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Jüdische Wochenschau · 1960-10-07 · 1818 (7.10.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1818 (7.10.1960)
Date
1960-10-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDIS , „ ff» .¿pjmjCJiul JShCJZU&G. PUEYRREDON 2190 — lI * * * * * * * 9 i*q- Año XXI. T. B. J? . 2 6 1 5 BUENOS AIRES, VIERNES 7 DE OCTUBRE DE 1960 No. 1818 Suche nach friedlicher Lösung Jerusalem. — Ministerpräsident David Ben Gurion besprach in der letzten Kabinettssitzung die jüngsten politischen Ereignisse, die aus den UN gemeldet wurden, u. a. auch die vom VAR- Präsidenten Nasser und dem Präsidenten von Ghana, Nkwame Nkruma gehaltenen Reden. Nkruma hatte in seiner Ansprache an die UN darauf verwiesen, dass ein arabisches Bestreben, Israel von bisehem und nicht auf israelischem Boden) befinden müsse. Die israelischen Kreise messen der Erklärung von Dr. Nkruma „eine besondere Bedeutung” zu, weil er in vielen Fragen mit Nasser ei- | ihrer bevorstehenden Rede vor den UN die Position' ihrer Regierung klar umreissen. KEINE CHANCE FUER NASSER Vereinte Nationen. nig geht und am Vorabend itorisierte- Kreise hier seiner Rede vor den UN mit dem VAR-Präsidenten konferierte. Die Israelis versicherten, sie seien ,,höchst be. ¡friedigt von dieser Anregung zur Wiederansiedlung arabischen Flüchtlinge der Landkarte wegzuradieder ren, zu einem „Weltkrieg” i in einem Gebiet, wo sie ihre führen könne. Er machte! eigene Regierung aufstellen den Vorschlag, das Problem der arabischen Flüchtlinge durch die Errichtung eines separaten Staates für diese Flüchtlinge „mit eigener Regierung und einem eigenen Präsidenten” zu lösen. Hierzu führte er aus, dass ein Solcher Staat sich „auf irr gendeinem Territorium” (anzunehmenderweise auf arakönnten, und sie betrachten diesen Vorschlag als den ersten konstruktiven Beitrag zum Problem der palästinensischen Flüchtlinge. Allerdings war in Kreisen des jerusalemer Aussenministeriums keine formelle Reaktion auf die Rede Nkrumas festzustellen. Es hiess, Frau Golda Meir werde in Au- und auch in Washington ausser - ten, sie seien völlig davon überzeugt, dass die USA nicht die Absicht hätten, Nasser bei seinen Bemühungen, einen Sitz im Sicherheitsrat zu erlangen, ihre Unterstützung leihen. Alle Anzeichen deuten vielmehr darauf hin, dass Eisenhower, Nixon, Herter und Cabot Lodge, der frühere Führer der nordamerikanischen Delegation vor den UN, Nasser nicht bei der Verwirklichung seines ehrgeizigen Planes Hilfe zu leisten gedenken. Vermutlich werden die Vereinigten Staaten die Kandidatur irgendeines anderen WIE ICH ES SEHE -----— Das Gewissen wurde geweckt j Die Nachricht von der Ergreifung Bormanns überraschte die demokratische Welt. Leider sollte es sich herausstellen, dass der verhaftete Deutsche nicht mit Bormann identisch ist. Die Tatsache aber, dass die argentinischen Behörden nach so langen Jahren des Zauderns und der Duldsamkeit die Suche nach den grössten Kriegsverbrechern aufgenommen haben, dürfte allein schon bemerkenswert sein. Mit diesem Vorgehen hat die argentinische Regierung bewiesen, dass es ihr durchaus nicht gleichgültig ist, ob sich hierzulande noch immer frühere Nazis, die an den Grausamkeiten des Völkermordes und der übrigen, ihnen zur Last gelegten Verbrechen Anteil genommen haben, versteckt halten. Die von JEHUDA GOTTHEIMER internationale Reaktion aller | von einer neuen Zentrale Länder auf die Festnahme i aus zu verbreiten und eine Eichmanns in Argentinien, ' braune Internationale aufzumögen diese Länder nun ¡bauen, deren Ziel die Wiewestlich oder östlich orienderbelebung des durch eine tiert sein, war eine einheit-! gemeinsame Anstrengung Mahnmal London. — Im Wald von Krenfirszt zwischen Lublin und Pinsk wurde zum Gedenken an die Opfer der Naziverfolgungen, die ermordet und in Massengräbern verscharrt wurden, ein Mahnmal enthüllt. Die Toten waren Juden aus Frankreich, Belgien, Holland, Griechenland und anderen Ländern. In diesem Wald starben ungefähr 300.000 Juden von Mörderhand. Der Zeremonie wohnten tausende Menschen bei, darunter der Sekretär der Partei der Vereinten Arbeiter von Polen, sowie Vertreter der sowjetischen Botschaft in Warschau, wie die Zeitung „FoJkstimme” mitten:. (TTA) liehe und klare. Sehr scnnell sollte sich jedoch herausstellen, dass durch die Festnahme Eichmanns der erste Schritt einer notwendigen Reinigungsaktion eingeleitet worden ist, die dazu beitragen soll, die Schlacken einer traurigen Vergangenheit zu überwinden. Manche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und das breite Publikum, darunter auch viele Juden, erkannten nicht die Notwendigkeit, nach so vielen Jahren mit aller Energie an die Ausschaltung derjenigen Elemente zu schreiten, denen es gelungen war, mit Hilfe bekannter und unbekannter Kräfte unterzutauchen. Heute besteht kein Zweifel daran, dass viele ehemalige Nazis, Deutsche wie Nichtdeutsche, ins Land gebracht wurden, um an der Unterdrückung der eigenen Freiheit mitzuarbeiten. Ar. gentinjsche Zeitungen haben behauptet, dass das ehemalige Diktatur-Regime bekannte Spezialisten für Torturen und andere illegale Polizei- Aktionen gerufen hat und hier unter falschen Namen einwandern liess, damit sie an der Entwaffnung der freien Meinungsbildung und der Pressefreiheit, an der Niederknüppelung der politischen Gegner und an der Verbreitung des Terrors führenden Anteil nehmen. Heute wird auch nicht mehr daran gezweifelt, dass die ehemaligen Nazigrössen das ihnen allzu bereitwillig i ehes gewährte Asyl dazu benutzt .voll“ der freiheitlichen Welt zerstörten Regimes der faschistischen Gewaltherrschaft über alle Länder war. Jetzt wissen argentinische Zeitungen zu melden, wo jene ehemaligen Nazigrössen zusammenkamen, — und es werden sogar Bildberichte hierzu veröffentlicht, — um ihre teuflischen Pläne zu schmieden und neue Wege zu suchen, mit deren Hilfe jedes demokratische Leben erstickt werden sollte. Ihnen kam es vor allem darauf an, Unruhe zu schaffen, friedliche Völker aufzuputschen, innere Probleme aufzuwühlen, die bisher nicht bekannt gewesen sind. Zu einem guten Teil ist es ihnen sogar gelungen, Erfolge in ihrer destruktiven Arbeit zu erzielen. Die letzten Vorkommnisse auf argentinischen Schulen zeigten, wie weit die Verhetzung bereits vorgeschritten ist. Einen Antisemitismus hat es sicherlich auch in Argentinien in verschiedenen Epochen der Entwicklung gegeben. Denn der Antisemitismus folgt — einem Gesetz gehorchend — den Juden auf ihren Wanderungen über alle Völker und Kontinente. Niemals aber hatte dieser Antisemitismus die Form einer organisierten politischen Bewegung angenommen, deren Methodik den Machenschaften und „Ideoogi m“ der Nazis entsprochen ’na;. Sogar Symboli-i ries Dritten afroasiatischen Staates befürworten, nachdem Nasser sich der feindseligen Haltung des russischen Premierministers Krutschew gegen den UN - Generalsekretär Hammarskjöld angeschlossen hat. Dies hat, wie man mit Sicherheit annimmt, seine Chance, die Unterstützung der Nordamerikaner zu erlangen, zunichte gemacht. DIE UN MUESSEN HANDELN New York. — In einer Ansprache im Klub der Auslandspresse bezog sich König Hussein von Transjordanien auf die arabisch-israelische Frage. Er betonte, die einzige Möglichkeit einer Lösung liege in den Händen der UN. „Die UN müssen eine gerechte Lösung der palästinensischen Frage herbeiführen”, erklärte Hussein. Auf die Frage, ob er bereit sei, mit Premierminister Ben Gurion zusammenzutreffen, um über die Bedingungen für den Frieden zu verhandeln, entgegnete der König, dass „die UN zuerst eine gerechte Lösung finden müssen.” „Es existieren UN-Resolutionen”, führte Hussein aus, „und diese Beschlüsse müssen anerkannt werden. Mein Land kann die Verantwortung zur Lösung der palästinensischen Frage nicht übernehmen. Wenn wir die Palästina-Frage von einem anderen Gesichtspunkt als dem der Wiedergutmachung von Ungerechtigkeiten betrachten, so würden wir die Probleme nur noch verschärfen, die weder von Transjordanien noch von irgendeinem anderen arabischen Land gelöst werden können. Die USA sollte ihren Einfluss auf die UN dazu benutzen, um auf diesem Wege eine Lösung zu beschliessen. — (ITA) I in den Städten der Provinz ¡und auf allen Wegen, Parolen wurden ausgegeben, die an die niedrigen Instinkte appellierten, und Behauptungen aufgestellt, die dem Diktionär der braunen Machthaber entnommen waren. Das war neu. Mit überaus grosser Langmut hat man die faschistischen Publikationen geduldet, nicht zuletzt mit der Begründung, dass die Meinungsfreiheit in einer Demokratie auch für die politischen Gegner bestehen müsse. Unter diesem Vorwand wurden zahllose Zeitschriften in allen möglichen Sprachen veröffentlicht, Bücher kamen heraus, die das Nazireich entschuldigten, die gefährliche Naziverbrecher als Menschen mit Idealen schilderten und die Schuld herabmindern sollten, die auf diesem Regime zentnerschwer lastet. Vielleicht wäre cs sogar angebracht, die ¡wenn die zuständigen Be- Rei. | hörden post festum die TäwurJe als „Wirkung? : tigkeit dieser Kreise unterübernommen. Haken, suchen würden, wobei es haben, um ihr die Völker | kreuze erschienen in den j durchaus nicht ausgeschlosaushöhlendcs Gift des Hasses i Strassen von Buenos Aires, sen ist, dass manche neue La Coexistencia es Posible Florencia. — La coexisiencia árabe-israelí fué una realidad aquí," por lo menos a un nivel individual y nocficial, en el II coloquio mediierráneo al que participan unos 200 deis gados, incluyendo a los israelíes y egipcios. Entre los principales disertantes están el Prof. Martin Buber de la universidad hebrea y George Henin de la RAU. Giorgio Lapira, quien preside la ocnferenica, expresó la satisfacción por el gran número de israelíes y árabes que participan. En su alocución el Prof, Bub-rr destacó la diferencia entre las paz verdadera y el actual estado de cosas, que sólo es, dijo, un intervalo entre dos guerras. La paz según Buber, es el resultado del trabajo común de los hombres que viven en el mismo territorio. El Prof. Henin, an su mensaje, evitó toda alusión específica, pero subrayo el efecto negativo del autoritarismo sobre -1 ciudadano individual. El escritor egipcio Wilna Mogazi citó la contribución histérica judeocrisiiana a la civilización alejandrina. Ratificó la definición de Buber de la paz. Ruslum Bastuni, destacado líder de la colectividad árabe en Israel, describió la obra realizada por el ministerio israelí de desarrollo en enseñar las modernas técnicas agrícolas a los beduinos. M. ASHER Eine Koexistenz ist möglich Florenz. — Bei dem II. Miüelmeer-Seminar, an dem 200 Delegierte, darunter Israelis und Aegypter, teilnahmen, wurde die arabisch-israelische Koexistenz verwirklicht, zumindest auf individuellem und nicht offiziellem Niveau. Zu den Hauptrednern gehören Pro. Martin Buber von der Hebräischen Universität und der Gelehrte George Henin aus der VAR. Giorgio Lapira, der Präsident der Konferenz, gab seiner Befriedigung über die grosse Zahl von israelischen und arabischen Teilnehmern Ausdruck. In seiner Ansprache verwies Prof. Buber auf den Unterschied zwischen dem wahren Frieden und dem heutigen Stand der Dinge, den er als Pause zwischen zwei. Kriegen bezeichnete. Der Frieden, wie Buber erläuterte, ist das Resultat der gemeinsamn Arbeit von Menschen, die den gleichen Boden bewohnen. Prof. Henin vermied in seiner Rede jede Anspielung, unterstrich jedoch die negative Wirkung autoritärer Regime auf die Individualität der Bürger. Der ägyptische Schriftsteller Wilna Mogazi erwähnte den historischen jüdisch-christlichen Beitrag zur alexandrinischen Zivilisation und schloss sich der Auffassung Bubers vom Frieden an. Rustum Bastuni, ein bekannter Führer der arabischen Gemeinschaft in Israel, beschrieb die vom israelischen Entwicklungs-Ministerium geleistete Arbeit zur Verbreitung moderner Landwirtschaftsmethoden unter den Beduinen. M. ASHER Ueberraschungen ans Tageslicht gefördert werden würden. Dass die Nazis in dieses und in andere südamerikanische Länder in Massen einwandern konnten, ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Wenn auch manche dieser braunen Heldenfiguren gerufen worden sind, so besteht doch kein Zweifel, dass es sich hierbei um Ausnahme - Erscheinungen handeln dürfte. Die meisten kamen unter falschen Namen mit gefälschten Papieren. Allzu viel hatten Pässe des Internationalen Roten Kreuzes, sodass bereits die Frage aufgetaucht ist, ob es nicht angebracht wäre, einmal nachzuforschen wer eigentlich diese Pässe ausgegeben hat. Denn die Tatsache, dass geflüchtete und flüchtende Kriegsverbrecher sich in den Besitz dieser Ausweise gebracht haben, dürfte alarmierend genug sein. Vielleicht werden diese Spuren zu wichtigen Ereignissen führen, durch die das Zentrum dieser Fälscherzentrale ausgehoben werden kann, die auf diese Weise die Verfolgung der Kriegsverbrecher Jahre hindurch unmöglich gemacht hat. Keineswegs ist die Frage geklärt, wie viele dieser ...Flüchtlinge“ heute noch un. ter falschen Namen leben. Die Decknamen von Bormann und Mengele dürften den Behörden inzwischen bekannt sein. Es ist aber damit zu rechnen, dass diese Kapazitäten vorsorglich mehrere Ausweise besitzen, die auf verschiedene Namen lauteten. Bekanntlich wurde inzwischen auch festge. stellt, dass Eichmann meh. rere Identitätspapiere, wenn auch auf den gleichen Namen, besass. Damit ist je. doch roch lange nicht gesagt, dass er nur auf diesen einen Decknamen eingetragen ist. Die sich hieraus ergebenden Konsequenzen müssten bei allen Nachforschungen genauestens geprüft werden. Ein weiterer Umstand, der es den Kriegsverbrechern erleichterte, in Länder wie Argentinien oder Brasilien Unterschlupf zu finden, liegt in der Tatsache begründet, dass es hier viele Gesin. nungsgenossen gibt, die es sich zur Ehre anrechnen, diesen „armen und verfolgten“ Brüdern zu helfen. Der Berliner Senator 'Lipschitz hat bei seinem kürzlichen Besuch in Südamerika geäussert, dass er hier mehr Nazis als im heutigen Deutschland getroffen habe. Jedenfalls wagen die Nazis in Deutschland nicht, mit dieser Dreistigkeit in Aktion zu treten, wie sie dies in lateinamerikanischen Ländern tun, weil sie hoffen, dass sie bei den zuständigen Stellen mit einer gewissen Unkenntnis der Sachlage rechnen dürfen und sich bequemer tarnen können als etwa in der Bundesrepublik, wo man sie genauer kennt. ■ Jedenfalls dürfte jetzt die Suche nach den grossen Kriegsverbrechern mit der notwendigen Sorgfältigkeit aufgenommen worden sein. Dass beim ersten Versuch der Wurf nicht gelang und die Behörden sich irrten» will noch nichts besagen. Die argentinische Polizei ist durchaus in der Lage, jeden 2U finden, dessen sie habhaft werden will. Man darf auch damit rechnen, dass es nicht (Schluss aui Seite 3)

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