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Jüdische Wochenschau · 1961-04-21 · 1870 (21.4.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1870 (21.4.1961)
Date
1961-04-21
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German, Spanish
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t tiftHa-jEu Plladc Coa? fARÍF A ■329 JUCICA ISRAELITA ASo XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 21 IíE ABRIL DE 1961 No. 1870 EL EJEMPLAR i en toda la Reput liet 4- Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 *«!< T. E. 33 - 2613 raéis Wirtschaft entwickelt sich 1 de» Onkel Si.ni in len Verein!;ten Staaler. .ain der de» John Buil in England entspricht in Israel die eines grossäu-' giser. l>ir.g;vi in kurzen IIoi Sc-n. wie ihn der beliebte is. i raeli.-vhe Karikaturist Dosh; gezeichnet rat. Diese; Jahr wird der Junge ¡3 Jahre.! das tradüinnsgemässe Barmizwa Alter. Die Frage ist, angebracht ob er wirklich! im Begriff ist, ein Mann zu werden. Soziale Kulturelle, poüti-; sehe und wirtschaftliche Lei.' stungen kennzeichnen die Reife eines Staates. Wenn wir alles andere beseite las,! sen und uns nur mit dem wirtschaftlichen Fortschritt befassen, ist die Frage zu bejahen; vom wirtschaftli-! chen Standpunkt aus kann man getrost sagen, dass Is-: rael einen entscheidenden Punkt im Reifungsprozess erreicht bat. Nach der Klassifizierung W. W. Ro-; stovvs. der fünf Stadien wirtschaftlicher Entwicklung fesfgelegt hat, ' kann man Israel ohne Zögern in das dritte Stadium einreihen. das Stadium des Flügge. Werdens. Ein wichtiges Anzeichen für die zunehmende Reife der israelischen Wirtschaft ist die V’elseitigkeit der Produktion und der Ausfuhr. Schon seit einigen Jahren kam das Land fast vollständig den einheimischen Bedarf an Lebensmitteln decken. Ausserdem stellt es jetzt Waschmaschinen, iTansiter.Radios elektrische Kühlschränke. Kraftwagen und viele andere Dinge her, die bis vor kurzem zum grössten Teil eingeführt werden mussten. Diese Vielfältigkeit macht auch auf dem Gebiete des Export schnelle Fortschritte. Früher war der Orangenexport dei Hauptverdiener ausländischer Valuten. Im vergangenen Jahrzehnt hat man den Gewinn, den der Export ers Massiger Orangen einbringt, nicht vernachlässigt; tatsächlich hat sich die Zitrusausfuhr mehr als verdoppelt; aber der Export fabrik massig hergestellter Waren ist so gewachsen, dass er heute mehr Dollar einbringt als die Zitrusausfuhr. Die strategische W;chtigkeit dieser von ASHER 11 AI) 4L Tatsache erhellt, wenn man sich erinnert dass sehr wenige Läncei ausserhalb Nordamerikas und Europas in dieser Lage sind: die meisten v^dienen Devisen nur durch einen oder manchmal zwei landwirtschaftliche oder industrielle Rohstolfe sodass im Falle eines Preissturzes eines bestimmten Produktes auf dem Weltmarkt das ganze Land schwere Rück, schlüge er'eirien kann. Die führenden Männer in Israel haben die feste Absicht. du- Bemühungen der Vergangenheit fortzusetzen, um die Fabrikation — hauptsächlich für den Export — zu entwickeln und zu vergrössern. Fast jeden Tag liest mar, über die Planung oder Eröffnung einer neuen Fabrik. Kürzlich wurde eine Fabrik zur Trocknung von Gemüsen in Betrieb genommen, die erste dieser Art im Lande; 90 Prozent der Herstellung Obgleich es bis jetzt noch! niemandem gelungen ist.! ■die zukünftige wirtschaftli-j ¡che Entwicklung genau vor-j i auszusagen, selbst in Län-j dern. deren Lebensweise j ■ gesetzter ist als die Israels.! ¡versucht man, allgemeine ' Leitmasstäbe festzusetzen. . In Israel hat man häufig l solche Versuche unternom-j j men. Der weitaus ernsthaf.' teste ist der der Forschung« abteilung dei Bank von Isj rael. die alle Pläne und : Entwürfe gesammelt, ver. j glichen, geprüft und einige; allgemeine Schlüsse daraus gezogen nat. Eine zusam- , menfassende Prognose für die fünf Jahre i960—1964,: verfasst von einem Mit. i glied der Piar.ungsabteij lung der Bank, wurde kürz-: lieh in einer wirtschaftli-! chen Fachzeitung in Israel veröffentlicht.!! Diese Prognose gibt die j Steigerung der Produktion | der Fabriken für die fünf! lungstempo der verschiedenen Fabrikationen beeinflussen. Zur Zeit werden in vielt n Ländern Investitionscomites für Israel gegründet; falls der Zustrom von Privatkapital schnell ansteigen sollte, könnte er verhindern. dass der Gesamtbetrag des nach Israel fliessenden Kapitals um weniger als ein Drittel reduziert wird. In diesem Fall wiir. den die oben angegebenen Ziffern sich als zu niedrig erweisen. Eine weitere grundlegende Voraussetzung ist. dass die Einwanderung auf der flöhe der letzten Jahre bleiben wird. Verglichen mit den frühen Jahren des Staates Israel sind die letzten Ziffern sehr niedrig; es ist absolut im Bereich der Möglichkeit, dass die Anzahl der Einwanderer sieh stark vergrössern wird. Dann müssten grössere Mittel als geplant für Wohnun- DER FORTSCHRITT ISRAELS IN ZIFFERN 1948 1960 Landwirtschaftliche Kolonien. Anzahl der Schulen. Anzahl der Schüler. Spitäler. Anzahl der Betten. Staatseinkünfte (in israel. Pfunden1. Produktion von elektrischem Strom (Million. KW) Handelsflotte (Anzahl der Schifte>. Tonnengehalt .. .. Luftlinie«. Passagiere von 1950 bis 1959 . 400 83") 97 600 66 4 626 850 3 981 551 262 117 13.794 200 000 000 3 077 000 000 260.5 1 665 4 43 6 000 215 568 15 514 95 303 ist für den Export be. stimmt. Es bestehen ernsthafte Pläne für den Aufbau einer petrochemisehen Industrie; 4 Gruppen nordamerikanischer Geschäftsleute beabsichtigen, 14 Millionen Dollar in diesem Projekt zu investieren. Der Anfang auf dem Gebiet der Elektronik, Plastik, und optischen Industrie ist gemacht; ihr Entwicklungstempo kann nicht prophezeit werden, da diese Industrien auf der ganzen Welt neu sind und sich in einem dynamischen Tempo entwickeln. Weniger dramatisch aber im Augenblick V ¡Hässlicher, ist das Anwachsen der Textilindustrie. Einwanderung nach Frankreich In den letzten fünf Jahren sind 100.000 Juden nach Frankreich gekommen, davon 95.000 &us Nordafrika und 5.000 aus Osteuropa. Viele Juden besitzen bereits das französische Bürgerrecht, wie die Juden Algeriens und grosse Teile der Juden Ma-rnkkos und Tunesiens. Darunter befinden sich aber auch „echte ’ Flüchtlinge, die keine Pässe haben, wie z. B. diejenigen aus Aegypten. Paris und Marseille haben die meisten dieser Einwanderer aufgenommen. Marseille hatte vor fünf Jahre« 10.000 Juden, heute sind es bereit- 40.000. An ver. »ehiedenen Orten der französischen Provinz wurden neue Gemeinden gebildet. Es ist mit ziemlich gro ssem Erfolg gelungen, die Einwandeier einzuordnen. Von den 5 000 aus Osteuropa gekommenen Juden sind 2.000 ständig unterstützungsbedürftig, weil sie invalid pcicr zu alt sind, um noch einem Berui zugefühlt werden zu können. Jahre 1960—1964 wie folgt an: Lebensmittel Verarbeitung .36% Textilien, Schube, Papier und Holzprodukte .106 % Brennstoffe. Chemikalien. Gummi . . 140 % Nichteisenmetalle . . 42 % Diamanten .... 59 % Grundmetalle .... 181 % Metallprodukte. Maschinen. elektrischer Bedarf . . 143 7o Es muss betont werden, dass diese. Schätzung das Ergebnis laugen und gründlichen Studiums ist, bei dem Investitions- und Ertragstabellen benutzt wurden, um die Durchführbarkeit der betreffenden Pläne zu sichern. Doch ist sie keine Voraus tage. Sie kann i,ur verwirklicht werden, wenn die von den Planern zu Grunde gelegten Voraussetzungen eintreten werden. Eine der wichtigsten ist die folgende. In den betrefft nden fiint Jahren wird das aus dem Ausland nach Israel fliessenae Kapital sich etwa um ein Drittel verringern. hauptsächlich infolge der ulanmässigen Beendigung der Wiedergutmachungszahlungen West- Deutschlands. Falls das aus allen Quellen nach Israel strömende Kapital sich in einem scnnelleren oder langsameren Tempo verringern sollte, als die Fachleute annehmen, wird dies unmittelbar das Entwick.! gen. Erziehung. Gesund- | heitswesen und landwirtj schaftliehe Produkte ausgegeben werden und die In. vestitionen in der Fabrikation sich dementsprechend , verkleinern. I Wir sind der festen Ue- | berzeugung. dass jeder, die Planer inbegriffen, sehr I glücklich sein werde, wenn j sich die Prognosen aus die- I sem Grunde als falsch eri weisen würden. Wenn man | menschliche und zionisti.! sehe Faktoren aus dem ¡Spiel lässt 'man sagt den Wirtschaftlern nach, dass sie menschlich seien und in , Israel sind -ric aller Wahr- | seheinlichkeir nach Zioni. i steil!, so giot es sehr nüchterne Gründe, um eine grössere Einwanderung zu begriissen: die Aussicht auf einen zukü lftigen Mangel an Arbeitskräften. Dies wird älteren Lesern seltsam erscheinen wenn sie sich an d,e Diskussionen über die Absorptionsfähigkeit Palästinas zur Zeit des britischen Mandats erinnern; nach den Unruhen des Jahres 1929 stellte eine britische Kommission (Hope- Simpson) fest, dass kein riatz für .weitere Einwanderer vorhanden sei. Durch da« Tempo der wirtschaftlichen Entwick. lung der letzten Jahre sind heute die Direktoren vieler Betriebe nicht imstande, dringend genötigtes Personal zu finden, besonders für technische. Verwaltung»- und Fachberufe. Dies gilt vor allem für Be- | triebe, die ausserhalb der | ' Küstenebene liegen, in eini. | ger Entfernung (vielleicht j! eine Autostunde) von Tel Aviv oder Haifa. Vor eini-!! gen Monaten schätzte der I Minister für Handel und | Industrie den Bedarf an ' Facharbeitern im Negew ' auf fünftausend, besonders i für einige neue Textilfabriken. ausserdem für eine Zuckerfabrik ein automatisches Montagewerk, eine | Sperrholz, und eine Kera- ■ mikfabrik.; Man hofft dass mit stei. i gc-nder Einwanderung eine gewisse Anzahl geschulter I Arbeiter in« Land kommen wird. Docn niemand verlässt sich darauf. In der Annahme, dass das Land selbst für Schulungsmöglichkeiten sorgen muss, um seinen zukünftigen Bedarf an Fachkräften zu decken, wird der Erziehungspla-1 nung vom wirtschaftlichen Standpunkt aus erhöhte j ' Aufmerksamkeit geschenkt, j ' Ein Zeichen der Zeit und j des Mündigwerdens des; Landes ist die Gründung ei-1 nes nationalen Comité für j Arbeitskräfte, das die Aufmerksamkeit der Oeffent-! lichkeit, der Forschung und i Planung auf die Erforderj nisse der Wirtschaft rieh- ( ten soll. Es gibt noch Ar-; beitslose im Land, besonders in einigen der neueren Entwicklungsstädte, de-1 ren Fabriken noch nicht j errichtet worden sind oder noch nicht voll arbeiten, aber für das ganze Land sind die Arbeitslosenziffern die niedrigsten seit 1948 und sinken weiter. i ■ Die grosse Masse der Einwanderer, die in den I frühen Jahren des Staates | nach Israel kamen und die j eine grosse wirtschaftliche I Belastung darstellten, sind jetzt fast vollständig im Wirschaftleben eingeordnet. Tatsächlich sind ihr Bedarf für in Israel hergesteilte Schuhe und Kühlschränke — um nur einige Beispiele zu nennen — und ihre Arbeit bei der Herstellung dieser Erzeugnisse die grund. legenden Faktoren der schnellen Entwicklung, deren Zeugen wir sind. Ein weiteres Zeichen der wirtschaftlichen Reife ist darin zu sehen, dass die Regierung ihr en Industriebesitz zu veräussern beginnt. Mangels privaten Kapitals musste der Staat einspringen und hat von 1948 bis vor kurzer Zeit die grosseren Industrien finanziert. Doch jetzt gibt es eine beträchtliche Anzahl einheimischer und ausländischer Privatkapitalisten, dit bereit und interessiert sind, die Aktien der Regierung aufzukaufen. Dies ist dem Ansfeigen privaten Einkommens und einer verhältnismässig stabilen politischen Lage zu verdanken und nicht zuletzt auch dem von Israel erbrachten Beweis seiner Fähigkeit, moderne Industrieprodukte her- Italien gibt Sicherheiten Rom. — Der Innenminister gab bekannt, dass jfdxe Polizei angewiesen ^worden wär^i* ausserordentliche Massnahmen zu ¡treffen, um irgendwel. che antisemitischen Pro. I vokationen zu Gunsten Eichmanns sofort zu verhindern. Der Innenminister Mario Scelba gab diese Sicherheiten dem , Präsidenten und Vize-! Präsidenten des Verban, ' des der jüdischen Verei- | nigungen in Italien aus! Anlass eines Besuches I dieser beiden jüdischen Führer, um den Minister zur Eröffnung des Kongresses der jüdischen Verbände Italiens einzuladen. Bei dieser Besprechung wurde auch das Thema der kürzli. chen Zusammenstösse zwischen Juden und Neofaschisten in Rom behandelt. (ITA) zustellen und zu vertreiben. Kürzlich berief eine der grossen elektrischen Firmen, Amcor, eine Sitzung seiner örtlichen Vertreter ein, bei der auch Auslandsvertreter aus Griechenland, Kenya, Zypern. Türkei, Schweden, Australien und Uruguay anwesend waren. Eine solch weite Verbreitung israelischer Industrieerzeugnisse wird durch private Investitionen ermöglicht und gibt gleichzeitig Anreiz, diese zu veTgrössern. Die Regierung ihrerseits ist bereit zu verkaufen. Vor kurzem kündigte die Ferti. lisers and Chemicals Corporation und danach auch die Pottasche - Werke am Toten Meer den Uebergang ihrer in er;ter Linie in öffentlichem Besitz befindlichen Werke in grösstenteils private Hand an. Die Regierung wird die ihr hierdurch zufliessenden Geldmittel für notwendige aber wenig einträgliche Investitionen benützen, oder für solche, die selbst für Private, die gewillt sind, ein grösseres Risiko auf «ich zu nehmen, zu unsicher sind. Eichmann-Prozess Ausser den gewöhnlichen Presseberichten über den Prozess bringen alle Zeitungen des Landes noch ausführliche Leitartikel über dieses Thema. Die der Regierung nahestehende Zeitung “La Nación” veröffentlicht einen Artikel von Jacob Robinson, in dem das volle Recht Israels, Eichmann im eigenen Lande abzuurteilen, betont wird. De-r Radiosender des Ackerbauministeriums behauptet in einem Kommentar von einer halben Stunde Dauer das Gegenteil, wobei er sich auf die Meinung des englischen Sozialisten Crossmann stützt Die bekannte Illustrierte “Ercill” bringt drei Seiten über Israel, verfasst von ihrem Sonderberichterstat te in Israel. (Ita) ■P. Registro de la Propiedad Intelectual No 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavis 83.

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