Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1804 (16.8.1960)
- Date
- 1960-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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T..T¡ FRANQJEOPAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Ano XXI. BUENOS AIRES, MARTES 16 DE AGOSTO DE 1960 No. 1804 EL EJEMPLAR« en toda la República J Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 i*q. T. E. 83 . 2613 Der Staat ïsr Völker Afrikas Kt* lernt hebräisch Boston. — Wie der „Christian Science Monitor” berichtet. erlernt der kölner Anwalt Dr. Robert Servatius, der die Verteidigung Adolf Eichmamvführen wird, jevf die hebräische Sprache. 'TTA ■ Noch bevor der Quai d’Orsay oder Whitehall oder Brüssel die afrikanischen Staaten zu ihrer neugewonnenen Selbständigkeit beglückwünschte. waren israelische Ratgeber, Techniker und Unternehmer dort gern gesehen. Mehr und mehr Afrikaner kamen nach Israel, überzeugt davon, dass sie uneigennützig in der Anwendung der richtigen Theorien und Praxis sowie ln der Spezialisierung in lebenswichtigen Berufen unterrichtet würden, die ihre Landsleute noch auf altmodische Weise Unrentabel betrieben. | Es liegt etwas Eindrucksj volles in diesem Planen und j Ausfuhren und etwas Gesundes in dem Geben und Nehmen, in dem gegenseitigen internationalen Austausch. Das liegt Israel gewiss fern, seinen Anteil ungebührlich zu verherrlichen oder sich magischer Tugenden zu rühmen. Ein Plus besteht darin, dass diese Politik Israels hilft, die feindliche Umklammerung des arabischen Boykotts und der arabischen Blockade zu überspringen und zu einem freundlicheren Band mit Völkern zu gelangen, die letzten Endes Israels Nachbarn zu einer Aenderung ihrer Einstellung bewegen können. ZWEIFACHER WEG TECHNISCHER HILFE Der Prozess ist parallel nnd zyklisch. Israels Techniker sind damit befasst, zu organisieren und in Afrika etwas zu schaffen, was in Israel mit Erfolg ausprobiert wurde, z. B. ein Hospital, eine Marine-Akademie, den Bau eines Dammes, während die afrikanischen Kandidaten, die eine eventuelle Kontrolle übernehmen sollen, eine intensive Ausbildung in Israel erhalten. Wenn die neuen afrikanischen Aerzte oder Ingenieure oder Kranken. Schwestern oder Angehörige welcher Berufe auch immer, ihre Ausbildung vollendet haben, gehen sie in ihre Heimatländer zurück, um dann das Hilfspersonal in der Leitung der Geschäfte zu ersetzen. So gründete ein Professor für Augenheilkunde der Hebräischen Universität mit einer Oberin seines Personals eine Augenklinik in Monrovia, während llberischcs medizinisches Personal und ausgebildete Krankenschwestern in Israel lernten, es zu übernehmen, und sie übernahmen es bald. So wrerden auch Israels Technologen nach Afrika „verschifft“, um Probleme des Ingenieurwesens und der Konstruktion für Regierungen in Angriff zu nehmen und Landwirtschaft, Bewässerung und Wasserprojekte zu prüfen. Gegenwärtig sind 300 solcher israelischen Gesandten in Ghana, Liberia und Nigeria, in Sierra Leone, Togo und Aethiopien, in Kenya, Tanvon MAX NUROCK und Kooperation zur Ausbildung für die Arbeiterfiihrerschaft in Wirtschaft, Geschichte und Organisation von Gewerkschaften und Kooperativ-Unternehmungen Da sich auf diesem Forum Gewerkschaftler und Mitarbeiter treffen, ist ein instruktiver und gesunder Austausch von Erfahrungen und Gedanken gesichert. Sechzig Studenten sind zu Handhabung ihrer Schüfe. Ihr ursprüngliches Kapital hat ZIM zurückgezogen, sobald es ohne Gefahr geschehen konnte. In der gleichen Form geht auch Solei Bone mit einer ghanaer Firma bei der industriellen Entwicklung in der Errichtung von Bauten und Anlegung von Wegen vor. Sie stellt Ingenieure und Vormeister sowie Baumaterial zur Ver- . i Inseln, die von der Küste entfernt liegen. NIGERIA Ingenieure von Tahal und Mekorot haben die Wasserquellen von Westnigeria begutachtet. Dort bestehen zwei Partnerschaften: von Solei Bone und der einheimischen Gesellschaft für Wasserentwicklung und Bewässerung, die 16 Städte und 400 Dörfer in West, und Ost- Nigeria bedient. Ein Kreditabkommen für Importe nach Israel in Dollars wurde während des kürzlichen Besuchs von Israels Finanzminister in Lagos abgeschlossen. AETHIOPIEN Israels INCODE hat mehrere Jahre in Aethopien gearbeitet, Israel mit Fleischkonserven beliefert und i nicht koschere Produkte nach Europa exportiert. TAHAL unternahm Arbeiten am Blauen Nil, baute einen Damm in Erythräa und bohrte in abseits liegenden Distrikten nach Wasser. Sie beriet die Stadtverwaltung von Addis Abeba in der Frage der Wasserbelieferung und der Kanalisation. Es besteht ein Plan für israelische Agronomen, 2500- Acres unter Bewässerung zu setzen. Vor dem Abflug der ärztlichen Mission nach dem Kongo, biifei eine Krankenschwester Frau Golda Meir und Minister Barzilai im Flughafen um ihre Autogramme, um sie den Kindern im Kongo zu zeigen. ganjika und der Mali-Föderation tätig, sei es als Berater für ein Ministerium oder Angestellte in israelischen Unternehmungen mit afrikanischen Firmen als Partner. Aufenthaltsdauer und Aufgaben eines Technikers, der zu Arbeiten entsandt ist, sind begrenzt. Er überbrückt nur eine ’Lücke, bis Afrikaner selbst zur Uebernahme der Posten befähigt sind. Das ist es, wozu er in Afrika ist, nicht weniger, aber gewiss auch nicht mehr. Gleichzeitig mit der Entsendung von Technikern nach Afrika richtet die Regierung Israels individuelle oder Gruppenkurse in Israel für afrikanische Studenten über die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Länder ein. Zu Beginn dieses Jahres waren 300 Afrikaner in Israel „in der Schule^': zu Forschungen im Wei/.mann- Institut, zum Weiterstudium in Mathematik, Medizin, Landwirtschaft und Oekoncmic an der Hebräischen Universität, und vor allem über landwirtschaftliche Ansiedlung und seine kooperativen Ursprünge. In Tel Aviv bestell 1 ein afrikanisch-asiatisches Instutwt für Arbcitsstudeni&n jedem Kurs zugelassen; zu ihrem Eintiitt sind höhere Schulbildung und Kenntnis des Englischen und Französischen Vorbedingung. Unterrieh tsgeld, AVohnung und Unterhalt sind frei. Jeden Tag sendet das israelische Radio Nachrichten, Kommentare, Abschnitte aus dem Koran und Musik in englischer und französischer Sprache; Swahili wird bald als Sendesprache binzugefügt. PARTNERSCHAFT Die Afrikaner ziehen eine Partnerschaft und gemeinsame Unternehmungen „abstrakten“ technischen Ratschlägen vor. Sie wollen sicher gehen, dass das Interesse des fremden Geldgebers dem Erfolg des Unternehmens gilt, und dessen nationaler Charakter gewahrt bleibt.So wollen sie die Majorität als Aktienbesitzer bilden, gewönhlich mit 00 zu 40 %, und Israel geht auf diese Basis gern ein. 4* GHANA ,Z!M steht weiter mit seinen Diensten <Ter Ghgna Black Star Line zur Verfügung, und die Ghanaer gewinnen Erfahrungen in der fügung des „Konsortiums“ und hat zehn Stipendien für Ghanaer ausgesetzt, die in Israel lernen. Städtische Wasserwerke in Akkra und anderen Zentren werden unter israelischer Leitung installiert. Israelis halten Vorträge im Technischen Institut, arbeiten im Bankfach oder bei der Hühneraufzucht und unterweisen im Gebrauch von landwirtschaftlichen Maschinen. Der Direktor der Schifffahrtsschule ist ein Israeli. Ein Beamter des israelischen zentralen statistischen Büros berät über die Prozedur, wie eine erste Volkszählung vorzunehmen ist; erfahrene Fliegeroffiziere wurden von Dr. Nkruma erbeten, um die erste Fliegerschule in Westafrika zu organisieren. LIBERIA In Monrovia ist die „Mayer Investment Company“ von Israel Partner an einer lokalen Baugesellschaft, die mit der Zentralbank von Liberia liiert ist. Dieses gemeinsame Unternehmen hat Wohn, und öffentliche Gebäude sowie ein Intel und ein Hospital errichtet und plant die Entwicklung von In öffentlichen Transportmitteln und technischer Erziehung fördern Israelis laufend die Entwicklung; und ein Arzt aus Addis Abeba erhält chirurgische Ausbildung in Jerusalem. Die Eiinder Fishing Compan erforschte die territorialen Gewässer für die abessinische Regierung, entdeckte grosse, reich von Fischen Netzen und Geräten zu bestimmte, welche Art von Natzen und Geräten zu benutzen sind. Ein pariser Journalist schrieb nach einem Besuch im französischen Sudan, der jetzt zur Mali-Föderstion gehört, folgendes: „Israeli Der Name ertönt überall, und das ist nicht überraschend. Zu dem Gedanken eines Landes, in dem Milch und Honig fliesst, hat sich die Wirklichkeit einer beispielgebenden Wirtschaft gesellt. Gestern ein unfruchtbares, fast verlassenes Gebiet, ohne AYasser und ohne Vegetation, heute ein grosses blühendes Israel, ein Muster für alle Länder, die unter Armut und einer ausgedörrten Erde leiden.“ Das ist eine Wahrheit, die in allen neuen afrikanischen Staaten widerhallt. Eine hochpeinliche Frage Vor kurzem kam es in den Büros der Bochumer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie zu einem peinlichen Zwischenfall. Ein Emigrant, zu Besuch in Deutschland und aus beruflichen Gründen veranlasst, mit dieser Institution Kontakt aufzunehmen, fand zu seinem masslosen Erstaunen im Studienleiter dieser respektablen Akademie einen Mann wieder, der ihm aus den vergangenen Jahren fürchterlich vertraut erschien. Und so stellte er dem Herrn — es handelt sich um den Professor P. H. Seraphim — einen Mann mit einem urdeutschen Namen — diese Frage: I „Gewisse Verpflichtungen der persönlichen Ehre und Selbstachtung zwingen mich zu der Frage, ob Sie mit einem gewissen P. H. Seraphim identisch sind, der in den Jahren der Hitlerdiktatur Leiter des Referats der .Geschichte der Judenfrage’ der NSDAP und Mitarbeiter des .Instituts zur Erforschung der Judenfrage’ an der ‘Hohen Schule der NSDAP’ waren.” Dieser Seraphim hat in einer Broschüre „Judentum und Rechtswissenschaft” unter anderem gesagt: „Mit derselben dunklen Sicherheit eines parasitären Lebensinstinktes, welcher etwa den Stachel einer Grabwespe in die Bewegungszentren eines Beutetieres lenkt, damit ihre Brut in dem lebenden Leichnam des gelähmten 1 Opfers sicheren Unterhalt findet, trifft auch das Judentum mit seiner kriminal-psychologischen Propaganda die Widerstandszentren nationalen Lebenswillens im Staatsorganismus seiner Wirtsvölker...” Der Studienleiter der Bochumer Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie war tatsächlich mit dem illuminierten Sadisten identisch, der diese grausigen Sätze von der Grabwespe und den Juden auf seinem Gewissen hat. Die. se Vergangenheit des Seraphim, akademischer Mordhetzer keineswegs im Ruhestand, war den Verantwortlichen der Bochumor Akademie keineswegs unbekannt. Die Kenntnis des Tatbestandes hat sie aber nicht nbgehalten, den Leiter des Referats „Geschichte der Judenfragen” der NSDAP als ihren „Studienleiter” zu engagieren. Die Frage, die der Emigrant an den Studienrat von Bochum stellte, war für dieses triste Individuum gewiss peinlich. Weit peinlicher aber ist, dass Behörden und Institutionen der deutschen Bundesrepublik die einstigen „Grabwespen” der braunen Unmenschlichkeit heute als ihre intellektuellen Pfadfinder von neuem auf die deutsche Menschheit loslassen. " KURT KAISER-BLUETH Registre de la Propiedad Intelectual No. C56.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114 ‘.Æ,