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Jüdische Wochenschau · 1960-11-15 · 1827 (15.11.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1827 (15.11.1960)
Date
1960-11-15
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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S — Martes. 15 de Noviembre 4e 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afio XXI. — No. llff Dio Vision des Philosophen (Schluss von Seite 1) ,haben den untrüglichen Beweis erbracht, dass unser |VoLk in diesem Sinne über ein beinahe unbegrenztes Kapital verfügt, mit dessen Hilfe sein Land und nem engen Zusammenhang miteinander stehen, dürfte es angezeigt sein, sie zu vergleichen. Man wird die Tragik der Entwicklung erkensein [nen, die das deutsche Judentum genommen hat, obwohl es sich bei der Ablehnung Archiv des Ghetto von Lodz Jerusalem. — Ein Mitglied .nung des „Judenrates des [der Redaktion der Israeli- Ghetto Litzmannstadt“ angelfben . gen Wechselwirkung i.es noch vielerorts, wofür mannigfache Gründe und „Entschuldigungen” angeführt werden können. neues Leben aufgebaut wur- Mendelssohn teilte seinem de Gesprächspartner mit, dass Visionär erscheint die Herzlscher Ideen völlig zu für ein so gewaltiges VoihajSchlussbemerkung Mendels- Unrecht auf Mendelssohn be. ben wie die Sammlung des S0tmS seinem Schreiben rief. Der Mann, der die jüdischen Volkes und die Er. |an den Unbekannten: die Emanzipation des jüdischen richti g des jüdischen StaajfYage des Judenstaates kann ¡Volkes oder wie er sagte, der tes .. . altige Summen erfor-|Ilur durch einen Krieg, ei-'jüdischen Nation predigte, nen grossen Krieg, eine ent-1 ebnete dem Prozess der Asscheidende Lösung erfahren 'similation den Weg, der bis Längst vergessen waren jezur Selbstauflösung führte. ■ ne Worte des „Vaters des Am Ende dieses Weges, am! sehen Zeitung „Bemachaneh“ Herr P. Rosenfeld, hatte m England, wo er als Delegierter weilte, gelegentlich eines Gespräches über den Eichmann-Fall erfahren, dass ein legt worden waren und Bilder, Dokumente und Beschreibungen enthielten. Die Alben, die zweifellos von ausgezeichneten jüdischen Graphikern ausgearbeitet israelischer Maler durch Zuworden sind, behandeln vier! fall in Frankfurt a. M. ei- . nen Teil des Archivs des Ghetto von Lodz entdeckt deri.j.i wären. Diese „unermessliche-.” Beträge werden nur sehr rchwer aufzubringen sein. Der Philosoph war ein glänzender Beobachter und ein noch besserer Psychologe. Er kannte seine Juden: er wusste, dass der „Reichtum meiner Nation mehr im Kredit als im wirklichen Vermögen besteht”. Die Umwelt hat die Juden immer für reicher gehalten, als sie wirklich sind. Dies j habe. j Rosenfeld begab sich sofort nach Frankfurt. Die Besitze- •rin der Pension Steinmetz im j Hause Frankfurt, Bergstrasse j 18, in dessen Keller sich tat-; sächlich vier grosse Pakete I deutschen Judentums”, als Rande der Selbstauflösung jVGl fanden, teilte Rosenfeld | sichtnahme ein grosser Krieg zwischen -steht der Mann, der den Weg | den Völkern tobte, die um zurückschreitet, den Weg zu mit, dass sie die Pakete von einem jüdischen Paar, das den Platz an der Sonne und 'sich selbst, den Weg der ,l)ei ihl ^or längerer Zeit ge- I ü,.__f; „ den iwohnt hat, zur Aufbewahrung erhalten habe, und sagte, der Name des Paares, das „Auto _ Emanzipation’ Weg der Selbstbefreiung und des Bekenntnisses zu seinem Volk. Mendelssohn war der Jude seiner Zeit. Aber der die Vorherrschaft auf der Erde mit dem Blut ihrer Söhne und dem Glück ihrer Völker rangen. Das damals so stolze deutsche Judentum hatte die inzwischen wacht mag kein Nachteil sem.Denn gewordene Idee der Wieder- Ton ließt ebenso auf* dem hierdurch wuchs tatsächlich errichtung eines jüdischen j Worte , Jude”. Erfüllt von der Kredit, von dem Men- Staates bekämpft, weil die tiefstem jüdischem Wissen delssohn gesprochen hatte. Mehrheit der deutschen Ju- * uat er den Mut, als erster Vielleicht liegt hier einer den sich nicht etwa als Jude die Bibel ’in die deut. der wenigen Punkte in dem Söhne des jüdischen Volkes, Sprache zu übertragen. Konzept Mendelssohns, der sondern als gleiehbereehtig- ¡Herzl dagegen wusste nichts te Mitglieder des deutschen .vom Judentum, seine Kennt- Volkes gefühlt haben. In der wareu nicht grosse und Vorstellungswelt eines deutschen Staatsbürgers jüdischen Glaubens war kein Raum für einen nationalen Staat der Juden, für die Renaissance des jüdischen Volabwegig ist, weil der Philosoph von irrtümlichen Voraussetzungen ausging. Heute wissen wir. dass eine Nation nur ein Kapital hat, das nicht in Gold und nicht in Schätzen, sondern einzig und allein in ihrer Arbeitskraft. ihr die Pakete übergab, sei Abramowitz gewesen, aber die beiden seien nicht mehr zurückgekommen. Als Rosenfeld die Pakete öffnete, entdeckte er vier riesige Alben, die auf Anord- Themen: das Kinderlager, das Krankenhaus, die Schuh, fabrik und die Teppichfabrik. Die Alben wurden von P. Rosenfeld nach Israel verbracht und „Jad Waschern” übergeben. Man nimmt an. dass „Jad Waschern” sie der Allgemeinheit zwecks Einur Verfügung stellt, da damit zu rechnen ist, dass auf den Bildern Verwandte und Freunde vieler Bürger des Landes zu sehen sein werden. la Semana Israelita Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1° izq. T. E. 83-2613 Argentinien: 60.— pro Quartal Abon„-Preise: Reinrassige Olympiade Auf Grund dieses Fundes ist man der Ansicht, dass in Europa noch an vielen Stellen Dokumentenmaterial ver-! der borgen ist, das man suchen muss, um es den nationalen Archiven zuzuführen. Washington. — Die Botschaft von Irak ersuchte die Regierung Indonesiens, die Teilnahme Israels an den asiatischen olympischen Spielen zu verhindern, die im Jahre .1962 in Yakarta j stattfinden sollen. Die Iraker j behaupten, die Anwesenheit Israelis würde eine Be- ■ leidigung für die Anhänger des Islams-darstellen. (ITA) einen unvergesslichen und faszinierenden Eindruck gemacht hatte, sondern sie glauben liess, der Messias Polemik und Apolegetik des antizionistischen. Sektors des deutschen Judentums die Ge_ stalt von Moses Mendelssohn gelernt 6 wa-^¡hr^hü^iiahrn |selbst Sfei unter sie getreten. ' ejn werdg retuschierte. Heuunbekannt war Herzl steht i ^k^Ma^en hlttelTdie' d‘eSe ad damit — ebenso wie Men- 'druckten Mas*en hatterl die‘ mentationen verschwunden in der Einsatzbereitschaft :kes und die Erneuerung des und dem Opfermut ihrer jüdischen Menschen. Und Menschen beruht. Die Ent-1 doch sollte Wicklung der gung und die staatlichen Zionsbewe- Jahre der Existenz Israels Dr. FREY Abogado PUEYRREDON lit* 1* iM|. nachm. 16—19 Uta delssohn — für eine oder mehrere Generationen europäischer Juden, deren Erziehung alle Fächer des Wisgerade inmitten sens umfasste, nur das Judes ersten Weltkrieges der dentum nicht. Mendelssohn Gedanke der Wiedererrich- 1 erkannt« die Grösse der Idee tung Zions eine erhebliche I ¡Aber nicht nur die unterte sind diese drückten Massen hatten diementationen ses Gefühl. Der Schriftstel- 'und erstrahlt auch die ler Ben Ami beschreibt Persönlichkeit des „Dessau. Herzls Auftreten auf dem er.!ers”, wie man ihn nannte, jsten Kongress: „Der grosse ' zweitausendjährige Traum unseres Volkes schien in Er- -füllung zu gehen; es war, als 'ob der Maschiach ben David politische Bedeutung im | resignierte, Herzl dagegen ' eines jüdischen Staates, aberuns stand> und ein star_ ker Wunsch. ein innerer Zwang ergriff mich, durch dieses stürmische, jubelnde Meer laut zu rufen: Jechi Hamelech! Es lebe der König!” gung stand damals noch auf! ständlichkeit voraussetzen j Trotz dieser auffallenden sehr wankendem Boden. Ihr und forderte das Recht der . Gegensätzlichkeiten stehen Kampf zwischen den beiden 'schritt an die um die Entscheidung ringeni Mendelssohn den Weltmächte erhalten, zwischen England und Deutschland. Die Zionistische Bewe- Realisierung. leitete den Kampf um das Recht des Juden als Individuum ein, Herzl dagegen konnte dieses!' Recht als eine Selbstver-1 im Lichte seiner jüdischen Schicksalsverbundenheit als Sohn der „jüdischen Nation”, für die er lebte und arbeitete, und für deren Kinder er durch sein Leben, seine Arbeit, sein Denken bens niemals gelöst. Dieses Band, das von den Nachfolgern Mendelssohns zerschniL ten wurde, hat dann Herzl wieder aufgenomtnen und zusammengefügt. So stehen, sie beide, Mendelssohn wie Herzl auf einer Ebene desset. ben geschichtlichen Prozes- StiS, Dass die Vision Mendels, sohns Wirklichkeit wurde, dass die Errichtung des jüdischen Staates nur durch oder nach einem grossen Krieg möglich sein würde, erlebte das jüdische Volk währenddes ersten Krieges. Damals wurde am 2. Novemdie bürgerliche und die ber 1917 d;e ßalfour-Erklä- Aus eigener Werkstatt Lederkleidung CAMPERAS — JACKEN MAENTEL Umarbeitung - Aenderung Massanfertigung in 24 St. Garantiert bestes Leder G. Küchler CONGRESO 2465 fast Ecke Cabildo 2900 Schöpfer, der assimilierte jüdische Journalist Theodor Herzl, steht sozusagen am lEnde der Epoche, die Menj delssohn eingeleitet hatte. ¡Stärkere Kontraste konnte ¡man sich kaum vorstellen, i Da aber diese beiden ungewöhnlichen Männer in irgendeinem und sogar in ei- Juden als Volk. — Mendelssohn beide, [Herzl, nicht nur schicksals- Wenn man will, kann man! massig in einer Reihe, würdige und starke Glieder einer festen Kette ungezählter Generationen. Beide Männer menschliche Freiheit erringen wollte. Mendelssohn konnte noch nicht wisseu, dass dieser Prozess auf Kosten der nationalen Verbundenheit der Juden vor sich und gehen würde. Er selbst hat diese Bindung Zeit seines Le_ J. Liebling fourniere — SPERRHOELZER; DIAZ VELEZ 5224 al 46 < T. E. 43-2349/0340 y 3021 j || REAL PEN \?Füllhalter {I REPARATUREN j; Spezialgeschäft j! CORRIENTES 569 j [ TE. 49-5850 Optica (¡Ql DIPL. OPTIKER Sarmiento 8291 T. E. 35.735<d ■Atattkä. (2ka.peaux HUTSALON Jetzt in B e 1 g r a n o MOLDES 2 5 G 1 T. E. 73-9229 73-9155 auch den gewaltigen äusserlichen Unterschied zwischen diesen beiden Persönlichkei. ten symbolisieren. Die kleine, ungesunde Gestalt des Philosophen erinnert ein wenig an das Leid der Juden und an die Enge des Ghetto. Demgegenüber steht die hohe Gestalt des — im besten Sinne — „europäischen” Juden Theodor Herzl, dessen Erscheinung auf die breiten jüdischen Massen nicht nur gehören zusammen, obwohl rung gegeben, die dann ein wesentlicher Markstein auf dem Wege der Realisierung des alten zionistischen Traumes gewesen ist, den Mendelssohn wie Herzl und gleich ihnen ungezählte Generationen geträumt hatten. Jacobo M. Lapidus dipl. Mohel TUCUMAN 2396. 4P J T. E.: 48-2124 Judith Schenkolewski Kultus* lickereien Schabbosdecken . Tallisbeutel . Käppchen Maszot-Taschen - Hand- und Masctunenstickerei von Bett- und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-9155 Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76-0784 u. 76-2312 Dr. B. 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