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Jüdische Wochenschau · 1961-04-21 · 1870 (21.4.1961) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1870 (21.4.1961)
Date
1961-04-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Spanish
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8 — Viernes, 21 de Abril de I9€l LA SEMANA ISRAEL IT A Año XXII. — No. 187# Dreizehn Jahre und Jahrtausende >oii huhhiner Dr. H. LEftfLE (Rio de Janeiro) BRIGADIER ZWI TSUR Wie alt ist der Staat Israel? Aber natürlich drei, zehn Jahre wurde er doch in jener ruhmvollen Stunde : des Erev Schabbat, am 5., Ijar, der der 14. Mai des , Jahres 1948 war, ausgeru-! fen. In der ganzen Welt fei-, ert man jetzt den Festtag,! den man die ..Bar Mizwa“ | von Medinatn Israel genannt hat. j Und trotzdem: der Staat, Israel ist in Wirklichkeit \ älter als 13 Jahre. Er ist Jahrtausende alt denn er i stammt aus sehr fernen Zeiten. Man kann sogar der. Meinung sein, der Staat | wäre in dem Augenblick j gebo-en. da der Stammvater Abraham, der Verheissung sein Heimatland zu verlassen folgend, dort zum ersten Male den heiligen Boden betreten und mit geistigem Auge das dort zu Gottes Ehre erstehende Volk ge. schaut hatte. Dann gibt es andere — und die sind sehr zahlreich — die erklären, der Staat ward in jenem Augenblick geboren, da der letzte der von den Römern besiegten! und vertriebenen Juden am | fernen Horizont die Küste Judäas verschwinden sah. , er selbst treibend auf dem . Boot der Fronvögte hinaus ' in die Verbannung, in die Galuth. In jenen Tränen, vergossen vor zweitausend ' Jahren, in den Gebeten, die j von jenen Nächten an nie mehr abreissen sollten, in jenen Seufzern: ,,Im Eshko- \ chech Jerusboloyim — Wenn ich Deiner vergesse, o Jerusalem!“ wurde der Staat' gezeugt. Es ist wichtig dies zu , wissen: für alle, die jetzt leben und den Geburtstag des Staates feiern. Für sie | alle, ob sie im Staate selbst oder in der Welt draussen leben. j Wenn der Staat schon ( Jahrtausende alt ist — das; heisst, wenn vor dreizehn Jahren nur politischen Aus- 1 druck fand, was geistig schon vorher bestanden hat' — dann ist der Staat auf der; einen Seite sehr iung, auf! der anderen aber betagt und; reif. Jung an politischem Alter, abe: alt an Idealen ' und Aufgaben — das ist das; wirkliche Alter des Staates Israel. j Es ist gut. wenn die Is-; raelis dies verstehen. Sie. I die die Verwirklicher und , Erbauer der dreizehn Jahre\ sind, dürfen die Tausende i von Jahren nicht vergessen. | auf deren Schultern sie ver. wirklichen und bauen konn-1 ten. Ohne jene Tränen und Gebote gäbe es keine Erfolge und Triumphe von heute. V«er dies vergässe, litte an geistiger Kurzsichtigkeit und an Erhärtung des Herzens. Es ist gleicherweise gut für uns. die Juden in der ganzen Welt, dass wir immer die richtige Proportion der Dinge vor Augen haben. Von dem Staat träumten unsere Voreltern und Eltern und selbst noch die Assimi. liertesten unter ihnen, erstrebten einen Platz der Sicherheit für die Kinder Israels und eine Stätte, an der ihre Kultur aufs neue schöp ferisch sich entfalten könnte. ..Leshono Haboo Bijeru. sholovim — Das kommende Jahr in Jerusalem!“ wurde zwar unendlichen Auslegungen ausgesetzt, aber irgend etwas Erhabenes bedeutete es jedem Juden. Dies ist der Grund warum unsere Verantwortung für den Staat niemals erschlaffen darf — wir haben sie geerbt von den Vätern mit dem Blut ihres Herzens. Auf jeden Fall ist es gut, wen die nicht-jüdische Welf die Situation verstehen lernt, so wie es sich eben tatsächlich verhält. Auf diese Weise werden verschiedene fruchtlose und j abgegriffene Diskussionen j überflüssig. Der Staat Is. j rael hat seine Bürger, die ‘ nicht alle Juden sind, einige; gute und treue Christen,! andere Araber, die sich im ■ Genüsse ihrer Staatsbürger- ' Schaft wohl fehlen. Sie sind Bürger des Staates, der dreizehn Jahre alt ist. Und der Staat der Juden, der i Jahrtausende alt ist? Der lebt im Herzen von Millionen die auf ihn warteten als auf den Beginn einer besseren Zeit, der Harmonie unter i den Staaten der Verständigung unter den Völkern, j Juden und Nicht-Juden i können, müssen sich darum i bemühen, dass der Staat, der noch jung ist, heran, j wachsen könne, um ähnlich! zu werden, dem Staat er-! träumt in Jahrtausenden.! Das ist eine interessante Aufgabe für Regierungen, ' die von den Grundforderun- : gen des Glaubens oder von ' den Idealen der Gerechtig- , keit und Demokratie inspi. I riert handeln. Es ist ein Ge- I schehen, das die Aufmerk- \ samkeit all derer auf sich! lenken muss, die offenen j Auges und Herzens für die grossen Vorgänge in der Welt leben. Es ist die einzigartige, einmalige Chance des Juden, der heute lebt, der in der Zukunft leben wird. ■ 5 Wlli ISRAELS GENERALSTABSCHEF Hausner sprach neun Stunden (Fortsetzung von Seite 1) Staates Israel seine Anklage gegen den angeklagten Ex. Obersturmführer, indem er einleitend eine lange Uebersicht über das nationalsozialistische Regime Hitlers gab. Hausner sagte u. a.: .Sechs Millionen Ermordete nahmen vor diesem Tribunal ihren Platz ein. Niemals vorher hat die Ge. ten, wie Eichmann einer schichte eine solche Juden- 'SU unterstützt. Eine Tele. Verfolgung erlebt, wie dieje- ■ fnnanruf eines Eichmann rige. deren Opfer die Ju-; genügt. ein Federden unter dem nazistischen strich oder ein Befehl, den Deutschland gewesen sind, j e* gab. um Tausende dem Niemals zuvor, nicht in Ae-: Henker zuzuführen, um gvpten. nicht in Persien,' grössere Leiden zu bereiuicht in Osteuropa haben, ten, als irgendein anderer vir einen Massenmord er.d'es vermochte. Hitler hat lebt, der so kaltblütig und, den Samen des Antisemi- EICHMANN TEILNAHMSLOS systematisen begangen wor-.< tlsmus gestreut, er hat ihn den isj, wie im nazistischen I in eine Epidemie vervvan- Deutschland. Wir haben * delt.” — manche Hitlers vorher er-1 jn ¿|en nächsten zwei Ta. lebt. Niemals zuvor wurgen wjr(j das Gericht nur den solche Hitlers von Leu maimonides ca, US'*? 113 5 -1*0* Ein Ccdcnkbtcb $ 650.— VERLAG OMEGA, BUENOS AIRES CURHUCHAGA 2289 — T. E. 71-S708 Zu Deziehen durch alle einschlägigen Buch, handlungen und durch die JUED1SCHE WOCHENSCHAU EUEYRREDOH 21M 1» — T. E. M «IS die Anklagebehörde anhören. Hausners erste Erklärungen werden mehr als 40.000 Worte umfassen. NOCH NIE GESCHEHEN In seinen Ausführungen unterstrich Gideon Hausner. dass es erst- und ein. malig in der Geschichte sei,' dass ein Volk sich anschick-! te, sogar Frauen und so-! eben geborene Kinder zu I j ermorden, cie alle in dafür i i eingerichtete Lager ge- 4 schickt wurden, zu dem! I einzigen Zweck, ermordet zu werden Und Eichmann | | war es. der von seiner ■ Dienststelle aus diese un. geheuerlichen Verbrechen, | J diese Massenschlächterei, J organisiert hat. | Eichmann verzog keine i I! Miene, als der Ankläger j 4 ■ die Ungeheuerlichkeit sei- I iier Verbrechen schilderte. | i Er hielt einen Bleistift in ■ l der Hand und machte sich | i! von Zeit zu Zeit Aufzeich- | nungen. 4 I Der Ankläger sagte weiter: ..Wir Kennen auch Fäl. le, in denen er selbst gemordet hat unter anderen ein Kind, das in Budapest Obst pflükte. Eiehmanns Hand schickte Millionen Menschen in die Gasöfen von Auschwitz.” — Im Saal war es während , dieser Ausführungen Haus- 1 r.ers so still dass man eine Nadel nätte hören können. die auf den Boden füllt. Allmählich steigerte Hausner die Lautstärke seiner Stimme. Seine Hände zitterten — ,,Das Ver. brechen war im Laufe der Jahre eine Passion für Eichmann. Die von den Nazis und von Eichmann begangenen Verbrechen waren so furchtbar, dass man nur von e r.er Apokalypse sprechen kann.” — WAS DER NAZISMUS WAR Immer wieder kommt Hausner auf den Kern des Problems, auf die Methodik und Ideologie des Nazismus, zu sorechen. Er erin. nerte daran. dass „die Wahnsinnstheorien der Nazis aus Jesus Christus einen .reinen Ar:er’ gemacht heben, und dass ihre Rassentheorien von einer unantastbaren reinen germani. sehen Rasse faselten.” Weiter wies der Generalstaatsanwalt darauf hin. dass das deutsche Parlament ein Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes annahm, wo. mit der Weg in die Gasöfen für die Juden geöffnet wurde ” Auch Deu'sehe hat es gegeben, so führte Hausner aus, unter ihnen viele Priester, die den Weg in die Konzentrationslager gegangen sind, weil sie Juden geholfen haben. Es hat auch deutsche Soldaten gegeben, die sich gegen die Massenmorde gestemmt haben. Aber es war eine Minderet. Die überwältigende Mehrheit des deutschen Volkes aber hat sich mit den Verbrechen, auch wenn nur durch ihre Passivität, abgefunden, wodurch sich die. ses Land in ein neues Tal des Grauens und der Apokalypse verwandelt hat.” Dann ging der Staatsanwalt auf die verschiedenen Instrumente und Methoden ein, deren sich der Nazismus für seine Verbrechen bediente, auf den SD (Sicherheitsdienst), auf die SS und die Gestapo. Eichmann hat allen drei Organisationen, verbrecheriscnen Organisationen. angehört. Dr. Hausner gab dann eine kurze Biographie Eichmanns, der seit 1941 Chef eines Sonderbüros war. IV B 4. dessen einzige Aufgabe die Liquidierung der Juden war. Eichmann war der Sonderbeauftragte Heydrichs. Hierdurch erhielt er weit grössere Machtbefugnisse^ als sie sonst einem Offizier seines Ranges zustanden.; Schliesslich sagte Hausi ner: „Wir werden die Beweise dafür vorlegen, dass Eichmann nicht von besonderen Anweisungen und Befehlen abhäng war. Er hat aus Hass und auf eigene Initiative gehandelt, um das zu erfüllen, was er als seine Berufung ansah.” — HAUSNER SETZT SEINE ANKLAGE FORT Jerusalem. — Der Generalstaatsanwalt Israels, Gideon Hausner. erklärte, Eichmann -ist für die Deportation von 12.000 holländischen Juden in die Konzentrationslager Osteuropas [ verantwortlich. Nur 5.000 konnten sich retten. Mit evesen Woren setzte Hausner seine Anklage gegen Fichmann am Dienstag I Vormittag fort. | Hausner erklärte. Eich. ' nann habe eine Politik der ¡Grausamkeiten. Morde und ¡.Ausrottung gegen die holländischen Juden betrieben. BEFEHLE MISSACHTET Eichmann sei von einem solchen Faiatismus in seinen Ausrottungsplänen gewesen, dass er sogar Befehle der ihm Vorgesetzten j Offiziere missachtet hat, die ex aus Berlin erhallen I hatte, um die Ausrottung der ungarischen Juden zu unterbrechen. Eichmann hat, so sagte Hausner weiter, einen foaesmarsch von ungarischen Juden an die österreichische Grenze organisiert, vobei er sogar gsnisiert, wobei er sogar I>efehle, die er vom obersten Gestapochef Heinrich Himmler erhalten hat. ein. fach ausser Betracht liess. Eichmana ist selbst nach Ungarn gegangen, um dort die Ausrottung der Juden zu leiten und zu überwachen. Dies geschah zu dem Zeitpunkt, als die Kriegsereignisse sich gegen Deutschland gewandt hatten und für die deutsche Heeresleitung kaum noch Aussichten bestanden, den Krieg siegreich zu been. den. EICHMANNS ANGEBOT Der Angeklagte, so bestätigte Hausner, hat den Juden ein Angebot gemacht, das auf eine einfache Formel zu bringen ist: Blut gegen Lastwagen. Wenn die Juden in der Lage wären, eine gewisse Menge von Lastwagen den Deutschen zu übergeben oder zu beschaffen, dann würde er, Eichman, iagegen eine be. sl'mmte Anzahl von Juden freigeben. Der jüdische Unterhändler in dieser Angelegenheit war Joel Brand, der von Eichmann den Befehl erhielt, sich nach Kon. stantinopel zu begeben. Dc-rt sollte er Eichmanns Angebot jüdischen Organisationen unterbreiten. Die j Verhandlungen hätten Erj folg gehabt. Inzwischen, so sagte Dr. 'Hausner, „hat Himmler anj befohlen, dass die Ausrot. j tiing von Juden eingestellt loder unterbrochen werde. I (Fortsetzung auf Seite 8) PRODUCTOR EFICIENTE Para importante institución de la colectividad 30 A 40 AÑOS, CON CONOCIMIENTO DE CASTELLANO, IDISH Y HEBREO; FACI¬ LIDAD DE PALABRA Y VINCULACION DIRECTA CON SUS DISTINTOS SECTORES Trabajo para persona capaz y ambiciosa de dedicación exclusiva. Honorarios interesantes SE EXIGE GARANTIAS Dirigirse por carta detallando referencias a: J. M. Nlcasio Orofio 2453. — Absluta reerva. *- ♦ ♦ *

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