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Jüdische Wochenschau · 1961-04-06 · 1866 (6.4.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1866 (6.4.1961)
Date
1961-04-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDGN 2190 - 1? izq. JfóJemcutaD&UÁ&lLtci Año XXII. BUENOS AIRES, JUEVES 6 DE ABRIL DE 1961 T. E. 8 3 - 2 6 1 3 No. 1866 HERHEITSRAT WIRD HEUTE TAGEN UN. — Oie Beschwerde Tran'sjcrdaniens gegen Israel bei den UN wird in der Hauptsache mit der Parade begründe*, die Israel am 13. Unabhängigkeitstag in Jerusalem durchzuführen beab. - sichtigt. In einem Schrei, ben. das von der Israel-Delegation tei den UN an den Sicherheitsrat gerichtet wur. dv.. heisst es, dass Trans. jordaniea ohne jeden Grund die relative Ruhe zu stören versuche, die seit einer längeren Zeit an der israelischtransjordanischen Grenze herrscht. — Jerusalem. — Israel be. obacldet mit gespannter Aufmerksamkeit die Vorgänge zwischen Kairo und Amman, die auf eine mögliche Annäherung Aegyptens und Transjordaniens hindeuten. Radio Beirut meldete, der! transjordanische König Hus-! sein habe eine Begegnung 1 mit Nasser in Vorschlag gebracht. Angeblich sei hierfür der 17. April vorgesehen, an dem sich die beiden Staatsoberhäupter in Damaskus treffen sollen. Allgemein gut unterrichtete Quellen aus Amman meldeten, Hussein wünsche den Srannungen mit Nasser din Ende zu bereiten: deswegen würde der transjordanische Senator Fawzi Mulk Kairo reisen, um die derlichen Vorbereitungen zu treffen. Die transjordanischen Zeitungen haben grosse Bilder Husseins und Nassers veröffentlicht; in dem transjordanischen Teil Jerusalems soll es zu Nasser freundlichen Kundgebungen gekommen sein. In einer transjordanischen Zeitung war zu lesen, dass Israel über die Annäherung der arabischen Staaten besorgt sei, weil dies zu einer Verlagerung des Kräfteverhältnisses im Mittleren Osten führen könne. In israelischen Kreisen ist man der Auffassung, dass nach i der Schritt Husseins bereits erfor. zu einer Benachteilung WIE ICH ES SEHE + f iLange, schwarze Scha tten j von JEHIJDA GOTTHEMER In einigen Wochen wird der Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann beginnen, ein Ereignis, das bereits seit Monaten die öffentliche Meinung in Spannung hält. Die grossen und fen, am Tode von Millionen Juden mitverantwortlich! und mitschuldig zu sein. Er wird als ein Monstruum bezeichnet, als ein unersättlicher Henker, der immer neue Massen verfolgter, de. gradierter, verzweifelter kleinen Zeitungen aller Lan. i Menschen, unter ihnen zahl. der bringen Berichte und Stellungnahmen, die es schwer machen, die Vielfalt der Meinungen und Tendenzen zu unterscheiden, die dieser bevorstehende Prozess aufgewühlt hat. Ohne Zweifel dürfte diese „Affäre” nicht nur Diskussionen auslösen oder zu einem wilden Widersteit von Stellungnahmen und Weltanschauungen Veranlassung bieten, sondern politische Folgerungen nach sich ziehen, die weit über das Prozessgeschehen hinausreichen. Nicht nur ein Mann steht hier vor den Schranken eines Tribunals, sondern der Exponent eines Regimes, der Vollstrecker eines ungeheuerlicher, Planes, dessen Zie1 die Ausrottung anderer Nationen — und nicht nur eines anderen Volkes — gewesen ist. Eichmann wird vorgewor. i lose Kinder, Frauen und Greise. — und gerade die- | se —. den Gaskammern oder sonstigen Verhichtungsplät-! zen der nazistischen Mo’ d-! maschine zugeführt habe. | Im Angesicht der unvorstell. | baren Grösse seiner Verbrechen fragten viele, aus welchem Grunde ein Pro- I zess erforderlich wäre; es ist die Welt nicht zur Rune gekommen. Noch vermag niemand zu sagen, wann sich die \Vogen des erregten Meeres menschlicher Leidenschaften legen werden. Fünfzehn Jahre nach dem furchtbaren Ende einer grauen vollen Zeit unbeschreiblicher Schmerzen und Pein nach zwei Welt, kriegen . die jede gesell- . schaftliche Ordnung bis in! ÜLA) die entlegensten Länder und; Orte unseres Erdballs er-; schlittert haben, lodern noch immer die Flammen des Machtrausche-s und des Hasses. Sol1 die Menschheit in einen dritten Weltkrieg Transjordaniens geführt habe. Im allgemeinen werden die schwebenden Verhandlungen von den israelischen Dienststellen mit grösster Aufmerksamkeit verfolgt. Nasser hat dem König Hussein zu verstehen gegeben, dass der wichtigste Punkt für eine neue Annäherung die Stellungnahme gegen Israel sei. Man muss, so meint man in Israel, damit rechnen, dass Hussein in einen extremen antiisraelischen Kurs zurückfällt, glcichzeiig aber Gefahr läuft, durch zu starke Freundschafts- Bezeugungen zu Aegypten in völlige Abhängigkeit von Nasser gera. teil und seine Souveränität einbüssen könne. ■UN. — Der israelische Botschafter Lourie, Mitglied der UN-Delegation erklärte dem Botschafter Ceylons, Suba Synbe. der während des Monats April den Vorsitz im Sicherheitsrat führt, nach seiner Meinung sei eine besondere Eilsitzung wegen der transjordanischen Beschwerde nicht eriorder- : lieh, weil diese jeder Grund. j läge entbehre. Wie verlau- 1 tet. sollen einige Mitglieder; des Sicherheitsrates der j Auffassung sein, dass für ei-! ne breite Debatte kein; Raum sei. j Der Sicherheitsrat tritt : heute zusammen., um u. a. auch Uber den transiord3ni. j sehen Antrag zu beraten. — La Flota Pesquera Israelí Tel Aviv. _ El abastecimiento de la demanda de peces del país se acerca a su realización por intermedio de la flota pesquera israelí, la cual extiende sus actividades ai Océano Atlántico, a niú¡j de ia pesca en el Mar Mediterráneo, el Mar Rojo y el Kineret. La flota pesquera israelí posee en la actualidad 29 barcas pesqueras provistas de redes, de las cuales 18 actúan en el Mar Mediterráneo. 5 en el Mar Rojo y 4 en el Golfo Pérsico. A más de ello cuenta con 30 unidades pesqueras dedicadas a la caza de sardinas cu navegación de cabotaje i hasta diez millas de la costa). Cada unidad pesquera está compuesta de un barco a motor, encargado de recoger el botín, a cuyo lado funcionan tres botes a remo, provistos de linternas especiales, que ayudan a localizar los cardúmenes. La meta del ramo pesquero es aumentar la variedad de ¡a fauna, sumando distintas variedades de peces a ia elección del consumidor israelí. Ultimamente realzóse la importancia de la pesca israelí, con ia extensión de las actividades al Maro Rojo. SCIILOMO S. TANGER Die Fischerfloíte Israels Tel Aviv. — Die Deckung des Fischbedarfs im Lande nähert sich ihrer Verwirklichung durch den Einsatz der israelischen Fischerei-Flotte, die — ausser dem Fischfang im Mittelländischen und Roten Meer sowie auf dem Kineret-See — ihre Tätigkeit auf den Atlantischen Ozean ausdehnt. Die israelische Fischerflotte besitzt gegenwärtig 29 mit Netzen ausgestattete Fischerboote, von denen 18 im Mittelmeer, 5 im Roten Meer und 4 im Persischen Golf auf Fischfang gehen. Ausserdem zählt sie mit 30 Einheiten für den Fischfang bei der Küstenschiffahrt (biszu 10 Meilen von dei Küste). Jede Fischerei-Einheit führt ein Motorboot mit sich, das die Beute einholt, an dessen Seite drei Ruderboote fahren, de mit besonderen Laternen versehen sind, welche die Fischbänke zu lokalisieren helfen. Das Ziel' der Fischerei-Industrie is* es, die Reichhaltigkeit der Fichsorten zu erhönen, die dem israelischen Verbraucher zur Verfügung stehe-n. In letzter Zeit ist die Bedeutung der israelischen Fischerflotte mit der Ausdehnung ihrer Tätigkeit bis zum Roten Meer gestiegen. SCHLOMC S. TANGER sei in eine-m solchen Fall | geschleudert, werden, der geboten, das Ungeheuer in | das endgültige Chaos, die Vernichtung und Zerstörung allen menschlichen Lebens bedeuten würde? Dieselben Element?, die schon einmal Verderben über ungezählte Menschengestalt „einfach” zu erledigen. Dass die Mög. \ichkeit bestanden hat, die. ses Verfahren anzuwenden, dürfte nicht zweifelhaft sein. Aus welchen Gründen wurde dann der Prozess e-ingeleitet, der mit grossen Auf. regungen, internationalen Komplikationen und einem erheblichen Kostenaufwand verbunden ist? Wir leben in einem auf. gewühlten Jahrhundert. Seit den Schüssen von Serajewo Beschwerde Transjordaniens Jerusalem. — Israelische Kreise bezeichneten die Klage, die Transjordanien vor dem Sicherheitsrat der UN über die am Unabhängigkeitstag geplante Parade in Jerusalem führte, als nichtig und gaben der Erwartung Ausdruck, dass uer Rat die Beschwerde abweisen werde. Obwohl die Möglichkeit besteht dass Transiorda. nie-n diesen Schritt unternahm, veil es vorher von den UN-Behörden hierzu ermuntert wurde, so Ist es auch möglich, dass König Hussein sich bei Nasser in ein gutes Licht setzen will, indem er eine .feste Haltung” gegenüber Israel einnimmt. Israel wird vor dem Sicherheitsrat ausführen, dass der Transport einiger Tanks und Kanonen zu einer Parade weder eine Bedrohung des Friedens noch eine Provokation darstellt, da Israel schon vor Wochen sowohl Transjordanien wie auch die UN über die genaue Stückzahl und die Modelle der Waffen informiert hat, die zur Pa-ade nach Jerusalem gebracht werden. Gleichzeitig wird es die Aufmerksamkeit der UN darauf lenken, dass Transjordanien auch für sei. ne Paraden in grossen Mengen Waffen nach Jerusalem schafft, das letzte Mal z. B. am 14. Januar, als anlässlich des Besuches von König Hussein in der Altstadt mehrere Formationen von Düsenjägern über Jerusalem dahinbrausten. (ITA) Millionen gebracht haben, sind erneut am Werk. Sollen wir untätig zusehen, bis es auch dieses . Mal zu spät sein wird? Od;r sollen wir schweigen und hoffen, dass die Kräfte des guten Willens sieh behaupten, ohne selbst initzuwirken, die Gefahren zu bannen? Die Idee des Rechtsstaate hat sich im zweiten Welt, krieg mit der Beseitigung der nazistischen Macht und durch die Zertrümmerung des nazifaschistischen Unrechtsstaates durchgesetzt. In diesem Staat wütete die Feme, die Gerichtsbarkeit derjenigen, die sich stark glaubten, die sich die Befugnisse anmassten, die in einem Rechtsstaat nur die Gerichtsbehörden haben. Israel ist ein demokratisches Land, in welchem das Recht regiert und nicht die brutale Gewalt herrscht. Selbst in einem so klaren Fall wie dem des Henkers von Mil. lionen muss die Aburteilung des Angeklagten durch 'ein normales Gerichtsverfahren vorgenommen werden. Gewiss wäre es anders schneller, einfacher und billiger gewesen. Hier geht es aber nicht um diese Frage, sondern darum, dass auch für alle Welt sichtbar das Recht über das Unrecht, das Ge. setz über die Gewalt, die menschliche Ordnung über das Chaos siegen muss und triumphieren soll. j Deswegen wurde Eichmann vor ein Gericht gej stellt, deswegen soll ihm ' Gelegenheit gegeben wer. | den, sich zu verteidigen, , nur aus diesem Grunde hat j man ihm einen Rechtsbei. 1 stand gewährt, dessen Koi sten von Staats wegen getragen werden. Finanzielle ' Fragen dürfen nicht ent-; scheidend sein, wenn es um j die höchsten Rechtsprinzi. i pien geht, die in diesem Prozess vor aller Welt geschützt und verteidigt werden sollen. Israel hat wohl! verstanden, dass hier nicht i nur ein einzelner Vcrbreeher vor die Schranken ei. j nes Gerichtes tritt. Wenn jej mals das Dichterwort einen | Sinn gehabt hat: „Die Welt-! geschichte ist das Weltgej rieht”, so ist es hier in die. | sein Prozess, der nicht al-; lein einen Spruch über einen Unhold fäilen soll, son.! dem der Erforschung und I Feststellung einer histoif. i scheu Wahrheit dient und j damit, sich in das Weltge- | rieht verwandelt.! Das haben wohl gerade | diejenigen verstanden, die j als Vorder- oder Hintermän. j ner Eichmanns daran in. | teressiert sind, dass die i Wahrheit verborgen bleibe. | Schon sind die Geschichtsi falscher und .klitterer am Werk, die. sich darum bemühen, das Geschehene zu verschleiern oder ia einer Weise darzustellen, die ihnen die Möglichkeit einer Rückkehr zur Macht erlauben könnte. Langsam, sehr -langsam, wagen sie sich aus ihren Schlupfwinkeln hervor und streuen ihr ver. (leibliches Giff, noch immer tastend und im Geheimen. aber doch schon sichtbar und spürbar. Sie sind diejenigen, die plötzlich von Recht und Gerechtigkeit fa. sein, von jenen Tugenden und Prinzipien, die von niemandem anderen als von ihnen selbst zerbrochen und zertreten worden sind. Auf allen möglichen Umwegen bemühen s*e sich, die öffentliche Meinung zu betau, ben. Sie greifen hemmungslos die Widerstandskämpfer und die politischen Emigranten an, die ihre eigene Ehre und die Ehre ihres Landes retten wollten, in. dem sie ihr Leben gegen das braune System einsetzten. Schon ist cs notwendig, diejenigen zu verteidigen, die gegen den Hitlerismus gekämpft haben. Nach einem Schriftsteller, der es wissen muss, zi. tieren wir einige Worte Adenauers. die geradezu blitzartig diese alt-neue’ Lage erhellen: .Man kann niemandem einen Vorwurf aus der Tatsache machen, dass er aus persönlichen oder politischen Gründen emigriert ist oder Hitler innerhalb Deutschlands Widerstand geleistet hat. In jedem Falt*müssen die Grün, de in Betracht gezogen werden, die die Handlung bestimmten und wenn sie wde die Handlungsweise selbst ehrenhaft sind, wäre eine allgemeine Verurteilung cbensc verkeimt wie eine falsche Glorifizierung” ... I; Wir wissen leider nicht, ob | der deutsche Bundeskanzler tatsächlich diese Worte 1 gebraucht hat, haben aber 1 kein Reciit zu bezweifeln, ' dass ein bekannter Jourr.a.! list unrichtige Zitate bringt, i Mit diesem Vorbehalt gaben ■ wdr diese Aeusserungen Ade.! nauers wieder. I Es ist also bereits so weit 1 gekommen, dass sich Wi. , derstandskämpter verteidij gen müssen, oder dass der deutsche Bundeskanzler zu ihrem Schutze Erklärungen! abgibt, in der freien Weit war man bisher der Mei- | ming, dass es richtig wäre,; wenn diejenigen sich recht. | fertigen die das Schandre- | giine ermöglicht und mitgemacht haben, und nicht die j wenigen die sich gegen den 1 braunen St rum stemmten. | Solche Auseinandersetzungen sind nicht zufällig bei , Wahlkämplen um die Kanz. I lernaehfolge in Deutschland entbrannt, sondern stehen I in einem direkten Zusain. I menhang mit dem Prozess! Eichmann. Nicht aus heitei rem Himmel meinte Ade-! nauer, er habe Angst, die j We-ltmeiRiing könne sich I noch einmal gegen ganz Deutschland wunden, wenn die nazistischer Verbrechen in ihren Einze.heiten be. kannt werden. Diese Be. fürchtungen sind im Angesicht der innenpolitischen Situation \ ielleicht garnlcht (Schluss auf Seile 4) Prozess gegen Chmielewsld Ansbach. - Der Prozess gegen den Exkommandanten des Ur.lerlagers Gusen in Mauthausen nimmt seinen Fortgang. Gegen den Angexagten wuirde Freiheitsentzug auf Lebenszeit beantragt. Der Staatsanwalt stellte fesl, dass die Aussagen d.cr Zeugen in dem seit sechs Wochen lautenden Gerichtsverfahren erwiesen haben, dass der jetzt bSiäurigc Verbrecher t zumindest 293 Häftlinge auf die brutalste Weis? er. I mordet hat. i Die Anklage forder’e diei Jahr? Gefängnis für den! Mitangeklagten Herbert Junge, einer ehemaligen KZ- Aufseher. wegen Mittäterschaft be; den Morden. Ueber 100 Zeugen beschrieben die unfassbaren Greuel in diesem Lagijr u. a. das Totbaden, wobei die.unglücklichen Opfer von dem Angek'agten nackt ir. eis. kahe.s Wasrcr getaucht wurden, bis sie tot waren. — (ITA» K£#1ÉÉ

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