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Jüdische Wochenschau · 1961-04-14 · 1868 (14.4.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1868 (14.4.1961)
Date
1961-04-14
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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J ■ r S-%, ' :ïâüf FRANQUEO P/.vÜADC C«nc#ïito JO# CiMKMl'ia 1029 tarifa r--'educida SEMANA ISRAELITA EL EJEMPLAR! •a tod* 1« R*publiru^ » Buenos Aires PUEYRHEDON 2190 lt i** T. E. #3 . 2«13 Año XXII. BUENOS AIRES. VIERNES 14 DE ABRIL DE 1961 No. 1868 Der Anklaeger antwortet der Verteidigung (Fortsetzung von Seite 5) Deutschland. wurde Mitglied der SS und nach nur drei Monaten in den Sicherheitsdienst (SD) versetzt. Man nimmt rn. dass Eictiinann 1936 nach Palästina geschickt worden ist. um dort mit der arabischen Terroristenbewegung Fühlung zu nehmen und gegen die Engländer und Juden zu •agitieren. 1937 soll er bereits das Judenreferat in der Gestapo übernommen haben und im Jahre 1938 nach dem Tode des deutschen Gesandtschaftssekretärs von Rath in Paris mit der Deportation der Juden in Wien beauftragt worden sein. Später war er in einer ähnlichen Mission in Prag. Er arbeitete weiter an zentraler Stelle als Spezialist für die Judenfrage, bis dann die .Endlösung'’ offiziell zum Beschluss erhoben wurde. | Eichmann wurde dann mit der Leitung der Spezialab. teilung der Gestapo zur Li- Nur Israel darf Eich mann richten Nac-h dem Krieg wurde er von den Amerikanern gefangen genommen. Er befand sich in einem Gefangenenlager. ohne dass die Amerikaner seine Identität feststellen konnten. Nach e4wa T8 Monaten gelang es Eichmann, aus die. sem Lager zu entfliehen. Er ..tauchte unter’’ und arbeitete in Deutschland als Waldhüter. Fünf Jahre später. als die allgemeine Meinung dahin neigte, dass Eichmann tot sei. nahm er den Kontakt mit seiner Frau auf. Er verstand es, Mittel und Wege zu finden, um mit seiner ganzen Familie im Flugzeug nach ' Argentinien .auszuwandern’. Dort lebte er mit seiner. Familie in einem Vorort von Buenos Aires in einem Hause, das er selbst mit j : tet und nach Israel verbracht. Die Festnahme Eichmanns erfolgte an einer i Autobus-Haltesteile in der argentinischen Hauptstadt. VOM NUERNBERGER PROZESS | Eichmanns Namen fiel zum ersten Mal im Nürnberger Kriegsverbreeher- 1 p:ozess am 12. Dezember 1945, als der amerikanische Ankläger eine eides- 1 stattliche Versicherung des Dr. Rezso Kästner zur Ver. ■ lesung brachte Kästner erklärte. dass Eichmann gesagt habe: .Wir haben die j Verantwortung dafür übernommen. dass kein ungarischer Jude, de-' deportiert! seiner gerechten Strafe zuwird, lebend zurtckkommt”.. zuführen, erklärte der An- Wenn aber der Betrag von i kläger am 2. Verhandlungszwei Millionen Dollar be. *a2- Demgegenüber wandte zahlt werde, dann würde er der Verteidiger ein, dass (Mittwoch) neain Stunden, um gegen die Einwände des Verteidigers Stellung zu nehmen. Er ging auf alle j F.inzelheiten ein und sprach chische Juden nach Polen | Hierfür gibt es keine Süh-i besonders ausführlich üoer deportiert worden seien. Als ne. Das einzige, was wir (ähnliche Fälle, in denen .Vornan ihn fragte, was aus \ hoffen, ist, dass die Söhne geklagte vor Gericht ¡te_ ihnen geworden sei. ant-; nicht ihren Vätern gleichen, (stellt worden sind, nach. wortete er: ..Sie leben und dass die neue Genera-(dem sie in einer sonst nicht, schon nicht mehr.” Auch tion in Deutschland nicht. üblichen iorm gefangen ge- Wisliceny erklärte. dass so handelt und ist wie die j nommen wurden. Während Eichmann an der Deporta-1 vorige.” ( der ganzen Zeit verhielt sich tion der ungarischen Juden ( Dann wandte sich Haus.! der Angeklagte apathisch, schuldig sei. Er, Eichner zu Eichmann und sag-(Er hatte den Blick nur auf mann, sei es gewesen, der te: „Ihm kann nicht verden Ankläger gerichtet und die von Hitler und Himmziehen werden. Er hat unge- I sah hin und wieder zu dem ler ausgearbeiteten Pläne heuerliche Verbrechen be-! Vorsitzenden des Gerichts zur Liquidierung der Juden! gangen. Tausende Jahre hin.! hin. Sonst bewegte er sich durchgeführt habe. I durch hat das jüdische I kaum. Zeitweise machte er; Volk nicht den Namen ver-! einen nervösen Eindruck, gessen, der den ersten Veruider der Last der yorgesuch gemacht hat, einen j tragenen Anklagen. Völkermord zu begehen.” I Hausner sagte mit erreg- , Dann ging Hausner auf die : ter Stimme: „Wer kann mit biblische Darstellung im mehr Berechtigung als das i Buch Esther ein und wies1 jüdische Volk die Anklage DER ZWEITE VERHANDLUNGSTAG Israel wird nicht auf sein Recht verzichten, den Hen. ker des jüdischen Volkes seinen Söhnen gebaut hat.1 <}en Befehl zur Deportation; das israelische Gericht, bequidierung der europäischen te- Dort wurde er auch von der ungarischen Juden nicht stehend aus drei israeli. Juden betraut. Die Sensationsmeldung aus Paris Wie wir bereits in unserer letzten Ausgabe meldeten. wurde in Paris von der Zeitung ..Paris Presse” in giosser Aufmachung gemeldet, die Verhaftung Eichmanns sollte auch der Auffindung der grossen jüdischen Vermögen dienen, die in Oesterreich 'erborgen liegen israelischen Agenten verhaf-1 ausführen I Bei dieser Gelegenheit wurde der Beweis dafür er-! bracht, dass die Gestapo bereit war. eine Million Jui den zu einem .angemessenen’ Preis zu verkaufen. sehen Richtern, sich selbst für unzuständig erklären müsse. Die Verhandlungen seien demzufolge — nach seiner Meinung — illegal. Demgegenüber wies Gideon Hausner, der, General- Ais angemessen wurden 2 j Staatsanwalt, auf zahlreiche Dollar pro Kopf betrachtet. | Parallelfälle in der Ge- Man stellte die jüdische j schichte hin. Bis zum Aberklärte der An-1 d“rauf hindaSs Haman I gegen Eichmann erheben? für den Versuch seines Ver-: Unser Recht ist ebenso ein brechens gehenkt wurde, legales wie es ein morali. Noch heute, 2.500 Jahre sches Recht ist. um über nach diesem Geschehen, I das Geschehene und über gedenkt das jüdische Volk j den Menschen ein Urteil zu Jahr für Jahr an seinem i fällen, der unser Volk in Purimfist dieser historiseiner Totalität vernichten sehen Ereignisse, um sich i wollte. Niemand anderer seiner Rettung und des Un. | als wir hat die Autorität, tergangs seiner Feinde zu dieses Verfahren durehzuerinnern. VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHHEIT Die Verbrechen, die dem Führung vor die Alternati. Schluss dieser Kontroverse j Angeklagten zur Last gelegt ve, auf diesen Vorschlag zwischen Staatsanwaltschaft: werden, sagte Hausner wei. uud über deren Verstecke Eichmann genauestens inforeinzugehen, andernfalls wür- ( und Verteidigung kann mit ] ter, stellen^ einen^^Anschlag | ment mjt vollem Recht“ miert ist. Im einzelnen wurde folgendes berichtet: Zwei Korrespondenten der France Press in Israel. Michael Borri und Jean Baggare, veröffentlichen eine Geschichte, durch die, wenn sie wahr ist. der Fall Eich, mann zu einer der grössten Sensationen der Geschichte werden würde. Wie Paris Presse berichtet, entdeckte der Chef der israelischen Spionage bereits im Jahre 1953 dass Eich. rr.ann unter dem Namen Clement versteckt in Argentinien lebte. Einige Monate später gab er den israelischen führen.” Hausner verlangte dann vom Gericht, dass es sich für zuständig erkläre. SOGAR JUDEN VERURTEILT Hausner wies darauf hin. dass das israelische Parlaeia den die Juden in die Gas-[ den eigentlichen Verhand. j gegen die Menschheit „ Gesetz im Jahre 1954 kammer geschickt werden. I lungen nicht begonnen werein Verbrechen gegen die Diese Erklärung wurde da- , den. .Menschlichkeit dar. | Kriegsverbrecher veriirte/ii mals von Eichmann in Bu.; m'FRDFN I Israel habe, so sagte werden können. Unter diedapest abgegeben, wo er XTI,,„,„ x, Hausner in der Nachmitj als Gestapochef stationiert, war. Nachher sagte Eichmann. er werde zunächst WIR WERDEN NICHT VERGESSEN : *lausner *n , Qe£ vwhänd I S°m Gesetz seien in der I i tagssitzung des 2. Veibandj Zwischenzeit auch zahlrei. Gideon Hausner, der Ober- I lungstages, das Rocht, über cbe Angeklagte, unter ihn«n .staatsanwalt. erklärte, dass die Kriegsverbrechen zu, sogar Juden, wegen Beteilidie ungarischen Juden nach * gs £dr d£e Kriegsverbrechen Gericht zu sitzen. Dieses gung oder Kooperation mit Deutschland deportieren. keine sühne kein Verzeihen I Recht ist aus del? Charter den Nazis abgeurteilt wor. -*ii _• i — 1 j tr AiAtionan lirirf _ w ’. Agenten den Auftrag, den Verbrecher umzubringen, wo um dann später über ihren d kejn vergessen «eben der Vereinten Nationen und j den An der Souveränität i — ... :t - ft j — — jr a ,. r:; u j i _ ■* » _ 1 <*? .•»___i i ® i/%n ii Kor ■ . immer sie ihn finden. Kurz vor Ausführung dieser Ope ration -wurde der Auftrag jedoch auf Grund eines direkten Befehls des damaligen Verteidigungsministers Pin. chas Lavon widerrufen. Nach den Mitteilungen von „israelischen Persönlichkeiten und Funktionären", die die W ahrheit bekanntgeben wollten, wollte man‘Eichmann lebendig fangen, um der 3.000 Millionen Schweizer Franken habhaft zu werden, die die Nazis versteckt hatten und die zur Finanzierung einer anti jüdischen und anti- Lraelischen Kampagne auf der ganzen Welt verwendet werden sollten. Dieses Geld soll in der Schweiz von Himmler selbst deponiert worden sein; Eichmann sei einer der wenigen höheren Nazis gewesen, der von dieser Transaktion Kenntnis hatte. Im Jahre 195a habe Eichmann mit Hilfe csr nordamerikanischen Botschaft ein schweizer Visum erhalten und haben in Bern e.in Geheimkonto eingerichtet, urd zwar habe er unter dem Namen.Hans Eichlemann, zusammen mit einem Beamten der Deutscher, Botschaft in Bern. Richard Loebel. mit einem Teil des Geldes drei Geheimkonten eingerichtet. Zwei dieser Konton seien: Nr. 2779 bei der Nationalbank in Bern und Nr. 1854 bei der Schweizerischen Bankvereinigung. Der Gesamtbetrag, der deponiert wurde sei 5.000.000 Schweizer Franken gewesen. Weitere 5 Millionen Fran. ken seien auf den Namen von Johannes von Leers de- .Verkauf” weiterzuverhandeln. Im Zuge dieser Verhandlungen mit den jüdischen Führern wurde auf Veran. lassung Eichmanns Joel Brandt nach Konstantinopel geschickt, dessen Frau allerdings von Eichmann als Geisel zurückbehalten wurde. Wenn die Juden das Eichmannsc-he Angebot annehmen würden. das er selbst als .groszügig’ be. zeichnete, werde er die Juden in Ungarn in Freiheit setzen, andernfalls sie in die Gaskammern schicken. Ebenfalls in Nürnberg wurde eine Erklärung eines anderen hohen SS-Offiziers verlesen, dem gegenüber Eichmann erklärt hat. dass sechs Millionen Juden umgebracht worden seien, da. von zwei Millioren ausserkönne. auch nicht für die j a“s der (Konvention des pariaments, ein solfurchtbaren Verbrechen, die! die Menschenrechte abzu iches Gesetz zu erlassen, hat von Eichmann begangen : ten- A“ch eine Reihe and -; nie.mand das Recht zu zweiv/orden sind. Inmitten seiner Ausführungen über die Legalität des Verfahrens unterbrach sich Hausner und sagte: Der Verteidiger habe erklärt, dass Deutschland für seine Verbrechen bezahlt habe .indem es Reparationen an Israel leistel-er Länder haben dieses Recht fiir sich in Anspruch genommen. Es sei völlig verfehlt zu behaupten, dass das Gesetz, unter dem Eichfeln. DONNERSTAG VERHANDLUNGSFREI Am gestrigen . Tag wurde nicht verhandelt, da dieser mann abgeurteilt werden soll, ohne frühere Parallel- ,j,ag der 0ffjzjene Gedenk, fälle dastehe. Selbst deuGj tag der Opfer des Nazismen an Israel ie.slesehe Gerich,e hab?" f*s;' mus in Israel ist. te. „Behalten Sie sich die j S^steYlt, dass worden! Zum Abschluss der Ver- Reparationen! Was wollen zls. Gesetze e «ewesen handlung erklärte der Oberseien, die illegal gewesen staatsanwa]t er w(irde au£ sind-! der Freitagsitzung noch et- An dieser Stelle erhob sich wa ejne stunde zum Ab. Servatius und erklärte. ( stbjuss seiner Ausftihrun- Sie mehr?’ aus. „Mit Verfügung druck will rief Hausner allem mir zur stehenden Nachich betonen, so Annahme weder Verzeihung . Augenblick einige Doku noch Vergessen bedeutet. poniert worden, einem anderen Nazi, der jetzt für Nas-, halb der Konzentrationslaser tätig ist. Im September 1944 sei Eichmann beauftrag: worden, die Schätze zu verstecken, die von den Nazis den Juden und Nicht Juden in den besetzten Gebieten geraubt wurden. Die Kisten und Ballen wurden in die Näite des österreichischen Dorfes Maria Enzeldorf gebracht, wo sie von russischen Gefangenen unter derr Kommando des SS-Gruppenführers von Alemsky vergraben worden sind; danach wurden die Russen getötet. Einige Monate später schaffte Eichmann den grössten Teil des Schatzes a-uf die Blaa Alm in den österreichischen Alpen. ' Man g'aubt, dass Eichmann der einzige ist, der das Wrsler-k des Schatzes kennt. Israel möchte wenigstens eires Teile habhaft weiden, «n berichtet Paris Presse. (ITA) I ger vor allem durch dre speziellen Kommandos des SD. Nach den Feststellungen des NS.Generalgouversagte Hausner, dass die | „Diese Frage steht hier | gen benötigen. Der Vorsit Reparationen keine Sühne nicht zur Diskussion. Dr. zende erklärte, dass andarstellen und dass ihre Hausner übergab in diesem seb]iessend der Verteidiger das Wort erhalten werde, den Ausführungen des Staatsanwalts Stellung zu nehmen. Servatius erwi- Richter Landau. wandte dgj-(e; er würde hierfür sich an den Verteidiger mehr als eine halbe und erklärte: „Sie haben gjunde brauchen, nicht verstanden, worum es hier geht. Wir sind ge- \ Ernennung eines Juden in Marokko mente dem Gericht, die sei. um zu ne Darstellung erhärten sollten. Der' Vorsitzende, wandte w öhnt, solche Beweisstücke HAUSNER SPRACH NEUN STUNDEN Casablanca. — Ein marokkanischer Jude namens Arania ist zum Direktor der neurs von Polen. Dr. Frank, ¡hiesigen Akademie der Schö. | ertgegenzunehemn.” seien drei Millionen polninen Künste ernannt worden. 1 sehe Juden ermordet wor- Arama ist ein sehr bekann. den. Aus dem Tagebuch , ter Maler und hat in Paris, des Frank ergebe sich, dass i San Francisco, Chikago und | ohercte Ankläger Gibereits 1943 nur noch 100.000 Washington ausgestellt. Vor Juden in Polen lebten. dieser Ernennung war Ara- Ein anderex nazistischer | ma Kunstreferent des Han. Offizier, Dieter Wislic-eny. delsministeriums. Er ist der sagte aus, dass 35.000 sloerste Jude, der das jetzige j wakisehe und 7.000 tsche. ‘ Amt bekleidet. (ITA) Die von der Verteidigung genannten Zeugen der „El Al” wurden aufgefordert, sich bereit zu halten, da mit ihrer Vernehmung am Montag zu rechnen ist. Sie müssen darauf vorbereitet sein, inperhalb von drei Stunden sich bei dem Ge-. deon Hausner sprach am letzten Verhandlungstage rieht zu präsentieren. Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso en la Imprenta 'POLIGLOTA — Rivadavia 831

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