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Jüdische Wochenschau · 1961-01-27 · 1848 (27.1.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1848 (27.1.1961)
Date
1961-01-27
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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fÜANOJEO pS.-iXTH Concesión '908 EL EJEMPU1 en toda la Republik 4, Concesión 1629 TAHUA REDUCIDA Buenos Aíras PÜEYRREDON 2190 1’ Uq. T. E. 83 . 2613 Año XXII. BUENOS AIRES. VIERNES 27 DE ENERO DE 1961 Ni». 1643 íif» f euer m Nordainerili ist erstaunlich, weich grossen Beitrag der Neger 7ur modernen amerikanischen Kultur geleistet hat. ln einem ausgezeichneten, objektiven kleinen Buch kMentor Paperbacks), hat Prof. Margaret Just Butcher c'ie an der Howard Universitv Literaturgeschichte lehrt, diesen Beitrag verzeichnet und analysiert (..The Negro in American Culture“). Ebenfalls vorzüglich ist die soeben herausgekommene Geschichte der Neger in den Vereinigten Staaten von Prof. Schulte Novdholt: ,,The People That Walk in Darkness“. Diese Bücher geben Anlass zu einer kurzen Betrachtung des Problems. Man hurt und findet gele-! gentlich Vergleiche zwischen dem Problem der Judenj heit und dem der Neger in ' Nordamerika. Der Vergleich ' ist jedoch schief. I Der Hauptunterschied liegt! in der Tatsache, dass die Neger sehr gegen ihren Willen nach Amerika gebracht wurden, während die Juden wie andere Einwanderer 1 freiwillig und sukzessive dorthin kamen und in Amej rika eine Art „gelobten Landes“ sahen. i Ein weiterer wesentlicher ' Unterschied liegt darin,l dass die Juden ausnahmslos eine gewisse, wenn auch oft j auf jüdische Dinge bej schränkte Bildung hatten ‘ und im Durchschnitt ein höheres Kulturniveau bessssen als die schon länger Ansässigen, während die Negersklaven völlig primitiv waren. Selbst wenn sie mit Annahme des Christentums eine etwas höhere l Stufe erklommen, musst« | der Pfarrer, der die" Taufe j vornahm, sie schwören lassen. dass sie mit ihrem Lose zufrieden seien und keij nen Versuch machen würden, sich zu befreien! Besuch in Israal Jerusalem. — 240 Schüler aus Argentinien und Chile j verbringen ihre Schulferien j in Israel. Dieser Besuch' wird aufgrund eines der Pläne verwirklicht, die die! Jewish Agency ausgearbeiiet hat, um Jugendlichen' Reisen nach Israel zu er-! möglichen. Die jungen Leute werden Rundfahrten durch das Land machen j und an Seminaren teilnehi men. (ITA) CT7 Freilich gibt es einige Yer g’eichspunkte positiver i rt, so die Diskriminierung l der beide Gruppen ausge- ■ setzt sina, und den hieraus i folgenden Eifer, sich mog- : liebst anzupassen, ja sogar _ wie es bei Mischlingen , yc\,- _ seine Herkunft zu j verleugnen. Tn Amerika , rennt man das „passing , und es gibt Romane, die aus diesem ..passing stehende Tragödien schil- dv-rn wenn etwa einem i scheinbar weissen Ehepaar j ein Kind geboren wird das einen Negertypus besitzt. j Ein merkwürdiger Ver-ä <?!eichspunkt wurde in neui-ipr Zeit geschaffen, indem den Negern die Rückkehr in ihre ursprüngliche Heimat vorgeschlagen wurde. Jetferson hatte schon im achtzehnten Jahrhundert eine solche Losung m Au- „e. Er spielte ja in der Fra- 1,0. der Sklavenhaltung eine doppelte Rolle - er selbst war Plantagen- und bkiavenbesitzer und musste öfters bei vielen Schwierigkeiten die ihm während des Unabhängigkeitskrieges ent- «egentraten. genau wie später Lincoln, aus politischen Gründen die Sache der Nef,„r zurückstellen.So stimmte er bekanntlich zögernd zu als eine Klausel in der i[j ii abhän gigkeits-Erklarung, die von Menschenrechten »uch für die Neger sprach, gestrichen wurde. Indessen blühte der Sklavenhandel umso lebhafter, als die Baumwollkultur ein- « führt wurde und den Süden eroberte. In dieser Zeit stiegen die Preise der Sklaven, so dass die schlimmsten Exzesse häufig wurden: das Züchten von Sklaven in „Gestüten“, der Verkauf vor, Mädchen an Plantagenbesitzer auf dem , Block (die „fancy 8irls,J’ j das Auseinanderreissen der j Familien, die sadistischen Misshandlungen. Jeffersons Vorschlag einer »Repatriierung" blieb lange auf dem Papier, aber in seinem hoben Alter erlebte « «loch noch die erste praktische Auswirkung: 1816 wurde <he Amerikanische Kolonialgesellschaft in Washington gegründet, die es mch zur Aufgabe machte, die Sklaven Amerikas langsam zu befreien und nach dem r.eugegründeten Negerstaat Liberia an der afrikanischen Westküste zu senden. Jefferson schrieb damals. „Auf diese Weise werden! Der neue Staalssekretaer der USA i New York. — Dean Rusk, der neue Staatssekretär der j Kennedy-Regierung, ist kein Unbekannter für diejenigen, die im Jahve 1947, als der Teilungsbeschluss für Palä« . ., . stina in den UN angenommen wurde, hinter den Kulissen wir ein wenig Restitution;■ Kirche, in der Musik. gearbeitet haben. Damals spielte er als Mitglied der USAleisten für die lange Reihe i gern Theater, der bportjje^ga ion vor den UN eine wichtige Rolle bei der „Eiuder Missetaten, die wir ge-• weit frei von Uiskrim na- _ fiUssnahme auf Situationen“. Er ist der Autor der „Heigeniiber diesen Menschen j tion. Nur auf diesen Geoie-, j-g Kuh“, die er kurz bevor die UN beschloss. Palästis,if dem Gewissen haben.“! i™ «iffnet sieb ihnen eine Gewissen haben “ I ten iiffne-t sich ihnen eine xvuu .* a,e er Kurz Devor 1116 UiN beschloss, PalästinnH oni(.!T.nfh-,hn die ¡hrer Resa. na lu 2W€1 getrennte Staaten, einen arabischen und ei- »¡¡T es Inseesamt nur j bira« gemäss^st Im sato. ÄTÄÄÄ! Kn's“ ti IS I* nach ,crusa.cn. Baschickf »cf.' wurden, und zwar nur Frei-1 fort. gelassene. die der Regierung unbequem waren. Die Sklaven »neben, ' was 1 sie waten. Nur nebenbei sei aus der vuivui *«si #ii<<ii»««i«iisuicii . , Tnvr ... , Entwicklung Liberias be-; v.'eissen Burschen mit dem , . ™ Wl!r.de( set?t,e richtet, dass die aus ganz i Vornamen angeredet wird — •hi.,.h„.e Treuüanuer Jer alle Mitglieder des Ku len’ nieibei S0llte Es kann auch heute noch; \orkommen. dass ein j schwarzer Oberl ichter oder Universitälsprofessor von einem fast an alphabetischen m Berater im Eichmann-Prozess Jerusalem. — Prof. Dr. Robert M. Kempner, der bekannte nordamerikanische Jurist deutscher Herkunft, der in den Jahren 1945—46 Stellvertretender Chef der USA-Delegation bei den Nürnberger Prozessen war, traf auf Einladung von Generalstaatsanwa.t Gideon Hausner in Israel ein. um als Berater am Eichmann-Prozess teilzunehmen. Wie es heisst, wird Dr. Kempner dem Generalstaatsanwalt als Sachverständiger in der Frage der dem Gerichtshof vorliegenden Dokumente und Beweise dienen. Dr. Kempner gehörte zum Personal des Obersten Gerichtshofes als Assistent von Richter Robert Jackson. In den Jahren 1947—49 war er Beigeordneter der Staatsanwaltschaft in den Prozessen gegen die Diplomaten mit nazistischer Vergangenheit. — (ITA)1 . anderem Milieu stammenden und kulturell den eingeborenen Negern weit vorausgeeilten amerikanischen Neger sich lange Zeit hindurch nicht gerade gut gegen ihre afrikanischen S'ammesgenossen benahmen. Noch heute ist eines der Probleme Liberias die Integration der aus Amerika gekommenen Burger, beziehungsweise ihrer Nachkommen. mit den primitiven Alteingesessenen. Indessen geht dieser Prozess jetzt mit der ökonomischen Erschliessung des Landes schneller vor sich. Mr. Yancy der liberische Botschafter in Israel, sagte bei Gelegenheit eines Empfanges in charakteristischer Weise: „Mein Urgrossvater kam aus Amerika. Aber schon mein Grossvater heiratete eine Sabra“... Das Hindernis für eine umfassende Repatriierung l&g nicht nur in der Weigerung der Sklavenhalter, ihre Leute freizugeben — die Neger selbst wollten nicht aus Amerika fort. Pe^ Ne' gerbisehof Richard Allen, ein Freigelassener, der seine Freiheit selbst erkauft hatte, schrieb damals in einer Zeitung: „Dies Land, das wir mit unserem Blut und unseren Tranen gedüngt haben, ist jetzt unter Vaterland.“ Als Lincoln, der lange — wie er selbst sagte — zu allen Greueln geschwiegen hatte, im Jahre 1862 neuerlich mit einem Plan zur Freilassung und Ueberfuhrung der Neger nach Liberia auftrat — damals durften es etwa vier Millionen gewesen sein — fand er den Widerstand der Neger ebenso gross wie den der Plantagenbesitzer. Obwohl dieser rian scheiterte, war Lincoln von da ab ein Fürsprecher der Emanzipation. Mit dem Ende des Bürgerkrieges, der den Nordstaaten den Sieg brachte, setzte er die Freilassung durch. Er wurde und wird noch heute von vielen Negern als ihr Messias angesehen. Aber das Problem war mit der Befreiung aus der Sklaverei nicht gelöst. Amerika ist das Land der „ethnischen Pluralität“, in dem _ cum grano salis betrachtet — jede der zahlreichen Einwanderergruppen sich weniger als in anderen Landern vermischt. Umsomehr musste dies bei den Negern der Fall s“in. die nach einem Ausdruck des bedeutenden westindischen Neger-Romanciers Lamming in der Festung ihrer Haut leben. Selbst im Norden sind die Neger wohl nur in der Kiux Kian weigern sich, Neger mit Titel oder Zunamen zu „ehren“. Indessen leben die Neger auch dort heute in einer anderen Atmosphäre. In der ersten .Rekonstruktionsperiode” nach dem Bürgerkrieg waren sie und ihre Freunde voll Hoffnung und Begeisterung. Aber die schönen Anfänge der Siebzigerjahre, als von ideal gesinnten Männern aus den Nordstaaten Tausende von Schulen für Kinder und Erwachsene eröffnet wurden, als eine Reihe von Seminaren Lehrer heranbildete, als sogar zwei Universitäten für Hochschulbildung sorgten (Howard in Washington und Fiski in Nashville), wurden von Ku Kux Klan und seinen Mitläufern in den neunziger Jahren mit einer Welle sadistischer Vei'brechen gegen Neger abgelöst, gefolgt von einzelnen „Apartheid”-Gesetzen der einzelnen Staaten — von denen wenigstens das die Schulen betreffende, vom Obersten Gerichtshof der USA für unkonstitutionell erklärt wurde. Dies war der Anlass zu den Krawallen in Little j--—-- Rock und an anderen Orten, I, . ., , _ . . , aber auch ietzt vergeht kein i un,d es ®lbt mebr Uttd m«hr aoei dum jeizi vci^eui mui erhwarze Staateheamt» Tag ohne Zusammenstosse scnwarze maatsbeamte. * oda oder dort. Dies kommt daher, dass cs heute in Amerika eine „zweite Rekonstruktionspedie „Heilige Kuh’ den, um Mosche Sharett und den Exmufti von Jerusa- : lern, Hadsh Amin el Husseini, zusammen in die UN zu ibiüngen, damit ein letzter dramatischer Versuch unternommen würde, eine arabisch-jüdische Verständigung herbeizuführen. Als der Druck zur Internationalisierung von Jerusaieh Rusk für die usalems zu bestelallerdings Israel als Mandatar der LTN für den jüdischen Teil der Stadt und Transjordanien in der gleichen Eigenschaft für den arabischen Teil Jerusalems bestimmt werden. An einem gewissen Punkt dieser Debatte schlug Rusk auch vor, ganz Palästina als UN-Mandat zu erklären, anstatt es in zwei Staaten, aufzuteilen. Im allgemeinen glaubt man, Rusk dürfte nicht die von gewissen Beamten des State Department vertretene Meinung teilen, dass alle Schwierigkeiten, die die USA! mit den Arabern haben, die Folge der Gründung Israels sind. Sein kürzlicher Kontakt mit Israel als Chef der Rockefelier-Stiftung veranlasste ihn zur Befürwortung der weitgehenden Teilnahme der USA an der Konferenz über die Rolle der Wissenschaft, die im Weizmann-Insti- : tut in Reehowot abgehalten wurde. I Die Ernennung von Rusk zum Staatssekretär wurde in Israel mit grosser Erleichterung aufgenommen, da man befürchtet hatte, Senator Fulbright von Arkansas , könne vom Präsidenten Kennedy auf diesen Posten be- ' rufen werden. Dieser Senator nahm, wie erinnerlich, bei den Debatten über Suez, gegen Israel Partei, unterstützte die Anleihe der Weltbank für Nasser und gab bei verschiedenen Gelegenheiten seiner politischen Gegnerschaft zu Israel Ausdruck. BORIS SMOLAR HAKENKREUZ - SCHMIERER VERURTEILT Karlsruhe. — Ein 20 Jah-’ re alter ehemaliger Sani-; täts-Unteroffizier der ostj deutschen Volkspolizei woll-! te nach einer neuen nationalsozialistischen „Machtergreifung“ General werriode“ gibt. Ueber die erste kann man sich in einem schönen Roman von Howard Fast („Freedom Road”) gut informieren. Diese neue Rekonstruktion ist dadurch charakterisiert, dass die Neger inzwischen, wenn man so sagen darf, eine „Selbstwehr“ eingerichtet haben. Sic lassen sich nichts mehr gefallen: Sie steigen in Autobusse ein, die ihnen verbeten sind, sie gehen zu Schaltern, die für Weisse reserviert sein sollen, sie besetzen Restaurants, wo man ihnen den Eintritt oder wenigstens das Sitzen verweigert, sie schwimmen im Meer am .weissen” Badestrand, und sie gehen zu Gericht, wenn die Handhabe dazu gegeben ist. Wo der Kläger zu arm ist, um ei nen Anwalt zu bezahlen, hilft ihm die „Gesellschaft zur Förderung der Farbigen“. Sogar in der Armee haben die Neger selbst die Dcsegregation durchgesetzt, nachdem sie noch im letzten Kriege in besonderen Abteilungen dienten. Roosevelt hatte mehrere Neger in seinem Kabinett, in den UN spielt Dr. Bunehe eine bedeutende Rolle, den. Diesen Plan hatte er im vergangenen April in einem karlsruher Lehrlingsheim zusammen mit zwei anderen jungen Burschen im Alter von 19 und 22 Jahren verabredet. Sein 22 Jahre alter Freund sollte „Reichsgauleiter“ werden. In der Nacht zum 8. Mai lizisten, Richter. Am lang-! die drei Lehrlinge in samsten geht die Besserung! Karlsruhe 30 Plakate mit vor sich, was die Wohnvier-1 der Aufschrift „Volk erwatcl anlangt — vom Süden c^e — NSDAP“ angeklebt, gar nicht zu reden, auch im j Eiben Monat später be- Norden. Indessen sind auch i schmierten sie in Pforzheim i -^ - w:;« j. j hier Fortschritte zu verzeichnen, und wenn sie auch sehr gering sind — von New Yorks 300.000 Negern leben noch immer die meisten in Harlem —, so ist dies zum Zäune, Wände und Bürgersteige mit Hakenkreuzen. Aufgrund einer Selbstanzeige eines der Täter gelangten die drei vor das karlsruher Jugendschöffen - Ge- Teil dem Zustrom der sehr; rieht. Sie nannten ihre Taten jetzt eine „Riesendummheit“ und waren beprimitiven Porto Ricaner- Neger zuzuschreiben, zum Teil dem Zauberkreis, in den sich der Arme immer urd überall eingeschlossen sieht. Um in die besseren Wohnviertel einzudringen, muss er Geld i.nd Status haben; diese sind ohne höhere Schulung nicht zu erlangen und höhere Schulung kostet j Geld und ist übrigens auch! in Harlem nicht erreichbar, j Es ist nicht zu verhehlen, j was in den oben genannten ' \l j Büchern nicht erwähnt wird,! 1_ dass unter den Negern naj mentlich der Nord-Staaten, 1 eine antisemitische Strö- ' mung besteht. Sie hat zwei , Wurzeln. Einmal liegt es ln j der Natur des Menschen, j der getreten wird, auch trej ten zu wollen. Ferner sind sehr viele Neger fromm und ei liegen einem religiösen Antisemitismus. reit, jede Strafe anzunehmen. Das Gericht verurteilte sie zu Gefängnisstrafen mit Bewährung zwischen 7 und 12 Monaten. (AWZ) Nachricht aus Wien Wien. — Aus autorisierter Quelle verlautet, dass das österreichische Abkommen über Entschädigungen im März zur Unterzeichnung gelangen j soll, wenn „keine unerwarteten Schwierigkei-; ten auftaueben“. Da bei- I de Parlamente die Ge- | setze ratifizieren müssen, so sind Zahlungen ' nicht vor Oktober zu er-! warten. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impresa e<v la Imprenta POLIGLOTA — Rivadaviin8.lti

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