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Jüdische Wochenschau · 1961-05-12 · 1875 (12.5.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1875 (12.5.1961)
Date
1961-05-12
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQ JEO P/.yiADC O S* Concetidn 908 fs» C £ £ » C Uh* < C Concesión 1629 TARIFA REDUCIDA SEMANA ISRAELITA Ano XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 12 DE MAYO DE 1961 No. 1875 EL EJEMPLAR •o toda la Rapúblin 4, Buenos Air*» PUEYRREDON 2190 1» isq. T. E. 83 . 2S13 EICHMANN LIEFERTE DIE MENSCHEN FUER DIE MORDMASCHINEN Die Leiden der Juden in Westeuropa (Fortsetzung von Seite 1) zu sein. Die Zeugin durfte wahrend ihrer Aussage mit Rücksicht auf ihren kürzlichen Herzanfall sitzen bleiben, obwohl die Zeugen in Israel während ihrer Aussage stehen müssen. Eichmann hörte sich auch diese Zeugenaussage unbe. weglich an. Er hatte die Kopfhörer umgelegt und verfolgte jedes Wort, das diese Frau sprach. Die Zeugin lebte in einer Ortschaft nahe Pinsk. Die Deutschen besetzten diese Ortschaft unmittelbar nach dem Beginn des Krieges zwischen dem Dritten Reich und der ihm bis dahin verbündeten Sowjetimion. Unmittelbar nach dem Einmarsch der Deutschen beschlagnahmten sie die Synagoge, die sie als Pferdestall benutzten. Am Tage des deutschen Einmarsches begannen auch schon die Yerfolgungs - Massnahmen. Einigen Juden sei eg gelun. gen, zu entkommen und sich in einem nahegelegenen Wald zu verstecken, berichtet die Zeugin, die dann wörtlich fortfährt: ,,Im Walde hörten wir eine Schiesserei. Als diese aufhörte, kehrten wir in un. ser Dort zurück. Die Frau des Rabbiners sagte uns, die Deutschen hätten den Rabbiner aufgefordert, eine Predigt ffir die Juden zu halten; danach hätten sie ihn gezwungen zu singen und zu tanzen. Der Rabbiner weigerte sich, dies zu tun. Dann hätten die Deutschen die 150 versammelten Juden hinausgeführt und vor einem Graben Aufstellung nehmen lassen. Dort wurden sie alle erschossen.” Die übrig gebliebenen Juden wurden dann in ein Ghetto überführt, we sie Zwangsarbeit leisten mussten. Die Zeugin arbeitete ausserhalb des Ghetto und rettete sich auf d'ese Weise zunächst vor schwereren Verfolgungen. Nachts kehrte sie ins Ghetto zurück. Im Jahre 1942 verstärkten die Nazis ihre Verfolgungsmassnahmen und die Liquidierung der Ueberle. brnden. Eines Tages wurden die Juden zusammengetrieben. Man eröffnete ihnen, dass sie sich retten kannten. wenn sie ihr Geld und ihren Schmuck abgeben würden. Aber keiner besass mehr Geld oder Schmuck, denn die Deut, sehen hatten bereits alles gestohlen. 24 Stunden mussten alle auf diesem Platz stehen bleiben. Dann wurden die Tore des Ghetto geöffnet, Es stand dort ein grosser Lastwagen. Die Ju. den wurden gezwungen, den Lastwagen zu besteigen. D'ejenigen, die hierzu nicht imstande waren, wurden getrieben und mussten dem Lastwagen auf der Landsirasse folgen. Ich selbst hatte mein Töchterchen im Arm und wuisste laufen Andere Frau- Tn hatten ihre zwei oder drei Kinder im Arm; so. bald sie zusammenbrachen, wurden sie von den Deut- (militärischen Operationen Ischen auf der Stelle er-;siö:en. Ein deutscher Geschossen. Als wir am Ziel angelangt waren, mussten s»ch die Leute, die auf dem Lastwagen waren, entkleincral in Weissrussland beschwerte sich in Berlin über die furchtbaren Bruta. litäten und bat Hitler per schied, dass sie als Juden behandelt und zur Deportation gelangen müssen. — ZEUGE PROF. WELLERS Vor Gericht erschien als . che Szenen abgespielt haben. Wenn die Türen der 1 Fahrzeuge geöffnet* witrj den, strömte ein furchtbarer nach Auschwitz i Geruchjonjerwesung herverbracht. Sie sind alle um-1 gekommen.; Weise (IHVU nuacinvitz I aus. Die Juden fielen aus diesen Lastwagen heraus wie die Fische in den Fi- Prof. Wellers berichtete scherbooten, ein furchtba. üoer die vielen Selbstmor. res Durcheinander von ande, die an der Tagesord, j geschwollenen Körpern, rot Zeuge Dr. Georges Wellers, I nung waren. Von 1.000 De- ] und blau angelaufen; die Professor an der Sorbonne 1 portierten blieben nur drei Augen traten aus ihre* Höh- (Universität Paris). Er be-fam Leben. Auch der Bru-1 len und alles war schimrtriehtete, er sei am 12. De. der des früheren französi-! zig von Schweiss, Blut und zember 1942 zusammen mit sehen Premierministers Le,! Exkrementen.” anderen Juden verhaftet on Blum ist auf diese Weii ur.d in das Lager Compiegre ' se umgekommen. — EIN ZEUGE gebracht werden. Dort wur-^ AUS HOLLAND de ihnen nitseteilt dassiOBETTO K<>LOMEA ao innen ratgeteux, oass | A]s weiterer Zeuge trat Horwitz, Dr. Josef Melkman auf, der den. Auch meine ganze Fa-^sönlich, er solle diesem milie musste dort nackend Morden ein Ende machen. Aufstellung nehmen. Wir j Aus allen Dokumentatioj glaubten, dass dies eine r.tn geht hervor, dass weitere Quälerei und Dej nichts gegen die Juden in rr.ütigung wäre. Meine Mut-] Osteuropa ohne die Bestäjtir wollte sich nicht vor al-' tigung oder Steilugnahme kn Menschen entkleiden. |Eichir.anns unternommen Dann kamen die Nazis und worden ist. Inmitten seiner rissen ihr die Wäsche vom umfangreichen Tätigkeit Körper. Kaum waren die fand dieser Eichmann auch t ,?3.K älf Der Zeuge .„ Menschen nackt, wurde auf noch die Zeit zu verhin. I ,* i Schn«Wer von Beruf, be-1 auf den Zufall hin wies, dass sic das Feuer eröffnet und dern, dass einige Juden1 i watt»« S zu j richtete über die Zustände! genau vor 21 Jahren die alle wurden erschossen. DOKUMENTE GEGEN EICHMANN diesem Morden entgehen, ln einem Falle teilte Eich- : Hagen hätten.! Dr. Wellers berichtet, und die Liquidation des! Streitkräfte des hitleristi. Ghetto in Kolomea, wo einsehen Heeres in Holl and mann dem Auswärtigen an ^en Besuch des, mal 40.000 Juden konzen. einfielen und Rotterdam Amt mit, dass ein Jude, i Untergebenen Eichmanns, triert waren. Nur wenige. bombardiert haben. Er Im weiteren Verlauf des ¿tssen Freiheit von der ar. Theodor Danneker, im Laim weiteren venaul des . . Regierung re S«r zu erinnern, der wu. Eichmann - Prozesses legte S«ntiniscnen Regierung regeworden ist als er der Generalstaatsanwalt | garniert wurde, auf seinen 1 tena worden ist, als er überlebten diese Hölle. Er! gab einen historischen Ueberichtete, wie eines Tages berblick über die Behändem Nazis namens Knaken- Jung der Juden, die im Anmwa t , vruauv., aui SiCIliCU . *TJ f 5i*l_ 1». . - 1 1UIIS V.V4 « mwv*., **-* - j:_ Eefehl nach Auschwitz de. Juden w französischen jdarf ms Hospital gekom-.fang relativ milde behan- Ul<: 1 . . __ i Tlniformpn cfih F.r cPi mit : o.An rot nuioi VI»./!«. .... » •». _-■»_ _UM neue Dokumente vor Eichmann direkt belasten. | Aus diesen Dokumenten er. j gibt sich, dass es Eichmann war, der den Befehl gegeben hat, die Juden aus Frankreich, Belgien und Holland in die KZ zu depor- ... .. tieren. Im einzelnen erör-, italienische ^nd rumänische portiert worden sei. Eich-1 Uniformen^ sah. Er sei^ mit j nien sei. zwei Kinder aus delt wurden. Er schilderte,! terte Ganriel Bach, der ] Juden handelte, wurden Mitarbeiter Hausners, diese | dann vor Gericht dokumen- Schriftstücke. Es liegen die ■ tier*- Beweismittel vor. aus denen sich eindeutig ergibt, mann selbst teilte dann 1 semem Revolver auf die t ihren Krankenbetten riss wie durch immer weitere dem Auswärtigen Amt mit,! beiden zugesprungen und und aus dem Fenster warf, j Massnahmen die Situation hebe sie gezwungen, sich . Dann tötete er einig? Frauverzweifelt wurde, bis die umzuziehen. Später wurde en im Wochenbett. Der Zeu. j Nazis im Jahre 1941 damit er nach Drancy gebracht, I gs wurde dann mit anderen begannen, die Juden aufzuvon wo die Transporte nach auf den Friedhof geführt,1 greifen und gefangenzuneh. Ayschwitz abgingen. Er um erschossen zu werden, men. Zunächst wurden 460 wurde nic-ht deportiert, was! konnte aber entkommen Juden nach Mauthausen geer darauf zurückführt, dass ur.d sieh in einem Erdloch schickt, von denen ein einer mit einer deutschen verstecken. — j ziger überlebt hat. Die Na- ..Arierin ’ verheirat war. | Ejn weiterer Zeuge — zis selbst prahlten damit, Für die französischen Jukein Jude— berichtete über , dass niemals ein Jude die. dass dieser Jude einem .Herzanfall” erlegen sei. Aehnlicbe Fälle, bei deren es sich um ungarische, Aus einem Brief, der von Hausner vorgelegt wurde, dass der persönliche Ver- ( und der von einem Nazi na t’-eter Eichmanns in Frankmens Wetzel stammt, erreich aufgrund direkter. J gibt sich, dass Eichmann ihm von Eichmann gegebeals Chef der Abteilung IV ner Befehle vorgegangen , B 4 der Gestapo mit der ist Dieser Vertreter den in den Lagern haben j ¿¡ie nazistischen Schreckensdiese Nazis, so führte der j taten in Russland, wo Hun- Professor aus, eine beson-: derttausende den Einsatzdere Tortur auf Befehl Eich. ■ gruppen zum Opfer fielen. n 4 aer Ciesiapo mix aer n,an!Ls! r»ER MUFTI ALS Deportation der deutschen j! ZEUGE? Eich ' Juden nach Riga und Minsk ernannten Kreisel Nach- -- -- i . . ® . 1 (jer n«ue Komman. nnnn! nampn« n^nnAkpr einverstanden war, WO Sie. u7, . „ manns namens Danneker d ü ’ soIlten | dant Alois Brummer das Und (und tatsächlich ermordet Eafrf wurden) — änderte sich die Situation erhielt Anweisungen Befehle Eichmanns, dass kein einziger Jude auswandern oder seinem Schicksal entgehen darf. Die Juden irankreichs müssten dort bleiben, da die ..Endlösung” unmittelbar bevorstehe. Ausserdem solle Dan. DER TRANSPORT AUS PARIS zusehends. Man wandte die schrecklichsten Methoden an, um die Juden zu terrorisieren. Es wurde ein niedriger Pflock in die Erde Aus einem anderen Dokument geht hervor, dass j gerammt Die Juden muss- F:ichmann in höchstem ten mit der einen Hand die. neker für jeden nach Auschj Mass erzürnt war, als ein Sen pflock anfassen und in witz deportierten Juden ei- J q ransportzug nach Ausch-1 gebückter Haltung im \ ne bestimmte Geldsumme V/itz eines Tages nicht mit ses Lager überleben werde. Der Zeuge erinnerte daran, dass die Holländer in Amsterdam zum Zeichen des Protestes gegen die Verhaftung dieser 400 Juden — . ... , , _ - i in den Generalstreik ge-!n den Wandelgangen des treten Jnd Aber gie ver Genehtsgebaudes wurde das hafteten kurz daDach wei. Gerücht verbreitet dass, j yon deMn der Assistent des Verteidi. I h nicht einer überlebt gers Dr. Servatius, der An-; hat ,m Oktober 1942 wav alt Dr. Dieter Wechtenren bereits 14.000 holländibruch, nach Zypern gereist; s[.hA Jud€n verhaftet. Die sei um durch Vermittlung Polizei durchsuchte Haus Dritter den ehemaligen Muf ti von Jerusalem, einen be. für Haus. Jedesmal, so sagte der Zeuge, wenn ein rüchtigten Kriegsverbre^- Transport nach Auschwitz von der französischen Rej Juden angefüllt werden gierung verlangen. Aus einem weiteren Do. kement ergibt sich, dass Fichmann im August 1942 kennte. Man hatte, wie ein Beamter Eichmanns be. richtete, nicht die hinreichende Zahl staatenloser seine engsten Mitarbeiter, Juden gefunden. Eichmann davon in Kenntnis setzte, erklärte damals, sein Prevv.s eigentlich die Deporta-1 stige stehe auf dem Spiel. tion nach Auschwitz bedeutet. Vorher hatte der Generelstaatsanwait Hausner an. hand von Dokumenten bewiesen, dass die SS-Einsatztruppen bereits 400.000 | Juden in Osteuropa ermor. det hatten, bevor die Gaskammern in Betrieb genommen worden waren. In nur 3 Monaten haben diese Einsatztruppen, was sich aus einem Bericht an Hitler ergibt, 360.000 Juden li. quidiert. — GENERAEI.E BESCHWERTEN SICH Die deutschen Militäxkomandanten im besetzten Teil Russlands beschwerten sich beim Hauptquartier in Berlin darüber, dass die Exekutiooea der Juden die abging, erklärte der Kommandant des Lagers den Juden, dass am nächsten Tage weitere 1.000 geschickt werden sollen. Die Juden selbst mussten die Liste vorbereiten und 2 % rieht bereits vorher ohnmächtig zusammenbrachen. DER MORD AN Prof. Wellers erklärte, er Er habe einen starken Druck auf das Transportrninisterium ausgeübt, da. mit die hinreichende Anzahl von Waggons zur Verfbgung gestellt werde, und DEN KINDERN jetzt habe man nicht die ‘ genügende Zahl von Juden, um die Züge vollzustopfen. Daraufhin wurde eine neue Jagd auf Juden gemacht, bis der Beamte dem Eichmann melden konnte, dass die Züge pünktlich und voll abgehen konnten... eher, zu einer Aussage zu-! feunsten Eichmanns zu be- Kieise rennen, angetrieben ° _ und geschlagen von den | b Nazis, die mit schweren WIE SIE Stücken auf sie hieben. | BELGIEN WUETETEN Niemand konnte mehr als i drei Runden machen, aber] In Belgien wurden die > die Nazis zwangen die Men- Juden gezwungen, in einer ] mehr als die verlangte Ansehen. bis zu zehn Runden | ..Prozession” an einem erzahl aufschreiben, um dasich im Kreise zu drehen, j schossenen Kameraden vor. mit, wi? man ihnen eröffwenn die Unglücklichen beizumarschieren und ein j n«te, das Defizit auszuglei- Lied zu singen, dass sie chen. das durch den Tod niemals die Schönheiten des! von Juden auf dem Trans- Lagers vergessen werden,1 port eintreten könnte. des ,.Paradieses für die | __ Während der Ge Juden.” i neralstaatsanwalt immer i Jugendliche München. — Zwei in Augsburg ermittelte Lehrlinge PERSISCHER TRANSPORT Wie ebenfalls dokumen. tarisch nachgewiesen wurde, ist eines Tages eine Gruppe von Persern verhaftet worden, die keine Juden, aber mosaischen Glau, bens waren. Eichmann entproi. neue Urkunden über das \ . Äi.’Sh.n rfe "oÄ'W"«» äer N.ri, m B.ieie»! Schmierfinken ff™ Lager’Dra^cy *.“< »“h, AuSCÄ"ZEs'ir;' I ner kugelsichere/ Slaszelle . Lert worden sjn^; > und machte sich eifrig Noin Alter von 16 und 17 Jah delte sich im S^izen um 50 Uzen mit Rot und Blau. ren hab€n gestanden, kürz- Transporte mit je A-<iUU gtiften I lieh Hakenkreuze und anti- Kindern. Die 1Kind-er wur- , Aug * ein€m von der beijüdische Parolen auf Gara. den m Autobussen angLfgischen Regierung vorbe-] gentore, Kraftfahrzeuge und schleppt und ctip ^azis reiteten Dokument ergibt, Wände geschmiert zu haschlugen auf diese Kinder (s}<;h dags gich jedesmal) I ben sie gaben an, sie hatunter allen "«Shchein V - wenn die Lastwagen der ten aus purem Blödsin ge- XSstarae newe. Judentransporte zum KZ handelt und sich nichts dabei wanden ein gung im Saal bei den Ausführungen des französischen Professors). Im September 1*42 wurden minde. steng 4.600 Kinder auf dk- Malines kamen, schreckligedacht. Registro de la Propieda d Intelectual No 656.685 impreso en ia imprenta POLIGLOTA — Rivadavia Mi

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