Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1814 (21.9.1960)
- Date
- 1960-09-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611853--0738-9611860- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Miércoles. 21 de Septiembre de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No 1814 Wolfgang Bretholz, Redakteur an der ..Neuen Zürcher Zeitung“, ist der Verfasser des jüngst im Kurt Desch- Verlag (Wien—München— Basel) erschienenen neuen Standardwerks über den Orient, Land und Leute, und die Orientpolitik der arabischen Staaten im Gesamtgefüge der Weltpolitik. Das Buch mit seinen 599 Seiten, 28 Abbildungen, Photos und Landkarten, Zeittafeln chronologisch und ..optisch“, ist bereits als die Arbeit eines . ... Orientkenners par excellence j gelobt worden, „der mit der arabischen Welt vertraut ist, wie kaum ein zweiter europäischer Journalist“. Es ist die Frucht nicht r.ur ausgedehnter Reisen von den Sau. len des Herkules bis zum Persischer Golf, nicht nur scharfer Beobachtungen und bewundernswerter Kunst der Analyse, sondern auch die Arbeit eines Reporters im besten Sinne des Wortes: eines Journalisten, dcr^nicht nur „tief blickt“ sondern auch das Geschaute und Erfahrene in ansprechender Form, spannend und instruktiv zugleich, darzustellen weiss. Der Titel „Aufstand der Der Aufstand der Araber Araber“ bezeichnet zugleich die programmatische Anlage des Buches seinen Grundgedanken von der durchgängigen Umwälzung des gesamten Orients den politischen Gestaltwandel einer der wichtigsten Regionen und Krisenherde unserer Tag^;auf dem Hintergrund seiner .gefärbten“ Geschichte. Die historische Entwicklung der arabischen Welt von der Zeit des Propheten Mohammed bis in unsere Tage ist nur zu begreifen, wenn man mit jenem gewaltigen „Abenteuer der Menschheitsgeschichte“ vertraut ist, nämlich der Eroberung der alten Welt durch die arabischen Wüstenkrieger im Zeichen des Islam, dem Rückschlag und Rückzug auf ihre Ausgangspositionen und der nie ganz erloschenen Sehnsucht nach einem grossen und mächtigen Reich, wie es einst unter den Kalifen bestanden hat. Gerade wer wie die Israelis tagein,tagaus mit der ara- Muíblís _ Wätiuiuiniv Moderne Wohn- Einrichtungen Sarmiento 1147 und Schlafzimmer- — Sesselgarnituren Cabildo 774 BEN GURION Biographie eines aussergewöhnlichen Mannes, von ROBERT St. JOHN Bereits erschienen in beschränkter Auflage und teilweise vorverkauft EDITORIAL CANDELABRO (Direktor: Dr. ASHER MIBÄSHAN) PASTEUR 341, 3. St. T. E. 47-0159 E 217 Im November 1. Internationale Briefmarken- Auktion Verlangen Sie Katalog , Juan J. Holler > Avda. L. N. ALEM 336 — Buenos Aires — T. E. 32-3180 T. E. 44-4416 K 173 bischen Tagespolitik verbaut ist oder nolens volens vertraut gemacht wird, weil ein hartes Fatum ihnen keine friedlichen Nachbarn beschert hat, bedarf, will er über den nie endenden Grenz Plänkeleien und Waffenstillstands-Streitereien den Blick für die grossen Zusammenhänge nicht verlieren, der Gesamtübersicht, der Vertiefung in die historischen Hintergründe und Zusammenhänge. Dies bietet das Werk von Wolfgang Bretholz in ansprechender, unprofessoraler, wirklich leicht fasslicher Form. Es gibt zwischen Bagdad und Rabat, zwischen Beirut und Khartum keinen König und keinen Staatsmann, keinen politischen und keinen religiösen Führer, den Wolf gang Bretholz nicht persönlich kennt und zumeist auch interviewt hat. Er hat Gegenden besucht die nur selten ein Ausländer betrat, vor allem auf der arabischen Halbinsel. Dort gewann er mehr und besser als jeder andere Journalist vor ihm Einblick in das .Allerheiligste’’ von Sauds Reich, und so haben die Kapitel über den Besuch des Königs in seinem Harem über die Erdöl-Millionen des Scheichs von Kuweit und die Preise auf den arabischen Sklavenmärkten nicht nur die Würze des pikanten, sondern den Reiz des .Folkloristischen. Er beschreibt nicht nui was mit Haremsfrauen geschieht, die aus ihrem Gefängnis zu flüchten versuchen, sondern auch wie sich der Machtkampf zwischen dem Westen und der Sowjetunion um den Nahen Osten entwickelt. Die Schilderung des Aufstands im Libanon, „der vergessene Bürgerkrieg“ des Jahres 1958, ist ein Musterbeispiel für politische Reportage, die auf knappstem Raum die gesamte Struktur und Problematik dieses „Musterländle'’ aufzeigt und zugleich Wegweiser für etwaige zukünftige Verwicklungen bei Israels Nachbarn im Norden sein kann, während das Ende des irakischen Königshauses und die Verwandlung des Landes in eine Militärdiktatur sich geradezu wie ein Kriminalroman liest. Als gewissenhafter Reporter enthält sich Brethola fast durchweg beissender Kritik und beschränkt sich auf die Wiedergabe der Fakten. Aber als gewiegter Reporter, der er ist, weiss er doch zugleich, in seinem fundierten Bericht, der sich nicht auf Hörensagen, sondern auf die eigenen Augen und Ohren und die eigene Quellenforschung stützt, dem Leser suggestiv das Bild zu vermitteln, das sich objektiv ergibt. So beschreibt er Abdel Nasser bei einer Brandrede in Alexandria anlässlieh des vierten Jahrestages der Revolution, in der er die Nationalisierung des Suezkanals mit den Worten verkün. dete: „Ich nehme heute im Namen des Volkes die Suezkanal-Gesellschaft, ich nehme den Suezkanal, der Suezkanal ist unser, der Suezkanal gehört Aegypten, und jeder Aegypter wird für ihn bis zum Tode kämpfen“. > ,Und in dem Augenblick“ — so Bretholz — ,,da Abdel Nasser diese Worte hinausgebrüllt hat, erfasst ihn ein unwiderstehliches, wildes Lachen, das ihn minutenlang schüttelt, ein unheimliches, furchterregendes Lachen, das Lachen eines Diktators, der weiss, dass er den Frieden der Welt gefährdet, und darüber triumphiert.” Als weiterer Beweis für Stil und Objektivität des Verfassers sei das Kapitel über die Araber Palästinas erwähnt, das die bezeichnende Ueberschrift trägt: „Die Wunde wird offen gehalten“. Bretholz hat selbstverständlich die Flüchtlingslager in Transjordanien und Syrien, im Gazastreifen und im Libanon besucht, er hat ihr Elend gesehen, und er hat sich mit dem Werk der UN- Flüchtlings- Hilfsorganisation vertraut gemacht, und er hat in Israel selbst mit den Führern des Staates das Problem angeschnitten. Genau so wie er die Flüchtlinge als Verführte ansieht, die „an die Rückkehr in ein arabisches Palästina glauben, das seit mehr als einem Jahrzehnt nur noch in ihren Wunschträumen besteht“, genau so bezweifelt er — gestützt auf eine Aeusserung Ben Gurions — di« realen Möglichkeiten einer echten Verständigung zwischen Israel und seinen Nachbarn. Aber Bretholz nimmt nicht Partei und verhält sich so neutral, wie es einem schweizer Staatsbürger ziemt! Daher setzt er an den Schluss seines Palästina- Kapitels die Bemerkung: „Einer der arabischen Abge-' ordneten, die in der Knesset dem Parlament von Israel, die arabische Minderheit vertreten, erklärte mir: Eine Brücke kann man nur schlagen, wenn es an beiden Ufern einen festen Briikkenkopf gibt. Für die Briikke zwischen Israel und den arabisbhen Ländern besteht zur Zeit leider nur an einem Ufer ein solcher Brückenkopf. Und als ich ihn fragte, ob er damit das israelische oder das arabische Ufer meine, lächelte er verschmitzt und gab mir zur Antwort: „Das zu entscheiden muss ich leider Ihnen selbst überlassen.” Man erwarte also keine Prophezeiungen. Auch ein Kenner der Materie wie Bretholz hätte sich irren können, und die Entwicklung verläuft in einigen Teilen des Orients so stürmisch dass Voraussagen, die im Zeitpunkt der Niedersch:;(t plausibel erschienen, bei Erscheinen des Werkes ir| Buchform vielleicht schoii überholt gewesen wären. Das gilt vor allem, um nur dieses eine Beispiel zu zitieren, für Algerien das Land, um den ein sinnloser Kampf geführt wird, für den Erc-tholz die Formel gcfin'ocri iiat: „Im Zeichen eines üi:erT lebten Nationalismus pcc. 17 einen überwundenen Kolo* nialismus“. : So schliesst denn auch dag Buch eigentlich mit eintm grossen Fragezeichen, mit einer Fabel, die die Unlog k und Sinnlosigkeit aller Fohr den und Streitigkeiten sarkastisch brandmarkt, sie aber entschuldigt mit dem Hinweis, dass es sich eben — um die arabische Welt des Orients handelt. Zum Vizedirektor ernannt Zürich, — Der bisherige Leiter des regionalen staatlichen Informationsbüros für Touristen in Tel Aviv, Mor"1dechai Tenne, ist kürd "li zum Vizedirektor des effi. ziellen Israel schen V ijkehrsbureaus, Zentrale fuif Mitteleuropa, in Zürich eJ* nannt worden 1AWZ) i Organización Riegner Versicherungen Bmé. MITRE 430, 3er. p. T. E. 33-5276 46-1037 46-117' F. _»7I. I LAND COMERCIAL SOCIEDAD ANONIMA GERENCIA Y VENTAS: DEPOSITO* 990 RI° niMAY 1460 T. E 38 - 0038 T. E. 21 - 3698 BUE*N-©S £IRES Jt 177 —‘rt—TTMTH HhhPQn * 1 S. A. C. I. F. r. TODA LA V. vr-vc-islocales y departamentos, supermercauos eic SOLICITE INFORMES: FLORIDA 260, 3er„ piso OXmO 46-9851 al 55