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Jüdische Wochenschau · 1961-04-28 · 1872 (28.4.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1872 (28.4.1961)
Date
1961-04-28
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O fi ïl- < c FRANQJEO PA.; AUC Concecca 906 Contesto» 1629 TARIFA REDUCIDA SEMANA ISRAELITA tp Ano XXII. RUENOS AIRES, VIERNES 28 DE ABRIL DE 19«1 No. 1872 EL EJEMPLAR •n tod* 1* R*públir.¿ 4, Bueno« Air*« PUEYRREDON 2190 1* isq. T. E. 83 . 2913 CHMANN WAR VON ENTSCHEIDENDEM EINFLUSS (FartfCi.-rtin“ valf Sette 3i,? gen wild auf sie ein. Dann wurden die unglücklichen Menschen gejagt, bis sie vor Erschöpfung zusamo’enbrachen Es gab viele, che ohnmächtig niederfic- Itn. Viele bekamen einen Herz, oder Schwächeanlall Lu-d blieben liegen. Der VI eg. den diese Juden zu. r.ukiegten. war mit Blut gezeichnet, fügte der heute "¡"'.jährige Mann hinzu, der seit 1911 in Hannover ansässig war. j Der gleiche Zeuge schil- , ehrte auch die Ankunft von Jucen ooinischer Staatsangenörigkeit. die aus einer k.einen deutschen Ortschalt vertr eben worden waren. 11 sagte: ,.Die Strassen waren schwarz von Men, sehen, die immer wieder si-nrPen: .Juden raus nach .Palästina!' Drei Tage spätci schrieb ich an meinen in Paris lebenden Sohn Her- .s-'-nel Grynszpan. unter wel. cr.en Umständen wir aus ur seren Häusern verjagt worden sind.” Grynszpan sagte dann weiter: ..Verzweifelt über, ■eile Nachricb.toiUsTlie er von Oir^rüfciten hätte, kaufte . mein junger Sohn einen Re. volver. Er begab sich, aut die deutsche Botschaft I ut d schoss aut den ersten Deutschen, dem er dort be-1 gegnete. Unmittelbar darauf begannen die furchtba-. ren Verfolgungen der Juden! ir. Deutschland.” Unmittelbar nach dem VaJ l< r Grynszpans trat dessen P.rudcr als Zeuge auf, der , dem Gericht die Briefe Herschels übergab, die dieser aus dem Gefängnis an iirr. geschrieben hatte. — 7EUGE BENNO COHN Der frühere Rechtsanwalt: Benno Cohn war der letzte1 Präsident der Zionistischen " Vereinigung von Deutschland. der noch in der Zeit der November-Pogrome 1938 . sein Amt in Berlin innehat.' te Nach der Staatsgriinj düng wurde er einer der höchsten Verwaltungsbeamten des Landes; heute'ist er nach seiner Pensionierung Dozent für "Verwaltungswis-; senschaften an der Hoch-; schule in Tel Aviv. I Benno Cohn erschien vor dt m Gerichtshof, um gegen Eichmann auszusagen. Er war einer der ersten, der f Eic-hmann nach dessen; Verbringung nach Israel ' gegen übergestellt worden j ist. und der Eichmann wie. Nazis beschuldigen sich gegenseitig Lage in Frankreich j Paris. — Verschiedene jüdische Organisationen gaben* Erklärungen ab, dass sie; Frankreich gegen die neuen algerischen Rebellen zu verteidigen bereit sind. Die jüdischen Organisationen Leiten Eilsitzungen ab, in denen alle Juden aufgeforcerr wurden, sich bereit zu ha'ten. um Frankreich gegi n jede mögliche Invasion zu verteidigen. Zahlreiche Juden traten der freiwilligen Miliz bei. (ITA) e'ererkannte Cohn sagte u. a.. dass die meisten jüdisi hen Frauen, deren Männer in Konzentrationslager verschleppt worden waren, eine lakonische Mitteilung erhielten: . Ihr Mann starb aii einem Herzanfall. Wir übersenden die Urne mit der Asche. Bei Empfang s:f.d 3.50 RM zu zahlen.” Die Verhaftungen, vor allem von P.abbinern und l"i: hrenden Persönlichkeiten der Gemeinden. begannen ber-Mts 1933 als Hitler zur Macht kam. Dann beschrieb Benno Cohn seine Begegnungen mit Eich, mann. Eichmann habe dan:ir gedroht, die jüdischen Führer ins ..Konzertlager'’ zu schicken, wie er die Konzentrationslager zu bezeichnen pflegte. Cohn erklärte weiter, dass Eichn ann die Gespräche mit inm und anderen in einer Ausdrucksweise führte, die er, Cohn, vor Gericht nicht wiedergeben wolle. In sei. nt n. weiteren Ausführungen beschrieb Rechtsanwalt Cohn die verzweifelte Lage u: d Stimmung der deuts< hen Juden, je näher der Zeitpunkt des Krieges' herarirückte, zumal die Aus. v.vnderungs . Möglichkeiten immer geringer wurden. Anfangs gaben die britischen Behörden eine grössere Anzahl von Zertifikaten zur Einwanderung nach Palästina, nach den arabischen Unruhen wurde die Anzahl der Einwanderungs. trlaubnise stark reduziert. Der Verteidiger stellte nur wenige Fragen an dieser Zeugen und unterstrich, dass Eichmann diese Drohungen. die er gegen die jüdische Führer ausgestossen hatte, niemals ausgefiihrthube. ZEIGE IV LIXDEXSTRAUSS Der Zeuge Aaron Walter I.indenstrauss, ebenfalls ein bekannter zionistischer Mitarbeiter aus Deutschland, berichtete als Zeuge, dass er mit anderen jüdischen I ersönlichkeite-n Anfang 1939 nach Wien gebracht worden sei, um dort mit Fichmann zu sprechen. Fichmann protestierte dagegen, dass die jüdische Auswanderung so langsam vor sich gehe. Als man ihm entgegenhielt, dass die britischen Behörden in Palästina nur wenige Zertifika- ‘e zur Verfügung stellten, unterbrach Eichmann den Berichterstatter brüsk, dass ihn solche Einzelheiten rieht interessieren würden. Täglich hätten mindestens 1.000 Juden aus Deutsch, l.tnd auszuwandern. Lindenstrauss sprach — ebenso wie vor ihm bereits der Zeuge Cohn — von der Deportation der polnischen Juden aus Deutschland, die im Oktober 1938 vor sich ging. Diese Deportation löste bekanntlich die Tat des Iferschel Grynszpan aus. In einem weiteren Dokument des hingerichteten Kriegsverbrechers Dieter Wisüceny, der einer der engsten Mitarbeiter Eichnianrs gewesen ist, heisst es: Adolf Eichmann sei nur ein Oberstleutnant gewesen nt der SS-Hierarchie. er habe aber dennoch einen grossen Einfluss auf die Reichsregierung gehabt und sei der Mitverfasser des Planes; aber weicht vollkommen ' von Eichmanns Darstellun- , gen ab, Wisliceny erklärte:! 1. Eichmann habe das vollste Vertrauen Himmlers und der übrigen Nazi-Führer genossen. 2. Noch nicht einmal das Aussenministerium des 3. I Reiches habe es gewagt, eine Entscheidung Eichmanns zu kritisieren. 1 3. In Wirklichkeit war es GIDEON HAUSNER, DER GENERALSTAATSANWALT ISRAELS zur Ausrottung der Juden m Europa. Der Statsanwalt legte dieses Dokument vor. Nach Wisliceny hätte Eichmann die ,,Endlösung” des jüdischen Problems vorgeschlagen. Er hätte diesen Pian seinem obersten Vorgesetzten Heinrich Himm. ]< r vorgelegt, der ihn -seinerseits Hitler unterbreitet habe; Hitler habe dann die e”tsprechenöen Befehle erteilt. Als dann die grosse Freundschaft zwischen Wisheeny und Eichmann aus unbekannten Gründen in d.e Brüche ging, habe sich Wisliceny der nordamerikanischen Armee zur Verfügung gestellt, um den Aufenthalt Eichmanns zu ermitteln und seine Festnahme zu ermöglichen. Die Nordamerikaner lehnten den Vorschlag ab. Wisliceny hat immer wieder erklärt, dass es Eichmann und der SS-General Globocznik gewesen sind, die die .Endlösung” vorschlugen. WISLICENY KONTRA EICHMANN Das Bild, das Wisliceny ( von Eiehmann gibt, ist klar, Eichmann, der die Befehle dem Aussenministerium in allen jüdischen Angelegenheiten gegeben hat. 4. Eichmann konnte mit der vollständigen Zusammenarbeit des Verkehrsministeriums rechnen, um die Juden in die Konzentra. tions- und Ausrottungslager zu überführen, und dies noch zu einer Zeit, als die deutsche Armee bereits mit den grössten Transportschwierigkeiten zu rechnen hatten. In seiner eidesstattlichen Erklärung sagt Wisliceny, es sei Eichmann gewesen, der das System der Ausrottung der Juden durch Gas und Gaskammern zur Anwendung brachte, weil es die einfachste Methode zur Ausrottung sei. Auf diesem Wege würde man auch die Unannehmlichkeiten vermeiden, die dadurch im. mer wieder entstanden sind, dass deutsche Polizeibeamte und SS-Leute sich dagegen sträubten, das Feuer gegen Frauen und Kinder zu eröffnen. Wisliceny sagte dann wörtlich: „Als es schon klar wurde, dass ein deutscher Sieg unwahrscheinlich Ist, hat Eichmann seine Ausrottungsaktion gegen die Juden beschleunigt, für die nur er allein die Verantwortung getragen hat. Er hat sogar Wege gefunden, Befehle seiner Vorgesetzten unbeachtet zu lassen und hat es vermieden, wo sich d e Möglichkeit dafür ergeben hätte, Befehle unaus. geführt zu lassen. Im J re 1942 habe ich versucht^? (so heisst es in der Erklär rung Wislicenys), Eich* mann davon zu überzeugen, dass die Ausrottung unterbrochen wird. Durch Himmler habe ich erreicht, dass 10.000 jüdische Kinder über Rumänien nach i Palästina gebracht wurden. Hiervon erfuhr der Mufti, der bei Himmler da- 1 ge*gen protestierte und erreicht hat. dass die Aktion | nicht durchgeführt wurde. Der Mufti wies darauf hin, dass diese Kinder in wenigen Jahren Erwachsene seien. Daraufhin hat Himmler die gesamte Auswanderung nach Palästina verboten.” DIE ERKLAERUNG VON HOESS Die Staatsanwaltschaft legte dann die Erklärung von Rudolf Höss, dem einstigen Kommandanten des Ausrottungslagers Auschwitz, vor, der von einem ■ polnischen Gericht zum Toj do verurteil^ und hinge, j richtet worden ist. In sei- | r.er Aussage belastet Höss Eichmann, der von seinem! Ausrottungsprogramm der Juden völlig gefangen war. Eichmann habe ein kleines schwarzes Buch bei sich getragen, in dem er chiffrierte Statistiken führte. Höss sagte, er habe Eichmann kennengelernt, als er; ihn in Auschwitz besucht j habe, um alle Einzelheiten! des Ausrottungsplanes mit ■ ihm durchzusprechen. Eich.!mann sei davon überzeugt | gewesen, dass es ihm gelingen werde, die ganze jü-; dische Nation zum Vei'- i schwinden zu bringen, wenn ' er die Juden im Osten ver. i lochtet, da nach seiner Meij rung die Westjuden ohnehin keine Kraft zum Leben haben würden. Höss fügte | dann in seiner Erklärung i hinzu: „Eichmann wusste genau, was in Auschwitz | vorgeht. Er war von der i Notwendigkeit der Ausrottung überzeugt, und wollte ¡damit die zukünftigen deutschen. Generationen retten. Er war darauf bedacht, je- , de mögliche Opposition zu ersticken, wenn auch mein ich so vieie Juden nicht vergasen konnte. Aber Eichmann liess nicht nach; für ihn war jeder Tag wichtig.” ZEUGE AUS WIEN Als weiterer Belastungszeuge erschien der heute 7Jjährige Maurice Fleisch, mann, der jetzt in England ansässig ist. Er ist der einzige Ueberlebende einer Gruppe von jüdischen Führern, die von Eichmann zu einer Besprechung in Wien zitiert worden sind, in der ichmann ihnen mitteilte, ass er in Zukunft ihre Tätigkeit leiten werde. Alle jvaren damals überrascht, ’Renn Eichmann sprach He. itäisch. In der zweiten Besprechung, die Fleischmatm mit Eichmann gehabt hat, habe Eichmann den Anwe-/! senden eröffnet, er werde I W:en und ganz Oesterreich jjudenrein machen. Sie seien damals von SS.Leuten litt das Hotel „Metropol” in | Wien gebracht worden, wo sic von Eichmann empfani gen worden sind, der eine schwarze Uniform trug. Von den sechs jüdischen Teilnehmern der Besprechung lebt nur hoch dieser Zeuge'. Einer der Teilnehmer sei Adolf Boehm gewesen, den Eiehmann fragte, ob er der Verfasser des bekannten Buches über die zionistische Geschichte sei. Eich, j nann meinte zu Bcehm:! „Das Buch ist sehr interes- ' sant, ich habe das Werk mit! grösster Aufmerksamkeit gelesen.” Daraufhin zitier- | re Eiehmann eine Stelle aus dem Buch, was alle An- , wesenden in Erstaunen ver.! setzte. Schliesslich machte ' er einige Bemerkungen in j hebräischer Sprache. Eich- I mann sagte: „Sie brauchen 1 n:cht überrascht zu sein, I ich spreche fliessend hebrä- 1 i>ch und jiddisch, denn ich , wurde in Sarona geboren.” (Anmerkung: Sarona war elr.e deutsche Siedlung bei I Tel Aviv; Eiehmann hat (damals gelogen, denn er ist! rieht in Sarona, sondern in Deutschland geboren). Verhältnis zu Eiehmann : f, eundschaftlich war, so hatten wir doch verschiedene Auseinandersetzungen | über das Tempo der Aus- ’ rottung. Ich habe ihn dar. i um gebeten, die Judentiansporte einzustellen, da England liefert Tanks nach Israel London. — Im Jahre 1958 \ erkaufte England an Israel 14 Centurion - Panzer. Sie | wurden jetzt aui das israelische Schiff „Kineert” in : Newcastle verladen, wobei (besondere Sicherheitsmassrahmen getroffen wurden. Im Jahre 1958 beschloss das Kabinett, an Israel, zu berechtigten Verteidigungsmassnahmen, eine Anzahl Panzer zu liefern. Die Ausführung dieses Beseh'usses hat keine Aenderuiig der britischen Politik gegenüber Israel zur Folge, so verlautet in London. Diese Erklärung wurde abgegeben, nachdem in arabische« Zeitungen gegen die Belieferung heftig protestiert wurde. (AWZ) Registre de la Propiedad Intelectual No 656.635 IrnnrMn pn la Imorenta POLIGLOTA Dîirn/Toi’lo

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