgenommene Ansprache. I Nachdem noch ein Vertreter der Jugend. Carlos Le- Kartenspiels. Catherine ■ und j^mte den guten VVihen zur ^CIBA ausgedrückt und ihr Ar-- ri„,. .Zusammenarbeit bei den ■ den. Aber er war zäh — ein feiner Schwimmer und ei. ner der Besten im Sport, und überhaupt: eine kleine Persönlichkeit, die wusste, was sie will. Er w>ar gerade aus Schweden gekommen, und wenn schinsk.v. *. Dank d„ J„- greth™ Leitung der nicht |ei,h, ijiciiciu lestnaisfinem L,er>en eriunr er, ten würde. selbst auf die dass man Essen bekommen Gefahr hin. von anderen kenn, ohne zu stehlen; dass Kindern ausgelaehf zu werein Mensch, den man auf i der Strasse trifft, nicht auf Jeinen schiessen will; und ( dass es ein Möbelstück gibt, ¡das man Bett nennt und in dem man nachts schlafen kann. Er ging zur Schule. : und nach weiteren vier Jahren wurde er nach Israel ^gebracht .ins Kindergend an die Marguerite. der König geht nach Reims. Trimazo (katholische Liturgie). Johannas Claudel, selbst militanter Katholik, schreckt nicht davor zurück. Kirche und Staat gleichermassen anzu Ehrenpräsident Dr. Arturo -Nussbaum in kurzen Worten , die Verantwortung der Leiklagen. Die überirdischen; tung vor der gesamten Ju. Stimmen trägt der vor. Hondenheit hervorgehoben hategger behandelte Chor, die’te. folgt? eine Ansprache Hauptrollen des Dominique von RaDb lanns Harf, die und der Jeanne werden revon dem begriffe „Bamidzitiert. Die Massenszenen, bar Wüste“ ausging, welche ARNOLD ZWEIG Bilanz der deutschen Judenheil Erste in Deutschland erschienene Ausgabe mit einem Nachwort von Achim von Barries. 328 Seite-n — DM 16,SO (gebunden) HANS KOHN: das Volk, ¿teilen Kinder. . Chor, gemischter Chor und ¡Ballett; nur kleinere Pari tien werden vokalisch oder choreographisch erfasst. Ciaudels Sprache ist dracen kommenden Wochenabschnitt einleitet. ..Wüste“ sei aber in der jüdischen Geschichte nie das letzte Wort gewesen: im Gegenteil: Sie zu besiegen, sie. wie es was dorf. war — dann j ..Dein Name ist Monsprach er über Malmö. Die tag?”. fragte ihn eine Zeit in dem südschwedi- Wohlfahrtsbeamtin, eine sehen Lager war das einzi- 1 mütterliche Dame, ein paar ge Stück Vergangenheit, Tage nach der Ankunft. Die das in seinem vierzehnjähi Mandelbäume blühten und r gen Gedächtnis haften gevorn Hof her kam das Lablieben war. Da war die den spie.ender Kinder. Ostsee, in der er sc-hwim- 1 „Möchtest Du nicht einen rren lernte, da gab es volle anderen, schöneren Namen Schüsseln und freundliche haben?” stiseh und aggressiv Hier jetzt in Israel geschieht, in Menschen und einen nie aufhörenden Wind von der S. e. Das was für ihn Schwe- Märte den. Natürlich war er dort nicht geboren. Daran erin. Er schüttelte den Kopf. ..Aber schliesslich”, erdie Dame, „viele grosse Männer haben ihre Namen geändert — Künstler. Dichter. Schauspieler. MARTIN BUBER Sein Werk und seine Zeit 2te um ein Geleitwort des Verfassers und ein Nachwort von Dr. Robert Weltsch vermehrte Auflage ca. 500 S gr. 89, Leinen gebunden DM 24.80. MARGARETE SUSMAN Frauen der Romantik 3 veränderte und erweiterte Ausgabe. 178 S. mit 16 Bildnissen auf Kunstdruckpapier, in Leinen gebunden 12,80 DM. FLAVIUS JOSEPHUS Geschichte des jüdischen Krieges Uenersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. 39, 695 Seiten, 2 Karten aul nolztr. Papier in Leinen geo. DM 25.— Joseph Melzer Verlag. Koeln MCZ ARTSTRASSE 13 : nur ein Beispiel. Dar Prozessführer, Piere Cauchon, heisst bei ihm „Cochon“! (Schwein), und.der Chor be_ I grüsst ihn: „Vivat porcus j porcorum“ (es lebe das ¡Schwein aller Schweine). I Die Musik Honeggers folgt! dem Charakter der Dichtung. Oft inspiriert sie sich an französischem Folklore, immer sind ihre Töne aufblühendes Land zu verwannerten un?,,nmmenhän- ' und viele Einwanderer hagende Bilder des Durcheinben in ihrer neuen Heimat dein, dies sei jüdische Lej anders der Evakuierung, ei-!neue Namen angenommen.” bsnsdevise. Wir Juden, so führte der Redner etwa aus, die 1938 oder 1939 in dieses gastliche Land kamen, befanden uns in einer scheinbar endlosen Wüste, die wir aber besiegten. Alles nur erdenkliche habe für die Jugend zu geschehen: ihr sei das schöne und grosse peitschend. Das Konzept der Haus gewidmet, an dessen „Jeanne au Bücher“ und Bau man jetzt ginge. seine Durchführung sind grossartig und einmalig. Die Aufführung, mit welcher das Colon seine offizielle Spielzeit eröffnete. war originell und sehr würdig, wenn auch in manchem Detail die 1947 von Erich Kleiber dirigierte und von Margarete Wallmann (Personalunion von Regie und Choreographie) erfolgte Wiedergabe eine stilvollere Aussage machte. Die damaligen Bühnenbilder von Nicola Benois übertrafen die jetztige Stilbühne, die ehemalige im gotischen Kirchenschiff erfolgte Placierung des Chors; in dankenswerter Weise gewar dem Charakter des stiftet hatte. Diese enthusiastisch-vorj getragenen Ausführungen des Herrn Rabbiners der NCI riefen stürmischen Beifall hervor. Nachdem dann . die Herren Juan Zweig und Dr. Nussbaum die Kapsel mit der denkwürdigen Urkunde in einen Mauerstein ¡eingelassen hatten der offizielle Akt. der mit ¡ dem Gesang der argentini-1 sehen Nationalhymne und der Hatikwa begonnen hatte. ' Man blieb noch einige Zeit beisammen, um die Erfrischungen einzunehmen, wel- I che die Confitería Danubio res langen Marsches mit 1 Der Junge seht,1ttelte nur Bomben über die mit Elend ¡ den Kopf, gefüllten Strassen. Zuerst! „Warum möchtest Du verschwand sein Vater,. denn keinen biblischen Na. dann wurde er von der ] men haben wie viele Jun- Mutter und dem kleineren gens in Israel? Zum Bei- Bruder getrennt. Der einzi. spiel Arnos oder David oder ge T-g der einen Eindruck Daniel?” m seinem Gedächtnis hini Endlich sagte er etwas: rerlassen hatte, war ein ' „Sie gaben mir den Namen Montag im Februar 1944, Montag, als sie mich fanj den. Das ist das einzige, -- ’ was ich besitze, und ich möchte es nicht verlieren.” | Die Beamtin gab nicht ' auf. „Aber der Name ge- Sabado 20 a las 17.30 hs. , hört 5t) die Vergangenheit”. Piimer Concierto del Abono : versuchte sie ihn zu iibera 6 Vespertino*. Orquesta J rc,den. „Er ist ein Teil des Filarmónica de Buenos Aij Krieges. Jetzt bist Du hier. res" director: Howard Mituil<j Dein Leben hat neu beschloss ' c^ed'. Solista: Joao Carlos gönnen.’ TEATRO COLON, Marlins (Piano). Sábado 20, a las 2130 hs.: Primera Función del Abono a Sábados Nocturnos. I: Fanfarrias Litúrigcas. de Henri Tomasi; II: “Juana de Arco en la Hoguera” de Claudel-Honegger. Zum ersten Mal erhellte ein Lächeln das kindliche Gesicht. Er machte einen Schritt näher zu der Dame und flüsterte ihr ins Ohr: „Der Tag, an dem ich hier angekommen bin — war auch ein Montag!” Oratoriums näher als die hier nach antik-griechischem Muster im Halbkreis erfolgte Aufstellung. Jeanne befindet sieh heute stets im Mittelpunkt der um sie ablaufenden Ereignisse, während sie seinerzeit immer dann im Halbdunkel unter- C. W. stilvollen Kostüme von Rog lando Seinhart, der grossar- , 5 tig singende Colön.Chor in j jjj Tullio Bonis verdienstvoller ■ Einstudierung, der rühren-; £ Kinderchor unter Waldo13 tauchte, wenn die Handlung Sciamarella. die kleinen, von; g nicht direkt mit ihr in Verargentinischen Künstlern j £ gesprochenen und gesungenen Partien, das sehr in Form seiende Colön-Orche. ster, das zufriedenstellende Colön-Ballett. alle diese Faktoren hatten ihren An- DairtfchM Theater bindung gelangte. Von diesen Einwänden ab gesehen, war die von Jan Fournet dirigierte Vorstellung mustergültig. Man hat-! te zwei Spitzendarsteller im TEATRO ODEON Die naechsE Premiere MONTAG, DEN 29. MAI, £T«i 21 UHR M ¡Oer zerbrochene Krug bemüht, die ihre Rollen ge-, teil am langen, wohlverdien. genwärtig nicht nur in ihten Beifall. DAS UNSTERBLICHE LUSTSPIEL HEINRICH VON KLEIST VON rer französischen Heimat, sondern allerwelts interpretieren: Claude Nollier (hier durch den Film „Justice est faite“ bekannt) als erschütternd rezitierende — wenngleich ein wenig zu stark deklamierende Unnötigerweise dirigierte ' Fournet vor dem Honegger- Werk die „Liturgischen Fanfaren“ (für hier Erstsischen französischen Kom. aufführung) des zeitgenösponisten Henri Tomasi für Blechinstrumente und für £ Regie: Jacques Arndt jjj £ Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367^ g g Tel. 45-3591. Werktags von 10—12 u. von 15—19 Uhr jjj £ Samstag von 10—13 Uhr g M % und trotz sparsamster Ge-! Schlagzeug, welches, uninsten ausdrucksvolle Träge- , teressant und laut, wennrin der Titelrolle, und Henri j gleich gut interpretiert, of- Doublier in der Rolle des ' fenbar nur den Zweck hatte, Frere Dominique; ihrn lag ' eine Pause heraufzubeaueh die bis ins kleinste De-1 schwören, offenbar unverj tail ausgefeilte und funktio-, meidlichcs Requisit jeder nierende Regie ob. Die fast. Colön-Vorstellung. Weniger, immer geglückte Choreograwäre hier mehr gewesen, phie von Olga Ferri, die 1 c—a ISRAEL - BRIEFMARKEN j AW WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA- J BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS J Agencia Filatélica cficial l del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aire», Rep Argentina

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