Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1814 (21.9.1960)
- Date
- 1960-09-21
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Miércoles. 21 de Septiembre de I960 Año XXI. — N-. 1814 — 13 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Raw Kock-Zionist und relgiöser Führer Am 3. EluI (26. August) 1960) war der 25. Todestag von Raw Koolc. Es war tatsächlich eine göttliche Vorsehung, dass diß jüdische Gemeinschaft in Palästina sich in den entscheidenden und gestaltenden Jahren vor der Staalsgriindung der religiösen Führerschaft Raw Kooks erfreuen konnte. Alle Ueberzeugungen und jede Voraussicht auch seitens des eifrigsten jüdischen Nationalisten verblassten gegenüber dem brennenden Glauben Raw Kooks an die Unvermeidlichkeit und den inbrünstigen Segen jener Wiedergeburt. Die Wiederauferstehung der jüdischen An. Siedlung im Heiligen Lande war ein erster Schritt für das Kommen des Messias. Der Wiederaufbau des jüdischen nationalen Lebens war die hohe Aufgabe der Stunde, und kein Beitrag dazu, von welcher Quelle auch im. mer er kam, durfte geringgeschätzt werden. Von den jüdischen Dörfern und Stätten der Gelehr. samkeit in Litauen, verwurzelt in traditioneller Frömmigkeit und talmudischer Gelehrsamkeit, wanderte Raw Kook im Alter von 40 Jahren im Frühsommer des Jahres 1904 in Palästina ein und wurde Rabbiner bei der jüdischen Gemeinde in Jaffa. Er gab einen grossen Posten als Rabbiner in der Diaspora auf und vertauschte Bequemlichkeit und Auszeichung mit den Schwierigkeiten und zweifelhaften von ARYEH NEWMAN Erfolgs - Aussichten einer kämpferischen Pioniergemeinschaft. Dies stimmte mit seinem Glauben überein, dass „Diaspora-Judentum lediglich von der Intensität meiner Verbindung mit dem Heiligen Lande abhängt; die Hoffnung auf Erlösung bedeutet das Lebenselixier für das Diaspora-Judentum, und das Judentum in Erez Israel ist die Erlösung selbst.“ ERSTE SCHRITTE IM HEILIGEN LANDE Das erste, was er tat, war, das religiöse Leben zu festigen und die neu emporspriessenden Siedlungen zu besuchen; er übermittelte ihnen die Botschaft einer jüdischen Frömmigkeit, welche Bearbeitung des Bodens und Wiederaufbau des Heimatlandes als obere heilige Aufgabe ansah, unabhängig von der Einhaltung der Gebräuche in traditionellem Sinne. „Wir brauchen einen gesunden Körper; mit geistigen Dingen waren wir überbeschäftigt“, schrieb er. „Wir können eine geistige Rückkehr vollbringen, wenn sie von einer materiellen begleitet ist...“ Diese gleiche Anschauung führt ihn auch dazu, eine Bearbeitung des Bodens in einer Siedlung auch während des Schabbat. Jahres zu erlauben, trotzheftiger Opposition seitens verschiedener Rabbiner. Er Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer fUebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr H. CLEMENTZ! Bde. Kl. 8”, 1, 646 Seiten, 2 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr Papier, in Ganzleinen geh. DM 52.— Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschun der antiken Geschichte und ganz öesonders zur Erkenntnis des nach biblischen Judentums, seiner oolitischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Funde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEYY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser. Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile in 1 Band. Le . 8?, VI. 429 VIII, 595 Seiten ica. 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage — In Leinen geh. und auf hoizifr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145 — Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen Krieges FLAVIUS JOSEPHUS Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ f^t. 8^*, 695 Seiten, 2 Karten auf noizfr. Papier in Leiner geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13 I wandte sich an die Diaspora I mit der Aufforderung, Paj lästina-Produkte zu kaufen — Wein, Oel und Esrog; er ¡stützte sich dabei darauf, dass es die Pflicht eines je- : den Juden sei, dem Jischuw in jeder Weise beizustehen. Seine Haltung gegenüber denjenigen, die den Boden bearbeiten und deren religiöse Laschheit den Zorn orthodoxer Kreise erregte, soll an folgender Parabel von ihm gezeigt werden. „Wenn der Tempel steht, kann nie- 1 mand das Heiligtum betreten ausser dem Hohepriester, ¡und er kann es nur am Ver-; söhnangstag tun, wenn er in j priesterliche Gewänder ge- 1 kleidet ist. — Aber wenn der Tempel gebaut wird, ¡kann jeder Arbeiter eintre- ■ ten, selbst in die heiligsten j Bezirke, jederzeit, jeden Tag und in seiner Alltagsklei-; düng“. Der Tempel — die ¡Erlösung — entstand in Palästina, und jeder Jude, i Rabbiner oder Laie, ortho- | dox oder liberal, ob er die; Gebote einhält oder nicht, der daran beteiligt war, erfüllte eine heilige Pflicht. ERZWUNGENES EXIL Er strandete in Europa während des ersten Weltkrieges, verbrachte seine erzwungene Abwesenheit von seinem geliebten Lande in England und kämpfte von dort aus. Der Krieg war nur eine Einleitung zu einem weiteren Fortschritt in der nationalen Wiedergeburt des Volkes, und er beschuldigte die assimilatorischen Gegner der Balfour-Deklaration, naticnalen Verrat zu üben. Da er eine neue und weitere Phase einer jüdischen Renaissance voraussah, gründete , er eine geistige Bewegung „Die Fahne Jerusalems” durch die er alle heiligen Angelegenheiten in Palästina fördern wollte. Sie hatte nicht viel Anhänger infolge ihres unvermeidli. chen Konflikts mit den Parteien über den Rahmen ihres Arbeitsprogramms. Aber sie erreichte, dass mehr und mehr religiöse Juden sich für konstruktive zionistische Arbeit einsetzten. T0NANGE8END Stimmt der Grundton, dann stimmt die ganze Melodie,— Dies gilt auch für Herrenkleidung. Denn gut gewählte Grundstoffe und die qualitätsvolle Verarbeitung sind die Grundlagen der unübertrefflichen CARLTON- Kleidung. Masskleidung Fertigkleidung Wer etwas auf sich hält, trägt Carlton-Kleidung, die Kleidung guten Stils, sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewöhnliche Kleidung. In Vorbereitung: Herrenausstattung. Individueller Kunjj-.-j \enderur"— <€s*\£4*m MAIPU 484, 1. St. M A I P U 9 8 2 T. E. 31-0357 ‘Nach seiner Rückkehr nach Erez Israel wurde er im Jahre i.920 Oberrabbiner von Jerusalem. Er führte einen Kampf für die Errichtung einer Organisation, die alle autonomen religiös-nationalen Kreise der jüdischen Gemeinschaft umfassen sollte, und zwar nach zwei Seiten: gegen die frommen Extremisten, die das Eindringen des Säkularismus befürchteten und gegen die Säkularisten, die vor dem Schreckgespenst des Klerikalismus zurückscheuten. Er wurde Oberrabbiner des Heiligen Landes und das Oberhaupt des obersten religiösen Gerichtshofes. In diesem Posten sah er die allmähliche Erfüllung der Vision jüdischer Erlösung. VORKAEMPFER JUED1SCHER RECHTE Aber er beschränkte sich nicht auf religiöse Angelegenheiten; allea, was jüdische Wohlfahrtspflege betraf, war ihm heilig. Er war unermüdlich in seinem Kampf für jüdische Rechte, sowohl betreffs der Klagemauer, als diese durch arabische Uebergriffe bedroht war, als auch auf dem Gebiet der freien Einwanderung. Keine Bedenken politischer Zweckmässigkeit, ob seitens des jüdischen Lagers oder von aussen, waren imstande, ihn I. in diesen Angelegenheiten zum Schweigen zu veranlassen. „Das jüdische Volk hat niemanden autorisiert, seine Rechte auf die Klagemauer aufzugeben. Wenn wir sie, was Gott verhüten möge, aufgeben, wird der Allmächtige selbst sie uns nicht zurückgeben wollen“. Auf ähnlicher Ebene verhandelte er mit dem High Commissioner wegen der sogenannten illegalen Einwanderer. Der Hochkommis, sär argumentierte, dass sie doch gewiss das Land illegal betreten hätten, worauf ihm Raw Kook erwiderte: „Nein, die Illegalen sind diejenigen Juden, die in der Diaspora bleiben, während die, welche in Palästina einwandern, dies in Einklang mit ihren Glaubensgesetzen tun.“ Der deutlichste Beweis für seinen Gerechtigkeitssinn, ungeachtet einer Partei-Animosität oder Partei-Zugehörigkeit, war in der Verteidigung von Stavskys Unschuld am Mord Chaim Arlosoroffs erkennbar. Als die politischen Leidenschaften in der jüdischen Gemeinschaft einen kritischen Moment erreichten, und die j Gerichte aufgrund von Indizienbeweisen Stavsky für schuldig befunden hatten, prüfte er den Fall selbst und stellte fest: „Wir können mit reinem Gewissen vor Gott und Menschen bezeugen, dass er vollkommen unschuldig ist“. Raw Kook führte diesen Kampf auf jeder Ebene und in allen Ländern, und . Stavsky wurde später in der Berufurgs.nstanz freigesprochen. SEIN GEISTIGES VERMAECHTNIS Raw Kook war sowohl Gelehrter wie Fiinrei und. gründete eine Zentralstelle für die Erlernung ctea iaimuds, die Jeschiwa Meicas Haraw, die von seinem Sonn weitergeführt wird und c.ne traditionelle Frommt keit mit moderner Vision verbindet, indem sie den jüdischen- Staat zum Teil als die Ver, wirklichung alter Prophezeiung ansieht. Er gab auch umfangreiche Anmerkungen zum Talmud heraus (Haiak-. ha), um die praktisene Handhabung seiner Argumente festzulegen. Das Zeitalter des nationalen Wiederaufbaus rief nach prakti. scher Arbeit auf allen Fronten. Als Raw Kook starb, war eine traditionelle Zusammenarbeit, aller Sektoren der Palästina-Gemeinschaft für die gemeinsame Aufgabe des nationalen Wiederaufbaus fest begründet; sie verband die Wirklichkeiten des modernen jüdischen Lebens mit einer verständlichen Philosophie religiösen Volkstums und mit einem optimistischen Glauben, dass aus der Spaltung eine Einheit erwächst, ein Ausgleich der Extreme und jüdische Selbständigkeit aus Knechtschaft. Seine Schüler sind überall in Israel anzutreffen und im Vordergrund all ih- Verehrung für das Alte mit rer Bestrebungen steht die Sorgfalt für das Neue verbinden. (ISRAEL - AMERICA und die Gesellschaft LATINA) INCOBA HABEN IHRE TAETIGKEIT IN ARGENTINIEN (mit Büro in Buenos Aires, Corrientes 3023) AUFGE¬ NOMMEN UND BEGINNEN MIT EINER EMIS¬ SION VON AKTIEN IM WERTE VON 500.000 DOLLAR. II i ♦ Das Direktorium benutzt diese Gelegenheit, um dem Präsidenten, der Regierung und der Bevölkerung des Staates Israel sowie allen Freunden in Argentinien und den anderen Ländern der Galut ihre besten Wünsche zum Neuen Jahre auszusprechen, das ein Jahr des Friedens und der Erfolge sein möge. i3ti:r ü3U2 113»?