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Jüdische Wochenschau · 1960-11-15 · 1827 (15.11.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1827 (15.11.1960)
Date
1960-11-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JkJènùâfeJsfi&eliia PUEYRREDON BUENOS AIRES, MARTES 15 DE NOVIEMBRE DE 1960 ); Año XXI. Israel Brinda Ayuda Técnica Tel Aviv. — Dos expertos de la cooperativa israelí de transporte colectivo "Eged" partieron a Abisinia con el objeto de asesorar al ministro de comunicaciones abesinio en la organización del transporte pública. Los técnicos israelíes tendrán la misión de organizar el transporte colectivo en las ciudades de Abisinia como también entre las diversas regiones de este país africano. . ... El ministro de relaciones exteriores israelí recibió últimamente otros pedidos de países de Asia y Africa para el envío de expertos en organización de comunicaciones. Una misión de cinco miembros de la India que recientemente ha visitado Israel para estudiar las sociedades cooperativas, presentó su informe al gobierno hindú. En el mismo se atribuye el gran desarrollo del cooperativismo en Israel a “la perseverancia de un grupo de trabajadores altruistas con altos ideales.“ SCHLOMO S. TANGER Obzwar sich die Juden •wahrend der kürzlichen Anwesenheit Nassers in New .York reserviert verhielten, haben die Araber die Gelegenheit des Wahlkampfes um die USA _ Präsidentschaft nicht versäumt, ihre übliche antijüdische Propaganda zu ¡betreiben. An dieser Hetze beteiligten sich nicht allein die im Lande lebenden Araber sondern auch die Botschaften der VAR. Iraks und Saudiarabiens. Das State Department sah sich gezwungen, bei dem VAR-Botschafter Protest zu erheben, denn dieser batte die amerikanischen Juden öffentlich angegriffen und die arabischen Studenten in den USA-Universitäten an ihre ,,Pflicht” erinnert, gegen Kandidaten zu stimmen, die für Israel eintreten. Irak und Saudiarabien proyon MILTON FRIEDMAN I testierten gegen Kennedys! proisraelische Ansprache vor ¡der Amerikanischen Zionistischen Organisation. Irak unj terbreitete dem State Department eine formelle diplomatische Note, in der verlangt wurde, Kennedy zu ersuchen, derartige Reden zu unterlassen. Die Organisation jüdischer; Kriegsveteranen wandte sich an das State Department mit der Bitte, „die Einmischung arabischer Regierungen in den Wahlkampf zu unterbinden und die arabischen Diplomaten hierauf aufmerksam zu machen.” Die besonderen Angriffe der Araber richteten sich ge. gen Kennedy, doch auch Nixon nahmen sie unter Feuer. Ueberhaupt stellte Nassers Besuch während der Wahlzeit das offizielle Washington vor ein Dilemma. Die Frage, ob man ihn als Staats, gast ins Weisse Haus laden sollte, verursachte viel Kopfzerbrechen. Die USA-Bebörden waren sich auch nicht schlüssig, ob sie die Kandidatur der VAR für einen Sitz im Sicherheitsrat unterstützen : jllten, wogegen eine starke Opposition herrschte, weil Nasser die UN-Resolutionen über Suez und andere Fragen fortgesetzt missachter. Das zurückhaltende Benehmen der USA-Juden wäh. rend Nassers Besuch in den Staaten wurde in offiziellen Zirkeln mit Genugtuung anerkannt. Hätte z. B. der israelische Botschafter in Wa- WIE ICH ES SEHE loie Vision des Philosophen von JEHUDA GOTTHEIMER Moses Mendelssohn, der Mann, der das moderne Zeitalter der jüdischen Geschichte einleitete und der Entwicklung für eine geraume Zeit das Gepräge seiner überragenden Persönlichkeit gegeben hat. wurde einmal von einem Unbekannten gefragt, was er von der Rückkehr der Juden in ihr Land •und von der Schaffung eines jüdischen Staates halten würde. Die Frage allein dürfte im Lichte der damaligen trostlosen Situation des jüdischen Volkes merkwürdig genug anmuten, um ihrer zu gedenken. Wie kiihn musste dieser Gedanke erscheinen. Waren doch die Juden, selbst in den fortschrittlichsten Ländern gezwungen, ein hoffnungsarmes Leben unter den elende, sten Verhältnissen zu führen. Die Schilderungen nicht, jüdischer Autoren über die Zustände im Ghetto zu Frankfurt übermitteln einen Eindruck unerhörter Primiti. vität, qualvoller Leiden und «ntmutigender Entwürdigungen, während die Welt be- . reits vom Sehnsuchtsruf nach Freiheit und Gleichheit erfüllt war... Auch Mendelssohn, der später weltberühmte Philosoph, der in einem Wettbewerb den ersten Preis für seine Arbeit davontrug und der damit über Kant triumphierte, musste doch selbst noch den Leibzoll zahlen, als er nach Berlin kam, wo er (nach langen Verhandlungen und nach Ueberwindung grosser Schwierigkeiten auf Um. t wegen die Erlaubnis zur Nie-! derlassung erhielt. In so finsteren Zeiten unserer Ge- , schichte, in denen es nur eijnigen erleuchteten Geistern gegönnt war, wenigstens die Freiheit zu sehen, von denen alle anderen sprachen, bedeutete es ein kühnes Unterfangen, von der Errichtung des jüdischen Staates zu sprechen. Die Frage, die an Mendelssohn gerichtet worden war, kennen wir ebensowenig wie den Fragesteller. Aber die Antwort ist uns erhalten geblieben, aus der wir Rückschlüsse auf den Gegenstand der Debatte Zeichnung von Israel-Bonds Jerusalem. — Die Stadtverwaltungen der Deutschen Bundesrepublik zeichneten für eine halbe Million Dollar Israel-Bonds. Die offizielle Ankündigung wurde vom Bürgermeister Westberlins Willi Brandt ge. macht, der in diesen Tagen an der Spitze einer Delegation von westdeutschen Bürgermeistern in Israel erwartet wird, um am Internationalen Kongress des Verbandes der Stadtverwaltungen teilzunehmen. Dieser Kongress wird in Tel Aviv stattfinden. Aufgrund eines Beschlusses des deutschen Verbandes der Lokalbehörden ist eine jede Stadtverwaltung gehalten, im Verhältnis zu ihrer Bevölkerungszahl Bonds zu erwerben. Das ursprüngliche Ziel war die Aufbringung einer halben Million Dollar, doch haben die meisten Städte, wie es heisst, die für den Ankauf bereitgestellte Summe verdoppelt, und in einigen Fällen sogar verdreifacht. (ITA) zwischen dem Unbekannten und dem Philosophen zu ziehen vermögen. Mendelssohn führte aus, dass vor der Gründung des jüdischen Staates die Wiedervereinigung der jüdischen Nation erforderlich sei. Dies bedeutet einen schwierigen Prozess, weil durch ihre Zer. Streuung und das lange Exilleben manche Voraussetzungen für die Schaffung des Staates fehlen dürfte. Vor allem aber ermangele es an jder erforderlichen Aktivität bei den Juden, „um ein solch! grosses und erstrebenswertes Werk zu vollbringen.” Mendelssohn hält also die Schaffung eines eigenen jüdischen ¡Staates für wertvoll, ja für erstrebenswert. Diese kurze Bemerkung des Philosophen ist umso interessanter, weil hiermit eine Entwicklung vorweggenommen wird, die am Schluss jener eigenartigen Geschichtsepoche unseres Volkes steht, die von Mendelssohn eingeleitet wor. den ist. Es ist eine allgemeine Erkenntnis und — man darf sicher sagen — eine feststehende Doktrin, dass Moses Mondeissohn das „Zeitalter der Emanzipation” eingeleitet hat. Viele nehmen Mendelsshon auch als den Vater der Assimilation in Anspruch, eine Auffassung, die sicherlich bis zu einem gewissen Grade auch gerechtfertigt sein dürfte. Mendelssohn selbst war gewiss ein „emanzipierter” Jude, der sich von den engen Fesseln des mittelaierlichen Zwanges befreit hatte, der aber trotz seines „europäischen” Denkens immer und in jeder Lebenslage ein Jude geblieben war. Er war ein! Jude geblieben, soll hier hei. Issen, dass er sich nur als Ju- I de und nicht als Preusse oder preussischer Jude oder .Bindestrich-Jude in anderer shington eine Ansprache an die israelischen Austauschstudenten gehalten und sie aufgefordert, gegen gewisse amerikanische Kandidaten Stellung zu nehmen, so würden die Araber bestimmt gefordert haben, das State Department solle ihn zur persona non grata erklären und des Landes verweisen. Doch der israelische Botschafter dachte nicht daran, sich in den Wahlkampf einzumischen, und übte strengste Zurückhaltung, während die Araber soweit gingen, dem State Department zu drohen, sie würden noch engeren Anschluss an den Ostblock suchen, falls einige Kandidaten nicht verboten werden würde. Sympathien für den „Weltzionismus und die Juden” zu bekunden. Die Iraker brachten in ihrer Note an das State Department zum Ausdruck, Kennedys „unumwundenes Lob“ der Juden sei „schmerzlich ‘ Bagdad richtete an die USA- Botschaft das Ansinnen, vermittelnd aufzutreten und ei-! nen Druck auf das Wahl- I quartier Kennedys auszu- : üben. Radio Kairo schämte | sich nicht, Kennedy als „zionistische Schlange” zu beizeichnen. Kurz, die Araber j stellten die Geduld der Arnerikaner auf eine harte Probe, und es ist nur verwunderlich, dass es vor den Wahlen zu keiner scharfen Entgegnung des State Department gekommen ist. s Tel Aviv. — Zwei Experten der israelischen Kooperative lür den Personentranspcrt „Eged” leisten kürzlich nach Abessinien, um das abessinische Verbinefungsministerium bei der Organisation des öffentlichen Transports zu beraten. Die israelischen Techniker haben die Aufgabe, den Personentransport in den Städten Abessiniens sowie zwischen den verschiedenen Regionen dieses afrikanischen Landes zu organisieren. Das israelische Aussenministerium hat in letzter Zeit andere Ersuchen von Ländern Asiens und Afrikas empfangen, Sachverständige für die Organisation des Verkehrs zu entsenden. Eine aus fünl Mitgliedern bestehende Mission aus Indien, die vor kurzem Israel besuchte, um die kooperativen Gesellschaften zu studieren, unterbreitete der indischen Regierung ihren Bericht. Darin wird die grosse Entwicklung des Kooperativwesens in Israel der „Beharrlichkeit einer Gruppe von selbstlosen Arbeitern mit hohen Idealen” zugeschrieben. SCHLOMO S. TANGER Kombination gefühlt hat. Mendelssohn war Jude, das will sagen, er war jüdischer Nationalität, er war ein Sohn jener jüdischen Nation, von der er in seiner Antwort an den Unbekannten sprach. Erst seine Nachfolger haben aus dem Begriff ,Jude’ jenes unglückliche Judentum gemacht, das nicht mehr recht wusste, was Jude-Sein bedeutet. Generationen der deutschen Juden haben unter dem Zwiespalt von „Deutsch-Sein” und „Jude- Sein” gelitten, haben sich mit dieser Antithese beschäf. tigt, haben sich gefragt, was sie nun eigentlich seien und warum dieser innere, seelische Kampf ihre Jugend belastet und beschattet. Und es waren die besten unter der jüdischen Jugend in Deutsch, land — und in Mitteleuropa —, die sich diese Fragen stellten. Sie standen am Ende einer Entwicklung, die sich ganz gegen die Intentionen Mendelssohns durchgesetzt hatte, weil eine aufstre. bende jüdische Intelligenz sich das Entreebillet für Europa nur erkaufen zu können glaubte, wenn das leben, dige Judentum preisgegeben würde. Dass sich diese Männer, an denen wir heute nicht Kritik üben wollen, damit selbst verrieten, dass sie sich den Boden, auf dem sie standen, entzogen haben, sollten erst ihre späten Nachkommen lernen und begreifen, verstehen und fühlen. | Mendelssohn also steht am B-eginn einer Entwicklung, die eine Richtung einschlug, die mit ihm selbst garnichts mehr zu tun hatte. Mendelssohn war ein Jude, ein Nationaljude, weil für ihn das Judentum jene geschlossene Einheit bedeutete, die wir als unser Generationserlebnis wieder verstanden haben. Was für uns Erkenntnis und Verstehen, Denken und Fühlen wurde, war für einen Mendelssohn ein selbst, verständlicher Fakt. Mendelssohn war eben der „Jude Mendelssohn”, der seine philosophischen Werke als Jude oder besser gesagt als ein Philosoph jüdischer Nation publizierte. Erst durch den. unglückseligen Kampf, den die Juden in. Deutschland um die Anerkennung der einfachsten Menschenrechte führen mussten, liesseri sie sich dazu hinreissen, immer weitere Bestandteile ihres Judeseins aufzugeben, um damit der miss- J trauischen und eifersüchti- I gen Umwelt den schlüssigen Beweis zu erbringen, dass sie gute Deutsche sind. In diesem Zwiespalt bewegte sich die Tragödie des deutschen Judentums. Dass die Entwicklung solche Wege einschlug, hat Mendelssohn weder veranlasst noch gewollt. Auch seine Antwort an den Unbekannten über die Idee der Schäftung eines jüdischen Staates beweist mit aller Deutlichkeit, dass Mendelssohn — wie es selbstverständlich war — als Jude nur national empfunden, gedacht und demzufolge reagiert hat. Mendelssohn sagte nicht, wie es später seine Epigonen machten, die sein Charakterbild in der Geschichte umdeuteten, — um schärfere Ausdrücke zu vermeiden —, das „wir deutsche Juden” derartige Pläne ablehnen müssten, weil wir Deutsche seien. Mendelssohn war eben nicht „Deutscher”, ganz abgesehen davon, dass es diesen Begriff zu seiner Zeit überhaupt nicht gab. Mendelsshon sprach überhaupt nicht von ideologischen Problemen, die etwas mehr als ein Jahrhundert später das deutsche und zentraleuronäische Judentum splittern und in ihrer .Aktionskraft unnötig behindern sollten. Dagegen erkannte er die praktischen Schwierigkeiten, die eigentlichjjie gleichen gewesen sind, v^eil die Menschen und ihre Leidenschaften, Schwächen, Vorzüge und Fehler sieh ein^ch nicht änderten. Es würde an der erforderlichen Aktivität bei den Juden mangeln, die nicht den Mut und die Energie aufbringen, ihre Gemeinschaft.sinteressen zu vertreten. Sehr viel hat sich auch heute noch nicht an dieser mangelnden Aktivität geändert, trotzdem inzwischen der Staat wieder eine lebendige Kraft geworden ist und nicht nur in den Träumen einiger genialer Menschen oder fanatischer Schwärmer besteht. Die Aktivität einer Gemeinschaft und deren Willen zur Gestaltung eige. nen Schicksals ist eine soziologische Kraft, die ihre Wirkungen in jedem gesellschaftlichen Organismus wirksam werden last. Aber solcher Willen zu Gemeinschaftsarbeit muss eine reale Grundlage haben, die. ihrerseits wieder in der Ge- I meinschaft ruht. An dieser (Schluss aut Seite 2) Der „Landkanal” Tel Aviv. — Ben Gurions Versprechen, anstel le des Suezkanals einer „'Landkanal” für die Beförderung des Petroleums zum Mittelmeer zu bauen, fand seine Erfüllung als ein Teil der Oelleitung von 32 Zoll Durch messer mit dem Quai dei Haifabucht verbunden wurde, um die direkte Zuführung des Rohprodukt in die Tankschiffe zu ermöglichen. Hierbei wurden 12 auf Traktoren montierte Kräne und eine Flotte von Schleppern eingesetzt. Israel hat bereits bedeutende Mengen von Petroleum an europäische Länder verkauft, die es nunmehr zu liefern imstande ist. ITA)

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