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Jüdische Wochenschau · 1960-08-30 · 1808 (30.8.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1808 (30.8.1960)
Date
1960-08-30
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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FRANQUEO PAGADO .2®? 3 Concesión 908!» ® 5 o oí e O»»» < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES, MARTES 30 DE AGOSTO DE 1960 No. 1808 EL EJEMPLAR en toda la Republics Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 T. E. 83 . 2613 3.- wq. Israels neue Agrar-Politik Eine „stille Revolution” in Israels Agrar-System ergibt iich aus den Bodengesetzen, die vor kurzem von der Knesset beschlossen wurden. Schon vor genau einem Jahrhundert — eine Generation, bevor die Agrarreform in England und den Vereinigten Staaten von Hen. ry George und in Deutschland von Adolf Damaschke propagiert wurde — hatte dieser Gedanke durch den frommen Rabbi Kalischer und den Sozialisten Moses Hess Ausdruck gefunden. Beide hielten es für selbstverständlich, dass eine neue Gemeinschaft auf Grundlagen aufgebaut werden sollte, die jede Bodenspekula- Kon. hohe Mieten und eine Ausbeutung der Arbeiterschaft verhinderten. Ein klar umrissenes Programm wurde indessen nicht vor dem Jahre 1897 ausgearbeitet, als Professor Hermann Schapira ein solches Projekt dem ersten Zionistenkongress vorlegte. Und erst 1901, beim V. Kongress, wurde es durch die Schaffung des Jüdischen Nationalfonds — des Keren Kayemeth — verwirklicht. Er war die Basis für ein neues Bodengesetz. UNVERAEUSSERLICHES LAND Der Landbesitz des JNF ist unveräusserlich; der Boden wird den Siedlern in Erbpacht gegeben. Es wird dadurch keine landlose Bauernschaft in Israel geben, denn JNF-Land steht jedem Juden zum Verfügung, der seine Fähigkeit beweisen kann, es vorteilhaft zu bewirtschaften, und der den Anforderungen des Pachtvertrages nachkommt. Wenn Farmer eine Kleinbauernsiedlung (moschawovdim) bilden, wird der Pachtvertrag mit jeder Familie geschlossen, wobei Mann und Frau gleiche Rechte und Pflichten haben. Kontrakte mit Gemeinschaftssiedlungen (Kibbuzim) werden mit der Gruppe als ganzes geschlossen, wogegen bei Boden für Hausbau jeder Mieter oder ein allgemeiner Unternehmer Partner des Vertrages ist. Wie wird ein Maximum an Nutzen für den Farmer sowie für die Nation ei'- reicht? Der Pachtvertrag ervon HERBERT FREEDEN streckt sich über einen Zeitraum von 49 Jahren. Nach seinem Erlöschen ist der Pächter oder sein Erbe berechtigt, ihn für weitere 49 Jahre zu erneuern. Es steht ihm frei, den Boden nach seinen besten Kräften auszunutzen und seine Produktivität durch jedes mögliche Mittel zu erhöhen. Aber er darf keine Entwertung des Bodens eintreten lassen oder seinen Reichtum verschwenden. Er darf die ursprüngliche Bestimmung des Bodens nicht verändern, . ohne die schriftliche Zustimmung des' Fonds erhalten zu haben. Diese Bedingung sichert die bestmögliche Ausnutzung des Bodens sowohl für das Volk als ganzes wie auch für den Einzelnen. GERECHTE VERTEILUNG Eine gerechte Verteilung wird dadurch gesichert, dass man die Grösse der landwirtschaftlichen Einheit in Uebereinstimmung mit der Fläche festlegt, die für den Unterhalt des Farmers und seiner Familie notwendig ist. Wenn ein Comité von Sachverständigen findet, dass sie mit neuen Installationen durch eine grössere Anzahl von Siedlern intensiver bewirtschaftet werden könnte, dann kann der Pächter aufgefordert werden, einen Teil des Bodens dem Fonds zurückzugeben. Da auf diese Weise eine Konzentrierung von grossem Besitztum in den Händen eines einzelnen ausgeschaltet ist, wird jede Ausbeutung oder gesetzwidrige Handlungsweise von vornherein verhindert. Bisher galt das Prinzip des nationalen Bodens nur für die Ländereien des Keren Kayemeth. Infolge des durch die Knesset eingeführten Gesetzes wird sich dieses Bodensystem auf alle öffentlichen Böden erstrecken, d. h. auf 90 Prozent des Gebietes von Israel. So haben die vom KKL seit über 50 Jahren angewandten, von Professor Schapira entworfenen Grundsätze Israels staatlichen Boden „erobert”. Israels Bodengesetze sind der Gipfel und der logische Abschluss einer Entwicklung, die vor 12 Jahren begann. Bis zum Jahre 1948 hat der KKL, als Bodeninwo immer schweren durch die konnte und arabischen Verkäufer, des Bodens Gedenktafel für Lebensretter Brüssel. — Hier wurde eine Bronzeplaketle zum Andenken an Albert van den Berg, einen Anwalt aus Lüttich enthüllt, der der Widerstandsbewegung angc. hörte, und vielen Juden in der Gegend von Lüttich das Leben rettete. , _ .. Van den Berg wurde von der Gestapo nach Deutschland deportiert, wo er infolge der Misshandlungen starb. Die Gedenktafel, die Aufschriften m Hebräisch und Französisch trägt, wurde am Eingang eines Kinderheims angebracht, indem 54 jüdische Kinder durch die Bemühungen dieses tapferen Mannes Zuflicht fanden ' Der Zeremonie wohnten Arbeitsminister M. Ghone der israelische Geschäftsträger Victor Eliashar und der Präsident der Jüdischen Gemeinde Max Gottschalk bei. UTA) strument der zionistischen Bewegung, die Aufgabe der Bearbeitung des Bodens in Erez Israel allein durchgeführt, Dunam für Dunam; er hat den Boden gekauft, er es trotz der Beschränkungen Mar.datarmacht trotz schweren Drucks auf die die zur Abgabe gewillt waren. Diese Böden wurden für landwirtschaftliche Siedlungen und städtischen Häuserbau zur Verfügung gestellt und bildeten in rohen Umrissen die Grundlage für den Teilungsbeschluss der Vereinten Nationen im Jahre 1947. NEUE LAGE Mit dem Entstehen des Staates Israel ergab sich eine neue Situation. Gfosse Strecken Bodens kamen in den Besitz des Staates, der damit zum grössten Bodenbesitzer des Landes wurde. Nicht nur, dass sich die Notwendigkeit, weitere Strecken Landes zu erwerben, als nicht mehr so dringend erwies, waren plötzlich zwei nationale Körperschaften entstanden — die Regierung und der KKL — die öffentlichen Boden besassen und nach verschiedenen Prinzipien von verschiedenen Büros verwaltet wurden. Die Folge war ein Sich-Ueberschneiden der Autorität und ein Mangel an Zusammenarbeit. Es erwies sieh als unbedingt notwendig, eine gemeinsame Bodenpolitik zu führen, und dem XXIV. Zionistenkongress wurde in Jerusalem vor vier Jahren ein dahingehender Vorschlag un. terbreitet. ERSCHLIESSUNG DES BODENS Hand in Hand mit einer gewissen „Sättigung” des Bodenbesitzes erwuchs eine andere Notwendigkeit. Obwohl es genug Boden in Israel gab, war das Land arm und unfruchtbar. Und während keine dringende Notwendigkeit bestand, mehr Boden zu kaufen, trat ein immer grösser werdendes Bedürfnis zutage: den armen und ausgedörrten Boden bearbeitungsfähig zu machen. Israel war entschlossen, in die Geschichte nicht als „Sammler von Wüsten” einzugehen; seine Wüsten sollten nicht länger unbebaut bleiben. Ein grosses Land-Potential liegt in den Bergen, unter den Sümpfen und im Negew, das nach Bearbeitung schreit. In den letzten zwölf Jahren hat der KKL in zunehmendem Masse die Aufgabe übernom. men, neues Land durch Bearbeitung des Bodens und durch seine Verbesserung für Kultivierung und Besiedlung zu gewinnen. Natürlich beschränkte er seine Tätigkeit auf seinen eigenen Boden. Die Folge davon war, dass der grössere Teil des öffentlichen Bodens in Israel in diesem Bearbeitungsprogramm nicht enthalten war. Die Vereinbarung zwi. sehen der Israel-Regierung und der Zionistischen Organisation und KKL machen den Fonds zu der einzigen Stelle für Landbearbeitung und Aufforstung; sie dehnt seine Entwicklungstätigkeit auf das gesamte Bodengebiet des Staates aus. Dies bedeutet, dass die Entwicklung des Bodens, die grundlegende Vorbedingung für jeden Fortschritt in Besiedlung und Landwirtschaft, jetzt im KKL konzentriert ist. Seine hervorragenden Ergebnisse im Bemühen, „Wüste in blühendes Land zu verwandeln’’, hat die Regierung dazu bestimmt, dem KKL die alleinige Verantwortung für dieses wichtige Gebiet zu übertragen. NEUE PARTNERSCHAFT Die neue Partnerschaft zwischen dem Staat und der zionistischen Bewegung geht in zwei Richtungen: sie dehnt das Prinzip des nationalen Bodens auf die Böden des Staates aus und bringt die Ländereien des Staates in den Bereich der Bodenentwicklung des KKL. Zur Durchführung des ersten Weges wird eine Bodenverwaltungs-Behörde ein. gesetzt, die dem Landwirtschafts-Ministerium untersteht, bei der die Verwaltung und Leitung aller Staats, und KKL-Ländereien konzentriert sein werden. Sie wird einen Rat von 13 Mitgliedern haben — sieben Vertreter der Regierung und sechs des KKL. Aber der Staat bleibt der offizielle Eigentümer seines Besitzes. Eine parallele Behörde wird für die Entwicklung des Bodens ins Leben gerufen, die Bodenentwicklungs- Behörde. Diese wird im Rahmen des KKL arbeiten und gleichfalls einen dreizehn köpfigen Rat haben, der diesmal aus sieben Vertretern des KKL und sechs der Regierung besteht. Da der gesamte kultivierbare Boden bereits in Bearbeitung ist, wird jeder Dunam Bodens für weitere Ansiedlung und landwirtschaftliche Ausdehnung den Wüsten entrissen werden. Selbst heute ist erst ein Fünftel des Bodens in Bebauung — der grössere Rest ist noch Imit Sand, Felsen und Geröll bedeckt. Die „Eroberung der Wüste” muss daher im zweiten Jahrzehnt des Staates beschleunigt und intentiviert werden. Kennedy über den Mittelosten New York. — Ein Führer der Zionistischen Organisation Amerikas (ZOA), Dr. Immanuel Neumann, verwies bei einem Bankett auf die „wunderbare Rede” des Senators Kennedy über die Probleme Israels und des Mittleren Ostens. Er betonte, dass die Worte des Präsidentschaftskandidaten die Tatsache bestätigen, dass „in den USA über unsere Politik der Freundschaft für Israel grundsätzliche Einigkeit herrscht.“ Dr. Neumann setzte allerdings hinzu, es sei angesichts der gespannten Atmosphäre im Wahljahr gut, „unsere traditionelle Politik klar und unmissverständlich zu umreissen“. In diesem Zusammen, hang stellte er fest, dass die ZOA als Vertreterin einer grossen Zahl verschiedener politischer Strömungen im. Lande „sich niemals für eine Partei oder einen Kandidaten für die Präsidentschaft erklärt habe und es auch dieses Mal nicht tue“. Die zionistische Sache, so fuhr Neumann fort, „hat unter den Führern und Sprechern beider Parteien aufrichtige und energische Unterstützung gefunden“. Er begrüsste wärmstens die Anwesenheit des Arbeitsministers James Mitchell (Republikaner), der später das Wort ergriff. Mitchell sprach als Parteigänger Kennedys und unterstrich abschliessend: „Die Ruhe, die heute im Mittelosten herrscht, ist nicht die Ruhe des Friedens, sondern eines bewaffneten Waffenstillstands. Das Problem, das wir lösen müssen, ist der Uebergang von der Waffenruhe zum Friedensvertrag.“ Eine arabische Gruppe beschuldigte Senator Kennedy der „Falschheit und Ungerechtigkeit“. In einem von arabischen Informationszentrum im Namen der Liga arabischer Staaten verteilten Communque heisst es: „Die Rede Kennedys beweist den zionistischen Einfluss auf die Haltung der USA zur arabischen Welt. Das Bestehen dieser Tendenz erschwert die Verbesserung der arabischnordamerikanischen Beziehungen.“ (ITA) ■ Beleidigunggesühnt Darmstadt. — Das Darmstädter Landgericht hat jetzt in einer Bcrufungsverhand. lung den 41 Jahre alten früheren SS - Obersturmbannführer Werner Teichert aus Darmstadt wegen Beleidigung und öffentlicher Billigun g n a t i on al snzi n 1 i stisch e r Verbrechen zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. (AWZ) Tod eines Philanthropen New York. — Hier verstarb im Alter von 80 Jahren der bekannte jüdische Arzt Dr. Jechiel Kling, dessen Haus in den letzten 50 Jahren ein Treffpunkt jüdischer Literatur, Künstler und Musiker war. Kling interessierte sich auch im besonderen für das jüdische Schulwesen. Unter denen, die bei Dr. Kling ein. und ausgingen, waren z. B. Schalom Aiechem, Schalom Asch und David Pinsky. (ITA) SS-Führer Hahn verhaftet Hamburg. — Der ehemalige SS-Standartenführer Dr. Ludwig Hahn ist in seiner hamburger Wohnung unter dem dringenden Tatverdacht verhaftet worden, an Massenersehiessungen von Juden in Polen beteiligt gewesen zu sein. Der „Fall Hahn” war in der Oeffentlichkeit durch den Aufruf des israelischen Jad - Waschem-Instituts bekannt geworden. Der SS-Führer war von Oktober 1941 bis Dezember 1944 Kommandeur der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes in Warschau und in den letzten Monaten des Krieges Beauftragter des Chefs der Sicherheitspolizei beim Befehlshaber der Sperr- und Auffanglinie der Heeresgruppe Weichsel, wo er mit dem berüchtigten SS-General Oberg zusammenarbeitete. Ihm wird u. a. die Mitverantwortung für die Liquidierung des Warschauer Ghettos und für Massenhinriehtungen im Konzentrationslager Trebiinka vorgeworfen. (AWZ) Sozialistischer Antrag London. — Die Sozialdemokratische Partei West, deutschlands wird der Regierung in Bonn nahelegen, zu einem Artikel Stellung zu nehmen, den Lord Rüssel von Liverpool über das „Wiedersehen mit Deutschland“ im vergangenen Monat im „Daily Telegraph’' veröffentlichte. Lord Russell berichtete, ein deutscher Exgeneral habe ihn bei seinem Besuch in Dachau begleitet und die Ansicht vertreten, dass ein Raum, von dem es hiess, er sei ei. ne.Gaskammer gewesen, ein Dcschraum war, wobei er auf das Wort „Brausebad“ über der Tür hinwies. Die Sozialisten fragen die Regierung, ob das deutsche Gesetz eine Handhabe gegen die „fragliche Person” bietet und welche Schritte die Behörden im Zusammenhang mit der Behauptung Lord Russells, dass viele Deutsche der gleichen Ansicht wie der ehemalige General sind, zu unternehmen beabsichtigten. (ITA) Beziehungen mit Indien New Delhi. — Die pakistanische Zeitung „Dawn” berichtet aus New Delhi, dass die Regierung Israels formelle Schritte zur Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen vor der indischen Regierung unternommen habe. Der betreffende Korrespondent des genannten Blattes versichert, die Regierung Indiens habe die israelische Initiative ernstlich in Betracht gezogen. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635. Impreso eu la Imprenta POLIGLOTA «— Corrientes 31M

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