Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1814 (21.9.1960)
- Date
- 1960-09-21
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Miércoles. 21 de Septiembre de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1814 — 5 Das Jahr 5720 geht seinem JCinde zu. W iederum ertönen in den Betstätten Israels die Gebete und ihre Melodien. Eine magische Kraft zieht auch die Fernstehenden in die Mitte der jüdischen Gemeinschaft. In diesen Stunden haben wir das Gefühl, mit Israel in allen Geschlechtern und in allen Ländern vereint zu sein. Ein jeder tritt mit seinen Fragen und Problemen ein und sucht Antwort. Wir denken dabei an eine Deutung, die für ein Wort der Tora gegeben wird. „Ihr sollt dienen dem Ewigen, Eurem Gott, und er wird segnen Dein Brot“. Auffallend ist der Wechsel vom Plural zur Einzahl, von dem „Ihr sollt dienen“ zu dem Versprechen des Segens „Deines Brotes”. Einer unserer Weisen deutet: Im Lebenskampf ist ein jeder mit sich allein. Es sind seine Probleme, um deren Lösung er ringt. Er denkt an seine Familie, an sich selbst, an sein Ringen um das tägliche Brot. Aber wenn wir dienen — und zu dienen bedeutet zu beten, nach der Deutung unserer Tradition —, dann sind wir nicht allein. Im Gebet vereinen war uns mit ganz Israel, wir stehen inmitten der dienenden Gemeinschaft. In diesem Wort sehen wir das Bild der kommenden Tage des Festes. In den Tilgen des Jahres stellt uns der Lebenskampf vor Probleme, die ein jeder von uns auf seine Art und für sich zu lösen hat. Aber in den Jamim Noraim, die vor uns liegen, vereint sich Israel in den Synagogen und Stätten des Gebetes in seinen Gedanken und Hoffnungen. Wir tragen dem neuen Jahre in unseren Gebeten unsere Sehnsüchte entgegen. Wir kleiden sie in wenige Worte: ein gutes Jahr und ein Jahr des Friedens. Aber trotz dieser Einheit der Gefühle sollten wir nicht vergessen, dass die Jamim Noraim darüber hinaus doch noch mehr von uns verlangen. Sie fordern von uns, dass wir inmitten der Gemeinschaft der Betenden mit uns allein sein können. Einmal im Jahr sollen wir in uns hineinschauen, in die Tiefe des Herzens und die Höhe der Gedanken. Einmal sollen wir uns den Spiegel unseres Ichs vor Augen halten. Dazu bedarf es mehr, als einen Entschluss zu fassen oder auch einer Gewohnheit zu folgen, um uns in die Stätten des Gebetes zu begeben. Es genügt nicht, darauf zu warten, dass uns die Umgebung mit ihrem Gesang und den Melodien — wie wir fälschlich sagen _ „andächtig“ stimmt. Wir müssen selbst den Willen zur „Kawana“, zur Ausrichtung, zur Hingabe der Seele mitbringen. Das ist der jüdische Gottesdienst. Viele werden sagen, dass dies für uns sehr schwer ist. Wir sind zu sehr von äusseren Bedingungen abhängig geworden. Es gibt zu vieles, was uns ablenkt. Auch darauf soll mit einem Wort unserer Weisen geantwortet werden. Der religiöse Jude wiederholt im täglichen Gebet: „Die Worte, die ich Dir heute gebiete, sollen — „al l’wawecha” — auf Deinem Herzen sein. Mit Recht wird gefragt: Wie können wir Worte auf unserem Herzen tragen f Müsste es nicht heissen: „in Deinem Herzen”? Und es wird geantwortet: Ständig kann ¡man die grossen und erhabenen Dinge nicht in seinem Herzen tragen. Dazu ist das Leben zu schwer und mit seinem Kampf zu aufreibend. Aber auf unserem Herzen vermögen sie zu! sein. Wir können bereit ■ sein, unser Iferz ihnen zu öffnen und sie einzulassrn. wenn die Stunde es verlangt. Das ist es, was die Ja-J Lebenskampf und Segen von Rabb. E. I. LOEWENSTEIN, Santiago de Chile mim Noraim von uns fordern. Die Bereitschaft zur Kawana, den Willen, die Richtung zur seelischen und geistigen Erhebung zu finden. Dazu bedarf es vieler Voraussetzungen, die wir selbst mitzubringen haben. Diese Stunden des gemeinsamen Dienstes sind keine Gelegenheit, um Freunde und Bekannte wieder zu begrüssen, sind überhaupt kein Anlass für sozialen Kontakt. Wir sollten ruhig und still uns auf unserem Platz in den Tallis hüllen, — auch er gehört zum Bild des jüdischen Gottesdienstes, — um den herrlichen Melodien zu lauschen oder in uns selbst hineinzuschauen. Vor allem sollten wir lernen, wann und in welchen Momenten wir hinausgehen können und nicht gerade die erhabensten Augenblicke dafür wählen. Wer nicht gelernt hat, in der hebräischen Sprache dem Gottesdienst zu folgen, mag auf die Ue. bersetzung schauen, deren Inhalt in vielen der Gebete heute noch so zeitnahe ist wie einst, als sie geschaffen wurden. Oeffnen wir in den kommenden Tagen, unser Herz, und seien wir selbst bereit zum Dienst. WTir werden erkennen, dass eine neue Kraft uns erfüllt. Wir werden empfinden, dass wir stärker für das Ringen im Lebenskampf werden. Und vielleicht werden wir spüren, wie in uns der Wille wächst, auch in den Tagen des individuellen Kampfes um das tägliche Brot, den AVeg zum Dienst in der Gemeinschaft zu finden. Dann haben wir gefunden, was diese Jamim Noraim von uns fordern: Teschuwa — die Antwort. In ihr liegt der Segen des Dienstes. Uns erfüllt die Hoffnung, dass das Brot eines jeden von uns gesegnet wird. Aber suchen wir auch den Segen des Dienstes, der uns zuteil wird, wenn wir unsere Herzen öffnen — nicht nur Air das Vergängliche, sondern auch für das die Zeiten Ueberdauernde. Für das Jahr 5721 erhoffen wir Segen und Frieden für einen jeden von uns und unsere Familie, sowie für unsere Gemeinden. Darüber hinaus lenken wir unsere Hoffnungen auf unsere Medinat Israel und auf das gesamte jüdische Volk. Mögen sie in R nheit den Weg in eine segensreiche und friedliche Zukunft finden. Aber diese wird stets davon Abhängen, dass sich die Sehnsucht der gesamten Menschheit nach Frieden — ohne einen kalten Krieg — erfüllt. Mögen alle Nationen der Erde und unter ihnen auch die Länder dieses Kontinents in Freiheit und Ruhe an ihrer Fortentwicklung arbeiten können und vor jeglicher Katastrophe bewahrt bleiben. Allen unseren Freunden in der Nähe und in der Ferne: L’shana towa tikatewu — Für ein gutes Jahr mögen alle eingeschrieben werden. EMBLEMA PARA UNA MARCA Mientras no se use la luna o un Satélite Artificial, como “rebotador” para dar alcance mundial a las ondas de radio y televisión, serán de ODMIIL Poseer un FRANKLfN •s poseer la máxima perfección técnica y estética. Todo con su famoso plan en cuotas. los aparatos de mayor poder de recepción. Cuando se logre el pleno dominio del espació, igualmente corresponderá a FRANK.L1N, la captación de mayor pureza y nitidez. En cada aparato FRANKLIN -radio, combinado o televisor-, está latente el espíritu creador de diseñadores e Ingenieros de los laboratorios electrónicos más famosos del mundo. Así unen a su capacidad técnica, diseños exclusivos que visten y engalanan cada ambiente. franKlin, -ri . tO QUE FRANKUM FIRMA LA CIENCIA REAFIRMA