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Jüdische Wochenschau · 1960-09-06 · 1810 (6.9.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1810 (6.9.1960)
Date
1960-09-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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'Uü m SUNST 5 Standardwerk ^hch,! 5?*: folgen wie. g und ha s. 'hung ge. Wahrheiten, inen eines ndem, das!-® Einzelne verlogen e verruchte agand» onr n mit £ mjgogie dem te ein Zerr, und der Ju. sentieren. *r Absicht; Lögen da s zu widerle- (erk weit dainen rein apo. Charakter m einer oftmals immer aber mitunter sogar Form der Dar. den Tatsachen gereiht, um ein Bild einer id ruhmreichen t zu zeichnea?revler jäh zerrden ist 1 dieses Wert mit des ¡Miischafttes oder etrr.chtet wird sagen diiria h hier wieder- Leistungen der -utschland eins VktivMsten ft : Kultur bed» er für den reis jüdischen Aspekt diese Entwicklung zu einer, durch Emanzipation und Assimilation bedingten Auflockerung der jüdischen Werte geführt hat. Kaznelson arbeitet — fasziniert von dem C-edanken, den Anteil der Juden an der deutschen Kultur für alle Zeiten festzuhalten —, mit der diesem Manne so eigenen Hartnäckigkeit an der Vollendung seines Werkes, das er nun endlich, 25 Jahre später und nach der Vernichtung des deutschen Judentums der Oeffentlicfckeit libergeben wollte. Sein plötzlicher Tod Hess ihn drs Erscheinen des Buches in seiner neuen Form nicht erleben, aber er selbst setzte sieh damit ein Denkmal, das die Zeiten überdauern wird. Alle Sparten des kulturellen Lebens eines Volkes wurden erfasst: Literatur und Kunst, Musik, Theater und Film, Philosophie und Theologie, Geschichtswissenschaft und Geographie, die Naturwissenschaften mit allen ihren Untergliederungen, Medizin. Jurisprudenz, Wirtschaft und viele andere Disziplinen. Für jeden Lernbereiten und forschenden Menschen bietet dieses ausgezeichnete W erk eine Fundgrube des Wissens. Wie ein Spaziergang durch das Geistesleben wird über Menschen und Schicksale berichtet. Mit einer Exaktheit, die Genugtuung bereitet, wird ein umfassendes und abgerundetes Bild vermittelt, das diesem Sam- - melwerk einen ersten Platz nicht nur in der jiidischhen, sondern auch in der deutschen Geschichtswissenschaft sichern müsste. Wir finden sogar eine Tabelle von berühmten Namen, deren Träger irrtümlich oft für Juden gehalten werden. Natürlich kann man auch aus dem Buch praktische Konsequenzen für das geschichtliche Verständnis ziehen und die Jugend lehren, wie abwegig und zweckbedingt die antisemitischen, und keinesfalls nur die nazistischen, Behauptungen über den „zersetzenden“ Einfluss der Juden sind.Hier sei nur auf das Kapitel über die Schaffung der klassischen deutschen Parteien hingewiesen, an deren Gründung trotz ihrer entgegengesetzten politischen Tendenzen Juden führend mitgewirkt haben. Niemand, der sich ernsthaft mit der Geschichte der Juden in Deutschland seit Moses Mendelssohn beschäftigen will, kann in Zukunft auf dieses Buch Verzicht leisten. Das Werk wurde der Redaktion durch den Kulturattache der Deutschen Botschaft in Buenos Aires, Herrn Dr. Ludwig Flachskampf, überreicht. Wir haben diese Geste so verstanden, dass hiermit von der heutigen Deutschen Regierung ein Beitrag zur geistigen Wiedergutmachung geleistet werden sollte, um ein furchtbares Unrecht zu überwinden, das den Juden angetan worden ist, die ihr Bestes hergaben, um dem Fortschritt zu dienen. .Man sollte diesem Werk vor allem in den irregeleiteten deutschen Kreisen Zugang verschaffen, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihr Fehlurteil zu korrigieren. Das Buch sollte aber allen Menschen guten Willens den untrüglichen Beweis erbringen, da=s die Besonderheiten der Nationen, der Rassen, der Farben und der religiösen Ueberzeugungen keine unüberwindbaren Schranken bei einem harmonischen Zusammenwirken für den Fortschritt der Kultur und der Wissenschaften bilden. Damit entsteht aus diesem Sammelwerk ein Bild eines schöpferischen Humanismus, der im Trubel der gebundenen Interssen in einer turbulenten Zeit erstickt zu werden droht, dem aber doch die Zukunft gehören dürfte, wenn jeder verstehen lernt, das Verbindende über das Trennende zwischen Mensch und Mensch, und zwischen Volk und Volk zu stellen. MACHS0; "Uebeise® hl 0** plAN^T ■nie* den zu verstehen. Es ist unsere Vergangenheit, die hier zu uns spricht. Und mehr als dies: der Träger des letzten Aufstandes Israels gegen die Fremdherrschaft in unserem Lande spricht zu der Generation der Juden, die wiederum die Freiheit und Sesshaftigkeit in diesem Lan^e der Verheissung mit Waffengewalt erstritten haben. Das Gefühl der historischen Kontinuität ist es, dass auch Kreise hier aufmerksam werden lässt, die sonst gelehrter Forschung beziehungslos gegenüberstehen. Man muss die jungen Soldaten und Kibbuz-Siedler, die den Studenten und Studentinnen bei dieser Expedition halfen, gesehen haben, um die Grösse des Ereignisses voll zu fassen. Sie alle fühlen sich — mit Recht — als die legitimen Nachkommen Bar Kochbas, die genau dort wieder ankniipfen, wo sein Traum unterging. Körbe voll Schädeln wurden in den H öhlen gefunden. Diese schauerlichen Reste sind die stummen Zeugen der nationalen Katastrophe des Jahres 135. Aber 1825 Jahre später finden nicht Fremde, sondern Söhne und Töchter dessselben ungebrochenen Volkes diese Gebeine auf, und über ihnen erklingt die Verheissung des Ezechiel über die verdorrten Gebeine: „Siehe, ich will eure Gräber auf tun und will euch, mein Volk, aus denselben herausholen und euch ins Land Israel bringen...“ (Ez. 17, 12). ï F T BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 TODOS LOS DIAS A LAS 19 Y 22 HORAS SABADOS Y DOMINGOS A LAS 18 Y 22 HORAS HASTA DOMINGO 11 VUELVE <C\ "El Galpón" de Montevideo con El Burgués Gentilhombre de MOLIERE Gebt dem Theater, was des Theaters ist Wie selten wird diese schöne Forderung beherzigt. Geschieht es aber, dann fühlen sich Mitwirkende und Zuschauer beglückt und stellen fest, dass wirkliches, gutes Theater auch mit den modernsten technischen und finanziellen Mitteln, wie sie Kino und Television bieten, eben doch nicht erreicht oder gar zu schlagen ist. Das unabhängige Theater „El Galpón" aus Montevideo gibt wieder ein kurzes Gastspiel im IFT und bringt uns bezauberndes Theater, wie man es hier schon sehr lange nicht gesehen hat. Aufgeführt wird Moliére’s „Bürger ais Edelmann” (in spanischer Sprache), eine reizende Komödie, die seit fast 300 Jahren ihre Wirkung nicht verfehlt Die Handlung vom reichgewordenen Bürger, dem Parvenü, der etwas Besseres werden will, kann als bekannt vorausgesetzt werden. Es sei nur gesagt, dass Moliére’s Genie sich noch heute voll durchsetzt. Wenn der Herr Jourdain „lernt“ wenn er sich über die Vokale unterrichtet, wenn er erfährt, dass er in Prosa spricht, wenn der dicke Kerl graziöse Tanzschritte probiert oder gar mit seinem Fechtmeister fechten „lernt“, lacht der ganze Saal, aus vollem Herzen. Molière ist eben zeitlos. Das Hauptverdienst gebührt dem Regisseur Pedro Orthuis von der Universität in Chile, der das Stück nicht nur meisterhaft in Szene gesetzt, sondern auch übersetzt und (eigens für die- Idee seiner Aufführung) bearbeitet hat. Er machte daraus ein Lustspiel mit Gesang (der nicht ganz erstklassig ge. boten wurde) und Tanz. Tanz nicht nur seitens der Darsteller. So leicht beschwingt (und doch genau abgezirkelt!) bewegten sich alle. Hauptperson ist Juan Manuel Tenuta, ein begnadeter Komiker, der einen lebensechten, saftstrotzenden, von seiner Bedeutung überzeugten Spiesser auf die Beine stellt und sich vor naheliegenden Uebertreibungen ebenso zu hüten weiss wie vor dem Starmässigen aus. der-Reihetanzen. Von den vielen Mitwirkenden, deren Namen uns nichts sagen und die für Liebhaber meist überraschend gut ihre Rollen spielen, seien nur drei genannt. Juan Gentile als grossartiger, leicht dämonisch wirkender Lehrer der Philosophie. Sara Larocca als ausgezeichnet spielerde Tänzer, der Köche und a«- |mUS?K IM BOBKOS Ali ES j ENRIQUE JORDA DIRIGIERT NATIONALES HU ND FUNK ORCHESTER Vor etwa acht Jahren macht dieser spanische Dirigent sein hiesiges Debut unter nicht besonders glücklichem Stern. Inzwischen scheint er gereift zu sein und sich vervollkommnet zu haben. Jcrda beschränkte sich klugerweise auf die Aufführung von Werken iberischer Komponisten, deren Musik ihm offenbar am nächsten liegt. Drei alte spanische Piecen (Cabezón, Cabaniilas und Padre Soler), die berühmte „Suite Iberia“ von Isaac Albeniz, eine mitreissende „Sinfonietta Flamenca“ (als Erstaufführung für Buenos Aires) von Surinach und endlich die bekannten Tänze aus Manuel De Fallas Ballett “El sombrero de tres picos“ (Alar^óns “Dreispitz") fanden in dem spanischen Orchesterleiter einen gediegenen Ausdeuter der durchwegs eingär.glichen Musik, deren Interpretation zusammen mit dem gut spielenden L.R.A.-Orchester sehr grossen Beifall auslöste. KONZERT BROUWENSTJIN- PREVITALI MB DEM COLON-ORCHESTER Beide Künstler kennen wir von der Colon-Bühne her und. beide waren uns auf dem Colon-Podium neu. Die holländische Opern . Sopranistin, die wir unter Sir Thomas Beecham vor zwei Jahren kennenlernten und die dieses Jahr unter Fernando Previtali neue Triumphe in Verdis „Macht des Schicksals” feiern konnte, sang unter dessen Leitung mit dem hervorragend spielenden Colón.Orchester Mozarts „Dove sono” (Figaro) und Beethovens „Ah Pérfido” mit derselben überzeugenden Innigkeit und geschulter Stimme, die wir an ihr schon so oft bewundern durften. Rasender Beifall, den sie auf Dirigent und Or. Chester übertrug, belohnte ihre grosse Leistung. Fernando Previtali ist auch auf dem Konzertpodium der überzeugende, sich dem Orchester ohne Umschweife direkt mitteiler.de Dirigent, ¿1er seine Untergegenen mit sich reisst. Wenn wir auch mit seiner Version der Brahm'schen „Erste (cmoll) nicht restlos einverstanden sein können, so müssen wir rückhaltlos anerkennen, dass hier ein gewissenhafter Orchesterlei- . ter mit südländischem Temperament sich in die Seele des grossen deutschen Spätromantikers zu versetzen suchte. Meisterv erke seiner Çhrigentep-Kunst waren die in rasendem Te npo „hingelfegte“ Ouvertüre zu Verdis „Sizilianische Vesper“ und die Rossini-Ouvertüre zu „Wilhelm Teil“, und in dieser ganz speziell das Cell v Sextett zu Beginn, dessen Solocellist José Pugliesi ein Sonderlob verdient. .Previta . wurde zu Recht zusammen mit seinem Orchester mit Beifall überschüttet. c-n literarische Notizen Posthume Ehrung Die Hauptallee des Rudolf Virchow-Krankenhauses, des grössten Krankenhauses Berlins, ist nach dessen früherem Direktor „Richard Mühsam.Allee” benannt worden. Richard Mühsam war weit über Berlin, hinaus als hervorragender Chirurg bekannt. Er verlor die Leitung des Krankenhauses durch die Rassengesetze und starb noch in Deutschland im November 1933. Ehrenbürger von Haifa 12 Veteranen unter den. Bürgern Haifas aus allen Lebenskreisen wurden zu Ehrenbürgern ernannt. Un» ter ihnen befindet sich der1- Arzt und Schriftsteller Y. Burla, Prof. Franz Ollemdorf, Abraham Spektor, der erste Siedler auf dem Karmel, Nachutn Wilbusch, Mitbegründer der ersten Fabrik in Haifa, des jetzigen Sehe-, men-Unternehmens. derer Statisten, sondern praktisch auch seitens aller feine Frau Jourdain. Und Adela Gleiger als Nieolassa, wie hier das schnippische Kammerkätzchen heisst, das in fast allen Lustspielen von Molière vorkommt, Herz und Zunge auf dem rechten Fleck hat und sich durch nicht beeindrucken lässt, um den grossen Herren die Wahrheit zu sagen. Aber auch alle anderen Mitwirkenden füllten ihren Platz gut aus und verdienen ein. Extralob. Das Publikum gab sieh sofort Rechnung, das ihm hier etwas geböte-! wurde, was man in Buenos Aires nur ganz selten zu sehen bekommt, und ging vom ersten Augenblick an vergnügt mit. Es gab grossen Beifall nach jedem Akt und zum Schluss eine wahre Ovation, die Minuten dauerte. Dr. Karl Kost Gratulieren Sie Ihren Verwandten und Freunden in Amerika, Israel und Europa zu Rosch Haschonoh mit einer nr,£ Glückwunsch - Anzeige in der Indischen Wockoscba LA SEMANA ISRAELITA Die SONDERNUMMER erscheint am MITTWOCH, den 21. September 1%0. Telefonische Bestellungen unter T. E. 83 - 2613 und 8« - 6930 ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ L Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr H. CLEMENTZ 1 Bde. Kl. 8*?, I, 646 Seiten. 2 Tafeln, n. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— Die „Jüdischen Altertümer” sind eia wichtiges Quellen - werk zur Erforschun der antiken Geschichte und-ganz besonders zur Erkenntnis dies nachbiblischen Judentums, seiner politischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentum«. Die Funde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile in 1 Band. Le . 8‘L VI. 428 VIII, 585 Seiten -ca. 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage — In Leinen gab und auf holzfr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörter-- buch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen Krieges FLAVIUS JOSEPHUS Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. 8?, 695 Seiten, 2 Karten auf holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25,— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13

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